Kategorie: Japan & Australien (Seite 4 von 5)

Unterwegs in Japan, Australien und Singapur 2024

Mit dem Auto ins Legoland und Hinterland

Am Freitag, den 26. Juli hieß es wieder zeitig aufstehen (7 Uhr ging der Wecker), denn wir hatten ein Mietauto für den Morgen bestellt. Also ging es nach dem Frühstück mit Sack und Pack eine Viertel Stunde zu Fuß durch Kyoto. Die Abholung klappte wunderbar und nun flitzen wir mit einem schwarzen Toyota Corolla Kombi auf der linken Seite durch die Gegend.

Unser erstes Ziel fanden wir in Nagoya: das Legoland Japan. Da wir noch nie in einem Legoland waren, dachten wir, wäre die Zeit gekommen. Bei 35°C und auf einen Freitag war es zum Glück nicht sehr voll und die Wartezeit an den Attraktionen sehr kurz. Nach einer kurzen Sandwich-Stärkung ging es mit dem U-Boot in die Tiefsee, dem Safariauto auf Schatzjagd, dem Feuerwehrauto zum Löschen und die Achterbahn hoch und runter. In der Piratenwelt wurde es etwas feucht, sodass wir gerne unsere Badesachen angezogen hätten um noch nasser werden zu können. Mit einem Eis/Slushy erfrischt ging es noch in die Mini-Welt und dann zum Bauen einer eigenen Lego-Figur.

Nach 4 Stunden hatten wir Legoland ausreichend erkundet und machten uns auf nochmal 2 Stunden Fahrt nach Magome. Dieses kleine Dorf liegt auf etwa 600m Höhe in den Bergen auf halben Weg zwischen Osaka und Tokio. Hier haben wir ein „Ryokan“ gebucht, eine typisch lokale Herberge, in der wir wieder auf Matratzen auf dem Boden schlafen – ähnlich der Tempelübernachtung. Nur das Abendessen war reichhaltiger, was Florian und Laura sehr begrüßten 😉

Mit dem Fahrrad durch Kyoto

Wir hatten gehört, dass man in Kyoto gut Fahrrad fahren kann. Also suchten wir uns einen Verleih in der Nachbarschaft und sattelten die Drahtesel. Bei den Temperaturen waren wir auch gar nicht traurig, dass die manuellen 3-Gang-Fahrräder schon vergriffen waren und „nur noch“ E-Bikes zur Wahl standen. In den engen Gassen kamen wir zunächst gut voran und konnten den eingebauten Rückwind testen. Vorbei am Kyoto Tower ging es zunächst über den Fluss hinweg zum Sanjūsangen-dō Tempel. Da gab es 1001 Buddha-Statuen zu sehen – sehr beeindruckend. Die Außentemperaturen waren auch schon wieder beeindruckend, sodass jeder rituelle Waschplatz für Erfrischung genutzt wurde.

Als nächstes Stand der Wassertempel Kiyomizu-dera auf der Route. Merkwürdigerweise auf dem Berg, entfernt vom Fluss errichtet. Wenigstens gab es einen Teich, den ein Japanisches Paar für romantische Fotos nutze. Die Aussicht von hier oben reichte über ganz Kyoto. Auf dem Rückweg zum Fahrradparkplatz gab es noch eine kleine Stärkung und das ein oder andere Souvenir.

Am Yasaka Shintō-Schrein gab es erst einmal eine Erfrischung aus dem Getränkeautomaten und dann überraschenderweise Japanische Comedy, wie wir sie im Theater kennenlernten. Nur dieses Mal ohne Skript, sodass wir nichts verstanden 😉

Der weitere Weg ging stellenweise sehr schön am Wasser entlang. allerdings war das Radeln in den engen Gassen von Gion nicht immer ganz einfach: verwinkelt, eng und mit Verkehr schoben wir das Rad teils mehr, als wir radeln konnten. An einem riesigen Torii vorbei kamen wir zum Heian-jingū Shintō-Schrein. Diesen schauten wir uns jedoch nicht von innen an, sondern besuchten die schöne Gartenlandschaft um den Schrein herum.
Am Kaiserpalast vorbei ging es dann wieder zurück. Dieser hatte jedoch schon geschlossen und das große Areal drum herum hatte nur Kieswege, die natürlich mit dem Fahrrad nicht sehr schön zu befahren waren.

Insgesamt hatten wir eine tolle Fahrradtour. Mit den E-Bikes ging es bequem zum Wassertempel hoch und in der Wärme war die Anstrengung überschaubar und der Fahrtwind etwas angenehm. Als Sport war es jedoch eher nicht zu bezeichnen. Kyoto hat viele, schmale Fahrradwege am Rand der Straßen zumindest gekennzeichnet. Physisch abgetrennt von den Straßen sind diese jedoch nicht und werden auch gern zugeparkt, sodass es dann doch nicht so nett war auf den großen Straßen zu fahren. In den engen Gassen war es dann schnell mit Autos, Fahrrädern und Fußgängern überfüllt. Gut war, dass man meist auf den Gehwegen fahren durfte, sodass wir den Autoverkehr mieden, uns aber dafür auf den engen Wegen mit Fußgängern quetschten. Auch darf man sein Fahrrad nicht einfach irgendwo abstellen – sie würden wohl sehr schnell vom Ordnungsamt „abgeschleppt“ werden. Dafür gibt es dann dedizierte Fahrradparkplätze, die manchmal kostenfrei und oft gebührenpflichtig sind (0,6 bis 1,2€ pro Fahrrad).
Insgesamt sind schon noch einige Japaner mit dem Fahrrad unterwegs (sehr oft mit Elektroantrieb), was uns angesichts der hochsommerlichen Temperaturen doch positiv überraschte – es muss nicht immer das Auto sein, erst recht nicht in der engen Innenstadt Kyotos.

Abends liefen wir dann zum mittlerweile dritten mal zum Nishiki-Markt. Am ersten Tag liefen wir hier durch und sahen viele tolle Essenstände, hatten aber wenig Zeit. Am zweiten Abend waren wir zu spät und alle Stände hatten schon geschlossen. Nun waren wir gerade noch rechtzeitig da, um noch die ein oder andere Spezialität auf die Hand zubekommen. Scheinbar wird hier pünktlich 18 Uhr Feierabend gemacht, was zeitlich etwas unpassend für das Abendessen scheint… Zum Sattwerden ging es dann noch einmal in den Gyoza-Laden vom Vorabend.

Kyoto

Den Weg nach Kyoto versüßten wir uns zunächst noch in Osaka Namba mit einem kleinen Vesper. Dann ging es mit der U-Bahn nach Osaka Umeda und dem Express nach Kyoto. Hier begrüßte uns zunächst ein ganz anderes Bild – die Gassen sind kleiner und noch weniger grün. Unser Hotel ist recht neu und unser Zimmer gerade groß genug für 4 Matratzen.
Kaum im Hotel angekommen, machten wir uns gleich wieder auf den Weg. Montagabend stand noch etwas Kultur auf dem Plan und vorher wollten wir noch Sushi zum Abendessen genießen.
19 Uhr besuchten wir das Gion Corner Theater, wo uns verschiedene lokale Traditionen wie die Teezubereitung, Musik, Tanz und Comedy vorgeführt wurden. Das war schön anzusehen und doch bleibt die Frage, ob solche kulturellen Aspekte noch Teil des heutigen japanischen Lebens sind. Gion ist übrigens ein Stadtbezirk in Kyoto und auch als Geisha-Viertel bekannt. Hier sind die Häuser alle etwas älter und kleiner und es gibt viele Restaurants.

Mittwochmorgen hieß es nach der Tempelnacht wieder Ausschlafen – naja, zumindest mit Wecker bis 8 Uhr 😉 Frühstück gab es à la Carte.
Vom 17. bis 24. Juli fand das Gion Festival statt. Heute, am 24., gab es eine Parade mit toll gestalteten Wagen – das ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
Nach einigen Paradewagen machten wir uns auf den Weg gen Südwesten, zum Shintō-Schrein Fushimi Inari-Taisha. Pünktlich zur Ankunft begrüßte uns unser erster Regen in Japan. Leider sorgte dieser nicht für Erfrischung, sondern nur eine massiv erhöhte Luftfeuchtigkeit, während uns die ~30°C den Schweiß auf die Stirn trieb. Mit Schirm ging es los zu einem mit Toriis dicht gesäumten Weg. Der eigentliche Schrein war oben auf dem Berg, den wir angesichts des Gewitters und der Temperaturen dann nicht aufsuchten.

Zurück in der Innenstadt legte sich Denise im Hotel etwas hin und die anderen drei machten sich auf die Suche nach Mittagessen. Leider sind die Kinder der japanischen Küche noch nicht sehr aufgeschlossen, sodass es Hamburger und Schokoerdbeeren gab. Frisch gestärkt nahmen wir, nun wieder zu viert, den Bus gen Nordwesten. Hier gab es den Kinkaku-ji Tempel mit einer goldenen Pagode zu bestaunen. Diese liegt sehr fotogen in einem Park eingebettet.

Mit dem Bus ging es wieder zurück ins Hotel, wo erstmal ein bisschen „chillen“ angesagt war. Währenddessen kam ein kleiner Umzug vorbei.
Abendessen gab es nach ein wenig Sucherei in einem Gyoza-Restaurant. Das sind kleine, gebratene Teigtaschen. Hier konnten wir direkt an der Küche am Tresen sitzen und bei der Zubereitung zusehen. Lecker!

P.S.: Noch eine kleine Story zum Zugbegleiter im Kyoto-Express. Grundsätzlich öffnete und schloss er die Türen des Zuges. Er überwachte die Bahnsteigkante bei der Ausfahrt aus dem Fenster gelehnt mit dem Daumen am Not-Aus-Knopf. Auch führte er Durchsagen durch und machte während der Fahrt „prüfende“ Armbewegungen z.B. an Bahnübergängen. Er nahm seine Rolle sehr ernst.
Ein mal jedoch musste er seine Kabine verlassen. Vor der Tür standen jedoch unser und ein anderer Koffer. Doch statt uns zu ermahnen, drängelte er sich vorsichtig durch und entschuldigte und bedankte sich ganz höflich, dass wir ihn durchließen und den Koffer etwas zur Seite rückten. Bei der Rückkehr in die Kabine das gleiche Spiel. Undenkbar in Berlin! 🙂

Der Morgen in Koyasan

Die Nacht endete, zumindest für uns Erwachsene, zeitig kurz vor 6 Uhr. Denn ab 6 Uhr fand das Morgengebet statt. Wir verfolgten etwa 50 Minuten Mönchsgesänge (Sutras) und anschließend noch ein paar persönliche Worte zu uns vom obersten Mönch unseres Tempels (an seiner roten Kluft zu erkennen). Ein (vermutlich amerikanischer) Mönch übersetzte wo nötig ins Englische und führte uns noch kurz durch die Andachtshalle, wo zahlreiche kleine, goldene Stehlen mit Namen standen, die an die Vorfahren erinnern.
Wir Eltern legten uns dann noch einmal kurz zu unseren schlafenden Kindern, doch wurden schon recht bald vom Telefon geweckt, welches uns kurz nach 7:30 Uhr erinnerte, dass doch um 7:30 Uhr das Frühstück begann und man uns schon vermisste. Da wir die Kinder nicht in 4 Minuten aus dem Bett holen, waschen, anziehen und in den Speiseraum bringen konnten, klingelte das Telefon noch ein zweites Mal – im Tempel wird pünktlich und gemeinsam halb Acht Frühstück gegessen 😉
Zum Start in den Tag gab es wieder Reis, Miso-Suppe und Eingelegtes, sowie etwas Pilze und Tofu aus einer Brühe, und Tee. Die Kinder waren nicht sehr überzeugt…

Nach dem Frühstück legten wir uns abermals hin, aber nur für eine halbe Stunde. Dann schlossen wir die Koffer und stellten sie nach dem Check-out im Tempel unter, damit wir leicht bepackt mit dem Bus nochmal zum Friedhof fahren konnten. Am Tag war der Friedhof genauso imposant. Der Guide gestern meinte, dass hier etwa 200.000 Menschen „begraben“ sind. Hier in Koyasan wird nur der zweite Wirbelknochen beerdigt, da dieser wie ein betender Buddha aussieht. Der Rest des Körpers wird verbrannt und ganz normal in der Nähe der Familie/zu Hause begraben. Im Hellen konnten wir heute auch das Mausoleum von Kobo Daishi sehen. Der Gründer des Buddhismus ist noch heute hinter dem Zaun in ewiger Meditation. Allerdings ist es schon 1200 Jahre her, dass ein Mönch nachschaute. Morgens 6 Uhr und 10:30 Uhr gibt es Mahlzeiten für Kobo Daishi. Die Zeremonie für die Mittagslieferung hatten wir uns angesehen: dafür wird von der Küche des Friedhofs eine Kiste mit Essen in die Halle vor dem Mausoleum getragen, wo dann wiederum von Mönchen Sutras gesungen/gebetet werden. Kobo Daishi verfolgt also strenges Intervallfasten und überhaupt kommt er an seine Mahlzeiten gar nicht ran, wenn er hinter dem Zaun hinter der Halle im Mausoleum ewig meditiert 😉
Nach einem Spaziergang über den Friedhof kehrten wir noch in einem kleinen Café ein, um die hungrigen Mäuler zu stopfen (der Frühstück war ja nicht für alle so ergiebig…) und für die Reise nach Kyoto gerüstet zu sein.

Dann ging es wieder mit dem Bus zur Standseilbahn, mit dieser herunter vom Berg und weiter mit zwei Zügen nach Osaka. In dieser Richtung war es deutlich ruhiger um Zug – schlafen wie ein Mönch scheint nicht annähernd so erholsam zu sein wie im königlich gebetteten Zuhause 😉

Koyasan

Am Montagmorgen ging wieder die Geschäftigkeit in Osaka los. Überall gingen Geschäftsleute ihrer Wege und beim Frühstück war es fast leer. Arbeitswoche halt – aber nicht für uns. Wir verließen Osaka und fuhren mit U-Bahn, Zug, Zug, Seilbahn und Bus nach Koyasan. Koyasan ist ein kleiner Ort in den Bergen südlich von Osaka (ca. 800m über NN) und voller Tempel. Unterwegs sahen wir saftig grüne Wälder (die Regenzeit endete erst vor unser Ankunft in Japan) und teils etwas heruntergekommene Bahnhöfe.
In Koyasan angekommen stellen wir unser Gepäck im Übernachtungs-Tempel ab und gingen erstmal auf die Suche nach Essbarem. Das erste Café war leider voll, sodass wir ein paar lokale Süßigkeiten probierten und dann noch ein Sandwich genossen.
Klimatisch ist es hier auch recht warm, aber mit „nur“ 29°C nicht ganz so heiß wie Osaka.
Wir hatten eine Tempel-Übernachtung gebucht und bezogen am Nachmittag unser Zimmer – erst nur mit einem Tisch ausgestattet.

Nach dem Check-in nutzen wir die Chance und besuchten den leeren Onsen. Dazu zogen wir uns Yukata an (wichtig, die rechte Seite liegt am Körper an, denn die Toten werden andersherum gewickelt), duschten uns im Sitzen ab und gingen in das heiße Bad – den Onsen. Und heiß ist hier wirklich Programm! Der Damen-Onsen war Laura zu heiß und selbst die Jungs hielten es nur kurz aus. Anschließend wird wieder geduscht, inkl. Haare waschen. Auf dem Zimmer haben wir übrigens keine Dusche.

Frisch gereinigt spazierten wir noch eine kleine Runde durch die Nachbarschaft und bestaunten die Große Zentrale Pagode. Denise und Laura gingen auch hinein kurz bevor sie um 17 Uhr geschlossen wurde.

17:30 Uhr wurde das Abendessen in unserem Tempel serviert. Es gab ein Menü mit 9 Gängen, vegetarisch-buddhistisch. Ganz klassisch essen die Mönche meist nur ein Dreierlei aus Reis, Miso-Suppe und eingelegtem Gemüse.
Während wir aßen, wurde unser Zimmer in ein Schlafgemach „umgebaut“. Die Kopfkissen waren übrigens eher eine Art festes Kirschkernkissen (vielleicht auch Reis oder Holzpellets oder Kunststoffperlen).

Nach dem Abendessen machten wir uns noch einmal auf den Weg durch Koyasan – am anderen Ende des Dorfs liegt Japans bedeutendster Friedhof. Wenn das kein guter Grund ist, mal im Dunkeln rüber zu wandeln 😉

Osaka Metro

Die U-Bahn in Osaka wird sowohl Metro also auch teilweise Subway gennant. Sie hat uns gute Dienste geleistet in Osaka – zumindest mit unserem zentral gelegenen Hotel. Wenn es weiter raus geht, gibt es dann so etwas wie S-Bahnen oder Regionalbahnen, die meist von verschiedenen privaten Anbietern betrieben werden und dann entsprechende Startbahnhöfe in der Stadt verteilt haben. Der Takt kann mit sehr häufig beschrieben werden. Zu keiner Tages und Abendzeit mussten wir länger als 2-3 Minuten auf die nächste Bahn warten. Fahren nach Fahrplan ist als Reisender nicht nötig.
Auf unseren Reisen durch die Unterwelt hat uns Google Maps sehr gute Dienste erwiesen. So ist das komplette Bahnnetz sehr gut integriert, samt Informationen welcher Wagen der beste zum Aus-/Umsteigen ist und welchen Ausgang man nehmen soll, um dann entsprechend best-möglich als Fußgänger zu seinem Ziel zu gelangen. Auch auf den Bahnhöfen selbst gibt es Karten mit allen Ausgängen und deren Nummern. Es gibt sogar immer Pläne, wo an den anderen Stationen Treppen, Rolltreppen und Aufzüge zu finden sind, sodass man sich frühzeitig orientieren kann. Die Wagen und Türen sind durchnummeriert, damit man sich bestens zurechtfinden kann. Die Info gibt es sowohl außen an den Bahnsteigen oder Bahnsteigtüren, wenn es welche gibt, als auch im Zug an jeder Tür. Das macht das Treffen in der Bahn mit Freunden sicherlich ungemein einfacher!
Da klar ist, wo welche Tür ist (Markierung am Boden und/oder Bahnsteigtür), können sich die Japaner auch gezielt zum Einsteigen aufstellen. In der Mitte wird ein Gang für die Aussteigenden gelassen und dann geht es geordnet und zügig rein. Wer zu erst kam, darf hier auch tatsächlich zuerst einsteigen, nicht wer am meisten Aufstell-Glück hatte.
Die Fahrt mit der Metro geht am besten mit einer „IC-Card“, also einem elektronischen Ticket ähnlich einer Kreditkarte, die man vorher mit Geld auflädt. Unsere Karte in Osaka heißt „ICOCO“ und kann auch im Rest Japans eingesetzt werden. Dann geht man nur mit einem Karte vorhalten („tappen“) durch die Schranke und am Ausgang mit tappen wieder raus. So weiß die Maschine, wie weit man gefahren ist und wieviel Geld vom Guthaben abgezogen wird. Das wird einem dann am Ausgang auch gleich angezeigt. Für gewöhnlich ist die Schranke dauerhaft geöffnet und würde sich vermutlich nur schnell schließen, wenn es jemand ohne Bezahlung versucht durchzukommen. Aber sowas konnten wir nicht beobachten – die Japaner sind dafür einfach zu umsichtig und außerdem ist das U-Bahnfahren auch gar nicht teuer.
Wir haben die Metro nicht zur Hauptverkehrszeit genutzt, aber vermuten dass es sehr voll wird. Denn Wochentags vom ersten Zug bis 9 Uhr gibt es dedizierte Waggons nur für Frauen. Somit sollen ungewollte Berührungen in vollgequetschten Wagen vermieden werden.
Ansonsten ist der Japaner natürlich sehr rücksichtsvoll in der U-Bahn. Stört der Rucksack einen Mitreisenden, nimmt man ihn bitte in die Hand. Schilder erinnern alle, dann man das Handy doch bitte lautlos stellt. Wenn man telefonieren muss, dann bitte nicht am Telefon reden (nur zuhören). Auf „Priority Sitzplätzen“ für Ältere und Schwangere soll man das Handy ganz ausschalten, damit man auch gar nicht verpasst, wenn jemand mit Bedarf einen Sitzplatz angeboten bekommen mag. Essen darf man nur, wenn es andere nicht stört. Aber eigentlich Essen Japaner ja nicht unterwegs…
Zu unserem Glück ist alles immer in Japanisch und English ausgewiesen, sodass wir uns bisher hervorragend zurechtfinden konnten. Auch die Ansagen im Zug sind immer zweisprachig. Das hatte sich wohl mit Olympia in Tokio stark gebessert. Somit ist also Google Maps stärker in Benutzung als die Übersetzungs-App 🙂

Tagesausflug nach Nara

Heute, am Sonntag, stand ein Tagesausflug nach Nara auf dem Programm. Nach einer schnellen, morgendlichen Waschmaschine fuhren wir mit der S-Bahn/Regionalbahn eine gute halbe Stunde gen Osten und stiegen mit vielen anderen an der Endstation Kintetsu Nara aus. Nara war irgendwann in der Geschichte Japans auch einmal die Hauptstadt und hat heute viele beeindruckende Tempel und ein riesige Reh-Population, die hier frei durch die Gegend streifen und dank „Reh-Keksen“ sehr zutraulich sind. (Daher auch das Bahn-Waggon-Design…)

Als erstes ging es zum Tōdai-ji Tempel. Hier sitzt ein riesiger Budda im weltgrößten Holzgebäude (und daher auch schon mehrmals abgebrannt und in kleinerer Variante neu aufgebaut – das Geld war wohl immer schon knapper als „früher“).

Mittag gab es in einem arktisch kalten Restaurant samt Softeisnachtisch. Frisch Sonnencreme-eingecremt ging es zu einer großen Glocke und die Panoramahalle mit nettem Ausblick über Nara. Zuletzt ging es zum Kasuga-Teisha Shrein. Hier ging nur Denise ins innere und wir anderen drei genossen Wassernebel im Schatten – schließlich waren auch heute wieder 35°C und die Wege bisher zu Fuß. Zum Glück gab es auch hier an allen Tempeln und Schreinen Wasser zum spirituellen reinigen, welches wir gerne zur Erfrischung nutzten. Zurück zum Bahnhof ging es dann bequem mit dem lokalen Bus, für umgerechnet je 0,58€ 🙂

Ein kleiner Spaziergang durch das Viertel am Bahnhof (hier eher normale Innenstadt und kein olles Gebiet) brachte und zu unserem ersten Obst-/ Gemüseladen sowie einen Supermarkt. Beides hatten wir in Osaka in der Form und Größe noch nicht entdeckt. Mit Chips ausgestattet ging es zurück zu Bahn und zurück nach Osaka.

Wir waren gegen 18 Uhr zurück im Szene-Viertel Dotonbori und machten uns auf die Suche nach Abendessen. Kobe-Rindfleisch ist eine der hiesigen Wagyu-Beef Varianten und sehr hochqualitativ. Das wollten wir einmal testen, doch bei den Preisen verging uns etwas der Appetit. Als Alternative gab es einen Spieß mit selbigem Rindfleisch auf die Hand und auf die Suche nach einer geeignete Alternative zum Essen. Auf Wunsch der Kinder gab es dann heute Hamburger, auf Japanische Art mit Teriyaki-Sauce – auch sehr lecker! Und zum Nachtisch Portugiesische Puddingtörtchen, Oreo-Keks-Softeis und Wassereis mit Geschmack – so ähnlich wie auf Hawaii.
Auf dem Heimweg war die Metro mächtig voll gewesen – Sonntagabend kurz nach 20Uhr. Erstaunlich!
Dann hieß es noch Koffer packen, denn morgen geht es weiter gen Süden in ein Tempeldorf für eine Nacht mit Mönchen.

Wasser von allen Seiten

Eigentlich hatten wir mal angedacht, gestern in ein „Schwimmbad“ zu gehen. Da die Zeit dann nicht mehr reichte, kamen wir heute nicht mehr drum herum und hatten die „Spa World“ als ersten Punkt auf der Tagesplanung. „Onsen“ sind typische heiße Bäder in Japan und hier sollte es noch Wasserrutschen und Schwimmbecken dazu geben. Da die eigentlichen Onsen unbekleidet und daher strikt getrennt nach Männlein/Weiblein genutzt werden, war die Damenumkleide und Damen-Onsen auf der 4. Etage, wir Männer durften in die 6. Etage. Auf der 8. Etage trafen wir uns im „Spaßbad“ (interessant, dass man im Erdbebengebiet das Spaßbad in die oberste Etage legt…). Es gab eine Strömungskanal und zwei große Reifenrutschen, die extra kosteten und extra Berechnungen erforderten. Je nach Rutsche durfte das Maximalgewicht sowie die Gewichtsdifferenz der Rutschenden nicht überschritten werden. Da alle Kombinationen die Differenz auf der nicht-Harakiri-Rutsche verfehlten, zahlten wir nur den Aufpreis für die Kinderecke, wo es zwei kleine Rutschen mit ausreichend Spaß für Florian und Laura gab. Natürlich probierten wir dann auch die Onsen aus. Bei 38,5°C bis 42°C hielten wir es jedoch nicht lange darin aus und rutschen lieber noch ein wenig. Nach einer Stärkung in einem der zahlreichen Imbisse wuschen wir uns ausführlich im Onsen-Bereich – im sitzen (keine Fotos vorhanden 😉 ). Es gab Duschbad und Co., Rasierer/Haarbürsten, Zahnbürsten und Handtücher soviel man wollte.

Frisch gewaschen ging es noch einmal kurz zu den alten Videospielen und dann weiter ins Osaka Aquarium Kaiyūkan. Heute am Samstag war hier gut was los, sodass wir unser Ticket vor Ort erst für 1,5 Stunden später kaufen konnten. Sie Zeit verging bei einem Eis/Crêpes/Donut jedoch ganz schnell und schon waren wir wieder von Wasser umgeben. Ganz im japanischen Sinne bewegten wir uns in Höchstgeschwindigkeit einmal die Küsten am Pazifik entlang in Form von Aquarien. Das Highlight war das Pazifikbecken mit zahlreichen Großfischen und 2 Walhaien – sehr beeindruckend, ja regelrecht beruhigend, würden nicht überall 3 Reihen Besucher an der Scheibe kleben (uns inklusive). Glücklich mit zahlreichen Stempeln und einem Walhai-Kuscheltier traten wir raus in die mittlerweile angenehme Abendwärme.

Die Sushi-Erfahrung von gestern ließ die Kinder nicht los und so ging es heute in eine andere Filiale der gleichen Kette wie gestern: Sushiro. Nur dieses Mal hatten wir leider keine Tischreservierung und mussten Samstagabend halb 8 eine Dreiviertel Stunde auf einen Tisch warten. Doch dann ging es wieder ganz schnell und der erste Sushiteller kam angefahren und war noch viel schneller geleert.
Nur ein wenig südlicher bestaunten wir danach noch die Menschenmassen und Leuchtreklamen von Dōtonbori, bevor es nach einem weiteren langen Tag zur späten Stunde nach Hause ging. Nun liegen die Kinder halb elf im Bett und wir großen werden auch bald folgen.

Der erste Tag im heißen Osaka

Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen für den Tag und verließen erst gegen 11 Uhr das Hotel. Der erste Weg führte uns in ein Schreibwarengeschäft. Hier scheint es überall Stempel zu geben (an der Hotelrezeption z.B. ein riesiger), um seine Erlebnisse auf Papier festzuhalten. Nun haben die Kinder jeweils ein A5 Heft und wir sind auf der ständigen Suche nach Stempeln 🙂
Mit der Subway (U-Bahn) ging es dann zur Osaka Burg. Eines DER Wahrzeichen Japans. Bei 34°C kamen wir zum Glück kampflos durch die Tore und nutzen jeden Schatten der sich uns bot. Innerhalb der zwei Wehranlagen gab es ein tolles Schloss/Burg zu sehen (von außen), auch wenn es nach diversen Zerstörungen mehrmals neu gebaut werden musste.

Weiter ging es mit der Subway Richtung Süden zum Shitennō-Tempel. Da der Hunger erste Anzeichen sendete, aßen wir zunächst typische Spezialitäten aus Osaka von einem Imbiss. Ganz typisch Deutsch verspeisten wir die Leckereien gleich daneben im Schatten, sehr zur Verwunderung der (zum Glück wenigen) vorbeilaufenden Japaner – sie zelebrieren ihr Essen mehr und würden nicht auf die Idee kommen, bei den Temperaturen außer Haus oder nicht wenigstens im klimatisierten Restaurant zu essen. Aber beides hatten wir gerade nicht parat und konnten auch im Stehen genießen 😉
Im Tempel gab es dann geharkte Steinbeete, Buddha-Statuen und eine Pagode zu besichtigen. Letztere nur barfuß, weil man in heilige Stätten nicht mit Schuhe treten darf.
Statt des Ortsstempels gab es hier im Tempel einen besonderen Stempel (Goshuin) auf den noch etwas von Hand geschrieben wurde.

Nach einer Limonade aus dem Automaten und einem Eis vom Kiosk vor dem Tempel ging es in das Vergnügungsviertel Shinsekai. Hier gibt es verschiedenste Geschäfte, Souvenirläden, Restaurants, eine Art Eiffelturm und ganz viele Abbilder des Gotts der Glücks/Zufriedenheit. Unser Highlight war ein Spielautomaten-Laden mit alten Computerspielen, die jeweils nur 100 ¥ (Yen), also etwa 0,60 € kosteten – der Gott hat also gleich seine Dienste geleistet…

Mit der Subway ging es zum Frischmachen zurück ins Hotel und gleich weiter nach Umeda – einem weiteren Vergnügungs- / Ausgehviertel. Hier trafen wir uns mit unserem Kollegen Martin, der schon seit 7 Jahren in Japan lebt, zum Sushi.
Und was haben die Kinder Sushi gegessen. Wir waren bestimmt die besten Kunden des Jahres 😉 Bestellt wurde über ein Tablet und dann kamen die Sushi-Teller über ein Laufbandsystem direkt zu uns. Zu unserem Glück war das Sushi sehr günstig und wir bezahlten etwa so viel, wie für uns 4 und die halbe Menge in Deutschland.

Wenn man an Japan denkt, ist bunt und kitschig selten weit weg. Und genau so finden wir die Welt hier auch wieder. Seriöse Häuser haben Comic-Figuren aufgemalt, Katzenohren am Handy oder der Kapuze oder Automaten mit „Kinkerlitzchen“ – hier ist einfach alles ein wenig bunter.

Ankunft in Osaka

Der Flug nach Osaka war zweigeteilt: Von Berlin ging es in ca. 6h nach Doha und nach 3 Stunden Umstieg in 10h Flugzeit weiter nach Osaka. Auf dem ersten Flug war Mittagsschlaf geplant, aber die Kinder zu aufgeregt, doch im zweiten Flug machten wir dann unseren Nachtschlaf.

In Osaka kamen wir kurz nach 17 Uhr an und hatten am Flughafen noch allerhand zu erledigen: Einreise, Zollkontrolle, SIM-Karte fürs Handy abholen, Ged abheben und Chip-Karte für den Nahverkehr kaufen. Doch alles ging zügig von statten, sodass wir schon nach gut einer Stunde auf dem Weg zum Bahnhof waren. Abends um 7 war es noch gut warm auf dem Bahnsteig. In der Metro hingegen gleich wieder arktisch gekühlt.

Im Hotel angekommen, bezogen wir unser Zimmer auf der 18. Etage mit toller Aussicht. Für‘s Abendessen entschieden wir uns für den schonenden Einstieg nach der langen Reise und holten uns Pizza und Pasta … nicht sehr typisch 😉 Gegessen hatten wir dann aber doch ganz klassisch am niedrigen Tisch im Hotelzimmer. Ansonsten haben wir Matratzen für den Boden bzw. auf einem Holzpodest. Die Toilette hat ein eingebautes Bidet zum Reinigen nach dem Toilettengang – nur der Föhn fehlt, dafür ist der Sitz beheizt 😉

Nach einem Bad und Dusche gab es noch ein Familienspiel und kurz nach Mitternacht schalteten wir das Licht aus. Das klingt spät, aber war es doch erst 17 Uhr deutscher Zeit (7 Stunden Zeitverschiebung) und daher schon etwas ungewohnt. Aber wir konnten den Umständen entsprechend gut schlafen. Heute Morgen klingelte der Wecker 8:30 Uhr und machte uns das Aufstehen nicht leicht. Doch das Frühstück gibt es nur bis 10 Uhr und wir wollten ja nicht hungrig in den Tag starten…

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