In guter alter Manier gibt es hier mal einen Einblick in den Straßenverkehr Portugals. Mit dem Wohnmobil kamen wir bisher eigentlich ganz gut voran. Die Straßen waren meist breit genug, um mit dem etwas breiteren WoMo nicht ins Schwitzen zu geraten. In den Städten selbst konnte es natürlich schon mal enger werden. Damals haben sie beim Errichten der Altstädte einfach noch nicht an uns WoMo-Urlauber gedacht 😉
Das Parken war nicht immer ganz einfach. Da Portugal in der Hauptsaison im Sommer von Wohnmobilen geflutet zu werden scheint, ist das Parken auf den normalen Parkplätzen mit großen WoMos oft untersagt. Doch bisher hatten wir Glück und fanden immer einen Parkplatz oder eine lange Lücke entlang des Straßenrands, um dann die Städte zu Fuß zu erkunden.
Der Straßenplaner Portugals scheint ein Freund von Kreisverkehren zu sein. So viele Kreisverkehre wie hier haben wir noch nirgendwo gesehen. Entlang der Algarve kamen sie teils im 1-2km Abstand. Das erspart dann zwar die Ampeln, aber ein zügiges, konstantes Vorankommen wird halt doch erschwert.
Beim Blinken sind die Portugiesen eher faul, oder zumindest abhängig von der individuellen Tagesform. Teils blinken sie beim Einfahren in den Kreisverkehr vorsorglich nach Links, damit man erkennt, dass sie länger kreisen – das ist sinnvoll und hilfreich. Andere blinken dann gar nicht, selbst nicht an der Ausfahrt, sodass man selbst nicht zügig in den Kreisverkehr einfahren kann.
Dörfer haben oft eine Ampel am Ortseingang, die registriert, wenn Autos ankommen und schaltet zur Beruhigung des Verkehrs auf Rot. Kommt man dann angeschlichen, schaltet sie rechtzeitig vor dem Stillstand wieder auf Grün.
Allgemein sind Ortseingangsschilder eher dezent – ein weißes Schild mit dem Ortsnamen in Schwarz – mehr nicht. Das sieht man sogar meist noch. Den Ortsausgang haben wir dann aber doch das ein oder andere Mal verpasst, sodass wir dann zu langsam fuhren. Innerhalb von Ortschaften sind eigentlich 50 km/h vorgeschrieben, doch manchmal auf größeren Straßen „bremsten“ uns die Schilder innerorts vor Kreisverkehren erst auf 70 und dann auf 50 km/h runter. Oder hatten wir wieder verpasst, dass wir gar nicht mehr im Ort war waren?!
Die Autobahnen sind mautpflichtig. Wir haben dafür extra einen kleinen Sender im WoMo, der mit der Mautbrücke elektronisch kommuniziert. So brauchen wir nicht mit Kleingeld am Schalter hantieren und können einfach über spezielle grüne Spuren durch die Mautstellen fahren.
Bedingt durch den Herbst und damit kälteren Temperaturen in Nordeuropa sahen wir sehr viele Autos mit anderen europäischen Kennzeichen. Das reichte von Spanien, über ganz viele Franzosen, natürlich Deutsche und Niederländer aber auch bis hoch nach Schweden und Finnland oder gar Irland. Da ist die Anreise dann ganz schön lang!
Gehwege sahen wir eher weniger – meist nur in den größeren Orten. Außerorts oder in kleineren Dörfern musste der sandige Seitenstreifen reichen. Der allgemeine Zustand der Straßen scheint auch hier abhängig von den lokalen Geldmitteln zu sein. Teils wurde unser WoMo ordentlich durchgeschüttelt, aber wir fuhren auch tolle, ausgebaute Straßen.
Unser MoWo ist übrigens 6,6m lang und 3,3m hoch. Das Gewicht kennen wir gar nicht so genau. Der Dieselmotor ist kräftig im Bedarfsfall und allgemein recht sparsam. Zum Rückwärtsfahren haben wir eine Kamera und Denise auf dem Beifahrersitz zum Einweisen in enge Campingplatz-Lücken 😉
