Kategorie: Neuseeland / Australien (Seite 1 von 4)

Unterwegs in Neuseeland 2012

Zum Abschluss…

Wer hätte im Februar gedacht, dass wir in kurzer Zeit am anderen Ende der Welt zu dritt mit unserem kleinen Florian auf die Oper Sydneys schauen? Wir jedenfalls nicht.

Viele sagten, diese Weltreise sei mutig mit einem halbjährigen Kind. Und sicherlich war sie das auch. Doch mit der richtigen Vorbereitung und etwas Vorsicht während der Reise, hatten wir nie das Gefühl, dass Florian oder wir diese Reise nicht genießen könnten. Es hat sich wirklich gelohnt und war alles weniger dramatisch als befürchtet.

Besonders wertvoll wurde diese Reise überhaupt auch erst durch unseren Flori. Auch wenn wir langsamer unterwegs waren als andere, weniger Schlaf hatten und abends nicht viel machen konnten. Wir werden die vielen schönen Momente mit ihm nie vergessen. Wie er morgens brabbelnd neben uns auf der WoMo Liegewiese aufwacht; wie er quietsch vergnügt zwischen uns  im Autositz spielt und die Broschüren mitliest; wie er beim Mittag im Freien sein Mündchen für Brei aufreißt; wie er aus dem Tragetuch mit großen Augen die Welt anschaut oder vor sich hin schnarcht; wie er bei (fast) jedem Foto den braunen Apparat anlacht.

Es ist wirklich sehr schade, dass er selbst keine Erinnerung an diese wunderschönen Wochen haben wird. Aber dafür haben Mama und Papa ja 4.500 Fotos geschossen 😉

Erstaunlicher Weise ist die Zeit auch nicht wie im Flug vergangen. 8 Wochen gaben uns einfach viel Zeit soo viel zu sehen. Und nach so langer Zeit kann man sich auch wieder auf zu Hause freuen. Und das tun wir auch!

Bis zum nächsten Mal,

eure 3 Abenteurer

PS: Ob wir nach Neuseeland oder Australien auswandern würden? Eher nicht. Wir sind glücklich, dass es uns möglich war diese schöne Fleckchen Erde live zu erleben. Aber zu Hause ist es eben doch am schönsten! 😀

Das war Australien

Australien war anders als wir es erwartet hatten: Aus den Medien und Filmen kennt man die kargen roten Trockengebiete und unendlichen Weiten des Outbacks. Doch im Südosten Australiens beeinflusst der Pazifik noch das Klima und formt Regenwälder und tolle Küsten – ähnlicher zu Neuseeland als wir dachten. Nur das die Landschaftlich sehr viel flacher ist. Und trotz der Ähnlichkeit war es doch anders und auch interessant. An den Küsten wechseln sich Steilküsten und weiße Strände ab und im Hinterland gibt es Regenwälder und Steppe.

Das Wetter war wider erwarten nicht besser als in Neuseeland. Zwar war es meist etwas wärmer, aber dafür (auch für Australische Verhältnisse) recht regnerisch. Naja, Herbst eben – doch wir wären keine Deutschen, wenn wir nicht das Beste daraus gemacht und die Natur trotzdem genossen hätten. An manchen Stränden konnte man erahnen, was dort im Sommer los sein muss. Doch bei über 30°C hätten wir auch nicht rumreisen wollen 😉

Vor der Reise war uns ja wegen der giftigen Tiere, die es in Australien gibt, schon etwas mulmig. Und auch während der Reise haben wir auf den Campingplätze immer die Toiletten & Duschen gecheckt, geschlossene Schuhe auf dem Weg zur Dusche getragen und beim Wandern den Blick öfter Richtung Boden gerichtet. Doch im Endeffekt haben wir nur 3 kleine Spinnen gesehen (á-la Altweibersommer bei uns) 😉 Spannender waren da schon die Kängurus, Koala, Wale und bunten Vögel.

Die Highlights unser zweieinhalb Wochen Australien waren eindeutig die Great Ocean Road mit ihrer schroffen, wilden Steilküste und Sydney, welche wirklich eine der schönsten Großstädte ist, die wir bisher gesehen haben.

Australien bietet noch das ein oder andere zum Entdecken – die zweieinhalb Wochen sollten uns auch nur einen ersten Eindruck vermitteln. Wir werden also sicherlich irgendwann zurückkehren, um auch das Outback und den Uluru bei Sonnenaufgang zu bestaunen. Vielleicht können wir dann auch etwas näher in Kontakt mit den Aborigines treten, denn die haben wir auf dieser Reise leider kaum zu Gesicht bekommen.

Auch wenn Neuseeland unsere Herzen höher schlagen lässt, haben wir auch in Australien tolle Eindrücke sammeln können. Es war ähnlich, anders und interessant sowieso 😉

Wieder daheim!

Gestern Mittag sind wir dann gut wieder in Tegel (!) gelandet, nachdem wir leider in Frankfurt 2,5h zusätzlich warten mussten. Letztendlich waren wir 34h Stunden unterwegs. Puh, da hieß es erstmal Schlaf aufholen.
Fazit Australien folgt noch.

Abschied von Sydney

Am Montag gab es noch einmal Sonne satt und so starteten wir wieder zu Fuß in Richtung – dreimal dürft ihr raten – Oper. Das tolle Opern-Harbour Bridge-Panorama sollte nicht nur bei Regen oder Nacht festgehalten werden. Anschließend ging es viele Treppen hoch auf die Harbour Bridge, die man auch zu Fuß überqueren kann – mit tollem Ausblick über die Bucht und die Oper 😉 Da die Brücke doch recht lang ist, gab es auf der anderen Seite schon Mittag in einem netten Café – draußen! „Zurück in Sydney“ ging es dann zum Darling Harbour, einem Vergnügungsgebiet an einer weiteren Hafen-Bucht. Der Weg zurück ins Hotel war ging dann wieder mitten durch den CBD, wo gerade Schulschluss war – überall Schüler auf dem Weg nach Hause oder zu McDonalds – ein Familien-Restaurant eben.
Heute haben wir nun ein letztes (und siebtes Mal) die Koffer gepackt. Wieder scheint die Sonne, doch wir werden sie nur noch aus dem Taxi und dem Flieger genießen können. Sonnenschein ist wohl auch der Normalzustand in Sydney. Der Reiseführer verriet uns, dass es nur 14 Regentage im Jahr gibt – also auch hier wieder eine Besonderheit am Samstag mitbekommen 😉
Nun sagen wir Auf Wiedersehen Sydney und byebye Down-Under.

Die Aussies

(Die Australier nennen sich selbst gern Aussies , wie sie so vieles gern abkürzen. )

Heute also einen kleinen Einblick in die Welt der „Aussies“:

  • Die Aussies sind sehr auf ihr Australien bedacht und achten sehr genau darauf, dass die Firmen und Produkte im Warenkorb auch aus Australien kommen. Es gibt sogar ein Logo für „Made in Australia“ und viele kleine Geschäfte schreiben an ihr Schaufenster „Australien Made and Owned“ (etwa: „in Australien gefertigt und in Australischem Besitz). Eine der großen Supermarktketten hat gerade am Wochenende erst ihren Slogan angepasst, um die Australischen Besitzverhältnisse hervorzuheben – es soll keiner auf die Idee kommen, hier handelt es sich um ein ausländisches Unternehmen!
  • Viel Sprechen liegt den Aussies im Blut. Jede Möglichkeit auf einen Smalltalk wird genutzt. Da kann man dann nur hoffen, dass der Aussie keinen deutschen kennt oder der Nachbar in Wiesbaden einen Onkel hat und damit der Small- zum BigTalk wird. Und bei der Vergangenheit als Einwanderland, kennt fast jeder jemanden oder wollte zumindest immer schon mal nach Deutschland reisen… 😉
  • Wenn sie auch gern viel sprechen, effizient darf es dennoch sein, sodass sie gerne abkürzen – nicht nur schriftlich. Da wird der Australier zum Aussie oder das Frühstück (Breakfast) zum Brekki.
  • Und wer viel und kurz spricht, verfällt natürlich schnell in eine ganz spezielle Umgangssprache. Der Gebildete Großstädter ist natürlich recht gut zu verstehen, doch auf dem Land braucht man ein gutes Gehört. Beim Tanken hieß es einmal locker beim Bezahlen „Eighty-Three bucks, mate“ … alles klar. Kostet also 83$ 😉 Mehr haben wir erstaunlicherweise nicht miteinander gesprochen!
  • Und wo wir gerade beim Bezahlen sind – die Aussies in Sydney scheinen es nicht so mit der Mathematik zu haben. Der Taxifahrer zum Hotel rundete die Rechnung großzügig von 41$ auf 35$ ab, wo er doch zu Fahrtantritt einen Festpreis von 45$ angeboten hatte. Im Restaurant gab’s statt 15, freundlicherweise 20$ Wechselgeld und in einem Café wurden günstigere Preise als  ausgepriesen in Rechnung gestellt. Da es bisher immer zu unserem Gunsten war, wollen wir uns mal nicht beschweren 😉
  • Eigenartigerweise ist der Wärme-verwöhnte Aussie auch Kälte-unempfindlich. Zwar jammerte in der Watsons-Bay ein Mädchen bei 16°C, dass es kalt sei und ihr Papa antwortete, es sei Winter, doch dick anziehen muss man sich deswegen noch lange nicht. Die Schuluniform sieht weiterhin kurze Hosen und Röcke vor, die bevorzugte Schuhwahl beim Spazieren sind FlipFlops und ein Pullover engt doch eh viel zu sehr ein. Auch die Babys werden gleich von Anfang an dran gewöhnt – Flori war das einzige Baby weit und breit mit Mütze, egal ob die anderen Baby gerade frisch geschlüpft oder gleichalt waren. Zum Glück hat Flori das noch nicht mitbekommen, sonst wären die Proteste beim Aufsetzen noch größer 😉
  • Die FlipFlops beim Wandern zeigen es schon: Australien mag der giftigste Kontinent der Erde sein, die Aussies lassen sich davon nicht einschränken!
  • Wo sie jedoch aufpassen ist beim Sonnenschutz. Jetzt im Winter ist der UV-Index zwar unter 3 und damit laut Zeitung unbedenklich, doch die Kinderspielplätze sind nicht selten überdacht und die Nachwuchswellenreiter auch im Winter Sonnencreme-weiß im Gesicht.
  • Überhaupt sind die Aussies ein Volk von Wellenreitern. Wer am Meer wohnt, scheint das Brett in jungen Jahren unter die Füße zu bekommen, damit im „Mädchen-beindrucken-Alter“ auch die großen Wellen kein Problem mehr sind. Und auch der Nachwuchs weiß: wer viel Sport im Salzwasser macht, muss ordentlich trinken. Also geht es nach getanem Sport samt Surfboard zu McDonald’s an die Theke… cool-sein endet erst hinter der eigenen Haustür 😉
  • Wer nicht mehr so jung und mobil ist, der fährt dann im Zug auch gerne in Fahrtrichtung. Dafür haben die  Züge extra umschwenkbare Rückenlehnen. Da haben wir nicht schlecht gestaunt, als wir dem älteren Ehepaar Platz machten und diese sich statt uns gegenüber zu setzen einfach umschwenken und selbst in Fahrtrichtung Platz nahmen.
  • Alternativ fährt der Aussie natürlich Auto. Und der Farmbesitzer mit seinem Pick-up nimmt dann natürlich auch seinen besten Freund überall mit hin – den Hund auf der Ladefläche. Da kann der Hund schön die Schnauze in den Wind strecken, ist nicht allein zu Hause und die Sitze bleiben auch noch sauber (ob das im staubigen Outback wirklich der Fall ist?).
  • Und wenn dann die Familie und Freunde und anderen Farmer am Wochenende zusammenkommen steht B.B.Q. (Grillen) hoch im Kurs. Jeder Campingplatz, jeder Aussie-Wohnwagen, jede Stadt hat Barbeque-Plätze im Angebot. Der wahre Aussie grillt sein Fleisch auf einem Gas-Grill. Wir waren da mit unserem Gas-Herd zumindest in einer ähnlichen Kategorie 😉
  • Wenn man dann so schön in der Runde zusammensitzt, kann man sich ja hervorragend über seinen eigenen Stammbaum unterhalten. Der Aussie ist sehr interessiert an seinen Vorfahren. Es gibt sogar Sendungen im Fernsehen, die in der Vergangenheit wühlen. Und wenn dann am Ende ein Sträfling auftaucht, der aus England nach Australien verschifft wurde, ist das keinesfalls ein schlechtes Ende. Der Premier-Minister selbst hat einen Reis-Dieb und eine Taschendiebin in der Familie. Vergleichsweise milde Strafen für solch einen drakonischen Vollzug mit Verschiffung ins unbesiedelte Australien.
  • Auch die Royal-Familie scheint hier ganz hoch im Kurs zu stehen. Jeden Tag gibt’s ein Update in der Zeitung … Frau Merkel muss da leider mit den hinteren Seiten vorlieb nehmen.
  • Und irgendwie muss der Aussie für das teure Leben auch an Geld kommen, also wird gearbeitet. Allerdings sind uns die Arbeitszeiten völlig unklar, da uns zu jedem Tag der Woche (wir waren ja von Freitag bis Montag in Sydney unterwegs) Herrscharen Surfer oder Jogger begegneten. Und macht der Job mal keinen Spaß mehr, wird einfach gewechselt. Caren in Melbourne erzählte uns, dass der Lebenslauf hier keine große Rolle spiele, sondern die Zufriedenheit im Arbeitsalltag im Vordergrund steht. Also einfach den perfekten Job gefunden und dann ab in die Welle – so lässt es sich entspannt leben. 😀

Sydney, Bondi und ganz viel Oper

Freitagmorgen hatten wir noch mal einen letzten schönen Sonnenaufgang im Wohnmobil. Nachdem die letzten Utensilien in den Koffern verstaut waren, sind wir nochmal eine Stunde an den Strand den Wellenreitern zuschauen. Diesmal hatten wir sogar 25 gezählt – und das mitten in der Woche am Vormittag! Am frühen Nachmittag haben wir dann unser zu Hause auf Zeit nach ca. 2400km in der Nähe des Flughafens in Sydney abgegeben und sind mit dem Taxi in unser schönes kleines Hotel in die Innenstadt. Wobei letzteres nicht ganz richtig ist, da Sydney tatsächlich nur aus ein paar Querstraßen besteht und wir selbst mit 10min zum Botanischen Garten noch in einem Vorort (Potts Point) schlafen. Am Samstag hat es mal wieder den gesamten Tag geregnet. Aber wie immer war Familie Böhme trotzdem auf den Beinen und hat schon mal alles was Sydney so hergibt erlaufen: Mrs Macquaries Point mit Blick auf die Oper, die Harbour Bridge und den CBD, Botanischen Garten,  The Rocks Market, Paddys Market, Circular Quay, diverse Einkaufs- und Restaurantstraßen und das Rotlichtviertel. Dies allerdings nur zufällig als wir in der Umgebung nach unserem Abendessen suchten. Dafür war der Sonntag ein richtiger Sonnentag und für uns ging es mit der Fähre nach Watsons Bay. Dann durften auch unsere Wanderschuhe wieder ihrer Berufung nachkommen und trugen uns zum South Head Leuchtturm und zum „The Gap“ (Steilküste). Der Bus brachte uns dann nach Süden zum bekanntesten Strand Sydneys – Bondi Beach. Von dort führt ein schöner Küstenspazierweg nach Bronte Beach. Den konnten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen und so mischten wir uns unter die vielen anderen Sonntagsspaziergänger. An einem Aussichtspunkt sahen wir dann durch Zufall in der Ferne im Meer eine kleine Fontäne und konnten unser Glück kaum fassen: Wale!!! Zwar soweit weg, dass wir unser Fernglas bemühen und ganz schön suchen mussten, doch sie waren beim Auftauchen deutlich zu sehen.

Zurück in der City waren wir pünktlich zum Sonnenuntergang auf den besten Plätzen mit Blick auf Oper & Harbour Bridge. Dieses Motiv hat uns so gut gefallen, dass ihr es gleich 6 mal in den angehängten Fotos seht. Ratet mal wieviele Bilder wir wirklich davon haben 😉

Beachtime in Australien

An unserem letzten vollen Tag mit Wohnmobil sind wir vom Westen zum Nordosten Sydneys gefahren und haben dabei mehrere von Sydneys unzähligen Vororten gesehen (Sydney wird auch Stadt der Vororte genannt und besteht anscheinend nur aus der City.). Unser Ziel waren die nördlichen Strände. Das Wetter war heute sehr schön und so sind wir in Manly an der Promenade spazieren gegangen. Da noch Koffer packen anstand, sind wir kurz nach dem Mittag weiter gen Norden und standen auf einem schönen Campingplatz nur einen Steinwurf vom Meer. Da mussten dann die Koffer doch noch warten, da wir wenigstens einmal in Australien die Füße in den Ozean halten wollten. Wir hatten zwar auch unsere Badesachen eingesteckt, aber bei den tollen hohen Wellen war daran nicht zu denken. Dafür schauten wir den Surfern zu, die immer zahlreicher aufs Meer raus paddelten. Wir konnten uns kaum von der schönen Atmosphäre lösen und Mathias überlegt, ob er seinen Job nach Australien verlagert und nach der Arbeit professioneller Wellenreiter wird. 😉

Mist, es ist „misty“!

Das Wetter in den letzten Tagen war wirklich miserabel. Angeblich der meiste Regen innerhalb weniger Tage, den die Umgebung von Sydney seit Jahrzehnten hatte. Nach Kiama hielten wir kurz in Wollongong zum Einkaufen. Wollongong ist eine nicht sehr schöne Industriestadt und nicht sehr spannend – dafür war es unser Einkauf umso mehr. Nachdem wir auf den Parkplatz gefahren sind, sahen wir, dass es nur eine Ausfahrt gibt und diese eine Höhenbegrenzung durch ein Baum und ein überstehendes Dach hatte. Zu unserem Pech lagen wir mit unserem Camper 1m über dieser Höhe. Einzige Möglichkeit war gegen die Einbahnstraße die Einfahrt rauszufahren – bei dem regen Zulauf holten wir uns dann lieber Hilfe im Supermarkt. Netterweise unterstützten uns am Ende  4 Verkäufer und stoppten den Verkehr, navigierten uns um eine seeehr enge Kurve und das alles mitten in einem Wolkenbruch. Als wir vom Parkplatz fuhren und die klatschnassen Verkäufer hinter uns ließen, hatten wir ein schlechtes Gewissen 😉

Von Wollongong ging es dann über den Grand Pacific Drive in den Royal National Park. Dieser ist wohl der zweitälteste Nationalpark der Welt. (Bei solchen Angaben fragen wir uns immer „Und welcher ist der älteste?“.) Eigentlich wollten wir dort ein bisschen wandern und endlich mal wieder was für unsere Fitness tun. Die langen Autofahrten und die Internetpausen bei Mc Donalds haben unseren Figuren nicht sehr gut getan 🙂 Aber leider regnete es immer noch und so fuhren wir weiter nach Sydney. Dort stoppten wir kurz im Olympic Park und waren damit in allen 3 Olympischen Stätten der letzten 12 Jahre (Athen und Bejing). Unser nächstes und letztes großes Ziel waren die Blue Mountains westlich von Sydney. Dieser Nationalpark liegt nur wenige Autostunden von Sydney und ist damit eines der Hauptausflugsziele der Sydneyer. Er heißt so, weil er überwiegend aus Hügeln mit Eukalyptuswäldern besteht, deren Ausdünstungen im Sonnenlicht von weitem bläulich erscheinen. Wir hatten nicht ganz so viele Chancen dieses zu beobachten, da es kaum Sonne gab. Es war überwiegend „misty“ und „foggy“. So sahen wir auch so gut wie gar nichts von den Wasserfällen Wentworth Falls und Katoomba Falls. Am Mittwoch besuchten wir die Scenic World in Katoomba. Dort ging es dann erst mit der steilsten Bergbahn der Welt ins Tal. Mit 52Grad Gefälle, offenen Sitzen und Indianer Jones Musik fühlte es sich an wie eine Achterbahn. 🙂 Unten angekommen, kam dann doch die Sonne raus und wir konnten endlich eine Wanderung durch den Regenwald machen. Zurück auf die Bergstation ging es dann mit der Seilbahn. Zum Glück waren wir zeitiger unterwegs als die 7 Reisebusse mit Asiaten!

Da der Nebel sich etwas verzogen hatte, fuhren wir schnell zum Echo Point – dem Aussichtpunkt für die 3 Sisters (3 Gesteinssäulen) und genossen den tollen Ausblick auf die BlueMountains. Wirklich beeindruckend die Kliffhänge mitten in einem riesigen Regenwaldteppich.

Mit einer Schleife über Lithgow fuhren wir dann zurück nach Sydney und hatten immer wieder tolle Ausblicke – allerdings wieder im Regen…

Durchs Niemandsland zurück an die Küste

Am Donnerstag Morgen standen wir noch zeitiger auf als sonst um noch vor 9 am Apollo Office in Melbourne zur Reparatur unseres Handgriffes für den Wohnraum zu sein. Dieses wurde dann improvisiert behoben und da auch der Warmwasserbereiter mit gut zureden doch funktioniert, konnten wir viertel  10 schon wieder los. Ein Gutes hatte die ganze Sache dann noch, da wir erfuhren, dass wir nicht wie geplant an der Küste von Melbourne nach Sydney fahren können, weil in der Gegend der Lake Entrance alles wegen Regen überflutet ist. Also blieb uns nichts anderes übrig als die Inlandroute bis Canberra zu nehmen und dann wieder für das letzte Stückchen an die Küste zu fahren. Wie schon geschrieben, bestand die Inlandroute nur aus Highway und außer Steppen, Kühen  und kleinen nicht erwähnenswerten Ortschaften gab es nicht viel zu sehen. Die meisten Touristen scheinen auch sonst die Küstenroute zu nehmen, denn wir mit unserem dicken Wohnmobil fühlten uns ein wenig fremd. So war es für den Herren in der Information in Seymour wahrscheinlich das Highlight des Jahres, dass eine Deutsche nach W-LAN gefragt hat 🙂 Nach etwas Small talk (den die Aussies sehr gut beherrschen!) wurden wir an das „McDonalds Family Restaurant“ verwiesen. Erst als wir das große gelbe M sahen, wurde uns bewusst, dass es  sich nicht um eine kleine Gaststätte handelt. Sehr interessant und erschreckend bei unseren Internet-Abstechern zu McDonalds ist, dass es wirklich ein „Familien-Restaurant“ ist und zu jeder Tageszeit in allen kleinen Orten voll mit Leuten allen Alters ist. Heute humpelte sogar eine 80jährige mit ihrem Gehstock zur Burgertheke.

Ein netter Zwischenstopp auf unserer Fahrt durch die Weite des Inlandes war Beechworth. Diese wohl besterhaltene Goldgräberstadt erinnerte mit seinen kolonialen Holzhäusern an einen Western Film. In einer netten Bäckerei aßen wir dann endlich wie von Caren empfohlen, die typischen „Pies“ (Blätterteig mit Hack gefüllt und mit Käse überbacken) und das Banana bread (Rührkuchen mit Nuss(?)&Banane).

Am Freitag erreichten wir dann Canberra und nach einer kurzen „Stadtrundfahrt“ in unserem Wohnmobil suchten wir unser Nachtlager im Nachbarort Queanbeyan. Seit Freitag ist es auf den Campingplätzen ordentlich voll, da hier wegen dem Geburtstag der englischen Königin ein verlängertes Wochenende ist. Die Nacht wurde es dann mit -5Grad richtig schweinekalt. Theoretisch mit unserer Heizung per Klimaanlage kein Problem – nur leider scheint diese bei Minusgraden die Segel zu streichen. Zum Glück war es bei Florian im Alkoven noch warm genug und die Mama blieb als „Wärmequelle“ oben. So musste nur Papas Nasenspitze unten frieren.

Am nächsten Tag überquerten wir dann die Great Dividing Range (Hügelkette) und haben seit dem wieder wärmere Nächte. In Batemans Bay ging es dann sofort ans Meer und in Ulladulla saßen wir bei Pizza und Seafood mit Blick auf den Hafen im Sonnenschein draußen. Diese beiden Orte sowie unsere nächste Station Huskisson (kurz „Husky“ bei den abkürzungswütigen Aussies) sind gut besuchte Ferienorte und so war an diesem Wochenende auch viel los um uns herum. Davon ließen wir uns dann gerne anstecken und machten einen entspannten Strandspaziergang, aßen leckeres Eis und bummelten zurück zum Campingplatz.

Am Sonntag wollten wir in Jervis Bay zum Leuchtturm. Das „Historic Lighthouse“  leider nur eine Ruine meinte, bemerkten wir dann erst, als wir den Leuchtturm vergeblich suchten. Die Aussichtsplattform an den Überresten des gesprengten (weil nutzlosen) Leuchtturms bot aber tolle Blicke auf das Meer und laut Touristeninfo sollen mehrere Wale dort unterwegs sein. Leider hatten wir auch diesmal kein Glück und Objekte im Wasser entpuppten sich im Fernglas nur als Felsen und Boote. Also ging es weiter zum Hyams Beach – laut Guiness Buch der Rekorde der weißeste Sandstrand der Welt. Und er war tatsächlich sehr sehr hell – wir haben ein Babygläschen als Beweis gefüllt. Über eine kurvige, enge Straße ging es dann ins Kangaroo Valley. Ob das nun wegen den vielen gleichnamigen Tieren so heißt, können wir nicht sagen – wir haben keine gesehen. Dafür aber die Hängebrücke mit Festungsähnlichen Pfeilern, die im Reiseführer stand. Diese war ein wenig  unspektakulärer als sie klingt. Der Weg zurück an die Küste führte dann wieder schön durch Eukalyptuswälder in denen es wieder einmal nach „Apotheke“ roch. Ganz touristisch fühlten wir uns dann wieder zwischen Dutzenden Indern und Asiaten am Blowhole in Kiama. Mit jeder zweiten Welle spritzt das Meerwasser aus einem großen Felsloch und entlockt allen ein begeistertes „Oooh“ oder „Aaah“.

Nun liegt Sydney nur noch 1,5 Autostunden entfernt und wir wollen noch einige Wanderungen in den umliegenden Nationalparks unternehmen, bevor wir das Wohnmobil am Freitag schon wieder abgeben und dann noch 4 Tage Sydney per pedes erkunden.

Und immer weiter auf der linken Seite

Eigentlich wollten wir von Melbourne an der südöstlichen Küste rum nach Sydney fahren. Doch schwere Überschwemmungen machen dieses Gebiet derzeit unpassierbar und wir nahmen den Hume Freeway landeinwärts Richtung Sydney. Damit sind wir seit Warrnambool etwa 1.000km High- und Freeways durch die unendlichen Weiten Australiens gedüst – Zeit genug, um wieder einmal das Straßenleben zu analysieren 🙂

Zunächst zu unserem Gefährt – wir fahren nun in Australien mit guter deutscher Wertarbeit durch die Gegend: einem VW Crafter. Eigentlich ein Auto mit Ladefläche für Handwerker oder eben die Touristen als Wohnmobil. Traditionell deutsch ist der Blinker nun wieder auf der linken Seite. Für erhöhten Komfort sorgt die Automatik-Schaltung. Starten, „Gang“ einlegen und aufs Gas Drücken. Gerade im Stadtverkehr sehr angenehm, wenn man sich noch immer ein bisschen mehr auf die linke Seite konzentrieren muss, denn hier in Australien ist schon deutlich mehr los auf den Straßen! Und als Highlight ist eine Art Tempomat verfügbar: ein Geschwindigkeitsbegrenzer – man stellt die gewünschte Geschwindigkeit ein und drückt kräftig aufs Gas – ist die Geschwindigkeit erreicht regelt er dann selbst die Diesel-Zufuhr, egal wie stark man auf dem Gas steht. Nur wenn man loslässt, wird das Auto wieder langsamer. Sehr nützlich auf nicht enden wollenden Highways, aber eben doch mit der Sicherheit, dass der Fahrer nicht hinter zum Tee-Kochen geht 😉 Erlaubt sind auf den Highways allgemein 100 km/h. Auf den Freeways, vergleichbar mit unserer deutschen Autobahn, darf man sogar 110 km/h fahren. Also alles keine Geschwindigkeiten, um Australien in einer Woche zu bereisen 😉 Bei dieser langweiligen, monotonen Fahrweise scheinen die Fahrer schnell müde zu werden – alle paar Kilometer warnen Schilder vor der Müdigkeit und ein Rastplatz wird hier zur „Powernap Area“. Auch wenn die Entfernungen lang und die Umgebung nicht viel her gibt, beschränken wir uns auch auf dem Freeway auf 100 km/h. Das schont die Ohren und den Geldbeutel, denn leider ist Diesel hier teurer als Benzin und kostet etwa das gleiche wie in Neuseeland, nur leider in noch teureren AUS-$. Die 15l Verbrauch schmerzen da schon ein bisschen. Doch besser als die 17l in Neuseeland 😉

Unterwegs kann man hier wieder die typisch gelben Schilder beobachten, welche vor jeglichen Gefahren warnen, z.B. Kängurus oder Koala 🙂 An der Great Ocean Road wurde auch nicht selten vor Wasser auf der Straße gewarnt – statt ständig eine Brücke zu bauen, werden die Regen-Bäche einfach über die Straße geleitet. Im Hinterland gibt es nun sogar einen Pegel-Messer, damit der Aussi weiß, ob seine erhöhte, externe Luftzufuhr trocken bleibt (zum Glück war es im Hinterland trocken und die Bäche nicht Straßen-hoch).

Seinen Gelände-gängigen Jeep nutzt der Aussi dann auch gern, um mit seinem Wohnwagen (also Anhänger)  in den Urlaub zu fahren. Hier sehen wir kaum noch Wohnmobile wie unseres. Allgemein sind die Autos auch nicht ganz so alt wie in Neuseeland. Das Durchschnittsalter ist vielleicht ähnlich wie in Deutschland, nur die Geländegängigkeit ist höher.

Zwar konzentrieren sich die meisten Aussies in den Großstädten, doch auch unterwegs gibt es hin und wieder Ortschaften. Diese schreiben dann immer gleich ihre Einwohnerzahl an das Eingangsschild (neulich eine auf den Mann oder die Frau genau!). Doch gibt es hier keine Überraschungen, die meisten Orte entlang der Strecke Melbourne – Canberra hatten deutlich weniger als 10.000 Einwohner, dafür nicht selten eine Tankstelle, eine Bibliothek, einen Supermarkt und mindestens eine Fast-Food-Kette. Ausgeschildert sind diese Ort dann auch wieder auf hunderte Kilometer. Ein Vergleich zwischen Gundagai (2.300 Einwohner) und Hönow würde dieses Mal sogar eine erste Beschilderung in Nürnberg erfordern! 😀

Die Fahrt auf dem Freeway, der australischen Autobahn ist auch ein bisschen anders als bei uns. Da hier jeder Farmer seine eigene Autobahnzufahrt benötigt (Die Farmen sind groooß), lohnt es bei der geringen Nutzung nicht, jedes Mal eine Brücke oder einen Tunnel zu bauen, also biegt man einfach rechts ab, passiert vorsichtig die entgegenkommenden beiden Spuren und ist schon zu Hause. Große Städte, wie das oben erwähnte Gundagai, haben für die Touristen natürlich eine ordentliche Auf- und Abfahrt. Spannend ist die Fahrt ansonsten nicht auf dem Freeway, immer durch die Steppe durch, mal etwas hoch, mal etwas runter und nie mehr als 110km/h. Dafür dürfen alle so schnell fahren: die Autos, Wohnmobile, Wohnwagen und längeren und höheren LKWs – aber auch die Fahrradfahrer. Vermutlich mangels alternativer Wege dürfen diese auch auf dem Standstreifen der Autobahnen fahren.  Und wo der Freeway noch nicht um einen Ort herumläuft, verengt er sich kurz auf eine Spur je Richtung und läuft geradewegs durch den Ort durch als Landstraße, um danach wieder kräftig in die Breite zu gehen, denn Platz hat man ja hier im Niemandsland.

Und kommt man nach der langen Reise mit einem dreckigen Auto an, gibt es natürlich auch hier Waschanlagen, meist kombiniert mit Hundewaschanlagen – Bello auf der Pickup-Ladefläche will ja schließlich auch sauber ankommen 😉 Blöd nur, wenn die Waschanlage auf der falschen Straßenseite liegt. In Melbourne waren Wenden an Ampeln noch erlaubt. Kaum in New South Wales angekommen hielt uns die Polizei nach einem Wendemanöver an und mahnte uns sehr freundlich und entspannt, dass dies hier nicht erlaubt sei – das verstehe mal noch einer!

Wir werden die letzten Kilometer auf der linken Seite noch wachsam bleiben und uns dann aber hoffentlich schnell auch wieder an die rechte Seite in Europa gewöhnen 🙂

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