Autor: Laura, Florian, Denise und Mathias (Seite 5 von 14)

Der Morgen in Koyasan

Die Nacht endete, zumindest für uns Erwachsene, zeitig kurz vor 6 Uhr. Denn ab 6 Uhr fand das Morgengebet statt. Wir verfolgten etwa 50 Minuten Mönchsgesänge (Sutras) und anschließend noch ein paar persönliche Worte zu uns vom obersten Mönch unseres Tempels (an seiner roten Kluft zu erkennen). Ein (vermutlich amerikanischer) Mönch übersetzte wo nötig ins Englische und führte uns noch kurz durch die Andachtshalle, wo zahlreiche kleine, goldene Stehlen mit Namen standen, die an die Vorfahren erinnern.
Wir Eltern legten uns dann noch einmal kurz zu unseren schlafenden Kindern, doch wurden schon recht bald vom Telefon geweckt, welches uns kurz nach 7:30 Uhr erinnerte, dass doch um 7:30 Uhr das Frühstück begann und man uns schon vermisste. Da wir die Kinder nicht in 4 Minuten aus dem Bett holen, waschen, anziehen und in den Speiseraum bringen konnten, klingelte das Telefon noch ein zweites Mal – im Tempel wird pünktlich und gemeinsam halb Acht Frühstück gegessen 😉
Zum Start in den Tag gab es wieder Reis, Miso-Suppe und Eingelegtes, sowie etwas Pilze und Tofu aus einer Brühe, und Tee. Die Kinder waren nicht sehr überzeugt…

Nach dem Frühstück legten wir uns abermals hin, aber nur für eine halbe Stunde. Dann schlossen wir die Koffer und stellten sie nach dem Check-out im Tempel unter, damit wir leicht bepackt mit dem Bus nochmal zum Friedhof fahren konnten. Am Tag war der Friedhof genauso imposant. Der Guide gestern meinte, dass hier etwa 200.000 Menschen „begraben“ sind. Hier in Koyasan wird nur der zweite Wirbelknochen beerdigt, da dieser wie ein betender Buddha aussieht. Der Rest des Körpers wird verbrannt und ganz normal in der Nähe der Familie/zu Hause begraben. Im Hellen konnten wir heute auch das Mausoleum von Kobo Daishi sehen. Der Gründer des Buddhismus ist noch heute hinter dem Zaun in ewiger Meditation. Allerdings ist es schon 1200 Jahre her, dass ein Mönch nachschaute. Morgens 6 Uhr und 10:30 Uhr gibt es Mahlzeiten für Kobo Daishi. Die Zeremonie für die Mittagslieferung hatten wir uns angesehen: dafür wird von der Küche des Friedhofs eine Kiste mit Essen in die Halle vor dem Mausoleum getragen, wo dann wiederum von Mönchen Sutras gesungen/gebetet werden. Kobo Daishi verfolgt also strenges Intervallfasten und überhaupt kommt er an seine Mahlzeiten gar nicht ran, wenn er hinter dem Zaun hinter der Halle im Mausoleum ewig meditiert 😉
Nach einem Spaziergang über den Friedhof kehrten wir noch in einem kleinen Café ein, um die hungrigen Mäuler zu stopfen (der Frühstück war ja nicht für alle so ergiebig…) und für die Reise nach Kyoto gerüstet zu sein.

Dann ging es wieder mit dem Bus zur Standseilbahn, mit dieser herunter vom Berg und weiter mit zwei Zügen nach Osaka. In dieser Richtung war es deutlich ruhiger um Zug – schlafen wie ein Mönch scheint nicht annähernd so erholsam zu sein wie im königlich gebetteten Zuhause 😉

Koyasan

Am Montagmorgen ging wieder die Geschäftigkeit in Osaka los. Überall gingen Geschäftsleute ihrer Wege und beim Frühstück war es fast leer. Arbeitswoche halt – aber nicht für uns. Wir verließen Osaka und fuhren mit U-Bahn, Zug, Zug, Seilbahn und Bus nach Koyasan. Koyasan ist ein kleiner Ort in den Bergen südlich von Osaka (ca. 800m über NN) und voller Tempel. Unterwegs sahen wir saftig grüne Wälder (die Regenzeit endete erst vor unser Ankunft in Japan) und teils etwas heruntergekommene Bahnhöfe.
In Koyasan angekommen stellen wir unser Gepäck im Übernachtungs-Tempel ab und gingen erstmal auf die Suche nach Essbarem. Das erste Café war leider voll, sodass wir ein paar lokale Süßigkeiten probierten und dann noch ein Sandwich genossen.
Klimatisch ist es hier auch recht warm, aber mit „nur“ 29°C nicht ganz so heiß wie Osaka.
Wir hatten eine Tempel-Übernachtung gebucht und bezogen am Nachmittag unser Zimmer – erst nur mit einem Tisch ausgestattet.

Nach dem Check-in nutzen wir die Chance und besuchten den leeren Onsen. Dazu zogen wir uns Yukata an (wichtig, die rechte Seite liegt am Körper an, denn die Toten werden andersherum gewickelt), duschten uns im Sitzen ab und gingen in das heiße Bad – den Onsen. Und heiß ist hier wirklich Programm! Der Damen-Onsen war Laura zu heiß und selbst die Jungs hielten es nur kurz aus. Anschließend wird wieder geduscht, inkl. Haare waschen. Auf dem Zimmer haben wir übrigens keine Dusche.

Frisch gereinigt spazierten wir noch eine kleine Runde durch die Nachbarschaft und bestaunten die Große Zentrale Pagode. Denise und Laura gingen auch hinein kurz bevor sie um 17 Uhr geschlossen wurde.

17:30 Uhr wurde das Abendessen in unserem Tempel serviert. Es gab ein Menü mit 9 Gängen, vegetarisch-buddhistisch. Ganz klassisch essen die Mönche meist nur ein Dreierlei aus Reis, Miso-Suppe und eingelegtem Gemüse.
Während wir aßen, wurde unser Zimmer in ein Schlafgemach „umgebaut“. Die Kopfkissen waren übrigens eher eine Art festes Kirschkernkissen (vielleicht auch Reis oder Holzpellets oder Kunststoffperlen).

Nach dem Abendessen machten wir uns noch einmal auf den Weg durch Koyasan – am anderen Ende des Dorfs liegt Japans bedeutendster Friedhof. Wenn das kein guter Grund ist, mal im Dunkeln rüber zu wandeln 😉

Osaka Metro

Die U-Bahn in Osaka wird sowohl Metro also auch teilweise Subway gennant. Sie hat uns gute Dienste geleistet in Osaka – zumindest mit unserem zentral gelegenen Hotel. Wenn es weiter raus geht, gibt es dann so etwas wie S-Bahnen oder Regionalbahnen, die meist von verschiedenen privaten Anbietern betrieben werden und dann entsprechende Startbahnhöfe in der Stadt verteilt haben. Der Takt kann mit sehr häufig beschrieben werden. Zu keiner Tages und Abendzeit mussten wir länger als 2-3 Minuten auf die nächste Bahn warten. Fahren nach Fahrplan ist als Reisender nicht nötig.
Auf unseren Reisen durch die Unterwelt hat uns Google Maps sehr gute Dienste erwiesen. So ist das komplette Bahnnetz sehr gut integriert, samt Informationen welcher Wagen der beste zum Aus-/Umsteigen ist und welchen Ausgang man nehmen soll, um dann entsprechend best-möglich als Fußgänger zu seinem Ziel zu gelangen. Auch auf den Bahnhöfen selbst gibt es Karten mit allen Ausgängen und deren Nummern. Es gibt sogar immer Pläne, wo an den anderen Stationen Treppen, Rolltreppen und Aufzüge zu finden sind, sodass man sich frühzeitig orientieren kann. Die Wagen und Türen sind durchnummeriert, damit man sich bestens zurechtfinden kann. Die Info gibt es sowohl außen an den Bahnsteigen oder Bahnsteigtüren, wenn es welche gibt, als auch im Zug an jeder Tür. Das macht das Treffen in der Bahn mit Freunden sicherlich ungemein einfacher!
Da klar ist, wo welche Tür ist (Markierung am Boden und/oder Bahnsteigtür), können sich die Japaner auch gezielt zum Einsteigen aufstellen. In der Mitte wird ein Gang für die Aussteigenden gelassen und dann geht es geordnet und zügig rein. Wer zu erst kam, darf hier auch tatsächlich zuerst einsteigen, nicht wer am meisten Aufstell-Glück hatte.
Die Fahrt mit der Metro geht am besten mit einer „IC-Card“, also einem elektronischen Ticket ähnlich einer Kreditkarte, die man vorher mit Geld auflädt. Unsere Karte in Osaka heißt „ICOCO“ und kann auch im Rest Japans eingesetzt werden. Dann geht man nur mit einem Karte vorhalten („tappen“) durch die Schranke und am Ausgang mit tappen wieder raus. So weiß die Maschine, wie weit man gefahren ist und wieviel Geld vom Guthaben abgezogen wird. Das wird einem dann am Ausgang auch gleich angezeigt. Für gewöhnlich ist die Schranke dauerhaft geöffnet und würde sich vermutlich nur schnell schließen, wenn es jemand ohne Bezahlung versucht durchzukommen. Aber sowas konnten wir nicht beobachten – die Japaner sind dafür einfach zu umsichtig und außerdem ist das U-Bahnfahren auch gar nicht teuer.
Wir haben die Metro nicht zur Hauptverkehrszeit genutzt, aber vermuten dass es sehr voll wird. Denn Wochentags vom ersten Zug bis 9 Uhr gibt es dedizierte Waggons nur für Frauen. Somit sollen ungewollte Berührungen in vollgequetschten Wagen vermieden werden.
Ansonsten ist der Japaner natürlich sehr rücksichtsvoll in der U-Bahn. Stört der Rucksack einen Mitreisenden, nimmt man ihn bitte in die Hand. Schilder erinnern alle, dann man das Handy doch bitte lautlos stellt. Wenn man telefonieren muss, dann bitte nicht am Telefon reden (nur zuhören). Auf „Priority Sitzplätzen“ für Ältere und Schwangere soll man das Handy ganz ausschalten, damit man auch gar nicht verpasst, wenn jemand mit Bedarf einen Sitzplatz angeboten bekommen mag. Essen darf man nur, wenn es andere nicht stört. Aber eigentlich Essen Japaner ja nicht unterwegs…
Zu unserem Glück ist alles immer in Japanisch und English ausgewiesen, sodass wir uns bisher hervorragend zurechtfinden konnten. Auch die Ansagen im Zug sind immer zweisprachig. Das hatte sich wohl mit Olympia in Tokio stark gebessert. Somit ist also Google Maps stärker in Benutzung als die Übersetzungs-App 🙂

Wasser von allen Seiten

Eigentlich hatten wir mal angedacht, gestern in ein „Schwimmbad“ zu gehen. Da die Zeit dann nicht mehr reichte, kamen wir heute nicht mehr drum herum und hatten die „Spa World“ als ersten Punkt auf der Tagesplanung. „Onsen“ sind typische heiße Bäder in Japan und hier sollte es noch Wasserrutschen und Schwimmbecken dazu geben. Da die eigentlichen Onsen unbekleidet und daher strikt getrennt nach Männlein/Weiblein genutzt werden, war die Damenumkleide und Damen-Onsen auf der 4. Etage, wir Männer durften in die 6. Etage. Auf der 8. Etage trafen wir uns im „Spaßbad“ (interessant, dass man im Erdbebengebiet das Spaßbad in die oberste Etage legt…). Es gab eine Strömungskanal und zwei große Reifenrutschen, die extra kosteten und extra Berechnungen erforderten. Je nach Rutsche durfte das Maximalgewicht sowie die Gewichtsdifferenz der Rutschenden nicht überschritten werden. Da alle Kombinationen die Differenz auf der nicht-Harakiri-Rutsche verfehlten, zahlten wir nur den Aufpreis für die Kinderecke, wo es zwei kleine Rutschen mit ausreichend Spaß für Florian und Laura gab. Natürlich probierten wir dann auch die Onsen aus. Bei 38,5°C bis 42°C hielten wir es jedoch nicht lange darin aus und rutschen lieber noch ein wenig. Nach einer Stärkung in einem der zahlreichen Imbisse wuschen wir uns ausführlich im Onsen-Bereich – im sitzen (keine Fotos vorhanden 😉 ). Es gab Duschbad und Co., Rasierer/Haarbürsten, Zahnbürsten und Handtücher soviel man wollte.

Frisch gewaschen ging es noch einmal kurz zu den alten Videospielen und dann weiter ins Osaka Aquarium Kaiyūkan. Heute am Samstag war hier gut was los, sodass wir unser Ticket vor Ort erst für 1,5 Stunden später kaufen konnten. Sie Zeit verging bei einem Eis/Crêpes/Donut jedoch ganz schnell und schon waren wir wieder von Wasser umgeben. Ganz im japanischen Sinne bewegten wir uns in Höchstgeschwindigkeit einmal die Küsten am Pazifik entlang in Form von Aquarien. Das Highlight war das Pazifikbecken mit zahlreichen Großfischen und 2 Walhaien – sehr beeindruckend, ja regelrecht beruhigend, würden nicht überall 3 Reihen Besucher an der Scheibe kleben (uns inklusive). Glücklich mit zahlreichen Stempeln und einem Walhai-Kuscheltier traten wir raus in die mittlerweile angenehme Abendwärme.

Die Sushi-Erfahrung von gestern ließ die Kinder nicht los und so ging es heute in eine andere Filiale der gleichen Kette wie gestern: Sushiro. Nur dieses Mal hatten wir leider keine Tischreservierung und mussten Samstagabend halb 8 eine Dreiviertel Stunde auf einen Tisch warten. Doch dann ging es wieder ganz schnell und der erste Sushiteller kam angefahren und war noch viel schneller geleert.
Nur ein wenig südlicher bestaunten wir danach noch die Menschenmassen und Leuchtreklamen von Dōtonbori, bevor es nach einem weiteren langen Tag zur späten Stunde nach Hause ging. Nun liegen die Kinder halb elf im Bett und wir großen werden auch bald folgen.

Der erste Tag im heißen Osaka

Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen für den Tag und verließen erst gegen 11 Uhr das Hotel. Der erste Weg führte uns in ein Schreibwarengeschäft. Hier scheint es überall Stempel zu geben (an der Hotelrezeption z.B. ein riesiger), um seine Erlebnisse auf Papier festzuhalten. Nun haben die Kinder jeweils ein A5 Heft und wir sind auf der ständigen Suche nach Stempeln 🙂
Mit der Subway (U-Bahn) ging es dann zur Osaka Burg. Eines DER Wahrzeichen Japans. Bei 34°C kamen wir zum Glück kampflos durch die Tore und nutzen jeden Schatten der sich uns bot. Innerhalb der zwei Wehranlagen gab es ein tolles Schloss/Burg zu sehen (von außen), auch wenn es nach diversen Zerstörungen mehrmals neu gebaut werden musste.

Weiter ging es mit der Subway Richtung Süden zum Shitennō-Tempel. Da der Hunger erste Anzeichen sendete, aßen wir zunächst typische Spezialitäten aus Osaka von einem Imbiss. Ganz typisch Deutsch verspeisten wir die Leckereien gleich daneben im Schatten, sehr zur Verwunderung der (zum Glück wenigen) vorbeilaufenden Japaner – sie zelebrieren ihr Essen mehr und würden nicht auf die Idee kommen, bei den Temperaturen außer Haus oder nicht wenigstens im klimatisierten Restaurant zu essen. Aber beides hatten wir gerade nicht parat und konnten auch im Stehen genießen 😉
Im Tempel gab es dann geharkte Steinbeete, Buddha-Statuen und eine Pagode zu besichtigen. Letztere nur barfuß, weil man in heilige Stätten nicht mit Schuhe treten darf.
Statt des Ortsstempels gab es hier im Tempel einen besonderen Stempel (Goshuin) auf den noch etwas von Hand geschrieben wurde.

Nach einer Limonade aus dem Automaten und einem Eis vom Kiosk vor dem Tempel ging es in das Vergnügungsviertel Shinsekai. Hier gibt es verschiedenste Geschäfte, Souvenirläden, Restaurants, eine Art Eiffelturm und ganz viele Abbilder des Gotts der Glücks/Zufriedenheit. Unser Highlight war ein Spielautomaten-Laden mit alten Computerspielen, die jeweils nur 100 ¥ (Yen), also etwa 0,60 € kosteten – der Gott hat also gleich seine Dienste geleistet…

Mit der Subway ging es zum Frischmachen zurück ins Hotel und gleich weiter nach Umeda – einem weiteren Vergnügungs- / Ausgehviertel. Hier trafen wir uns mit unserem Kollegen Martin, der schon seit 7 Jahren in Japan lebt, zum Sushi.
Und was haben die Kinder Sushi gegessen. Wir waren bestimmt die besten Kunden des Jahres 😉 Bestellt wurde über ein Tablet und dann kamen die Sushi-Teller über ein Laufbandsystem direkt zu uns. Zu unserem Glück war das Sushi sehr günstig und wir bezahlten etwa so viel, wie für uns 4 und die halbe Menge in Deutschland.

Wenn man an Japan denkt, ist bunt und kitschig selten weit weg. Und genau so finden wir die Welt hier auch wieder. Seriöse Häuser haben Comic-Figuren aufgemalt, Katzenohren am Handy oder der Kapuze oder Automaten mit „Kinkerlitzchen“ – hier ist einfach alles ein wenig bunter.

Ankunft in Osaka

Der Flug nach Osaka war zweigeteilt: Von Berlin ging es in ca. 6h nach Doha und nach 3 Stunden Umstieg in 10h Flugzeit weiter nach Osaka. Auf dem ersten Flug war Mittagsschlaf geplant, aber die Kinder zu aufgeregt, doch im zweiten Flug machten wir dann unseren Nachtschlaf.

In Osaka kamen wir kurz nach 17 Uhr an und hatten am Flughafen noch allerhand zu erledigen: Einreise, Zollkontrolle, SIM-Karte fürs Handy abholen, Ged abheben und Chip-Karte für den Nahverkehr kaufen. Doch alles ging zügig von statten, sodass wir schon nach gut einer Stunde auf dem Weg zum Bahnhof waren. Abends um 7 war es noch gut warm auf dem Bahnsteig. In der Metro hingegen gleich wieder arktisch gekühlt.

Im Hotel angekommen, bezogen wir unser Zimmer auf der 18. Etage mit toller Aussicht. Für‘s Abendessen entschieden wir uns für den schonenden Einstieg nach der langen Reise und holten uns Pizza und Pasta … nicht sehr typisch 😉 Gegessen hatten wir dann aber doch ganz klassisch am niedrigen Tisch im Hotelzimmer. Ansonsten haben wir Matratzen für den Boden bzw. auf einem Holzpodest. Die Toilette hat ein eingebautes Bidet zum Reinigen nach dem Toilettengang – nur der Föhn fehlt, dafür ist der Sitz beheizt 😉

Nach einem Bad und Dusche gab es noch ein Familienspiel und kurz nach Mitternacht schalteten wir das Licht aus. Das klingt spät, aber war es doch erst 17 Uhr deutscher Zeit (7 Stunden Zeitverschiebung) und daher schon etwas ungewohnt. Aber wir konnten den Umständen entsprechend gut schlafen. Heute Morgen klingelte der Wecker 8:30 Uhr und machte uns das Aufstehen nicht leicht. Doch das Frühstück gibt es nur bis 10 Uhr und wir wollten ja nicht hungrig in den Tag starten…

Es geht wieder los

Dieses Jahr geht es für gut 6 Wochen um die Welt: 3 Wochen Japan, knapp 3 Wochen Australien und auf dem Heimweg noch kurz ein Stop-over in Singapur.

Heute geht es nun los. Der Check-in, die Sicherheits- und Passkontrolle am BER haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Oma und Opa verabschiedeten uns mit Nudeln & Würstchen am Flughafen – es soll ja keiner verhungern 😉
In Berlin scheint die Sonne, laut Bildschirm am Gate erwarten uns in Doha 40°C (aber wir werden hoffentlich nur innerhalb des Terminals sein). Am Ende der heutigen (und morgigen) Reise werden wir in Osaka in Japan ankommen – auch da wird es warm werden. Wir werden berichten!

Nun heißt es erst einmal 6 und 10 Stunden Flug gut hinter uns zubringen.

Adeus Portugal!

Am letzten Urlaubstag klingelte morgens der Wecker – wir wollten das WoMo möglichst zeitig zurückbringen, nachdem wir beim Abholen so lange warten mussten. Die Koffer wurden also fertig gepackt und geschlossen, die Rücksäcke gefüllt, unzählige Brote geschmiert (es muss ja alles alle werden 😉 ) und dann das Abwasser und die Toilette geleert. Kurz vor 9 Uhr ging es los in Richtung Sintra. Unterwegs noch schnell tanken und dann waren wir kurz vor halb Zehn beim WoMo-Verleiher. Nach 1063 km und durchschnittlich 10,5 Liter Diesel auf 100km gaben wir das Wohnmobil problemlos ab. Es war uns ein treuer Gefährte durch den Süden Portugals und ein tolles Wohnmobil. Eine halbe Stunde später saßen wir im Taxi in Richtung Flughafen.
Unser Flieger war für 13:50 Uhr geplant, doch in der heutigen Zeit wollten wir lieber zu früh als zu spät am Flughafen sein. Wir mussten noch ein wenig auf den Check-in warten, standen dafür aber fast ganz vorne in der Reihe. Die Zeit bis zum Abflug verging dann doch ganz gut und wir kamen auch halbwegs pünktlich los, gutem Wetter und einem pünktlich eintreffenden Flugzeug sei dank.
In Barcelona wechselten wir im gleichen Terminal nur den Flugsteig und mussten auch gar nicht lange bis zum Einsteigen warten. Im Flieger sitzend konnten wir dann sogar unserem Gepäck beim Einladen zusehen, sodass auch diese Sorge des fehlenden Gepäcks gebannt war. Am BER kamen wir pünktlich Dreiviertel Neun an. Vor dem Terminal warteten wir wenige Sekunden, bis wir eingewiesen wurden und auch die Koffer ließen nicht allzu lange auf sich warten. So schafften wir es in 40 Minuten von der Landung bis zum Verlassen des Terminals, wo Mathias Papa auf uns wartet und bequem nach Hause brachte. Hier warteten noch weitere Geburtstagsgeschenke für Florian, die natürlich gleich ausgepackt werden mussten. Am Ende dieses langen Tages waren alle froh, wieder in ihren eigenen Bettchen zu schlafen 🙂

Damit schließt sich die Berichterstattung von einem tollen Urlaub. Die Kinder hatten schon lange wieder einen MoMo-Urlaub eingefordert. Und so genossen sie die Fahrten mit Hörspielen oder Hörbüchern auf den Ohren und die Strände und Bademöglichkeiten. Die Altstädte und der leckere Fisch gefielen besonders Mama und Papa sehr gut. Alles in allem hatten wir einen tollen Urlaub mit vielen neuen Eindrücken und tollem Wetter. Die Zeit verging schnell und langsam zugleich. Die Ankunft und ersten Tage in Lissabon kommen uns schon wieder wie eine Ewigkeit weit weg vor.

Rückfahrt nach Lissabon

Heute am letzten Tag im Wohnmobil ging es direkt 2 Stunden zurück bis Lissabon und sogar etwas darüber hinaus. Der Regen hatte sich zum Glück verzogen und so fuhren wir bei schönem Wetter wieder an Korkeichen vorbei und durch grüne Landschaften. Unterwegs stoppten wir kurz an einem Ausblick runter auf Setúbal, wo wir die ersten beiden Tage verbrachten. In Sintra, nordwestlich von Lissabon, wollten wir eigentlich das Schloss besichtigen, aber fanden keinen Parkplatz. So fuhren wir gleich weiter zum Campingplatz südwestlich ans Meer und entschieden uns, lieber noch einmal ans Wasser zu gehen, statt noch das Schloss per Taxi anschauen zu fahren. Die Koffer für die Rückreise morgen mussten ja schließlich auch noch gepackt werden. Der Atlantik hier an der Westküste ist wieder wild und kühl, aber für die Füße war das gut genug. Zum Abschluss ging es nochmal in ein kleines, lokales Restaurant zum Fisch essen und Pastéis de Nata gab es auch noch ein letztes Mal.
Morgen früh heißt es dann zeitig aufstehen, das Wohnmobil zurückbringen und ab zum Flughafen. Der Rückflug wird über Barcelona gehen, da TAP unseren eigentlichen Direkt-Rückflug auf Montag verschoben hatte und wir dann wieder auf Samstag umbuchten.

Auf den Straßen Portugals

In guter alter Manier gibt es hier mal einen Einblick in den Straßenverkehr Portugals. Mit dem Wohnmobil kamen wir bisher eigentlich ganz gut voran. Die Straßen waren meist breit genug, um mit dem etwas breiteren WoMo nicht ins Schwitzen zu geraten. In den Städten selbst konnte es natürlich schon mal enger werden. Damals haben sie beim Errichten der Altstädte einfach noch nicht an uns WoMo-Urlauber gedacht 😉
Das Parken war nicht immer ganz einfach. Da Portugal in der Hauptsaison im Sommer von Wohnmobilen geflutet zu werden scheint, ist das Parken auf den normalen Parkplätzen mit großen WoMos oft untersagt. Doch bisher hatten wir Glück und fanden immer einen Parkplatz oder eine lange Lücke entlang des Straßenrands, um dann die Städte zu Fuß zu erkunden.
Der Straßenplaner Portugals scheint ein Freund von Kreisverkehren zu sein. So viele Kreisverkehre wie hier haben wir noch nirgendwo gesehen. Entlang der Algarve kamen sie teils im 1-2km Abstand. Das erspart dann zwar die Ampeln, aber ein zügiges, konstantes Vorankommen wird halt doch erschwert.
Beim Blinken sind die Portugiesen eher faul, oder zumindest abhängig von der individuellen Tagesform. Teils blinken sie beim Einfahren in den Kreisverkehr vorsorglich nach Links, damit man erkennt, dass sie länger kreisen – das ist sinnvoll und hilfreich. Andere blinken dann gar nicht, selbst nicht an der Ausfahrt, sodass man selbst nicht zügig in den Kreisverkehr einfahren kann.
Dörfer haben oft eine Ampel am Ortseingang, die registriert, wenn Autos ankommen und schaltet zur Beruhigung des Verkehrs auf Rot. Kommt man dann angeschlichen, schaltet sie rechtzeitig vor dem Stillstand wieder auf Grün.
Allgemein sind Ortseingangsschilder eher dezent – ein weißes Schild mit dem Ortsnamen in Schwarz – mehr nicht. Das sieht man sogar meist noch. Den Ortsausgang haben wir dann aber doch das ein oder andere Mal verpasst, sodass wir dann zu langsam fuhren. Innerhalb von Ortschaften sind eigentlich 50 km/h vorgeschrieben, doch manchmal auf größeren Straßen „bremsten“ uns die Schilder innerorts vor Kreisverkehren erst auf 70 und dann auf 50 km/h runter. Oder hatten wir wieder verpasst, dass wir gar nicht mehr im Ort war waren?!
Die Autobahnen sind mautpflichtig. Wir haben dafür extra einen kleinen Sender im WoMo, der mit der Mautbrücke elektronisch kommuniziert. So brauchen wir nicht mit Kleingeld am Schalter hantieren und können einfach über spezielle grüne Spuren durch die Mautstellen fahren.
Bedingt durch den Herbst und damit kälteren Temperaturen in Nordeuropa sahen wir sehr viele Autos mit anderen europäischen Kennzeichen. Das reichte von Spanien, über ganz viele Franzosen, natürlich Deutsche und Niederländer aber auch bis hoch nach Schweden und Finnland oder gar Irland. Da ist die Anreise dann ganz schön lang!
Gehwege sahen wir eher weniger – meist nur in den größeren Orten. Außerorts oder in kleineren Dörfern musste der sandige Seitenstreifen reichen. Der allgemeine Zustand der Straßen scheint auch hier abhängig von den lokalen Geldmitteln zu sein. Teils wurde unser WoMo ordentlich durchgeschüttelt, aber wir fuhren auch tolle, ausgebaute Straßen.

Unser MoWo ist übrigens 6,6m lang und 3,3m hoch. Das Gewicht kennen wir gar nicht so genau. Der Dieselmotor ist kräftig im Bedarfsfall und allgemein recht sparsam. Zum Rückwärtsfahren haben wir eine Kamera und Denise auf dem Beifahrersitz zum Einweisen in enge Campingplatz-Lücken 😉

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