Wir hatten gehört, dass man in Kyoto gut Fahrrad fahren kann. Also suchten wir uns einen Verleih in der Nachbarschaft und sattelten die Drahtesel. Bei den Temperaturen waren wir auch gar nicht traurig, dass die manuellen 3-Gang-Fahrräder schon vergriffen waren und „nur noch“ E-Bikes zur Wahl standen. In den engen Gassen kamen wir zunächst gut voran und konnten den eingebauten Rückwind testen. Vorbei am Kyoto Tower ging es zunächst über den Fluss hinweg zum Sanjūsangen-dō Tempel. Da gab es 1001 Buddha-Statuen zu sehen – sehr beeindruckend. Die Außentemperaturen waren auch schon wieder beeindruckend, sodass jeder rituelle Waschplatz für Erfrischung genutzt wurde.








Als nächstes Stand der Wassertempel Kiyomizu-dera auf der Route. Merkwürdigerweise auf dem Berg, entfernt vom Fluss errichtet. Wenigstens gab es einen Teich, den ein Japanisches Paar für romantische Fotos nutze. Die Aussicht von hier oben reichte über ganz Kyoto. Auf dem Rückweg zum Fahrradparkplatz gab es noch eine kleine Stärkung und das ein oder andere Souvenir.











Am Yasaka Shintō-Schrein gab es erst einmal eine Erfrischung aus dem Getränkeautomaten und dann überraschenderweise Japanische Comedy, wie wir sie im Theater kennenlernten. Nur dieses Mal ohne Skript, sodass wir nichts verstanden 😉










Der weitere Weg ging stellenweise sehr schön am Wasser entlang. allerdings war das Radeln in den engen Gassen von Gion nicht immer ganz einfach: verwinkelt, eng und mit Verkehr schoben wir das Rad teils mehr, als wir radeln konnten. An einem riesigen Torii vorbei kamen wir zum Heian-jingū Shintō-Schrein. Diesen schauten wir uns jedoch nicht von innen an, sondern besuchten die schöne Gartenlandschaft um den Schrein herum.
Am Kaiserpalast vorbei ging es dann wieder zurück. Dieser hatte jedoch schon geschlossen und das große Areal drum herum hatte nur Kieswege, die natürlich mit dem Fahrrad nicht sehr schön zu befahren waren.


















Insgesamt hatten wir eine tolle Fahrradtour. Mit den E-Bikes ging es bequem zum Wassertempel hoch und in der Wärme war die Anstrengung überschaubar und der Fahrtwind etwas angenehm. Als Sport war es jedoch eher nicht zu bezeichnen. Kyoto hat viele, schmale Fahrradwege am Rand der Straßen zumindest gekennzeichnet. Physisch abgetrennt von den Straßen sind diese jedoch nicht und werden auch gern zugeparkt, sodass es dann doch nicht so nett war auf den großen Straßen zu fahren. In den engen Gassen war es dann schnell mit Autos, Fahrrädern und Fußgängern überfüllt. Gut war, dass man meist auf den Gehwegen fahren durfte, sodass wir den Autoverkehr mieden, uns aber dafür auf den engen Wegen mit Fußgängern quetschten. Auch darf man sein Fahrrad nicht einfach irgendwo abstellen – sie würden wohl sehr schnell vom Ordnungsamt „abgeschleppt“ werden. Dafür gibt es dann dedizierte Fahrradparkplätze, die manchmal kostenfrei und oft gebührenpflichtig sind (0,6 bis 1,2€ pro Fahrrad).
Insgesamt sind schon noch einige Japaner mit dem Fahrrad unterwegs (sehr oft mit Elektroantrieb), was uns angesichts der hochsommerlichen Temperaturen doch positiv überraschte – es muss nicht immer das Auto sein, erst recht nicht in der engen Innenstadt Kyotos.
Abends liefen wir dann zum mittlerweile dritten mal zum Nishiki-Markt. Am ersten Tag liefen wir hier durch und sahen viele tolle Essenstände, hatten aber wenig Zeit. Am zweiten Abend waren wir zu spät und alle Stände hatten schon geschlossen. Nun waren wir gerade noch rechtzeitig da, um noch die ein oder andere Spezialität auf die Hand zubekommen. Scheinbar wird hier pünktlich 18 Uhr Feierabend gemacht, was zeitlich etwas unpassend für das Abendessen scheint… Zum Sattwerden ging es dann noch einmal in den Gyoza-Laden vom Vorabend.









