Nach 50 Tagen, 3610 Meilen (5810 km), unzähligen Eindrücken, „nur“ 25 Burgern und mit 79kg Gepäck plus Buggy ist unser Familien-Abenteuer zu Ende gegangen. Mittlerweile haben wir auch den Jetlag überwunden, viele viele Waschmaschinen gewaschen und die Post und den Schreibkram von 7 Wochen Abwesenheit bearbeitet. Wir sind also wieder angekommen. Und wie erwartet glücklich wieder ein festes Dach über dem Kopf und Familie und Freunde um uns zu haben. Gleichzeitig traurig, dass unsere Auszeit als Familie mit diesen einmaligen Erlebnissen vorbei ist.
Von einigen hörten wir „So eine große Reise mit zwei kleinen Kindern. Wie schafft ihr das bloß?“
Die Antwort ist: Mit Planung und Organisation und dem Versuch flexibel zu bleiben. Schon im Vorfeld hatten wir uns gut überlegt wohin wir reisen: sicher, sauber, modern und englisch sprachig sollte es sein. Auch das Wohnmobil und die Ausstattung (z.B. Gas-Heizung damit wir es immer warm haben) haben wir mit Bedacht gewählt. Unser extra gekaufter Doppelkinderwagen hat sich auch bewährt. Wenn Floris Beine schlapp waren konnte auch er sich hinsetzen und sogar etwas liegend schlafen.
Vorort haben wir jeden Abend oder noch während der Fahrt die Routenplanung des Tages gemacht. Dabei haben wir immer versucht maximal 1,5-2Std am Stück bzw pro Tag zu fahren und es so gelegt, dass die Kinder möglichst dabei schlafen. Spätestens bei Einbruch der Dunkelheit waren wir auf einem Stellplatz. Ansonsten wurden die Aktivitäten meist so gewählt, dass die Essenszeiten grob gleich waren und entsprechend der Stimmung der Kinder. Wanderungen waren entweder kurz oder kinderwagengeeignet. Auch haben wir sehr viele Spielplätze aufgesucht, und wenn es keinen gab uns mit Steinen, Stöckern und Sand was ausgedacht.
Unterwegs hatten wir immer einen großen Rucksack mit Wickelsachen, Trinken, Obst, Keksen, Brei und Strickjacken bei.
Auf diese Weise haben die Kinder unglaublich gut mitgemacht. Auch gesundheitlich lief alles (bis auf die geplatzte Lippe am Anfang) sehr gut.
Nichtsdestotrotz war das natürlich keine Entspannungsreise und die Bockanfälle eines Dreijährigen sind auch jenseits des großen Wassers die gleichen. Sodass wir abends meist total k.o. waren. Da kostet es schon Überwindung nach dem Kinder ins Bett bringen, Aufräumen und Abwaschen noch Fotos rauszusuchen und Tagebuch sowie Blog zu schreiben. Mir, Denise, sind dabei regelmäßig die Augen zugefallen. (Aber wir sind dran geblieben und sehr stolz und froh, dass wir diese tolle Reise so schön für euch und vor allem auch für uns als Erinnerung dokumentiert haben.)
Auch schränken Kinder die Flexibilität und Möglichkeiten ein. Wir waren selten abends essen, haben keine der großen, spannenden Wanderungen gemacht, sind nicht offroad in der Wüste gefahren, haben keinen Heli-Flug gemacht usw. Ab und zu konnten wir die Umgebung oder Sehenswürdigkeiten auch nicht in Ruhe auf uns wirken lassen. Wenn das kleine Kind Hunger hat oder/und das große Kind Pipi muss, ist auch der Grand Canyon egal.
Und dennoch: wir können uns die Reise gar nicht ohne die beiden vorstellen. Es gibt so viele Momente die sich uns und vielleicht den Kindern (eher dem Flori) ins Gedächtnis gebrannt haben.
Wenn etwas bei Flori hängen bleibt dann wohl die Wasserfontänen des Bellagios in Las Vegas. Wir Eltern werden wiederum nie vergessen wie er gebannt und staunend mit seinen grossen Kinderaugen alles beobachtet hat. Gleiches gilt für die kindliche Aufregung beim Lagerfeuer machen. Das geschäftige Sandburgen bauen am Strand oder die Eröffnung seines Eisladens mit Steinen, Blättern und Sand wo immer es ging. „Mama, willst du ein Eis?“
Auch das Boot fahren in San Francisco fand er so toll, dass er regelmäßig nach dem schlafen erzählt, dass er entweder von den großen „Springbrunnen“ (Bellagio) oder der großen Fähre geträumt hat.
Der Besuch des Antelope Canyon und die Fahrt im offenen Pick-Up wurde auch mehrmals mit seinem Lego nachgespielt.
Unvergesslich was auch wie unser Kleiner mitgeholfen hat wie ein Großer, wenn es um die Wasserbetankung oder Wasserablassen des Wohnmobils ging. Oder wie er an jeder Tankstelle sehr wichtig mit dem Scheibenwischer um das Wohnmobil ging und alle Lampen und Blinker geputzt hat.
Am Morgen kam immer sein verschlafenes „zu Mama und Papa runterkomm“ bevor wir immer ausgiebig alle Mann unten im Bett gekuschelt haben. Hachja mir fiele noch viel mehr ein…
Neben dem Sand anfassen war für Laura wahrscheinlich eher die Zeit mit der ganzen Familie von großer Bedeutung.
Auch die Bindung zwischen den Kindern ist unglaublich gefestigt worden. Aus der Not heraus haben sie viel zusammen gespielt und auf dem Bett rumgetollt.
Laura himmelt Florian nun noch mehr an und Florian reagiert auf Lauras Befindlichkeiten und sowie sie außer Sicht ist, fragt er nach ihr. Ganz niedlich und einprägsam war für uns auch wie die beiden oben im Alkoven rumkicherten, weil sie sich ständig das Trennpolster zwischen Ihnen hin und her schoben obwohl sie schlafen sollten. Ich glaube, da können wir uns noch auf was gefasst machen in Zukunft mit den beiden Frechdachsen.
Was hat uns rückblickend von den Sehenswürdigkeiten am besten gefallen? Das lässt sich nicht sagen. Es waren so unterschiedliche Eindrücke und Erlebnisse: Moderne Großstädte und einsame Weiten; karge Wüste und feuchte, riesige Wälder; hohe Felsen und tiefe Canyons; stille Bergseen und der rauschende Pazifik; und und und.
Es war einfach wunderbar! Und wir sind glücklich, dass wir wieder die Möglichkeit zu solch einer großartigen Reise hatten.
Mal sehen wann es uns wieder in die Ferne zieht…
Bis dann! :held:
- Tschüss, sagen die 4 Weltenbummler













































































































