Die Nacht endete, zumindest für uns Erwachsene, zeitig kurz vor 6 Uhr. Denn ab 6 Uhr fand das Morgengebet statt. Wir verfolgten etwa 50 Minuten Mönchsgesänge (Sutras) und anschließend noch ein paar persönliche Worte zu uns vom obersten Mönch unseres Tempels (an seiner roten Kluft zu erkennen). Ein (vermutlich amerikanischer) Mönch übersetzte wo nötig ins Englische und führte uns noch kurz durch die Andachtshalle, wo zahlreiche kleine, goldene Stehlen mit Namen standen, die an die Vorfahren erinnern.
Wir Eltern legten uns dann noch einmal kurz zu unseren schlafenden Kindern, doch wurden schon recht bald vom Telefon geweckt, welches uns kurz nach 7:30 Uhr erinnerte, dass doch um 7:30 Uhr das Frühstück begann und man uns schon vermisste. Da wir die Kinder nicht in 4 Minuten aus dem Bett holen, waschen, anziehen und in den Speiseraum bringen konnten, klingelte das Telefon noch ein zweites Mal – im Tempel wird pünktlich und gemeinsam halb Acht Frühstück gegessen 😉
Zum Start in den Tag gab es wieder Reis, Miso-Suppe und Eingelegtes, sowie etwas Pilze und Tofu aus einer Brühe, und Tee. Die Kinder waren nicht sehr überzeugt…






Nach dem Frühstück legten wir uns abermals hin, aber nur für eine halbe Stunde. Dann schlossen wir die Koffer und stellten sie nach dem Check-out im Tempel unter, damit wir leicht bepackt mit dem Bus nochmal zum Friedhof fahren konnten. Am Tag war der Friedhof genauso imposant. Der Guide gestern meinte, dass hier etwa 200.000 Menschen „begraben“ sind. Hier in Koyasan wird nur der zweite Wirbelknochen beerdigt, da dieser wie ein betender Buddha aussieht. Der Rest des Körpers wird verbrannt und ganz normal in der Nähe der Familie/zu Hause begraben. Im Hellen konnten wir heute auch das Mausoleum von Kobo Daishi sehen. Der Gründer des Buddhismus ist noch heute hinter dem Zaun in ewiger Meditation. Allerdings ist es schon 1200 Jahre her, dass ein Mönch nachschaute. Morgens 6 Uhr und 10:30 Uhr gibt es Mahlzeiten für Kobo Daishi. Die Zeremonie für die Mittagslieferung hatten wir uns angesehen: dafür wird von der Küche des Friedhofs eine Kiste mit Essen in die Halle vor dem Mausoleum getragen, wo dann wiederum von Mönchen Sutras gesungen/gebetet werden. Kobo Daishi verfolgt also strenges Intervallfasten und überhaupt kommt er an seine Mahlzeiten gar nicht ran, wenn er hinter dem Zaun hinter der Halle im Mausoleum ewig meditiert 😉
Nach einem Spaziergang über den Friedhof kehrten wir noch in einem kleinen Café ein, um die hungrigen Mäuler zu stopfen (der Frühstück war ja nicht für alle so ergiebig…) und für die Reise nach Kyoto gerüstet zu sein.

















Dann ging es wieder mit dem Bus zur Standseilbahn, mit dieser herunter vom Berg und weiter mit zwei Zügen nach Osaka. In dieser Richtung war es deutlich ruhiger um Zug – schlafen wie ein Mönch scheint nicht annähernd so erholsam zu sein wie im königlich gebetteten Zuhause 😉








Danke, das wir euch bei eurer langen Reise begleiten können…sehr informativ geschrieben und ganz tolle Bilder die Lust auf den nächsten eigenen Urlaub machen…hoffentlich geht eure Ferienzeit so abwechslungsreich weiter LG