Den Weg nach Kyoto versüßten wir uns zunächst noch in Osaka Namba mit einem kleinen Vesper. Dann ging es mit der U-Bahn nach Osaka Umeda und dem Express nach Kyoto. Hier begrüßte uns zunächst ein ganz anderes Bild – die Gassen sind kleiner und noch weniger grün. Unser Hotel ist recht neu und unser Zimmer gerade groß genug für 4 Matratzen.
Kaum im Hotel angekommen, machten wir uns gleich wieder auf den Weg. Montagabend stand noch etwas Kultur auf dem Plan und vorher wollten wir noch Sushi zum Abendessen genießen.
19 Uhr besuchten wir das Gion Corner Theater, wo uns verschiedene lokale Traditionen wie die Teezubereitung, Musik, Tanz und Comedy vorgeführt wurden. Das war schön anzusehen und doch bleibt die Frage, ob solche kulturellen Aspekte noch Teil des heutigen japanischen Lebens sind. Gion ist übrigens ein Stadtbezirk in Kyoto und auch als Geisha-Viertel bekannt. Hier sind die Häuser alle etwas älter und kleiner und es gibt viele Restaurants.



























Mittwochmorgen hieß es nach der Tempelnacht wieder Ausschlafen – naja, zumindest mit Wecker bis 8 Uhr 😉 Frühstück gab es à la Carte.
Vom 17. bis 24. Juli fand das Gion Festival statt. Heute, am 24., gab es eine Parade mit toll gestalteten Wagen – das ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
Nach einigen Paradewagen machten wir uns auf den Weg gen Südwesten, zum Shintō-Schrein Fushimi Inari-Taisha. Pünktlich zur Ankunft begrüßte uns unser erster Regen in Japan. Leider sorgte dieser nicht für Erfrischung, sondern nur eine massiv erhöhte Luftfeuchtigkeit, während uns die ~30°C den Schweiß auf die Stirn trieb. Mit Schirm ging es los zu einem mit Toriis dicht gesäumten Weg. Der eigentliche Schrein war oben auf dem Berg, den wir angesichts des Gewitters und der Temperaturen dann nicht aufsuchten.



















Zurück in der Innenstadt legte sich Denise im Hotel etwas hin und die anderen drei machten sich auf die Suche nach Mittagessen. Leider sind die Kinder der japanischen Küche noch nicht sehr aufgeschlossen, sodass es Hamburger und Schokoerdbeeren gab. Frisch gestärkt nahmen wir, nun wieder zu viert, den Bus gen Nordwesten. Hier gab es den Kinkaku-ji Tempel mit einer goldenen Pagode zu bestaunen. Diese liegt sehr fotogen in einem Park eingebettet.















Mit dem Bus ging es wieder zurück ins Hotel, wo erstmal ein bisschen „chillen“ angesagt war. Währenddessen kam ein kleiner Umzug vorbei.
Abendessen gab es nach ein wenig Sucherei in einem Gyoza-Restaurant. Das sind kleine, gebratene Teigtaschen. Hier konnten wir direkt an der Küche am Tresen sitzen und bei der Zubereitung zusehen. Lecker!





P.S.: Noch eine kleine Story zum Zugbegleiter im Kyoto-Express. Grundsätzlich öffnete und schloss er die Türen des Zuges. Er überwachte die Bahnsteigkante bei der Ausfahrt aus dem Fenster gelehnt mit dem Daumen am Not-Aus-Knopf. Auch führte er Durchsagen durch und machte während der Fahrt „prüfende“ Armbewegungen z.B. an Bahnübergängen. Er nahm seine Rolle sehr ernst.
Ein mal jedoch musste er seine Kabine verlassen. Vor der Tür standen jedoch unser und ein anderer Koffer. Doch statt uns zu ermahnen, drängelte er sich vorsichtig durch und entschuldigte und bedankte sich ganz höflich, dass wir ihn durchließen und den Koffer etwas zur Seite rückten. Bei der Rückkehr in die Kabine das gleiche Spiel. Undenkbar in Berlin! 🙂
