Autor: Laura, Florian, Denise und Mathias (Seite 1 von 2)

Abschied aus Nepal

Am Sonntag den 12. April klingelte der Wecker wieder extra zeitig: für die Eltern um 3:45 Uhr und für die Kinder 4 Uhr. Die Nacht war wieder einmal eher unruhig. Vor dem Hotel bellten die Hunde stundenlang, sodass nicht einmal Gehörschutzstopfen richtig halfen. Nichts desto trotz kamen wir gut aus dem Bett und trafen uns pünktlich halb 5 zur Abfahrt in der Lobby. Mit unseren Koffern ging es einen kurzen Weg durch die Altstadt zum Bus, der heute etwas näher herankam. Es war kaum eine Menschenseele unterwegs, aber am Tempel läutete es schon hin und wieder von Betenden. Die Fahrt zum Flughafen war auch fast surreal. Wir waren ja schon zu Beginn der Reise zu so früher Stunde unterwegs. Wenn es tagsüber so voll war, war die Leere in der Nacht unvorstellbar. So kamen wir also in Windeseile zum Flughafen, der natürlich schon rege besucht war – viele größere Fluggesellschaften fliegen morgens aus Kathmandu raus. Die Schlange am Schalter war lang und bewegte sich nur äußert langsam. Eigentlich genau so, wie man es sich für solch ein Land wie Nepal vorstellen würde. Teilweise standen 3 Angestellte an der Gepäckannahme und trotzdem ging es nicht voran. Auch wir hatten kurze Verzögerungen, da unsere Laura nun plötzlich nicht mehr 11 und Kind, sondern 12 und „Erwachsene“ war. Aber nachdem der Chef die Sache regelte, kamen unsere Bordkarten aus dem Drucker und fuhren die Koffer auf das überfüllte Gepäckband.
Hinter der Sicherheitskontrolle saßen wir dann noch mit unseren Mitreisenden zusammen, bzw. dem Großteil, da ein Pärchen noch ein paar Extra-Nächte in den Bergen geplant hatte.
Auch das Boarding war „anders“. Der Flughafen in Kathmandu ist so klein, dass er keine Fluggastbrücken zu den Flugzeugen hat. So fuhren wir also mit dem Bus zu unserem Langstreckenflieger. Dort angekommen, stand schon eine große Menschentraube auf dem Vorfeld, da die Vorbereitung noch nicht angeschlossen war. Aber kein Problem, der Bus schickte uns trotzdem munter dazu.

Denise und Laura hatten, bedingt durch Lauras Status als Kind, Sitzplätze reserviert. Mathias und Florian buchten sich beim Check-In gegen eine Gebühr Sitzplätze auf der rechten Seite am Fenster. Somit gab es nach dem Start kurz vor 8 Uhr einen tollen Blick auf den Himalaya und die Berge, welche wir schon aus Bandipur, Dhampus und Ghorka bestaunten. Dank des Tag-Flugs konnten wir auch den Blick auf Pakistan, Afghanistan und den Hindukusch bewundern – karge Berglandschaften von endloser Weite und teils Höhe und mit Schnee bedeckt.
Wir hatten die Nachrichten zuvor nicht intensiv verfolgt, sonst hätten wir einen schärfen Blick auf Islamabad unter uns geworfen, wo zum Zeitpunkt unseres Überflugs die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattfanden. Zum Glück war dieser Luftraum nicht auch noch gesperrt. Auf Grund von Bergen, Kashmir und Iran war die Route nicht sehr gradlinig nach Istanbul.

In Istanbul wartete dann ein toller Blick auf den Bosporus auf uns. Die drei Stunden Umsteigezeit vergingen ausreichend schnell, wie auch der zweite Flugabschnitt bis Berlin, wo wir fast pünktlich 18 Uhr landeten. Hier angekommen genossen wir erst ein mal frisches Leitungswasser – kühl, lecker, nicht gesundheitsschädlich – einfach herrlich!
Die Zeitverschiebung ließ uns dann abends auch gar nicht alt werden. Aber lang war die Nacht aus dem gleichen Grund auch nicht. Zum Glück waren die Kinder dann morgendlich fit für die Schule. 😅

Letzter Tag in Nepal

Am Samstag, unserem letzten Tag in Bhaktapur brauchten wir keinen Wecker und waren doch zeitiger als nötig wach. Wir stellen uns alle einmal unter die abenteuerliche Dusche, die Laura dann doch als ganz witzig resümierte.
Nach dem sich gestern der Guide der letzten beiden Wochen wegen Terminkonflikten verabschiedet hatte, begrüßte uns heute ein neuer Reiseleiter. Mit ihm ging es nach dem Frühstück wieder mit dem Bus los. Wir fuhren nicht ganz so lang zu einer schönen Wanderung entlang der Hänge am Rande des Kathmandutals. Heute war es diesiger, sodass wir nur etwa das halbe Tal überblicken konnten und den Himalaya kaum zu Gesicht bekamen. Die 2-stündige Wanderung war trotzdem herrlich. Am Ende gab es den Changu Narayan Tempel zu besichtigen.

Zurück in Bhaktapur gab es noch einmal das traditionelle Newar-Festessen „Samay Baji“ mit Reisflocken, Bambus-Suppe und Gemüsebeilagen. Der Joghurt „Ju:Ju Dhau“ zum Dessert war lecker cremig und leicht gesüßt und ist besonders für Bhaktapur bekannt. Die zugehörige Reismehl-Teigtaschen mit Melasse war auch heute kaum genießbar.
Mit vollem Magen ging es auf einen Spaziergang durch die Altstadt. Wir entdeckten noch weitere Gassen und Ecken, die wir beim Morgenspaziergang nicht sahen. Das Treiben war, bedingt durch den freien Samstag, ordentlich. Am Pottery Square konnten wir heute dann auch die ausgelegten Töpferwaren bestaunen. Diese wanderten dann später in die Brennöfen und parkende Motorräder übernahmen ihre Stelle.

Unser Abschlussabendessen genossen wir mit der gesamten Gruppe auf einer Roof Top Bar über dem Durbar Square.

Über den Dächern Pokharas

Am Ostersonntag klingelte der Wecker wieder etwas zeitiger, damit wir pünktlich 7 Uhr am Frühstückstisch saßen und 8 Uhr Abfahrbereit waren. Es ging zu erst hoch auf die Berge in Pokhara zur Pumdikot Shiva-Statue auf 1500m Höhe (Pokhara liegt auf 822m). Die Shiva-Statue wurde erst vor 4 Jahren eröffnet, finanziert vom Staat und Spenden. Der Ausblick auf Dhaulagiri (8167m, 70km entfernt), Annapurna II (7937m) und Fishtail (6993m) war wunderschön. Besonders die Weitsicht auf den Dhaulagiri war angesichts des Dunstes beeindruckend.

Von der Shiva-Statue unternahmen wir eine kleine Wanderung zur Shanti Stupa, bzw. Friedens-Stupa. Diese ist keine rein-religiöse Stupa, sondern wurde 1973 von einem japanischen Mönch errichtet. Mittlerweile verzogen sich die Wolken und blauer Himmel zeigte sich erstmals für uns in Nepal. Am Himalaya bauten sich derweil große Cumuluswolken auf.

Mittagessen gab es bei der Sasane-Hilfsorganisation. Hier aßen wir Momos (nepalesische Teigtaschen), lernten etwas über die Organisation und bereiteten schließlich unsere eigenen Momos zu. Frisch gedämpft durften wir diese dann auch noch verspeisen. Sasane ist ein Auffangort für vom Menschenhandel betroffene Frauen, Kinder und Männer. Hier erlernen sie verschiedene Berufe und werden wieder in das Leben integriert. Die Frauen waren, trotz ihrer schrecklichen Vergangenheit, alle sehr fröhlich und glücklich, dass wir zu Besuch waren und mit ihnen kochten.

Im Hotel zurück hatten wir etwas Freizeit, die von einem starken Regenguss etwas eingeschränkt wurde. Doch sobald die Sonne wieder rauskam, sprangen wir noch schnell in den Pool, bevor es halb sieben noch ein mal mit dem Abenteuerbus losging. Dieser brachte uns durch enge, meist asphaltierte Straßen auf 1300m Höhe in ein Ökodorf. Hier erwartete uns die Dorfgemeinde zu einem Abendessen. Erst gab es Hähnchen vom Grill, dann Gesang und Tanz am Lagerfeuer und als Hauptspeise ein leckeres Nepali Thali, dieses Mal mit Ziegenfleisch. So bekamen wir also auch noch unser Osterfeuer.

Sonnenaufgang über dem Himalaya

Karfreitag klingelte uns der Wecker schon wieder vor dem Aufstehen raus und das, obwohl die Nacht mit Hundegebell und knarzendem Bett eher kurz war. 5:30 Uhr traf sich eine kleine Gruppe, um den nahegelegenen Hügel zu besteigen. Hier bot sich uns eine tolle Aussicht auf den Sonnenaufgang und einige Achtausender des Himalayas. Eine tolle Aussicht, während unten im Dorf die Hähne krähten und das Leben langsam in Schwung kam.

Frühstück gab es auf der Terrasse mit tollem Ausblick, bevor wir kurz nach 9 Uhr wieder zum Bus liefen und die Serpentinen ins Tal hinabfuhren. Wir machten mittags einen Zwischenstopp in Pokhara, wo wir ein bisschen Freizeit hatten, die wir für einen Spaziergang am See und durch die Einkaufsstraße nutzen. Nach einer weiteren halben Stunde bogen wir auf eine Schotterstraße ab, die uns in einer guten halben Stunde wankend und rumpelnd nach Dhampus auf 1750m hoch brachte.
In Pokhara „verloren“ wir zwischenzeitlich eine Mitreisende, die mit einer Magenverstimmung ins Krankenhaus ging. Sie kam uns dann mit einem Taxi hinterher.

In Dhampus fanden wir ein tolles Hotel. Wir wollten auch gleich den Pool ausprobieren, doch die Temperatur war trotz der 30°C Lufttemperatur unter 20°C und für die Hälfte der Familie zu kalt…
Frisch gekühlt ging es noch auf einen schönen 2-Stunden-Spaziergang / kleine Wanderung durch den Ort auf dem Berg. Zum Ende kamen dann noch die nahegelegenen (ca. 30km Luftlinie) Berge aus dem Dunst/den Wolken hervor. Zum Abendessen gab es eine lokale Spezialität: Chicken Nepali Khana/Thali – ein gemischter Teller mit Reis und verschiedenen Beilagen, wie Hähnchen, Linsensuppe, Kürbis und Mangold. Den großen schmeckte es sehr gut, den Jüngeren gut bis Ok.

Fahrt nach Bandipur

Am Gründonnerstag trafen wir uns zu 7 Uhr zum Frühstück, um gegen 8 Uhr loszufahren. Es ging gen Westen aus Kathmandu raus. Der Verkehr war noch erträglich und bald erreichten wir einen Pass, der die offizielle Stadtgrenze sowie das westliche Ende des Kathmandu-Tals darstellte. Von da an ging es stundenlang über kurvige, mal schlechter und mal noch schlechtere Straßen in Richtung Bandipur. Der Guide meinte, die halbe Strecke wäre gerade Baustelle und in 2 Jahren alles fertig und eine vier-spurige Straße. So ganz konnten wir das nicht glauben… Der Verkehr jedenfalls hätte eine bessere Straße bitter nötig. Viele LKWs quälten sich die Berge hoch und runter, zwischendrin Autos, Motorräder und Gegenverkehr. Die Durchschnittsgeschwindigkeit war kaum zu messen 😅 Aber unser Fahrer fuhr sehr defensiv und sicher, was uns gut gefiel.
Zwischendurch gab es eine kleine Toilettenpause zum Beine vertreten und eine Mittagspause. Nach der Mittagspause gab es dann tatsächlich für eine halbe Stunde eine vierspurige Straße und weniger Verkehr. Die letzte halbe Stunde ging es Serpentinen hoch nach Bandipur. Zwischenzeit waren wir wohl runter auf 400m über dem Meeresspiegel, in Bandipur kamen wir wieder auf ca. 1100m Höhe an.
Mittlerweile war es kurz vor 17 Uhr. Wir brauchten für die ca. 150km also gut fast 9 Stunden, inkl. Pausen 🐌

Bandipur ist ein kleines Bergdorf (mit ganz vielen Hotels). Wir kamen in der Altstadt unter, die keinen Verkehr reinlässt. Das war natürlich sehr angenehm. Auch, dass unsere Koffer vom Hotelpersonal transportiert wurden und wir entspannt zu Fuß laufen durften.
Wir machten dann noch einen netten Spaziergang durch und um die Altstadt. Es war herrlich ruhig und doch lebendig, besonders im Vergleich zu Kathmandu. Einheimische Kinder spielten auf den Straßen und beachteten uns gar nicht. Bevor wir 19:30 Uhr zum Abendessen einkehrten gab es mal 5 Minuten Stromausfall, aber das WLAN und Internet blieben stabil 😅
Den Abend ließen wir dann mit einer Runde Wizard und ganz viel Spaß ausklingen, während um uns herum die Geckos quietschten.

Die 5 Elemente in Kathmandu

Im Hinduismus glauben die Menschen an 5 Elemente: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther (Raum), wobei unser Guide „Ras“ das letzte Element immer als „Himmel“ bezeichnet. Diese haben wir heute hautnah erleben dürfen.

Los ging es es bereits vor dem Aufstehen. Der Eltern-Wecker klingelte 4:40 Uhr, was angesichts der Zeitverschiebung kein einfaches Unterfangen war. Auch die Nacht war erwartungsgemäß kein tiefer, durchgehender Schlaf, aber wir kamen gut aus den Federn. Denn um 5:15 Uhr fuhren wir in dezimierter Gruppe mit dem Bus zum Flughafen und starteten 6:15 Uhr zu einem Panoramaflug zum Himalaya und Mount Everest. Der Rundflug dauerte gut 50 Minuten und brachte uns dem Dach der Welt noch einmal ein ganzes Stück näher. Die Schnee-bedeckten Berge ragten imposant in die Höhe und der Mount Everest war in einiger Entfernung gut zu sehen. Unser Flieger hatte zwar eine 2-2 Bestuhlung, aber jede Reihe war links und rechts nur ein mal besetzt und einige Reihen mit verstelltem Blick blieben sogar ganz frei. So konnten wir entspannt auf Hin- und Rückweg zusammen am Fenster die Berge bestaunen. Allerdings kam angesichts des großen Fliegers und der allgemeinen Weite die massive Höhe des Himalayas weniger zur Geltung als gedacht. Beeindruckend war es trotzdem!

Wir waren gegen 8 Uhr zurück im Hotel und gingen erst mal entspannt und lecker Frühstück essen, bevor es 9:30 Uhr wieder los ging. Wir starteten den Vormittag wieder mit einem Spaziergang in der Altstadt, diese Mal jedoch an einer anderen Stelle. Zuerst trafen wir am Durban-Square auf den ehemaligen Königspalast, der bis 1940 bewohnt wurde. 2008 wurde die Monarchie in Nepal komplett abgeschafft. Einige Höfe des Königspalastes sind für Besucher geöffnet, sodass wir ein Blick hinein werfen konnten. Die teils begrünten Höfe fernab der wuseligen Straßen gleichen einer Oase.
Zwischen 11 und 12 Uhr erscheint (mehrmals) die einzige, lebendige Göttin Kumari im Kumari-Tempel. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Uns bestaunte ein ca. 3 Jahre altes Mädchen, welches in einem harten Prozess (32 Schönheitsmerkmale, unverwundet, unerschütterlich) für diese Rolle letztes Jahr im Herbst ausgewählt wurde und so lange im „Amt“ bleibt, bis es erstmals Blut verliert (entweder durch eine Wunde oder die erste Menstruation). In der Zwischenzeit verbringt es seinen Alltag wohl behütet im Tempel, fernab der Familie, wird vor Ort unterrichtet und kommt nur ein mal im Jahr zu einem besonderen Feiertag aus dem Tempel heraus. In der täglichen Prozession sind Fotos strengstens verboten.

Aus der Altstadt ging es zum wichtigsten Hindu-Tempel der Welt: Pashupatinath Tempel. Ein UNESCO-Weltkulturerbe. Hier beobachten wir Einäscherungen von Toten. Wer im Hinduismus stirbt, soll möglichst noch am gleichen Tag verbrannt und seine Asche in den Fluss geworfen werden. Vorher werden Kopf und Füße gewaschen, ein Scheiterhaufen aus Holz aufgestapelt und schließlich vom ältesten Sohn in Brand gesetzt. Die Angehörigen verfolgen die gesamte Prozession, welche etwa 3-4 Stunden dauert. Der Brauch will es, dass sich die Söhne anschließend die Haare abschneiden lassen und ein Jahr weiß gekleidet in Trauer leben, ohne Feste und Feiertage. Es war beeindrucken aber auch sehr bedrückend zugleich, dem ganzen Schauspiel zuzusehen. Und drum-herum ging das Leben weiter. Im Fluss wurden die nicht-verbrannten Holzbohlen aufgesammelt. Heilige und scheinheilige Asketen bettelten um Geld, Frauen gaben gegen einen Obolus kunstvolle, rituelle Punkte auf die Stirn, ein Ochse ruhte am Wasser und auf einem dreckigen Sandfeld spielten Kinder Fußball.
Der eigentliche Tempel-Bau darf nur von gläubigen Hindus betreten werden und blieb uns vorenthalten.
Außerhalb des Tempels begegneten wir erstmals Kühen auf der Straße. Diese gehörten aber wohl einem Kuhstall am Tempel an, denn sonst versucht man in Nepal Kühe von den Straßen fernzuhalten – das Unfallrisiko ist einfach zu hoch, trotz Heiligkeit.

Mit dem Bus ging es ein kleines Stück weiter zur Buddha Stupa, oder Bouddhanath Stupa – eine der größten Stupas der Welt.
Hier war es sehr voll, wegen des „Temal Jatra Festivals“ der „Temang Gemeinschaft“, einer kleinen Bevölkerungsgruppe. Wir aßen erst ein mal Mittag auf einer Dachterrasse mit tollem Ausblick auf die Stupa.
Dank des Festivals konnten wir sogar auf die Stupa rauf und wegen des Andrangs sogar mit Schuhen. Auf unseren Gruppenwunsch hin machten wir Stopp in einem Klagschalengeschäft mit Einführung und erfolgreichem Einkauf.

Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch in den Norden Kathmandus zum Budhanilkantha Tempel, einem Hindu-Tempel, der Vishnu gewidmet ist. Dieser lag auf einem Bett, von Wasser umgeben und war mal eine andere Art von Tempel. Hier sahen wir zufällig eine Priesterschule beim Gebet. Die Jungen leben hier im Tempel, abseits ihrer Familien und werden als Priester von jung an ausgebildet. Priester werden meist nur Mitglieder einer bestimmten Kaste (obwohl es seit einigen Jahren offiziell keine Kasten mehr gibt).

Wir waren nach einem langen Tag gegen 18:15 Uhr im Hotel zurück. Zu viert gingen wir noch ein kleines Stück die Straße entlang zu einem Grillrestaurant. Es war nicht viel los und Flori etwas flau auf dem Magen, aber das Hähnchen vom Spieß bzw. die Flügel, der gegrillte Käse und die Kartoffel-Wedges waren lecker. Der Spaß kostete uns ca. 10€. Auf dem Heimweg füllten wir noch unsere Snack- und Obstvorräte auf, für 7,50€.

K.o. und müde waren die Kinder um 22 Uhr im Bett, wir Eltern um 23 Uhr. Zeit zum Blog schreiben blieb keine mehr, denn morgen sollte es direkt nach dem Frühstück weiter gehen und dementsprechend die Koffer schon mal gepackt werden.

Ankunft in Kathmandu

Von Istanbul ging es in nur ca. 6,5 Stunden nach Kathmandu. Inkl. Abendessen und kleinem Frühstückssnack blieb also nicht mehr viel Zeit zum Schlafen. Wir kamen pünktlich halb sieben in Kathmandu an, was sich für uns wie mitten in der Nacht anfühlte. Nepal hat eine Zeitverschiebung nach Deutschland von +3 Stunden und 45 Minuten. Wir sahen im Morgendunst den Himalaya im Sonnenaufgang, bevor wir in Nepal selbst in den Dunst eintauchten und über einen grauen Flughafen liefen. Die Immigration ging dank vorheriger Online-Anmeldung gut von statten. Wir mussten vor Ort nur noch das „Visa-On-Arrival“ in US-Dollar bezahlen und zum Grenzbeamten gehen. Nun haben wir einen Nepal-Sticker samt Stempel im Reisepass. Nach dem wir unsere Koffer vom Band zogen, holten wir uns noch eine lokale SIM-Karte für mobiles Internet direkt am Flughafen. Am Ausgang trafen wir dann auf unsere Reisegruppe und unseren deutschsprachigen, nepalesischen Reiseführer. In einem kleinen Bus ging es direkt ins Hotel, wo wir nach kurzer Wartezeit schon am Vormittag eingecheckten konnten. Die „Wartezeit“ bis zum Tagesprogramm ab 12 Uhr verbrachten wir mit einem kleinen Schläfchen, das sehr wohl tat.

Um 12 Uhr trafen wir uns dann für einen Spaziergang in die nahegelegenen Altstadt Kathmandus. Über belebte Straßen, vorbei an hupenden Motorrädern und verkehrsregelnden Polizisten ging es in kleine und dennoch viel-befahrenen Gassen. Im MONA, dem Museum of Nepali Art, schauten wir uns tolle, moderne Kunst an, die zumeist Buddha im Mittelpunkt darstellte. Mit einem kleinen Hüngerchen ging es direkt in das angeschlossene Hotel-Restaurant zum Mittagessen.

Nach dem Essen ging es mit dem Bus hinauf zur Swayambhu Stupa. Eine Buddhistische Stupa, obwohl die meisten Nepalesen Hindus sind. Diese hier wird auch gern der „Affen-Tempel“ genannt. Oben hatten wir ausreichend Zeit die verschiedenen Ecken zu erkunden, unzählige Gebetsfahren im Wind flackern zu sehen und am Ende kam sogar die Sonne raus.

Nach der Stupa ging es im Bus wieder zurück ins Hotel. Hier gönnten wir uns nur noch den Welcome-Drink im Restaurant auf der Dachterrasse im 9. Stock, sowie ein einheimisches Abendessen. Das Licht schalteten wir dann gegen halb 8 (die Kinder in ihrem Zimmer), bzw. um 8 bei uns aus, damit Denise schlafen und Mathias Blog schreiben konnte 😉

Und zum Abschluss noch ein paar Eindrücke als Video vom heutigen Verkehr in Kathmandu, uns mittendrin und das Wetterleuchten/Gewitter am Ende des Tages.

Auf den Weg ins nächste Abenteuer – auf das Dach der Welt

Ein neues, dieses mal großes Abenteuer wartet auf uns: wir reisen auf das Dach der Welt – nach Nepal. Nicht auf den Mount Everest, aber in einer Kleingruppe von Kathmandu durch das Land und in den Chitwan-Nationalpark. Es wird spannend, anders und in jedem Fall aufregend.

Das Wochenende nutzten wir zum Packen, sodass wir heute Morgen ganz entspannt kurz nach 9 Uhr zum Flughafen aufbrechen konnten. Vom BER flogen wir zunächst nach Istanbul. An Board gab es lecker Essen und jeder hatte seinen eigenen kleinen Fernseher, sodass die Zeit wie im Fluge verging.

In Istanbul kamen wir bei grauem Wetter und leichtem Regen an, wie wir Berlin verließen. Wir landeten pünktlich und staunten dann nicht schlecht über den riesigen Flughafen. Da unser Anschlussflug erst nach 3,5 Stunden ging und unser Gate noch nicht verkündet war, schlenderten wir vorbei an unzähligen Shops (meist Luxusmarken) und gönnten uns ein (teures) Eis und Milchshake.

Tagesausflug nach Nara

Heute, am Sonntag, stand ein Tagesausflug nach Nara auf dem Programm. Nach einer schnellen, morgendlichen Waschmaschine fuhren wir mit der S-Bahn/Regionalbahn eine gute halbe Stunde gen Osten und stiegen mit vielen anderen an der Endstation Kintetsu Nara aus. Nara war irgendwann in der Geschichte Japans auch einmal die Hauptstadt und hat heute viele beeindruckende Tempel und ein riesige Reh-Population, die hier frei durch die Gegend streifen und dank „Reh-Keksen“ sehr zutraulich sind. (Daher auch das Bahn-Waggon-Design…)

Als erstes ging es zum Tōdai-ji Tempel. Hier sitzt ein riesiger Budda im weltgrößten Holzgebäude (und daher auch schon mehrmals abgebrannt und in kleinerer Variante neu aufgebaut – das Geld war wohl immer schon knapper als „früher“).

Mittag gab es in einem arktisch kalten Restaurant samt Softeisnachtisch. Frisch Sonnencreme-eingecremt ging es zu einer großen Glocke und die Panoramahalle mit nettem Ausblick über Nara. Zuletzt ging es zum Kasuga-Teisha Shrein. Hier ging nur Denise ins innere und wir anderen drei genossen Wassernebel im Schatten – schließlich waren auch heute wieder 35°C und die Wege bisher zu Fuß. Zum Glück gab es auch hier an allen Tempeln und Schreinen Wasser zum spirituellen reinigen, welches wir gerne zur Erfrischung nutzten. Zurück zum Bahnhof ging es dann bequem mit dem lokalen Bus, für umgerechnet je 0,58€ 🙂

Ein kleiner Spaziergang durch das Viertel am Bahnhof (hier eher normale Innenstadt und kein olles Gebiet) brachte und zu unserem ersten Obst-/ Gemüseladen sowie einen Supermarkt. Beides hatten wir in Osaka in der Form und Größe noch nicht entdeckt. Mit Chips ausgestattet ging es zurück zu Bahn und zurück nach Osaka.

Wir waren gegen 18 Uhr zurück im Szene-Viertel Dotonbori und machten uns auf die Suche nach Abendessen. Kobe-Rindfleisch ist eine der hiesigen Wagyu-Beef Varianten und sehr hochqualitativ. Das wollten wir einmal testen, doch bei den Preisen verging uns etwas der Appetit. Als Alternative gab es einen Spieß mit selbigem Rindfleisch auf die Hand und auf die Suche nach einer geeignete Alternative zum Essen. Auf Wunsch der Kinder gab es dann heute Hamburger, auf Japanische Art mit Teriyaki-Sauce – auch sehr lecker! Und zum Nachtisch Portugiesische Puddingtörtchen, Oreo-Keks-Softeis und Wassereis mit Geschmack – so ähnlich wie auf Hawaii.
Auf dem Heimweg war die Metro mächtig voll gewesen – Sonntagabend kurz nach 20Uhr. Erstaunlich!
Dann hieß es noch Koffer packen, denn morgen geht es weiter gen Süden in ein Tempeldorf für eine Nacht mit Mönchen.

Reisefieber

Nun ist es nicht mehr lange hin … Übermorgen startet der Flieger und hier zu Hause steigt die Aufregung. Wenigstens haben wir das erste Chaos in die Koffer verstauen können. Nun bleibt uns ein Tag zu überlegen, was wir vielleicht vergessen haben 😉

 

 

« Ältere Beiträge