Kategorie: Süd-Ost-Asien (Seite 1 von 4)

Unterwegs in Süd-Ost-Asien 2008

Berlin hat uns wieder

Pünktlich 6:05 Uhr landete unser Flieger via Doha in Berlin. Leider haben wir das warme Wetter in Saigon lassen müssen, aber dieses letzte Hindernis werden wir nun auch noch meistern können 😉

Am Flughafen wurden wir ganz lieb von unseren Familien empfangen und gleich zu einem ordentlichen Frühstück bei Denises Großeltern eingeladen – na hoffentlich gibt das jetzt keine Magenprobleme…

Lektion 2: Die Vietnamesen…

+ Leben um zu essen (schmeckt auch unserem Gaumen)
+ sind Meister der Fruehlingsrolle (frisch oder fritiert)
+ kochen auf offener Strasse
+ tragen kegelfoermige Strohuette gegen Regen und Sonne (Frau will ja auch hier nicht braun werden)
+ aus dem gleichen Grund tragen die Frauen armlange Seidenhandschuhe
+ haben einen Fernseher, Handy und saubere Kleidung, aber leben in einem aermlichen, aussen und innen dreckigen Haus (im Sueden ist es zumindestens innen sauber, weil man seine Schuhe auszieht)
+ fahren Fahrrad + Motorroller(ein chinesisches Imitat kostet nur 400USD), auf vielen Strassen ist kein Auto zu sehen
+ tragen Helm und halten meistens bei roten Ampeln
+ haben sehr wenig Ampeln 😉
+ ziehen die Hupe der Bremse vor
+ orientieren sich beim Fahren ausschliesslich nach vorn – der Hintermann wird schon aufpassen
+ scheinen innerhalb von Sekunden ihr Regencape auf dem Roller ueberziehen zu koennen
+ sobald der letzte Regentropfen gefallen ist, sieht man nirgendwo mehr Regencapes 😕
+ hat einer sein Cape vergessen, kommt er kurzerhand auf den Gepaecktraeger/zweiten Rollersitz und sein Gefaehrt wird mitgezogen
+ passen auch zu viert auf einen Motorroller
+ haben sehr tiefe, schmale (2-3m) Haeuser (=Grundstuecksbreite), da die Steuer nach Laenge der Hausbreite an der Strasse berechnet wird
+ gehen sehr unachtsam mit Natur+ Kultur um
+ sind leidenschaftliche Fussballgucker
+ sind Meister im Reisanbau
+ transportieren alle ihre Gueter – von Schwein bis Fenster- auf dem Motorroller
+ haengen nur am Telefon/Handy (deshalb haben auch wir hier selbst an den entlegensten Orten Empfang)
+ heissen zu 50Prozent „Nguyen“ (gesprochen Nwi-en) mit Nachnamen, werden allerdings mit „Herr/Frau + Vorname“ angeredet
+ Schueler gehen entweder nur vormittags (dafuer geht es auch schon vor 7 Uhr los) oder nachmittags zum Unterricht
+ machen Sportunterricht auf oeffentlichen Flaechen, da andere Oertlichkeiten fehlen
+ kleiden sich meist sehr schick (mit Hemd/Bluse) sind aber auch oft mit Hausanzug/Pyjama zu sehen
+ haben fliegende Dienstleister, wie Fahhradreifenflicker oder Friseure, die ihrem Handwerk auf dem Gehweg nachgehen
+ verlangen Parkgebuehren fuer Fahrraeder
+ beten zu Buddha und teilweise auch zu Konfuzius
+ Marktfrauen tragen ihre Waren auf die typisch asiatische Weise, mit einem Stab auf den Schultern an dem auf beiden Seiten Koerbe haengen
+ moegen Aquarien
+ starten morgens um 5 in den Tag
+ finden Denise sehr huebsch (haben uns schon mehrere gesagt) und beneiden sie staendig und ueberall um ihre „blasse“ Haut
+ verbrennen ihren Muell vor dem Haus (in laendlichen Gebieten)
+ haben noch einige IFA LKWs auf der Strasse – gute deutsche Wertarbeit
+ bauen alle erdenklichen Suedfruechte in ihrem Garten an *mmh*
+ bauen ihre Bruecken nicht passend zur Strassehoehe – gute Federung beim Rauf- und Runterfahren noetig

Letzter voller Tag in Asien

Wie angekuendigt haben wir heute neben dem Cao Dai Tempel auch die Cu-Chi-Tunnel im Rahmen einer gefuehrten Tour besucht.
Der Tempel war ein wahres Prachtstueck. Die Glaubensvereinigung dahinter vereint 7 Religionen in sich. Der Tempel bestand daher sowohl aus islamischen als auch hinduistischen und katholischen Teilen. Wir konnten auch einer Messe dort beiwohnen. Wie das jedoch haeufig bei solchen Touren ist, hatten wir nur ganze 30Min Zeit.
Danach ging es ueber ein kleines Mittagessen zu den Tunneln. Dieses komplizierte unterirdische Netzwerk beherbergte 20Jahre waehrend des Vietnamkrieges die Soldaten des Nordens, die sich hier im Sueden eingeschleust hatten. Wir schauten erst einen Propagandafilm des kommunistischen Nordens, erkundeten das Gebiet und durften dann selbst einmal „absteigen“. Dieser bis zu vierstoeckige Tunnel wurde extra fuer die „breiteren“ Westler vergroessert. Es war darin sehr beklemmend und heiss.
Das gesamte Thema hat uns wie gestern wieder sehr bewegt und deshalb konnten wir noch weniger verstehen, wie andere Touristen und die Lokalen so respektlos mit der Thematik umgehen koennen. Das ganze Gebiet glich eher einem Entertainmentpark: so wurden z.B. Schiessuebungen mit den damaligen Waffen angeboten oder Fotos von wirklich schlimmen Bildern verstuemmelter Menschen gemacht – am besten noch mit der lachenden Freundin davor…
Waehrend des Feierabendverkehrs konnten wir dies dann verarbeiten, ehe wir uns zum Abendbrot mit Geoff trafen. Unsere Wahl fiel auf ein asiatisches BBQ Restaurant mit Dachterasse. Der Abend war wieder sehr angenehm und amuesant und in Geoff (uebrigens 70J. alt) haben wir einen Freund gefunden.

Morgen frueh ist packen und auschecken angesagt. Wenns zeitlich passt, wollen wir uns noch den Wiedervereinigungspalast von innen anschauen, bevor wir uns am Abend in den Flieger setzen.

Ganz „Tourist“ in Saigon

Heute war nur lange schlafen sowie ein Besuch des Marktes und des Kriegsmuseums vorgesehen.
Beides steht in starkem Kontrast zueinander. Der Markt quirlig und voller Leben; das Museum gekennzeichnet von Gewalt und Tod.
Auf der Suche nach einem schoenen Ort fuers Abendbrot begegneten wir Geoff wieder (der nette aeltere Amerikaner von der Mekong-Reise) und verbrachten einen lustigen Abend zusammen.
Morgen – an unserem letzten vollen Tag in Fernost- schauen wir uns die Cu-Chi-Tunnel an und wollen uns abends wieder mit Geoff treffen.

2 Tage Mekong-Delta

Am Dienstag morgen ging es mit einer kleinen Gruppe anderer Touristen (insgesamt waren wir 8 ) und unserem Guide per Minibus in ein nahezu touristenfreies Gebiet ins Delta des Flusses Mekong. Neben uns waren noch 2 Berlinerinnen, 3 Englaender und ein aelterer US-Amerikaner dabei. Nach 4 Std Fahrt ging es direkt auf ein schmales Holzboot mit Motor, das uns durch die Kanaele zu unserer Homestay-Familie brachte. Die Familie wartete bereits mit Banh Xeo (Eierkuchen mit Shrimps) auf uns. Diese werden hier stueckchenweise in Reispapier gewickelt und mit frischen Gemuese gegessen. Als Nachtisch gab es Papaya, Pomello und Sternfrucht direkt vom Baum. Ausserdem konnten wir gleiche unsere „Zimmer beziehen“ – wir hatten als einzige tatsaechlich einen abgeschlossenen Raum fuer uns, in dem ein Holzbett ohne Matratze aber einer Decke stand und in dem die Fenster nur aus groben Gittern bestanden. Die Toilette lag ausserhalb des Hauses, an einem kleinen Teich…
Das Haeuschen selbst lag direkt am Wasser und war umgeben von wilder Vegetation. In ihrem „Garten“ hatte die Familie Kraeuter, Gemuese und Suedfruechte sowie Hasen, Enten und Huehner alles direkt vorm Haus.

Von dort aus ging es ueber einen schmalen Pfad und sogenannte Monkey-Bridges (Bambusfussgaengerbruecken) zu den Fahrraedern, mit denen wir dann die Inseln erkundeten. Dabei kamen wir uns noch einmal mehr wie Zirkustiere vor, da alle Bewohner der kleinen Haeuser die wir passierten schauten, lachten und gruessten. Besonders die Kinder kamen an den Wegesrand gelaufen und riefen uns ihr niedliches „Hello“ zu. Bei einem Zwischenstopp genossen wir wieder einmal eine frische Kokusnuss – die so frisch war, dass sie erst vom Ast abgeschlagen wurde (Kostenpunkt:25ct)

Trotz des drohenden Gewitters kamen wir  trocken wieder bei der Familie an und bereiteten zusammen das Abendessen vor. Wir rollten uns selbst frische Fruehlingsrollen und assen gebratenes Fleisch und (fuer uns unbekanntes) Gemuese mit Reis.

Da es hier schon halb 6 dunkel wird, gingen wir gleich noch per Boot auf Gluehwuermchenjagd. Seinen engagierten Einsatz bezahlte unser Guide mit einem Bad im 28Grad warmen Flusswasser. 🙂

Sehr muede ging die gesamte Truppe schon gegen um 9 schlafen, denn am naechsten Morgen sollte es um 6Uhr losgehen. Die Nacht unterm Moskitonetz war eher anstrengend auf der harten Unterlage, mit dem Hahn, der schon 2Uhr morgens schrie, und dem Radio, das vor 5Uhr ueber Lautsprecher verbreitet wurde.

Ein wenig zerknautscht verabschiedeten wir uns von der Familie und fuhren mit dem Boot zum „Floating Market“- hier treffen sich kleine bis grosse Boote zum Kauf und Verkauf von Obst und Gemuese. Von einer „schwimmenden“ Haendlerin gab es dann Fruehstueck auf dem Boot: Sticky Rice (klebriger Reis mit Salz, Zucker und Fruechten in Reispapier) und Bananenteig mit Kokusnusssauce im Bananenblatt. Danach liefen wir ueber einen lokalen Markt am Ufer. Dieser bot allerlei Waren von Aepfel ueber Froesche, lebende Schweine bis Handtuecher an.

Nach dem Besuch einer Ziegelsteinfabrik und einer Pagode schauten wir uns an wie Reispapier gemacht wird. Gegen Mittag trafen wir bei der neuen Gastfamilie ein, mit der wir wieder ein schmackhaftes Essen kochten. Diesmal gab es u.a. frittierte selbstgemachte Fruehlingsrollen.

Von da aus ging es durch den unglaublichen Feierabendverkehr wieder zurueck nach Saigon.

Wer suchet, der findet!

Nun neigt sich auch dieser asiatische Tag dem Ende 😉
Nachdem wir unser huebsches Zimmer bezogen und unser Moskitonetz mit etwas Kreativitaet angebracht hatten, haben wir uns die Touren gebucht. Zum Einen geht es am Freitag zu den bekannten Tunnel aus dem Vietnamkrieg – hier haben wir uns wieder fuer einen Billiganbieter entschieden – allerdings diesmal das Original und nicht ein Fake 😉
Zum Zweiten wollten wir fuer unseren 2Tages(+1Uebernachtung) Ausflug ins Mekong-Delta diesmal einen besseren und keinen Massenabfertigungsveranstalter. Hier haben wir auch einen gefunden, der
einen guten Eindruck macht. Unser Ausflug wird nun doch spannender als erwartet – er beinhaltet einen „Homestay“. D.h. wir werden bei Einheimischen, in deren aermlichen Huetten am Fluss uebernachten und mit denen zusammen kochen. :-J
Ausserdem wird unsere kleine Gruppe (ca. 5Leute+ Guide) mit einem Boot in den Fluessen umherfahren, auf einer einsamen Insel radfahren, Einheimischen beim Alltag zu sehen, Lernen wie Reis + Reispapier hergestellt wird und auf den „Floating Markets“ fruehstuecken. Mal sehen was wir davon wirklich unternehmen 😉
Mir grauts nur schon vorm Viehzeug :S

Morgen wird es daher keinen Eintrag geben.

Den Rest des Tages haben wir dann mit Essen und Sightseeing verbracht – und gleich noch ein ordentliches tropisches Gewitter+Regen mitgenommen. Jetzt sind wir sehr erschoepft und werden auch gleich ins Bett gehen. GN8
:schlafen:

Ankunft in Saigon

Nach etwa 23 Stunden Zugfahrt sind wir widererwartend ueberpunktlich in Ho-Chi-Minh-Stadt (auch heute noch Saigon genannt) angekommen.
Der Beginn der Strecke ab Hue war wunderschoen, wenn auch verregnet. Es ging durch die Berge an der Kueste entlang, an der die Wellen brausten, durch Reisfelder, vorbei an Doerfern und vielen Friedhoefen. Die gesamte Landschaft ist sehr gruen und ueppig.
Die Haelfte der Fahrt hatten wir unser 4er Abteil fuer uns und diesmal gingen auch die Fenster im Gang zu oeffnen. Vom Bahnhof in Saigon nahmen wir uns ein Taxi zu dem Hotel, was wir uns rausgesucht hatten – und wieder ging es durch sehr dichten Motorrollerverkehr.
Jetzt werden wir uns ein Reisebuero fuer unsere geplanten Touren ins Mekong-Delta und in die Cu-Chi Tunnel suchen.

Ja, mir san mim Radl da

Wir sitzen gerade im Versuch eines Shopping Centers (2 Etagen, s Shops) und trinken zu amerikanischen Schnulzenliedern einen Melonen- und einen Mangosaft.
Das Wetter wollte uns heute nicht verschonen und hat in regelmaessigen Abstaenden mal mehr mal weniger starke Regenguesse praesentiert – schon letzte Nacht goss es aus allen Kuebeln. Als wir uns heute morgen auf Drahtesel schwangen war jedoch noch die Sonnencreme am trocknen. Kaum 2km
gefahren (wie gestern schon erwaehnt ist der Verkehr hier nicht so schlimm) kamen endlich unsere Regencapes und Rucksackueberzuege zum Einsatz. Als wir Schutz in einer Bushaltestelle suchten war die Strasse schon fast ein reissender Strom 😉
Nach einer Pagode, einem Kaisergrab, das eher ein Lustgarten des Kaisers war, vorbei an Reisfeldern und unzaehligen Schauern spaeter stellten wir zufrieden die Raeder wieder ab. Das Fahrradfahren hier ist schon ein Erlebnis, ein bisschen wie geordnete Anarchie 😉 Doch dank unserer knallgelben Regencapes konnte uns keiner uebersehen und waren wir der Hingucker schlecht hin.
Dann ging es zu Fuss weiter einen Supermarkt suchen, da wir uns morgen fuer ca. 23h in den Zug nach Saigon setzen und ein paar Tuetennoodles fuer Verpflegung brauchten.
Und nun machen wir uns auf unser Abendbrot zu suchen – frei nach dem Motto „Wo viele Einheimische essen, da schmeckts“

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