Am heutigen Freitag hieß es ausschlafen ohne Wecker. Doch die halbe Stunde Zeitverschiebung seit Sydney und das zeitige schlafen gehen hatten sich dann doch bemerkbar gemacht. Frühstück hatten wir im Hotel keines gebucht, sodass wir uns ein Café in der Nachbarschaft suchten. Die Kinder wollten gern noch einmal Eggs Benedict („Eggs Benny“) essen und so genossen wir nochmal ein großes Frühstück. Anschließend ging es mit Badesachen bestückt zur Badelagune. Der dortige Wasserpark wollte ausgekundschaftet werden. Um 12 Uhr durften Denise und die Kinder erst rein, sodass vorher schon die Chance auf ein erfrischendes Bad in dem ca. 26°C warmen Wasser bestand. Im Wasserpark hatten sie dann eine Stunde Zeit und ganz viel Spaß. Mathias schaute derweil von außen zu und schoss Fotos. Die Badelagune wird übrigens mit einer Wasserpumpe aus dem Meer gefüllt und kann dann über einen Überlauf wieder abfließen. Damit wird sichergestellt, dass keine giftigen Quallen ins Wasser kommen und das Wasser frisch bleibt. Der große, steinige Deich hält dann wiederum die Krokodile davon ab, auch ein wenig im Wasserpark zu spielen.
Morgens erstmal den Pool anschauenEggs BennyAvo on ToastBrücke zur BadelaguneWasser antesten HandstandAb zum WasserparkPanoramaFlorian springt…… landet …… Laura fliegt hochPlatsch
Vom Wasserpark ging es dann schnurstracks mit dem Taxi zum Wohnmobilverleiher. Da dieser am Wochenende geschlossen hat, durften wir unser Wohnmobil schon heute abholen, obwohl wir erst morgen, am Samstag damit losfahren werden. Nach einer Einweisung fuhren wir mit dem riesigen Auto vom Hof. Zum Glück sind die Straßen in Darwin ausreichend breit! Vom Hotel aus ging es dann in ein Café für einen Nachmittagssnack (dauerhungrige Kinder können unausstehlich werden, wenn nicht regelmäßig Nachschub geliefert wird 😉 ). Während Denise in einem lokalen Laden die ein oder andere Hose und Rock anprobierte, gingen die Kinder und Mathias noch ein Eis essen. Damit waren wir ausreichend gestärkt für den Großeinkauf – der angesichts der begrenzten Platzverhältnisse natürlich nicht zu groß ausfallen durfte…
Overlander Es kann losgehenNachmittagssnackEinkauf zum Hotel bringen
Angesichts der dann doch schon fortgeschrittenen Zeit brachten wir die Einkäufe nur schnell ins Hotelzimmer und fuhren noch einmal los zum Mindil Beach – hier kann man den Sonnenuntergang über dem Wasser beobachten, was vielen Australien an der Ostküste im täglichen Leben verwehrt bleibt. Abendessen gab es dann beim Darwin Festival. Was genau gefeiert wird, wissen wir gar nicht, aber es gab im Civic Park diverse Essenstände und ganz viele Sitzmöglichkeiten. Am Freitagabend war da natürlich ordentlich was los, sodass die Kinder 20 Minuten geduldig auf ihre Pizza warten mussten. Aber die Atmosphäre war toll.
Schnellen Fußes zum StrandTolle FarbenKunst eines kleinen SandbewohnersDarwin Festival
Morgen werden wir dann unseren Camper bestücken und in die Wildnis entfliehen. Der Verleiher meinte schon, dass der Handyempfang weg sein wird, sobald wir Darwin verlassen. Es wird hier also wieder etwas ruhiger werden. Vielleicht haben wir ja Glück und bekommen unterwegs mal WLAN oder Handynetz und können ein Update schicken.
Am Donnerstag klingelte uns der Wecker schon kurz vor halb fünf aus dem Bett. Jan hatte uns am Abend vorher schon Sandwiches geschmiert, sodass es kurz nach fünf zum Flughafen losging. Das Auto gaben wir wieder zurück, checkten ein und flogen mit fast einer Stunde Verspätung halb zehn los nach Darwin. In 4,5 Stunden brachte uns der Flieger ins „Northern Territory“ an Australiens „Top End“. Hier erwarteten uns dann auch endlich wieder sommerliche Temperaturen um die 30°C.
Sandwiches von JanUnser Flieger – im RegenEs brennt bei DarwinUnsere Koffer kamen mitDarwin Airport
In Darwin sind wir erst einmal im Hotel untergebracht – zur großen (Vor-) Freude der Kinder mit Pool. Nach einem Snack-Mittagessen von Woolies ging es dann auch gleich ins Wasser. Mathias plagt sich seit Tokio mit einer Erkältung rum und blieb dem Wasser daher erstmal fern. Nun ist die Hoffnung, dass die Wärme die Genesung etwas beflügelt. Ein wenig Sightseeing stand auch noch auf dem Programm. Allerdings ist wichtig zu erwähnen, dass Darwin nicht sehr groß ist. Ein Spaziergang führte uns durch das Zentrum, vorbei an der Badelagune und dem Government House. Die Bademöglichkeiten sind hier gut vom Meer abgetrennt, um die Salzwasserkrokodile möglichst auszuschließen. Abendessen gab es in einem Sri Lanka Restaurant, bevor alle k.o. ins Bett fielen.
Der Sydney-Winter zeigte sich die verbleibenden Tage von seiner feuchten Seite. Am Dienstag gab es immer mal wieder Schauer, aber das war gar nicht so schlimm, denn der Plan sah Indoor-Aktivitäten voraus. Denise stattete dem Büro in Pymble wieder ein Besuch ab. Nachdem es letztes Jahr hoch offiziell mit Rede und großem Mittagessen ablief, wurde dieses mal nur eine gemeinsame Runde in der Kantine („Bring Your Own“) privat organisiert. Denise bereitete morgens noch ein Schwarzwälder-Kirsch-Dessert zu und brachte es als Überraschung mit. Die anderen drei fuhren Denise ins Büro und weiter zu einem Burger-Restaurant in North-Ryde für ihr eigenes Mittagessen. Auf dem Rückweg wurde Denise wieder eingesammelt und es ging mal an der Schule, der GISS vorbei. Da hatte sich gar nicht so viel verändert – ein paar neue Klassenräume kamen hinzu, eine Treppe wurde betoniert und nebenan wurde aus dem wilden Busch-Grundstück ein privates Krankenhaus. Angesichts des Wetters und der fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns gegen einen Spazierganz hoch zum Barrenjoey Lighthouse. Stattdessen fuhren wir nach Dee Why. Unsere Gastgeber schwärmten von einem kleinen, lokalen Botanischen Garten. Leider führte uns Google ans falsche Ende ohne Eingang und eigentlich wollten die Kids auch viel lieber an den Strand. Also beobachteten wir noch etwas die raue See und die Surfer im Wasser. Auf dem Weg zurück nach Elanora ging es über Mona Vale. Wir wollten mit John und Jan Sushi zum Abendbrot essen. Unser geliebter Sushi-Train in Narrabeen hatte Ruhetag, so musste unser zweiter Favorit aus Mona Vale herhalten. Die beiden hatten noch nie Sushi gegessen und waren begeistert. Auch die Kids liebten dieses Abendessen 😉 Zum Nachtisch gab es dann auch noch für uns andere das Schwarzwälder-Kirsch-Dessert, da Denise zwei Schüsseln zubereitet hatte. Witzigerweise aßen wir es vor dem Fernseher, wo Jan eine DVD von André Rieus Melbourne-Konzert eingelegt hatte.
Toast mit Stäbchen zum FrühstückBurger zum MittagDee Why Beach SpielplatzRaue SeeSushi holen beim Sushi Train in Mona ValeSushi zum AbendessenSchwarzwälder Kirsch-Dessert vor dem Fernseher
Der Mittwoch hatte dann Dauerregen im Angebot. Eigentlich wollte Denise mit ihren Kolleginnen Ghazal und Kruwan eine Wanderung in Manly machen, aber die fiel buchstäblich ins Wasser. Stattdessen fuhren sie mit dem Bus in die Innenstadt, gingen etwas shoppen und ausgiebig Essen, um ganz viel zu quatschen. Florian hatte sich in guter Erinnerung an damals „Eggs Benedict“ zum Frühstück in einem Strandcafé gewünscht. So fuhren Laura, Florian und Mathias nach Warriewood und genossen ein großes Frühstück, jedoch ohne gute Sicht aufs Meer. Nach einem kleinen Einkauf für‘s Abendessen bei Aldi in Warriewood fuhren wir mit dem Auto nach Chatswood. Hier gab es Indoor-Minigolf. Auf Grund der Schulzeit hatten wir die Anlage für uns allein und konnten die außergewöhnlichen Bahnen genießen. Von Chatswood ging es direkt noch einmal zur GISS. Hier holten wir Leandro ab, der damals in Lauras Klasse war. Es war spannend, die ganzen bekannten, nun 3 Jahre älteren Gesichter auf dem Schulhof zu sehen. Einige erkannten Laura und Florian sogar auf den ersten Blick – erstaunlich. Auch Florians damalige Klassenlehrerin staunte nicht schlecht, als sie die älter gewordenen Kinder sah. Mit Leandro und seiner Mutter ging es ins nahegelegenen Café für ein Schwätzchen, da das Wetter keine andere Aktivität zuließ. Gegen 17 Uhr waren alle zurück in Elanora Heights. Da ging es dann auch gleich in der Küche heiß her. Wir hatten versprochen, unsere Gastgeber zum Abschied zu bekochen. Es sollte ein typisch deutsches Gericht sein: Königsberger Klopse mit Kartoffelbrei. Die beiden waren wieder begeistert. Wir verabschiedeten uns herzlich von den beiden und wurden gleich wieder für das nächste Mal nach Elanora Heights eingeladen.
Frühstück im Sunrise CaféMit Kruwan und Ghazal ging es per B1 Bus in die InnenstadtPremiere für beideQueen Victoria BuildingBall aus dem Automat ziehenUnd los geht‘sAußergewöhnliches LochBahn 5 war kopfüberBahn 9 3/4Mit Leandro im Tastebuds CaféKochen am AbendKönigsberger Klopse
Nach dem wir am Donnerstag müde ins Bett fielen, erwartete uns Freitagmorgen ein kleines, australisches Frühstück – Toast mit Marmelade, bzw. Rührei. Wir fuhren dann schon bald runter nach Warriewood – freitags ist hier Markt. Mittag gab es im Sunshine Café am Warriewood Beach, von wo aus wir dann auf einen ausgedehnten Spaziergang nach Narrabeen und zurück an der Küste nach Warriewood liefen. Abendessen gab es in unseren Favorisierten Sushi-Train-Restaurant in Narrabeen, bevor es mit dem Bus in die Innenstadt ging. Abends erwartete uns ein tolles Konzert in der Sydney Opera im erneuerten Konzertsaal. Erst spielte ein Geiger virtuos mit einem kleinen Orchester. Nach der Pause hatte der Geiger Feierabend und das Orchester wurde auf volle Größe erweitert. Eine tolle Erfahrung in einem tollen Konzertsaal. Der Bus brachte uns wieder gut zurück und kurz nach Mitternacht waren wir im Bett.
SonnenaufgangBett mit Aussicht Kookaburra wartet auf FrühstückFleisch zum FrühstückWarriewood MarketWarriewood BeachLos geht‘sEis von Daily ScoopAufstieg auf den Narrabeen HeadTurrimetta BeachWarriewood bis Mona Vale BeachSushiway NarrabeenLange kein Sushi mehr gehabt…Mit dem B1 bus in die StadtKonzertsaal der Sydney OperGeiger mit kleinem OrchesterGroßes OrchesterHeimfahrt
Am Samstag stand ein Besuch bei Denises damaliger Kollegin Ghazal und ihrer Familie an. Auch ihre Kollegin Kruewan kam dazu. Zum Mittag gab es leckeren Kabeljau und Lamm mit Reis und Gemüse. Auf dem Rückweg setzen wir Denise am Bahnhof in Turramurra ab, von wo aus sie in die Stadt fuhr und sich mit ihrer damaligen Kollegin Meera auf ein Abendessen und Drink traf. Florian hatte ein „Sleep-over“ bei Gustav, seinem hiesigen Schulfreund in Gordon. Laura wiederum schlief bei Kira. Mathias aß dann noch mit Gustavs Familie Abendbrot.
Frühstück auf dem BalkonWarriewood SquareWarten auf Papa beim T-Shirt-ShoppenGhazals Familie & KruwanLecker MittagessenBackgammonTeure Villa in Gordon zum Verkauf – geschätzte 8-9 Mio. AU$Mit Meera
Der Sonntag begann so geschäftig, wie der Samstag endete. Denise traf wiederum 2 ehemalige Kollegen nacheinander zum Frühstück und Käffchen in Dee Why. Mathias lief derweil an der Küste entlang von Dee Why nach North Curl Curl und hatte ein Frühstück am Dee Why Beach. Dann hieß es Florian abholen, Denise einsacken und ab zur Spit Bridge, wo wir Laura und Kiras Familie trafen. Wir trafen Kira und ihre Familie erst vor einem Monat in Deutschland und freuten uns riesig mit ihnen heute den Spit-Manly Coastal Walk zu laufen. Nach einem Picknick am Clontarf Beach ging es über Stock und Stein und viele Stufen in Richtung Manly. Wir liefen nicht die komplette Strecke bis Manly, aber hatten viel Spaß. Mit anderen Kindern läuft es sich auch für Laura und Florian immer etwas unbeschwerter. Abends trafen wir dann wiederum eine weitere Familie aus den Schulzeiten damals – Nicolas war auch ein Schulfreund von Florian und wir verbrachten gern Zeit mit seiner Familie. Auch an diesem Sonntagabend hatten wir eine wunderschöne Zeit zusammen, die viel zu schnell vorüber ging.
Dee Why BeachDenises FrühstückMit Kim und LeonMit LeonDee Why Beach am MorgenBlick gen NordenCurl Curl Beach Viel los in Dee WhyFrühstück mit WasserblickLaura bei Kira Florian und Gustav aßen Waffeln zum FrühstückMit Gustavs FamilieLos geht‘s auf den Spit – Manly – WalkLos gehts an der Spit BridgeSpit Richtung ClontarfPicknick am Clontarf BeachLaura und KiraManlyBlick auf den PazifikWarten auf die Autos zum AbholenAbends bei Tautphäus‘
Der Montag startete regnerisch, nach dem die letzten Tage neben einigen Wolken viel Sonne präsentierten. Als der Regen nachließ fuhren wir runter nach Narrabeen und los mit dem Bus nach Manly. Hier ging es auf die legendäre Manly-Fähre. Eigentlich wurden die alten, großen Fähren durch kleinere, schnellere, sparsamere Fähren ersetzt. Doch Haltbar- und Beständigkeit der neuen Fähren war etwas mangelhaft, sodass einige alte Schiffe wieder fit gemacht wurden. Wir hatten das Glück und erwischten eine alte Manly-Fähre für das traditionelle Gefühl. Am Circular Quay wechselten wir in die Straßenbahn und fuhren bis zum Fish Market. Wieder ein Fischmarkt, auch wenn nicht so groß und spektakulär wie in Tokio. Hier gab es Fisch zum Mittag, bevor es zu Fuß zurück zum Darling Harbour ging. Hier wurde schwer gebaut – ein Shopping Centre war einer Baugrube gewichen. Die etwas angestaubte Optik des Darling Harbours wird scheinbar aufgefrischt. Der Bus brachte uns dann wieder zurück nach Narrabeen. Am Abend trafen wir uns noch einmal mit Kiras Familie zum Abendessen, da der Papa Jörn Geburtstag hatte. So gab es Pizza und Pasta bei ihrem Lieblingsitaliener.
Bus nach Manly, Flori vorne linksManly FähreSydney Fish MarketSydney Fish MarketBlick hinter die Kulissen in den eigentlichen MarktbereichGroßbaustelle am Darling HarbourIm Bus zurückMit dem Bus nach Narrabeen zurückSpielplatz am Tram ShedAbends beim Italiener
Das Unwetter in Tokio am Flughafen war sehr ausdauernd. Unsere ankommende Maschine wartete ca. 1,5 h, bis sie einparken konnte. Wir verließen Tokio dann mit 3,5 Stunden Verspätung – Laura hatte den Start schon verschlafen und wir anderen blieben um halb zwei Uhr nachts auch nicht mehr lange wach. Bei schönstem Wetter landeten wir kurz nach 12 Uhr in Sydney. Beim Verlassen des Terminals genossen wir die frische Luft in unseren Nasen, obwohl es gar nicht so kalt war wie befürchtet.
Am Flughafen nahmen wir wieder einen Mietwagen in Empfang, um flexibel zu Freunden, Stränden und Wanderungen zu kommen. Die erste Fahrt führte uns in ein Shopping Centre, um wieder neue SIM-Karten für Handy-Internet zu bekommen. Über Anzac- und Harbour-Bridge ging es an die Northern Beaches und direkt zum Rockpool nach Narrabeen. Das Wiedersehen war sehr schön und auch etwas emotional.
Parkplatz in der FlugschneiseEndlich wieder große Obst-/ Gemüseabteilung im SupermarktANZAC BridgeHarbour BridgeBauarbeiten nördlich der Harbour BridgeWakehurst ParkwayNarrabeen LagoonNarrabeen Beach
Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir endlich bei unseren damaligen Nachbarn an – wir haben die Ehre bei ihnen schlafen zu dürfen. John und Jan (kurz für Janice) freuten sich riesig uns zu sehen. Sie zogen sogar für die Woche, die wir hier sein werden, ins Untergeschoss und überließen uns die beiden Schlafzimmer auf der Hauptetage. Der Ausblick auf den Pazifik war wieder einmal atemberaubend, selbst nachdem wir ihn selbst für 3 Jahre schon hatten. Zum Abendessen gab es Würstchen für die Kinder und Lammkotelett mit Gemüse für die Erwachsenen. Nach der kurzen Nacht im Flugzeug waren alle müde und entsprechend zeitig im Bett – mit dicken Decken und Heizlaken für die Kinder, da es nachts dann doch einstellig kühl werden sollte und die Häuser in Australien bekanntermaßen nicht isoliert sind.
Elanora HeightsTolle AussichtAbendessenKinderschlafzimmerSchlafzimmer mit AussichtBett mit Heizdecke gegen die KälteUnser Haus von damals ist gerade unbewohnt
Wir hatten die Kinder in Japan gefragt, woran sie nun denken/zurückblicken, wenn sie an Japan denken. Jetzt in Sydney bekamen sie auch immer wieder die Frage gestellt, wie ihnen Japan gefiel. Daher hier mal einen Überblick aus Kinder-Augen, wie Japan gefallen hat:
Japan ist ein Ort mit vielen Tempeln. Manchmal heißen sie Schreine. So richtig spannend sind sie nicht anzusehen, da sie irgendwie alle recht ähnlich aussehen.
Zu den vielen Tempeln gab es viele rote Laternen. Und man konnte Goshuins kaufen, statt Stempel sammeln.
Es war sehr heiß in Japan.
Sonnenschirme sind zwar praktisch, aber doch auch doof bei Wind und inmitten anderer Menschen.
Ventilatoren sind zwar praktisch, aber auf Dauer auch schwer zu halten. Dafür wurden sie jedoch kreativ und steckten sie in ihre T-Shirts, von wo aus sie nach oben ins Gesicht pusteten.
Die Onsen waren zwar toll, aber oft viel zu warm, sodass Laura nicht reingehen konnte. Laura mochte dann lieber eine Badewanne mit Wassertemperaturen in ihrem Wohlfühlbereich.
Wir trafen nicht so viele Menschen an wie erwartet.
Dennoch waren es genügend Menschen, dass sie zumindest Laura regelmäßig ignorierten und auf dem Gehweg nicht auswichen.
Es waren viele westliche Touristen in Japan unterwegs.
Wir haben nur wenige Menschen mit Strohhüten gesehen – Laura hatte mehr erwartet.
Die Fülle an Sushi hatte beide Kinder gleichermaßen begeistert. Für sie konnte es nicht oft genug Sushi geben. Das andere Essen war jedoch meist nicht so besonders. Gyoza war noch eine ganz gute Alternative.
Laura meinte, sie müsste nicht unbedingt noch einmal nach Japan. Florian war da nicht ganz so konkret unterwegs. Für das Sushi lohne es sich vermutlich, den Rest würde er sich dann vermutlich sparen. Noch hoffen wir Eltern, dass sie in ein paar Jahren auf diesen Urlaub zurückschauen werden und uns dankbar für die tolle Erfahrung sein werden 😉
3 Wochen haben wir nun Land und Leute kennenlernen können. Zeit, einen kleinen Überblick in die Besonderheiten zu geben.
Eine Sache, die gleich als erstes erwähnt werden muss, ist die Verfügbarkeit von öffentlichen Toiletten praktisch überall. Sie sind einfach immer und überall zu finden: im U-Bahnhof, im Einkaufszentrum, im Park oder im Tempel. Sie sind immer sauber und kosten kein Geld. Selbst zur Not im Restaurant auf die Toilette gehen kostet kein Geld. Mittlerweile gibt es immer „westliche“ Toiletten, also mit Becken und nur noch selten auch zusätzlich noch Japanische Varianten, also mit Loch im Boden zum Hocken. Die westlichen Toiletten hatten in fast allen Unterkünften eine Dusch-Bidet-Funktion. Selbst in öffentlichen Toiletten sind diese meist zu finden. Auch Desinfektionsmittel für die Brille fanden wir oft auf den öffentlichen WCs. Wenn man sich dann jedoch die Hände gewaschen hat, gibt es in den meisten Fällen keine Möglichkeit, sich die Hände zu trocknen. Eine Kollegin empfiehl für genau diese Situation ein kleines Handtuch dabei zu haben, was viele Japaner immer dabei haben. Eine gute Idee, doch dank der heißen Temperaturen haben wir es meist genossen, die Hände kühlend an der Luft trocknen zu lassen. Der Grund für die fehlenden Trockenmöglichkeiten dürfte im Mülleimer für die Papiertücher liegen. Es gibt praktisch keine Mülleimer auf Japans Straßen. Praktisch nach der Devise „Wo kein Mülleimer ist, da fällt auch kein Müll an“. Der Japaner isst ja auch nicht unterwegs, wo dann Müll anfallen könnte. Wenn man doch an einem kleinen Straßenrestaurant etwas zu Essen kauft, isst man es direkt vor Ort und gibt seinen Müll dann direkt dem Personal zurück. An ein oder zwei Stellen sahen wir mal öffentliche Mülleimer, aber das war schon sehr außergewöhnlich. Selbst Getränkeautomaten haben neben sich immer einen dedizierten Flaschen- und Dosenmülleimer zu stehen. Also direkt vor Ort austrinken und entsorgen. Anderen Müll kann/soll man dort jedoch nicht entsorgen. Allgemein gibt es unzählige viele Getränkeautomaten. Selbst auf dem Flughafen sind sie noch zu finden. Der Beruf des Auffüllers muss ein großer hier sein. Die Getränke sind auch sehr preiswert – je nach Standort kann es natürlich mal etwas teurer werden, doch unsere Lieblingslimonade kostete in den teuersten Fällen noch immer unter 1€ (160 ¥). An den Automaten war in den meisten Fällen Barzahlung erforderlich. Es hieß also immer etwas Kleingeld in der Hinterhand zu haben. Wenn doch Kartenzahlung möglich war, konnten wir auch mit unseren U-Bahn-Fahrkarten bezahlen. Praktisch! Barzahlung ist in Japan noch sehr verbreitet. Ein bisschen wie in Deutschland. Natürlich akzeptieren alle größeren Restaurants und Hotels Kreditkarten, aber die kleinen Garküchen auf den Märkten nehmen oft nur Cash. Selbst die U-Bahnfahrkarte konnten wir nur mit Bargeld kaufen und auffüllen. Geldautomaten sind hingegen nicht immer so leicht zu finden oder nur für die eigenen Bankkunden. In den Minimärkten 7Eleven oder FamilyMart gab es aber oft auch einen Geldautomat. Das Abheben kostete uns immer 220 ¥, etwa 1,40 €. Am Flughafen haben wir die allerletzten Münzen in Knabberzeug und eine Flasche Wasser investiert. Apropos Wasser – das konnten wir überall aus der Leitung trinken. Manchmal schmeckte es jedoch etwas gechlort. Im Restaurant gab es immer kostenlos Wasser – meist auch Leitungswasser. Wasser zum Schwimmen scheint wiederum keine große Bedeutung zu haben, zumindest nicht in den teuren Innenstadtlagen. Wir hatten intensiv nach Hotels mit Swimmingpools gesucht und nichts gefunden. In den Randgebieten soll es wohl öffentliche Schwimmbäder geben und auf manchem Hausdach sahen wir einen Pool. Ansonsten scheint der Fokus auf dem Onsen zu liegen, also den (im besten Fall von heißen quellen gespeisten) heißen Bädern, in denen Männer und Frauen strikt getrennt und nackt baden gehen. Mit Duschen vorher und nachher und etablierten Regeln, wo das kleine Handtuch wann zu sein hat – in keinem Fall im Onsen-Wasser.
Auf der Toilette bitte die Toilettenschuhe anziehen. (Danach ausziehen nicht vergessen!)Onsen mit typischen Sitz-Dusch-PlätzenCC Lemon aus dem Automat
Es gibt wohl täglich mehrere Erdbeben in Japan, aber oft sind sie so schwach, dass man sie nicht spürt. Wir haben in unseren drei Wochen kein einziges Erdbeben mitbekommen. Denise dachte einmal nachts, dass das Bett wackelte, aber online war dann im Nachhinein kein Erdbeben verzeichnet. Wir haben jedoch an vielen Stellen Vorkehrungen dafür gesehen. Die meisten Zimmer hatten eine Taschenlampe installiert, die beim Entfernen direkt leuchtet. Fenster haben rote Dreiecke und dann teils einen Griff zum Öffnen von außen. Evakuierungsrouten sind nicht nur innerhalb der Häuser, sondern teils in entferntere Plätze im Viertel. Im Großraum Tokio gab es Infos, wie hoch etwas über dem Meeresspiegel lag, zur Information hinsichtlich Tsunamis. Hier und da waren Gebäude und Brückenverbindungen anders oder zusätzlich verstärkt, um bei Schwankungen nicht gleich aus den Angeln zu purzeln. Im Falle eines Bebens kann man auch nicht viel machen – unter einem Tisch verkriechen wie im Hollywood-Film ist bei den flachen Tischen hier kompliziert. Aber unser Kollege Martin meinte gleich am Anfang beim Treffen, dass die Gebäude so sicher gebaut seien, da brauch man sich nicht verkriechen. Wir mussten es zum Glück nicht üben. Die Hotels waren alle immer sehr umfangreich ausgestattet. Wir hätten ohne Zahnbürste und Duschzeug reisen können. Überall gab es Vollausstattung, vom Rasierer, über den Kamm bis zur guten Zahnbürste und Shampoo.
Erfreulicherweise funktionierte hier in Japan ausnahmslos der Tür-Schließen-Knopf im Aufzug. Das beschleunigte die Fahrt ungemein, weil die Türen teils extra lange offen blieben. Strom-mäßig ist Japan auf einem Sonderweg unterwegs und sich selbst da nicht ganz einig – hier kommen entweder 100 oder 110 Volt aus der Steckdose. Moderne Geräte stecken das zum Glück einfach weg, sodass man sich da gar keine Gedanken machen muss, aber Mathias‘ alter Rasier musste für die Reise einem neuen Modell weichen, um den 3-Tage-Bart in Schach halten zu können. Auch die Steckdosen wurden nicht ordentlich weiterentwickelt. Wenn das Gerät einen Schutzleiter hat, kommt aus dem Stecker ein kleines Kabel, welches dann separat in einen extra Schlitz in der Steckdose gesteckt werden muss. Schon etwas skurril!
Stecker mit losem Kabel für den Schutzleiter
Die Japaner sind uns als sehr hilfreiches, zuvorkommendes und dankbares Volk begegnet. Sie scheinen sich auch über die kleinen Sachen zu erfreuen. Wenn wir einer älteren Person in der U-Bahn den Platz anboten, war sie immer ganz erfreut. Ein älteres Ehepaar machte den Kindern im Zug ein mal Platz, damit sie besser vorne rausschauen konnten und freuten sich dann ganz herzlich über die Begeisterung der Kinder. Die Japaner versuchen immer, das Unbehagen des Gegenüber so gering wie möglich zu halten. Sie entschuldigen sich lieber einmal zu viel als zu wenig und bedanken sich bei jeder Gelegenheit. So ist vermutlich auch zu erklären, dass mittlerweile auch vieles kurz in Englisch untertitelt wird. Wenn auch gerne und häufig kleine Fehler im Englischen zu finden waren – oft schrieben sie es, wie man es spricht, statt wie man es schreibt. Vielleicht wollten sie auch nicht fehlerfrei wirken, um die Erwartungen niedrig zu halten…
Obwohl Tee ein wichtiger Bestandteil der Japanischen Tradition ist, scheint Kaffee auch an den Japanern nicht vorbeigezogen zu sein. Anders lassen sich die vielen Starbucks Cafés nicht erklären. Es scheint auch, als wenn die Gäste (wie auch anderswo) die Café auch gern zum Arbeiten nutzen. Vielleicht haben sie ja selbst zu Hause nicht viel Platz und müssen daher ausweichen. Auch Minimärkte gibt es wie Sand am Meer. Gefüllt mit allerlei Sandwiches, Salaten, warmen und kalten Snacks sowie Knabbereien laden sie zum schnellen Essen ein. Nur fragen wir uns, wo die Japaner das alles essen, wenn sie nicht unterwegs essen. Vielleicht am Arbeitsplatz. Wir standen dann nicht selten vor dem Geschäft und aßen im Stehen, wenn es keine kleine Essecke im Laden selbst gab. Gibt es ordentliches Essen, dann scheint aus unser Sicht die Tageszeit eine untergeordnete Rolle zu spielen. In der traditionellen Küche gibt es zu jeder Mahlzeit Reis, Eingelegtes und eine Suppe (das erinnert doch stark an die Mönchs-Küche in Koyasan) und für den „normalen“ Japaner sicherlich noch das ein oder andere kleine Schüsselchen leckerer Beilagen zusätzlich. Gegessen wird mit Holzstäbchen, die hier in Japan übrigens recht schmal nach vorne zulaufen. Das ist möglich, da der Reis hier klebriger ist und damit einfacher mit Stäbchen aufgenommen werden kann. Die Schüssel zum Essen hebt man daher auch nur bis auf Kinnhöhe und nicht bis ran an die Lippe, wie etwa in China. Eine Frage haben wir uns nicht beantworten können: es gibt im Supermarkt Milch und unterwegs Softeis oder andere Milchprodukte. Dabei gelten 97% der Japaner als Laktose-intolerant. Ist dann jedes Milchprodukt immer und überall Laktose-frei? Auf der Milch haben wir keine solche Angabe gefunden. Wir haben sie jedenfalls gut vertragen und geschmeckt hat die Milch von der Insel Hokkaido darüber hinaus auch ganz vorzüglich.
Bekanntermaßen überaltert die japanische Bevölkerung. Die Alten werden immer älter und nicht genügend Kinder kommen nach. Wir haben jedoch durchaus viele Familien gesehen. Oft mit einem Kind, aber auch oft mit bis zu drei Kindern. Und in den Städten sahen wir dann auch durchaus regelmäßig die Mütter mit E-Bikes und Kindersitzen vorne und hinten für den schnellen Transport. Die Kindersitze waren dabei meist sehr vorbildlich mit Hauben ausgestattet zum Schutz vor Regen und Sonne. Allgemein sind die Japaner(innen) viel mit dem Sonnenschirm unterwegs. Auch hier ist der helle Hautton das Maß aller Dinge. Wir haben jedoch auch die Vorzüge dieses Sonnenschutzes kennen und lieben gelernt, da die Hitze mit Schirm besser abzuhalten und damit zu ertragen war. War die Haut dann doch von Sonne und Hitze gestresst, gab es unzählige Drogerien. Und alle waren vollgestopft mit Pflegeprodukten und Kosmetik. Das Äußere scheint also auch in Japan sehr wichtig zu sein.
Diese Übersicht könnten wir vermutlich ewig fortführen. Ganz zu schweigen von all den offenen Fragen (Ist Milch immer Laktose-frei? Macht der Zugführer seine Kontroll-Armbewegungen so intensiv, weil er es so machen muss? Wie gut haben die Japaner unsere japanischen Worte verstanden? Warum gibt es so viel Kobe-Beef zu kaufen, obwohl so wenig geschlachtet wird? Wie groß/klein sind die Wohnungen der Japaner wirklich? Brauchen sie unbedingt Wasser plätschern, um auf Toilette loslegen zu können? etc.). Aber zum Abschluss machen wir im Japanischen jetzt einen Kreis (statt Haken) unter die Sache machen. Für korrektes oder richtiges Verhalten, zeichnen Japaner einen Kreis. Ungewolltes wird ebenfalls mit einem Kreuz versehen. Ist das Restaurant schon voll, kann das Kreuz auch als Geste aus Armen vor dem Körper gemacht werden.
Mittwoch, der 7. August, war unser letzter Tag in Tokio. Nun hieß es also die Koffer wieder Flugzeug-kompatibel zu schließen und rechtzeitig aus dem Hotel aus zu checken. Zum Glück hatten wir bis 11 Uhr Zeit. Heute gab es nur ein kleines Frühstück vom Minimarkt im Erdgeschoss. Die Koffer und Rücksäcke ließen wir wieder im Hotel und machten uns noch einmal auf den Weg in die Stadt. Nach einem kleinen Abstecher zur Post ging es in die Gegend des früheren Fischmarkts. Heute gibt es da nur noch einen Markt und ganz in der Nähe den Hamarikyū-Park. Das Wasser im Park wird mit Meerwasser gespeist, aber bot nur begrenzt Schatten.
Frühstück Die Kinder zeigen, wie Mama immer Papa die Decke nachts wegziehtGoshuins ins Stempelheft einklebenWasserspender in der MetroMarkt beim alten FischmarktHamarikyū-ParkErfrischung im TeehausErfrischung am Wasserspender
Anschließend fuhren wir noch einmal zum Königspalast. Eine erneute Recherche ergab, dass man ohne Tour nur den Ostpark besuchen kann und dieser gar keine Mittagsruhe-Schließzeit hat. Man muss nur am richtigen Eingang sein. Und so war es dann auch. Allerdings zeichnet sich der Park eher durch breite, asphaltierte Wege bzw. Straßen aus statt schöner Gärten und Blumen. Somit kürzten wir unseren Besuch ab und fuhren zurück nach Asakusa. Hier ging es nochmal über die Souvenir-Straße vor dem Asakasu-Schrein. Zum Abschluss genossen wir ein zeitiges Abendessen bei Sushiro (unserem 3. mal Sushi in 4 Tagen 😉 ). Vom Hotel ging es dann mit Sack und Pack zur U-Bahn und mit einem Mal Umsteigen bequem zum Haneda-Flughafen. Hier hieß es erst einmal den Schweiß des heißen Tages abwaschen und in die Flugkleidung wechseln. Wir kamen trockenen Fußes ins Terminal, bevor dann ein großes Unwetter über Tokio hereinbrach und für ordentlich Verspätung bei den Flügen sorgte. So kam unser Flieger mit 1h 40m Verspätung erst aus Sydney an. Während dieser Artikel entsteht, steht der Flieger „neben“ uns und kommt nicht voran. Laut Info eines Angestellten herrscht gerade höchste Unwetterwarnstufe auf dem Flughafen, sodass alle Mitarbeiter vom Vorfeld mussten und kein Flieger mehr voran kommt. Da wir einen Direktflug ohne Anschluss oder Terminen haben, sind wir hinreichend entspannt. Irgendwann werden wir schon loskommen…
Lange RolltreppeMittagssnackE-RezeptionistinHerzchenfotoOstpark beim KaiserpalastHecke in Form der HäuserViel AsphaltSouvenirstraßeCheck-in bei SushiroLetztes Mal SushiEtwas älter und bunterLos geht‘s zum FlughafenVolle U-BahnHaneda AirportNori im Duty Free – GroßvorratWarten auf den Flieger, der nicht einparken darfVom Blitz erhellt
Nun heißt es Abschied nehmen aus Japan. Dieses Land gefiel uns sehr gut. Die Hitze war bisweilen etwas anstrengend, aber mit ausreichend Wasser, einem Ventilator und hier und da einem Geschäft mit Klimaanlage noch irgendwie auszuhalten. Die Menschen hier waren unglaublich nett und zuvorkommend. Mit „Kon-nichiwa“ (Guten Tag), „arigatō“ bzw. „arigatōgozaimasu“ (Vielen Dank) und „hai“ (ja) kamen wir gut durchs Leben. Den Rest erledigte entweder English, der Google Übersetzer oder Zeichensprache 😉 Der Abschied fällt uns schon etwas schwer, doch die Aussichten auf Australien helfen darüber hinweg. Nun heißt es aber erst einmal den Flug nach Sydney antreten und überstehen.
Wir waren 5 Tage mit dem Mietwagen in Japan unterwegs. Wie es das Reisen mit dem Auto so an sich hat, war das angenehm komfortabel und flexibel, da man nicht ständig zur Bahnstation und sich im Ticket-Gewirr zurechtfinden musste. Allerdings waren wir auch eher auf dem Land unterwegs. Für die Erkundungen in und um Tokio herum hatten wir das Auto lieber wieder rechtzeitig zurückgegeben. Um als Deutscher in Japan Auto fahren zu dürfen, reichte nicht der deutsche und zusätzlich der internationale Führerschein. Es brauchte auch noch eine Übersetzung ins Japanische, die man in Deutschland nur vom ADAC Süd, bei einer bestimmten Filiale in München bekommen. Zum Glück ging das via Post und ganz unproblematisch. Die Buchung des Mietwagens bei einem lokalen Anbieter ging nur maximal drei Monate im Voraus und forderte eine japanische Telefonnummer. Zum Glück kennen wir japanische Kollegen, deren Telefonnummer wir einfach angaben 😉 Über online-Mietwagenvermittler hätten wir nicht so einfach das Auto in einer anderen Stadt entlang unser Route abgeben können. Laura brauchte keinen Kindersitz – in Japan gibt es nur Regeln bis 6 Jahren, wo noch richtige Kindersitze vorgeschrieben sind. Das machte uns das Ausleihen natürlich etwas einfacher.
10:35 Uhr in Tokio – viel Stau
Wie schon auf diversen Fotos zu sehen war, fahren die Japaner auf der linken Seite und der Fahrer sitzt rechts. Dank unser Jahre in Australien war das aber gar nicht mehr ungewöhnlich und eine schnelle Gewöhnung. Ganz allgemein war das Fahren sehr angenehm, ruhig und wenig stressig. Die Japaner sind sehr rücksichtsvoll und vorsichtig im allgemeinen Straßenverkehr, sodass wir nie Sorgen haben mussten, wenn wir zu langsam fuhren. Zum Glück trugen die Orientierungsschilder überall neben japanisch auch lateinische Buchstaben. Zwar hatte uns Google Maps gut geführt, aber Schilder sind dennoch immer hilfreich. Schwierig wurde es bei allen anderen Schildern und Hinweisen am Straßenrand, wenn diese nur rein auf japanisch waren. Da hieß es dann Mut zur Lücke…
Im Toyota gen Toyota
Die bequemste Art der Fortbewegung war natürlich die Autobahn. Die kostet hier Maut, welche wir mit Hilfe eines Geräts im Auto elektronisch bezahlen, also einfach langsam durch die Mautschranke durchfahren konnten. Auf der Autobahn gibt es ein Tempolimit und hier wurde es etwas kompliziert. Zwar war auf Internetseiten zu lesen, dass man wohl 100 km/h schnell fahren darf, aber es gab dafür keine Zeichen. Oft war die Geschwindigkeit sogar nur auf 80 km/h begrenzt. Doch hier endete die japanische Ruhe – auf der Autobahn wurde konsequent zu schnell gefahren (sehr zu unser Freude, da 80 km/h auf Dauer doch ganz schön langsam waren). In Baustellen war oft auf 50 km/h reduziert und die Japaner (und wir hinterher) fuhren dann bis zu 95 km/h schnell. Im Internet steht auch, dass man in Städten meist 40 bis 60 km/h schnell fahren darf. Doch wenn hier keine 40er Schilder standen, war meist wieder unklar, wie schnell man denn nun fahren durfte. Und ein Ortsein- oder -ausgangsschild haben wir auch nie gesehen, sodass hier maximale Verwirrung für uns herrschte. Am besten war also, wenn wir anderen Autos hinterherfahren konnten. Am Zebrastreifen muss man anhalten und Fußgänger passieren lassen. In Osaka war das nicht immer offensichtlich, doch auf dem Land hielt man sich dran. Auch an beschrankten Bahnübergängen muss man immer stoppen, schauen und darf dann weiterfahren. Ampeln waren interessanterweise meist horizontal ausgerichtet. Nur selten standen die drei Farben übereinander. Es gab immer eine Ampel hinter der Kreuzung. Die Ampel vor der Kreuzung hing dann über der Gegenrichtung (am gleichen Mast wie die Ampel hinter der Kreuzung der anderen Richtung), sodass man immer genau aufpassen musste, wo man halten muss. Die Japaner kennen kein recht-vor-links. Allgemein hat die größere Straße Vorrang. In den kleinen Altstadtgassen hatten immer alle Straßen ein Stopp-Schild, sodass es dann auch gegenseitige Rücksichtnahme ankam. Wer zu erst kam, fuhr zuerst.
Ampel vor der Kreuzung rechts, dahinter linksElektronische MautschrankeRot zum rechts abbiegenRot außer zum rechts abbiegen
Die schmalen Gassen waren auch besonders gut für die Japanischen „Kei-Cars“ geeignet. Geschrumpfte Varianten der großen Autos, die maximal 1,4m breit sein dürfen und wohl steuerliche Vorteile haben, neben den Parkplatzvorteilen versteht sich. Auch nach fast 3 Wochen sehen die schmalen Autos noch ungewohnt aus. Parkplätze sind in den dichten Städten natürlich begehrte Mangelware. In den kleineren Städten waren die Gebühren jedoch nicht sehr hoch. In Matsumoto zahlten wir für 24 Stunden parken nur 700 ¥ (ca. 4,40 €). Auch das Tanken war nicht sehr teuer – ein Liter Normalbenzin kostete etwa 170 ¥ (ca. 1 €). Unser Corolla brauchte auch erst am letzten Tag eine Tankfüllung, sodass wir in jeder Hinsicht sparsam unterwegs waren. Es fahren aber nicht nur Kei-Cars durch Japan, wir haben, sehr zu Florians Freude, auch diverse Sportwagen renommierter Hersteller gesehen. Aber mehr als Status und lautes Brummen bekommt man hier nicht geboten – bei 100 km/h auf der Autobahn zuckt der Tachometer vermutlich kaum. Immerhin brauchen sie keine Sorgen vor Schlaglöchern haben, zumindest wir haben auf der Reise keine gesehen. Die Japaner haben ihre Straßen gut im Griff.
Zu breit für den schmalen ParkplatzPasst genauSelbst das Kei-Car passt nur haargenau in die ParklückeSportwagen vs. Kei-Car
Heute ging es gleich weiter mit Superlativen. Dieses Mal besuchten wir den größten Fischmarkt der Welt. Zwar steigt die große Thunfisch-Auktion schon morgens um 5:30 Uhr (etwas zu zeitig für uns…), aber einen kleinen Einblick in die Hallen bekamen wir dennoch. So richtig nah ran kommt man sowieso nicht, außer man trägt Gummistiefel und fährt eines der diversen Förderfahrzeuge. Gleich nebenan war der Gemüse- und Obstgroßmarkt. Hier steigen die Auktionen auch schon morgens um 6 Uhr, aber wir konnten noch beobachten, wie die Kisten von links nach rechts verschoben wurden. Ein paar Videos gaben uns einen Überblick über die Auktionen.
Dusche auch im Hotel mit Hocker und SchüsselMorgens noch mal VR-Brillen-Achterbahn ausprobierenAufräumen im Fisch-Groß- oder ZwischenhandelObst- und GemüsegroßmarktFrisches Essen gleich am GroßmarktZeitraffer im Gemüsegroßmarkt
Nächster Stopp war die Tokyo Station – quasi der Hauptbahnhof. Der hat auf einer Seite noch einen schönen alten Backsteinbau. Wie schon gestern an der Shinjuku-Station kamen wir den Gleisen allerdings nicht nah, da Zugangsschranken schon am Bahnhofseingang die Reisenden von den Schaulustigen trennen. Aber wir waren ja letzten Freitag schon mittendrin, als wir von Hakone nach Nikko fahrend hier umstiegen.
Eine kleine FußerfrischungMittagssnackHäuserschluchten im Bahnhofsviertel
Vom Bahnhof war es nur ein Katzensprung zum Kaiserpalast und seinen Gärten. Leider hatte sich der Kaiser jedoch kurz vor 3 schon zum Mittagsschlaf zurückgezogen und uns nicht mehr in den Garten gelassen. Die Besucherzeit ist nur von 9 bis 11:15 Uhr und von 13:30 bis 14:45 Uhr. So sahen wir nur die akkuraten Vorgärten und Schotterflächen. Beeindruckend war es dennoch anzusehen, da rund herum Hochhäuser die teuren Grundstückspreise kompensieren, während sich die Japaner den Luxus eines riesigen Schlossparks mitten in Tokio leisten.
Heute keine Audienz mehr
Nach einer (VR-Brillen-Spiel-) Pause im Hotel ging es noch einmal los in die Electric City „Akihabara“. Hier gab es neben Elektronikläden auch zahlreiche Manga-, Anime-, Glücksspiel- und Krempel-Shops zu bestaunen. Alles in hinreichend intensiver Beleuchtung versteht sich. Hier fanden wir auch ein Restaurant für‘s Abendessen – laut Google ein „Izakaya-Restaurant“. Wir bestellten uns viele kleine Portionen und teilten. Es war sehr lecker, auch für die Kinder, aber durchaus preisintensiv. Neben uns aßen vier japanische Geschäftsmänner und tranken auch ordentlich Wein. Die produzierten eine Lautstärke, wie wir es von Japanern nie erwartet hätten 😉
Die Damen werben für „Maid-Cafés“Greifautomaten noch und nöcher„Capsule“-Automaten-Geschäft (mit Kinkerlitzchen) Außergewöhnliche SchlüsselanhängerPostkarten aus ganz JapanSouvenir-SockenEine Art CasinoGinger Ale zum selber MixenNoch mehr bitteVolle U-Bahn abends um 21 UhrNochmal der Sky Tree von der Dachterrasse des Hotels