Autor: Laura, Florian, Denise und Mathias (Seite 2 von 14)

Litchfield Nationalpark

Am Sonntag ging es auf dem Stuart Highway, dem Highway #1, mit Road Trains und einigen anderen Wohnwagen-Campern in Richtung Darwin. Die Dörfer unterwegs hatten meist ihre besten Jahre lange hinter sich gelassen, da sie mit Hilfe von Mienen groß wurden, die schon lange wieder geschlossen wurden.
In Batchelor suchten wir den General Store auf – nach über 230km der erste geöffnete Supermarkt seit Katherine. Leider war Toastbrot ausverkauft, was unser einziges Anliegen war. Dafür stellte die Telefonzelle kostenloses WLAN zur Verfügung (neben kostenlosen nationalen Telefonaten, doch anrufen können wir auch per Handy, wenn wir Empfang haben) – das ist mal ein Service im Nirgendwo! Das Toast bekamen wir dann noch zum Wucherpreis an einem Campingplatz, der eigentlich gar kein Toastbrot verkauft, aber uns Deutsche auch nicht ohne Brot von dannen ziehen lassen wollte 😉

Kurz darauf fuhren wir in den dritten und letzten Nationalpark auf unserer Reise durch das Top End: Litchfield. Der erste Stopp war an Termitenhügeln. Von denen hatten wir ja eigentlich schon viele gesehen. Doch an den „Magnetic Termite Mound“ gab es dann doch etwas besonderes. Diese Termitenart baut ihre Hügel sehr schmal und genau in Nord-Süd-Ausrichtung, um die schlimmste Mittagssonne am besten zu vermeiden. Das Feld sah etwas aus wie ein Friedhof. Die „klassischen“ Termiten-Kathedrale gab es auch noch – meterhoch und sehr stabil beim Berühren.

Unseren Campingplatz für die Nacht hatten wir an den Florence Falls gebucht. Wieder ein Nationalpark-Campingplatz, allerdings dieses Mal mit Dusche und WC. In dieser Dunkelheit ohne Laternen gab es immer einen wahnsinnigen Sternenhimmel samt Milchstraße zu bestaunen.
Vom Campingplatz aus ging es nur einen kurzen Fußweg zu einem Aussichtspunkt auf die noch fließenden Florence Wasserfälle und gute 135 Stufen runter zum See unterhalb des Wasserfalls. Auch hier hatten die Ranger die Krokodile vor der Saison relokalisiert, sodass wir nun sorgenfrei im See baden konnten. Auf einen Sonntag, etwa eine Stunde von Darwin entfernt waren wir allerdings nicht die einzigen mit diesem Wunsch bei 37°C. Doch es leerte sich stetig und so konnten wir entspannt im erfrischenden See schwimmen.

Die Wärme wich auch abends nicht all zu schnell, sodass das Einschlafen bei 26°C um 21 Uhr alles andere als leicht fiel. Und so recht wollte es auch die Nacht über nicht abkühlen – morgens zum Aufwachen waren es noch immer 22°C.
Wir genossen unser teuer erstandenes Toastbrot zum Frühstück und fuhren nur ein ganz kurzes Stück zum Buley Rockhole. Diese natürlichen Pools liegen etwas oberhalb des Florence Wasserfalls und sind ebenfalls zum Schwimmen geeignet. Hier war trotz der noch recht frühen Stund schon einiges los gewesen, doch wir hatten unseren großen Spaß.

Der nächste Stopp war an einem Ausguck, der sowohl über die Weite des eher flachen Landes ging als auch auf einen langen Wasserfall. Hier gab es jedoch schützenswerte Tiere, sodass Baden dieses Mal keine Option war.
Eigentlich wollten wir dann weiter zu einem verlassenen Dorf über eine Off-Road-Strecke. Doch schon nach kurzer Zeit führte die Straße durch einen Bachlauf und der Indikator zeigte eine maximale Tiefe von 60 cm an, was uns dann doch etwas zu tief war und wie schnurstracks wieder zur Hauptstraße zurückfuhren. Immerhin noch ein klein wenig 4WD-Spaß 😉

An den Wangi Falls wurde es dann verhältnismäßig voll. Zwar war der riesige Parkplatz nicht ausgelastet, doch 3 Busse luden auch ordentlich badende Touristen ab. Zum Glück war der See unter den beiden Wasserfällen recht groß, sodass es sich ein wenig verlief, beziehungsweise „verschwomm“. Neben dem See gab es noch einen kleinen Wanderweg zu einem Baumkronen-Aussichtspunkt. Rund um den See und den Wanderweg fanden wir zahlreiche Spinnen (Golden Orb Weaver), 1 oder 2 Warane sowie Flughunde in den Bäumen hängend. Das Nahrungsangebot an den Wasserfällen schein gut zu sein.
Am abfließenden Bach sahen wir eine Krokodils-„Falle“. Eine Boje schwamm im Wasser. Die Salzwasserkrokodile sind so neugierig, dass sie testweise in die Boje beißen würden, sie dann aber wieder loslassen, da sie nicht essbar ist. Diese Boje wird dann ständig auf Bissspuren untersucht und hilft damit bei der Sicherstellung, dass in der Trockenzeit keine neuen Salzwasserkrokodile unter den Wasserfällen schwimmen.

Mit einer Limo bzw. einem Eis verließen wir die Wangi Falls und dann auch bald wieder den Litchfield Nationalpark. Unsere letzte Nacht verbrachten wir wieder auf einem normalen Campingplatz. Dieser hatte auch wieder einen Pool, der jedoch recht warm und voll war. So langsam hieß es Reste aufbrauchen. So gab es zum Abendessen Eierkuchen, Basmati-Milchreis und Nudel-Reste vom Vortag.

Katherine

Im Nitmiluk Nationalpark Campingplatz ist die Nacht nicht lang. Direkt nebenan starteten Touren per Boot in die Nitmiluk (Katherine) Gorges schon von früh morgens an. Dementsprechend packten alle zeitig ihre sieben Sachen und fuhren los – mit entsprechenden Geräuchen. Auch wir wollten rechtzeitig aufstehen, doch waren schon vor dem 7 Uhr Wecker wach. Wir hatten eine Bootstour durch 2 der ingesamt 13 Schluchten mit Start um 9 Uhr gebucht. Ursprünglich wollten wir nur die erste Schlucht mit dem Boot fahren und dann die nächsten zwei per Kanu erkunden. Doch die Kinder waren bei unseren Buschwanderungen so ängstlich und die Schluchten beherbergen (nicht so gefährliche) Süßwasserkrokodile, dass wir kniffen und auf eine reine Bootstour umbuchten. Die Salzwasserkrokodile werden wie schon in Kakadu vor der Saison von den Rangern gefangen und versetzt, doch was, wenn uns im Kanu ein Krokodil begegnet wäre? Die Bootstour war auch schön und hatte obendrein den Vorteil, dass sie erst eine Stunde später startete und nicht ganz so lang ging. Durch unser zeitiges aufstehen hatten wir sogar noch ein wenig Zeit im Café am Campingplatz einen Muffin zum Frühstück zu essen. Dazu gab es Sandwiches, die wir schon am Abend vorher geschmiert hatten, um die Frühstückszeit zu sparen.
So fuhr also unser Boot mit uns durch die erste Schlucht. Von einem eher flachen Start ging es bald zwischen Felswänden den Katherine River aufwärts. Irgendwann kamen Felsen und wir mussten aussteigen und in die nächste Schlucht laufen. Hier wartete dann wieder das nächste Boot für die Weiterfahrt. Am Ufer sahen wir immer wieder Sandstrände, die Brutstätten für die Süßwasserkrokodile sind. Spuren im Sand verrieten uns die Präsenz der Krokodile, doch zeigen wollte sich keines.
Unser Bootsführer berichtete uns noch, dass es einen Baum in der Schlucht gibt, der den Aborigines die Stadien der Krokodilbrut anzeigt, die von gewissen Temperaturen abhängt. Wenn der Baum blüht, paaren sich die Krokodile, wenn die Früchte wachsen, liegen die Krokodileier im warmen Sand und sobald die Früchte platzen, schlüpfen die kleinen Krokodile. Wenn die Aborigines nun also ein Krokodil-Ei zum Frühstück braten möchten, können sie das nur, wenn die Früchte noch in Takt sind. Dann heißt es mit einen Stock im Sand stochern, ähnlich wie wir die Muscheln suchten. Kommt der Stock wieder feucht zu Tage, hat er ein Ei durchbohrt und wo eines ist, sind noch mehr und das Frühstück gesichert. Der Geschmack soll jedoch nicht so gut sein…
Nitmiluk kommt übrigens von Zikade, weil die immer „nit nit nit“ macht. Diese leben in den Schluchten und daher der Aborigines-Name.

Nach der Schifffahrt fuhren wir wieder nach Katherine hinein. An der Touristeninfo sollte es einen lokalen Community Markt geben. Der war jedoch nicht mehr sehr belebt und bot neben Essen nur einige handgemachte Sachen. So fuhren wir direkt weiter zu den Katherine Hot Springs. Eine warme Quelle entspringt hier mitten im Outback und man darf kostenlos darin baden. Erwartungsgemäß waren wir nicht allein und neben Touristen nutzen auch einige Aborigines die (nicht sehr große) Abkühlung.

Unsere Nachmittagbeschäftigung fanden wir bei der Katherine Outback Experience – einer Show mit Pferden, Hunden, Gesang und Erklärungen über das Leben und die Tierzucht im Outback bzw. auf den zahlreichen Rinderfarmen hier in der Gegend. Es war sehr beeindruckend, wie der Gastgeber Tom mit dem Pferden und Hunden umgehen konnte. Sie gehorchten zumeist auf‘s Wort und teilweise sogar wortlos. Das hat den beiden Pferdemädchen in der Familie natürlich besonders gut gefallen.

Die Nacht verbrachten wir auf einer Farm in Katherine neben Geflügel, Vögel, Pferden, Emus und Ziegen. An der Rezeption begrüßten uns zahlreiche Schlangen, sowie ein Baby-Salzwasser- und ein Baby-Frischwasserkrokodil in diversen Terrarien.

Schon vor dem ersten Morgengrauen begannen (erwartungsgemäß) verschiedenste Tiere lautstark den Tag einzuläuten. Manchen hörten wieder auf, die Hähne liefen zur Höchstleistung auf. Dieser Morgen war ausnahmsweise regelrecht kühl mit erfrischenden 19°C. Doch die ersten Sonnenstrahlen brachten das Quecksilber schnell zum Klettern. Zum Frühstück gab es noch einmal ganz australisch Bacon mit Spiegeleiern, bevor wir einen langen Ritt gen Norden antraten.

Off-road durch Kakadu

Nach der Safari schliefen wir ein klein wenig länger. Es war doch ein langer Abend. Doch dann packten wir trotzdem zügig zusammen und machten uns auf den Weg zu den Jim Jim Falls. Diese lagen am Ende einer 57km Schotterpiste, die auf den letzten 9km zu einer wahren Abenteuerpiste durch Sand und Wasser wurde. Gut, dass wir Allradantrieb und ein fähiges Auto hatten!
Vom Parkplatz war es „nur“ 1km bis zum See unterhalb des Wasserfalls. Allerdings über so felsiges Terrain, dass es sehr lange dauerte und ordentlich Kraft kostete. Die 35°C trieben uns den Schweiß auf die Haut und ließen unser Trinkwasser schwinden. Doch der Weg lohnte sich. Zwar sind die Wasserfälle ausgetrocknet und werden erst in der Regenzeit wieder zum Leben erwecken, doch der See war noch gut gefüllt. Das Besondere an diesem Wasserloch war, dass die Nationalpark-Ranger hier aktiv die gefährlichen Salzwasserkrokodile aus dem Wasser fangen und woanders wieder aussetzen. Damit wird der See sicher zum Baden, was wir dann auch taten. Das Wasser war recht kalt, was uns einige Überwindung kostete, doch die Erfrischung war herrlich!

Dann ging es natürlich wieder die 57km „Dirt Road“ zurück. Denise wollte im weichen Sand auch mal ran und hatte Spaß am Off-road-Fahren.
Unseren Platz für die Nacht fanden wir wiederum am Ende einer Schotterpiste auf dem Nationalparkcampingplatz „Maguk“. Die lokalen Aborigines bezeichnen den lokalen Fisch Barramundi Maguk. Außer einem Plumpsklo gab es da nichts, nicht mal Handyempfang. Nach Nudeln zum Abendessen krochen die Kinder in ihr Zelt und wir Eltern unter das Moskitonetz. Doch irgendwann raschelte es im Gebüsch etwas lauter. Als unsere Nachbarn und wir mit der Taschenlampe leuchteten, sahen wir eine niedrige, doch halbwegs große Statur, die uns auf einen Dingo schließen ließ. Also packten wir in Windeseile alles zusammen. verstauten unseren Müll im Auto und uns im Dachzelt. Mit wilden Dingos wollten wir nicht scherzen. Nachts hörte Denise dann irgendwann Geschepper, als wenn andere Camper noch ihr dreckiges Geschirr draußen lagerten, welches die Dingos sauber-leckten. Die ganze Nacht waren verschiedenste Geräusche und Geraschel zu hören – Schlafen im Zelt in der Wildnis halt.

Am Donnerstagmorgen brutzelten wir uns Speck (Bacon) und Eier auf unserem Grill, inkl. leckerem Duft zum neidisch machen der Nachbarn. Dann ging es nur kurz weiter auf der Schotterpiste bis zu einem Parkplatz, der wiederum zu den Maguk Waterfalls führte. Hier ging der Weg auch wieder etwas abenteuerlich, aber weniger schwierig als den Tag zuvor zum See am Wasserfall. Der Maguk Wasserfall floss noch und brachte angenehm, lauwarmes Wasser mit sich. Auch hier fangen die Ranger die Salzwasserkrokodile nach der Regenzeit, um uns das Schwimmen im See zu ermöglichen. Wir hatten Glück und waren noch rechtzeitig vor Ort, sodass wir den Wasserfall teils für uns allein hatten. Zum Ende kamen dann größere Schüler-/Reisegruppen und bevölkerten den See.
Der Maguk Waterfall gefiel uns noch besser als die Jim Jims Falls. Nicht nur, weil noch das Wasser floss, sondern auch weil das Wasser weniger kalt und der Zugang etwas komfortabler war.

Auf unserem weiteren Weg gen Süden verließen wir bald den Kakadu Nationalpark. Mit 5 Nächten im gleichen Nationalpark stellt der Kakadu Nationalpark nun unseren persönlichen Rekord für die längste Verweildauer auf. Es gab aber auch wirklich viel zu sehen uns zu erleben!
In Pine Creek machten wir Mittagspause – Sandwiches und Reste vom Vortag. In Katherine erreichten wir den südlichsten Punkt unser Reise. Hier stockten wir im Woolworth noch einmal unsere Vorräte auf und fuhren weiter zum Nitmiluk Nationalpark. Auf dem Campingplatz hüpfen wir noch in den Pool und genossen die warme Dusche, nachdem der Campingplatz vorher kein fließend Wasser zu bieten hatte. Zum Abendessen gab es Wraps und dann fielen (fast) alle müde ins Bett.

Auf den Spuren der Aborigines

Wir verließen Ubir am Dienstagmorgen. Natürlich nachdem die Kinder noch ein Mal im Pool waren. Und im Supermarkt schauten wir auch noch ganz kurz vorbei. Dann ging es gen Süden nach „Nourlangie Rock“, welches von den Aborigines eigentlich „Burrunggui“ und „Anbangbang“ genannt wird. Hier gab es wieder beeindruckende Malereien zu bestaunen. Die letzte sogar erst von 1962. Außerdem konnten wir auf einen kleinen Ausblick hochsteigen. Die anderen, längeren Wanderungen und Ausblicke ließen wir dieses Mal links liegen und fuhren weiter bis Cooinda. Hier gab es ein Visitor Centre mit vielen Infos über das Leben der Aborigines, der Ureinwohner.

Auf dem Campingplatz um die Ecke konnten wir schon zeitig rauf, sodass wir doch Mittag kochten und den Nachmittag am Pool verbrachten.
Wir hängten erstmals unser Moskitonetz auf und nutzen die Gelegenheit, die Kinder in „Indiana Jones“ Filme einzuführen. So bekamen sie endlich mal eine Idee, warum wir ständig die Filmmusik summen während unser diversen Abenteuer. 

Unser Mittwochmorgen startete entspannt mit Pancakes zum Frühstück. Nach einer Waschmaschine ging es nochmal in den Pool, wo wir den Vormittag genossen. Unsere Aktivität für den Tag startete erst 13 Uhr.

Wir hatten uns eine „Animal Tracks Safari“ gebucht. Nach einem schnellen Reismittagessen fuhren wir mit einem kleinen „Abenteuerbus“, dem Tourguide Don und 12 anderen Touristen in die Wildnis. Nach einer halben Stunde und schon diversen Geschichten kamen wir an der ehemaligen Kakadu Buffalo Farm an. Hier stieg die Aborigine-Dame Patsy zu. Patsy war etwa 65 Jahre alt und lebt mit ihrem „weißen Ehemann“ und ehemaligen Nationalpark-Ranger auf der Farm. Viele Jahre wurden hier Büffel gehalten und gejagt. Mittlerweile sind die Zäune aber plattgetrampelt und die Natur regiert. Büffel werden dennoch weiterhin erlegt. Heute für die Aborigines der Region, früher für das Militär.
Patsy hatte im Morgengrauen schon zwei Gänse und 2 Enten geschossen, welche wir in unseren Abenteuerbus luden. 

Mit Patsy ging es nur ein kleines Stück an einen ausgetrockneten Teil des benachbarten Feuchtgebiets. Hier sammelten wir Muscheln aus dem Trockenen Matsch. Die schließen in der Regenzeit Wasser in sich ein und halten dann in der Trockenzeit statt Winterschlaf einen Trockenschlaf. Hier sahen wir auch Spuren von Büffeln und Krokodilen und viele junge Cane-Toads, invasive Kröten, die schon ganz Australien terrorisieren. Patsy hatte die Umgebung stets gut im Blick, damit kein wildes Tier vorbeischaut. Auf der Weiterfahrt sahen wir dann tatsächlich noch ein Krokodil, welches sich auf einer kleinen Matchoase in der Sonne rekelte. 
Auf dem weiteren Weg sammelten wir Brennholz für unser Lagerfeuer am Abend, Termiten-Matsch-Klumpen zum Brotbacken, trockenes Gras zum Entzünden den Feuers und Rinde vom Paper-Bark-Tree. Diese Bäume können im Trockenen und Feuchten wachsen, was sie hervorragende Bäume für die Regenzeit-Feuchtgebiete macht. Sie halten auch in der Trockenzeit noch gut die Feuchtigkeit und haben ein sehr weiches Holz. Die Rinde konnten wir ihnen abreißen, ohne ihnen damit zu schaden. Außerdem fanden wir auf dem Weg zum Lagerfeuerplatz bestimmte Busch-Feigen, welche ein wenig wir Pfirsich schmecken, aber nicht süß und voller Vitamin C sind. Da es noch zeitig in der Saison ist, fanden wir nur wenig Früchte.
Unterwegs trafen wir Wasserbüffel und Dingos. 

Unser Lagerfeuer, bzw. zwei, entfachten wir auf einer Halbinsel in einem riesigen Feuchtgebiet neben ca. 20.000 Gänsen und einem wunderschönen Sonnenuntergang.
Wir rupften die Gänse und Enten. Da wir nur die Federn, aber nicht die Daunen rupften, wurden die Tiere kurz im Feuer vom Rest befreit und anschließend mit ihren eigenen Flügelspitzen-Federn vom Ruß befreit. Patsy nahm sie dann aus. Dabei fand sie Wasserkastanien in ihren Hälsen (da sie keine Zähne haben, schlucken die die Kastanien im ganzen hinunter). Die putzen wir wiederum und kochten sie noch einmal ab. Dann konnte man die Wasserkastanien tatsächlich essen! Die Eingeweide wurde etwas entfernt von uns in der Wildnis „zurückgegeben“ – die Greifvögel (mutmaßlich Milane) hatten ihre Freude daran.
Patsys Feuer erwärmte Steine. Diese bedeckten wir dann mit den gesammelten, befeuchteten Blättern. Darauf kam dann das Fleisch, der Fisch und Gemüse. Das Fleisch wurde nochmal mit heißen Steinen bedeckt, bevor alles mit großen Paper Bark Stücken bedeckt wurde. Darauf kam dann Sand, bis kein Dampf mehr entwich. Nach der Garzeit musste der Sand wieder runtergefegt und die Rinde entfernt werden – fertig war der Hauptgang.
Das Feuer unseres Guides Don erwärmte neben Tee und Muscheln im Wasser auch Matsch. Don bereitete dann Brote vor, die in die Glut/den heißen Matsch gelegt wurden und wiederum mit Matsch abgedeckt wurden. Das gab ihnen wohl einen gute Kruste.
Alles hat erstaunlich gut geschmeckt (das Fleisch war etwas zäh…) und unseren Mägen hatte es auch nicht geschadet.
Im Stockdusteren ging es wieder zurück über Stock und Stein zur Büffel-Farm, wo wir Patsy verabschiedeten und zum Campingplatz zurückfuhren. Am Ende waren wir von 13 bis 21 Uhr unterwegs. Ein sehr kurzweiliger Ausflug. Doch erstaunlich wie lange es dauert, sein Aborigines-Abendessen vor- und zuzubereiten.

Krokodile am Cahills Crossing

Auf diesem Campingplatz sind wir zwei Nächte eingebucht. Daher gab es heute Morgen etwas weniger Zeitdruck bei der Abreise und wir machten uns Toast und Eier zum Frühstück, nach einem Bad im Pool, versteht sich.
Nach dem alles wieder zusammengepackt war, gingen wir in Jabiru noch in den Supermarkt, um unsere Vorräte aufzustocken. Das ist ein teurer Pflaster hier abseits der Zivilisation! Weiter ging es dann von Jabiru gen Norden. Nach einer guten halben Stunde kamen wir in die Gegend Ubirr. Hier liegt die bekannte „Cahills Crossing“, wo man auf der Straße den East Alligator River durchfährt. Wir fuhren direkt erst einmal dorthin, um direkt einen Road Train beim Queren zu beobachten (wir hatten ihn kurz vorher selbst überholt – gutes Timing). Der East Alligator River markiert die Grenze vom Kakadu Nationalpark nach Arnhem Land. Um Arnhem Land zu betreten, braucht man eine Genehmigung, da die Aborigines hier lieber unter sich bleiben wollen. Denise hatte vor vielen Wochen schon die Genehmigung angefragt. Damals wurde sie abgelehnt mit dem Hinweis sie am Tag selbst erneut zu beantragen.
Die Flussdurchfahrt ist nicht immer gleich. Wir kamen bei Flut an – das Meerwasser drängt bei Flut im Van-Diemen-Golf auch die Flüsse hinauf. Somit floss der Fluss quasi rückwärts über die Straße und viele Krokodile warteten im Wasser auf den Fisch, der mit der Flut angespült wird. Was für ein Schauspiel! So viele Krokodile auf einer Stelle gibt es kaum woanders in Australien zu sehen. Der Wasserstand über der Querung war wegen der Flut recht hoch und wir bestaunten das Treiben lieber von der Aussichtsplattform.

Dann ging es zum Ubirr Rock Art. Hier gab es eine kleine Wanderung an Aborigine-Felsenmalereien vorbei und hoch auf einen tollen Aussichtsberg. Trotz der Mittagshitze und -sonne war das ein lohnender Aufstieg mit einer wunderschönen Rundumsicht. Die 35°C hier sind wohl außergewöhnlich warm. Normalerweise sind zu dieser Zeit 30°C zu erwarten. Allerdings finden wir, dass die Temperaturen besser zu ertragen sind als in Japan – vermutlich wegen der geringeren Luftfeuchtigkeit.

Die nächste kleine Wanderung ging nach einem Snack wieder mehr durch den Busch und auch am East Alligator River entlang. Dementsprechend ängstlich waren die Kinder. Dabei war die Wanderung in so fern spannend, dass sie durch kürzlich abgebranntes Gelände verlief und in der Regenzeit gar nicht passierbar ist, wegen Krokodilen auf dem Weg.

Dann fuhren wir noch ein zweites Mal zur Cahills Crossing. Den Scheitelpunkt der Flut hatten wir hinter uns gelassen und nun lief das Wasser wieder flussabwärts über die Querung. Die Krokodile hatten sich größtenteils zur Mittagsruhe zurückgezogen und der Wasserpegel war nun deutlich niedriger. Unter Protest der Kinder rief Denise bei der Parkverwaltung an und nach erneutem Ausfüllen des Antrags online, bekamen wir die Genehmigung die Querung zu befahren und in Arnhem Land „an Land zu gehen“. Florian war so verängstigt, dass er das Filmen der Überfahrt von Land aus übernahm. Laura hatte auch große Angst, aber wollte die Chance im Falle unseres Überlebens auch nicht verpassen. Beide Kinder schienen zu viel in Google über die Unglücksfälle gelesen zu haben 😉
Also ließen wir wieder Luft von den Reifen, aktivierten die Allradantrieb und fuhren langsam aber sicher durch den East Alligator River. Krokodile waren in dem Moment keine mehr in Sichtweite, aber aufregend war es noch immer genug. Zurück auf der Kakadu-Seite sammelten wir Florian wieder ein und überzeugten ihn, zusammen noch ein mal rüber zu fahren. Gesagt, getan. Somit sind wir heute 2 mal die Querung hin- und hergefahren. Schließlich muss die Chance des Abenteuers nutzen, wenn man schon mal ein geeignetes Fahrzeug an diesem außergewöhnlichen Ort hat…

Unsere Überfahrt

Zurück in Jabiru suchten wir vergeblich nach einem „Survival“ Souvenir – das T-Shirt, welches Florian gestern schon sah, gab es leider nur in großen Größen. Stattdessen kauften wir eine leckere Limo und einen Wassermelonensaft und sprangen zur Abkühlung in den Pool. Zum Abendessen warfen wir den Grill an und aßen Steak und HotDogs, zusammen mit ganz vielen Fliegen.

Einfahrt in den Kakadu Nationalpark

Wir hatten die erste Nacht im Zelt in der Point Stuart Wilderness Lodge halbwegs gut überstanden. Die Tiergeräusche änderten sich, aber ebbten nie komplett ab. Morgens warteten unzählige Moskitos an den Fliegengittern – zum Glück draußen! Als wir dann aus den Zelten krabbelten, stürzten sie sich natürlich auf uns. Das wurde mit aufgehender Sonne etwas besser, doch dann wachten Fliegen auf, die uns unentwegt um die Haare schwirrten. Da wir den Pool am Abend nicht mehr nutzen konnten (der Aufbau dauerte etwas…), sprangen Denise und die Kinder morgens noch ins kühle Nass. Zum Frühstück gab es Müsli mit Beeren und Joghurt – in der Sonne und mit Insektenschutz. Erwartungsgemäß dauerte der Abbau der Zelte auch wieder etwas länger, die Übung muss sich erst noch einstellen. Gegen 10 Uhr fuhren wir vom Hof. Am Ende der Sandpiste pusteten wir wieder die Reifen auf und dann ging es flott weiter gen Osten. Sehr abwechslungsreich ist die Gegend nicht, unentwegt Bäume und viel rote Erde.

Nach kurzer Zeit begrüßte uns die Einfahrt zum Kakadu Nationalpark – einer der größten Nationalparks Australiens und etwa halb so groß wie die Schweiz.
Unser erster Stopp erwartete uns am Mamakula Wetland. Hier gab es wieder einen riesigen Sumpf zu bestaunen. Der ganze Nationalpark ist voll mit „Wetlands“, die in der Regenzeit (im deutschen Winter) ordentlich anschwellen. Da wir jetzt in der Trockenzeit hier sind, sind die Besucherpunkte wieder begehbar und der Arnhem Highway nicht mehr überflutet.
Der Weg zum Beobachtungssteg war nicht weit und anschließend warfen wir unseren kleinen Grill an um Käsetoasts zum Mittag zu rösten. Wie richtige Australier 😉

Dann war es gar nicht mehr weit bis Jabiru – einem kleinen Ort am östlichsten Punkt des Arnhem Highways. Hier besuchten wir ein Visitor Centre und nutzen ein wenig das WLAN (Jabiru selbst hat sogar auch guten Handy-Empfang). Da der Supermarkt am Sonntag schon um 13 Uhr schloss, genossen wir ein Eis an der Tankstelle. Morgen planen wir hier zum Tanken zurückzukehren. Eine Mückenkerze bekamen wir auch noch zur Vorsorge inmitten der Wetlands.
Im Anbinik Kakadu Resort (Campingplatz) angekommen, spannten wir die Zelte wieder auf und hüpften bei 35°C in den erfrischenden Pool.

Um 17 Uhr holte uns ein Shuttle zum lokalen Flughafen ab, wo halb sechs ein einstündiger Rundflug über den Kakadu Nationalpark mit uns startete. Den Park von oben zu sehen war sehr beeindruckend. Am Rand des Parks gibt es Sandstein-Gebirge, die nach und nach vom Wasser zersetzt werden. Teils sind die Felsen vom Eisenerz rot gefärbt und „rosten vor sich hin“, bis sie auch durch diesen Prozess zersetzt werden. Die Flüsse, die in diesen Gebirgen entstehen, hatten tolle Sandbänke an ihren Ufern (zerfallener Sandstein), doch baden sollten da nur die Krokodile… Fälschlicherweise heißen die Flüsse Alligator River, obwohl es hier keine Alligatoren, sondern nur Krokodile gibt. Eine Umbenennung/Korrektur klappte schon in der Anfangszeit nicht mehr, weil der Name schon in zu vielen Schriftstücken festgehalten war. Gleich nach dem Start überflogen wir auch eine Uran-Mine, die 2020 ihren Betrieb eingestellt hatte und nun vor Ort entsorgt/abgedeckt wird. Die Fahrzeuge sind zu sehr mit radioaktivem Material belastet, sodass man sie nirgendwo anders sicher hinfahren könnte. Jabiru wurde auch ursprünglich für die Arbeiter der Mine errichtet. Der Flughafen wird auch für die Mine errichtet worden sein. Heute dient er neben Rundflügen auch der Versorgung der abgelegenen Aboriginie-Kolonien im Umland. Einige Gebiete im Nationalpark dürfen nicht betreten werden, um die Ureinwohner nicht in ihrem Leben zu stören. Es ist wohl auch etwas moderner geworden mit Strom aus Sonne und Generator und Häusern, aber auch die Traditionen werden noch über Generationen gelehrt. Wir sahen ein paar Buschfeuer, die auch von Aborigines gelegt worden sein können. Dies hilft sowohl der Pflege der Natur als auch um die Tiere auf die Berge hinauf zu scheuchen und dort einfacher zu jagen. Eventuell waren es aber auch Raubvögel (z.B. ein Schwarzmilan), die glimmende Äste von anderswo heranfliegen und Feuer entfachen, um ebenfalls ihre Beute auf der Fluchtroute einfacher zu fangen.
Als wir im Dunklen zurückkamen, nutzen wir das kleine Asia-Restaurant im Resort für ein leckeres Abendessen ohne selbst zu kochen.

Und so sah unser Rundflug aus…

Das Abenteuer beginnt

Am Samstag ging es nun also los – das große Abenteuer. Morgens sprangen wir noch schnell in den Pool, aßen nur ein kleines Müsli und packten dann unseren Allrad-Camper. Der erste Weg führte uns jedoch erstmal noch mitten rein in die Zivilisation. Samstagvormittag im Shopping Center für Outdoor war gut was los. Wir kauften uns noch eine provisorische Toilette, eine Leuchte und Gaskartuschen für unseren Camping-Kocher.

Dann ging es los auf dem Highway 1 – der Stuart Highway. Der führt von Darwin im Norden durch Alice Springs im Zentrum bis  Adelaide im Süden. Nach kurzem Bogen wir jedoch schon gen Osten auf den Arnhem Highway ab, da wir unsere Rundtour im Uhrzeigersinn fahren wollen.
Am Big Boxing Crocodile gab es einen Mittagssnack. Unser erster geplanter Stopp war am Fogg Dam Reserve. Hier konnten wir über einen Boardwalk ein Sumpfgebiet erkunden, in dem es Lotus, viele Vögel und Spinnen und potentiell auch Krokodile und Schlangen gab. Die Kinder waren etwas angespannt beim Laufen. Kaum zu glauben, dass sie schon drei Jahre auf diesem gefährlichen Kontinent gelebt haben 😉
Am Adelaide River genossen wir ein kleines Vesper mit Blick auf den Fluss. Krokodile wollten sich aber nicht zeigen. Die teure „Jumping Crocodile Cruise“ sparten wir uns – das Spektakel sahen wir schon mal in Far North Queensland.

Die erste Probe unseres Off-Road-Campers machten wir auf dem Weg zum Bird Billabong. Hier endete die asphaltierte Straße und ging nur als „Dirt Road“ weiter. Kein Problem für uns! Wir ließen etwas Luft aus den Reifen und fuhren mit Allradantrieb weiter (auf normalen Straßen fahren wir nur mit Vorderradantrieb). Damit waren die Querrillen in der Sandpiste halbwegs zu ertragen. Leider gab es am Billabong nur einen 2h Wanderweg, statt einen erhofften Ausblick vom Parkplatz, sodass wir direkt wieder zurückfuhren. Kurz vor dem Highway hieß es dann wieder Luft auf die Reifen pumpen (wir haben einen Kompressor ab Board) und weiter mit bis zu 130 erlaubten km/h (so schnell fuhren wir nicht auf der „normalen Landstraße“). 

Unser erster Campingplatz hatte auf den  letzten 9km Anfahrt auch wieder eine Sandpiste. Also wieder Luft runter, 4WD aktiviert und ab. Viel mehr als 30 km/h waren trotzdem nicht komfortabel. 
Am Campingplatz angekommen ging es nun erstmal an‘s große Aufbauen. Zwei Dachzelte und die Markise wollten fachgerecht installiert werden. Das ging erwartungsgemäß beim ersten Mal nicht sehr schnell, aber so haben wir noch Potential besser zu werden 😉
Abendessen kochten wir uns in der Campingküche: Reis mit Butter-Chicken. Nach einer Dusche krabbelten wir dann auf unser Dach und konnten bei immer noch 23°C um 21 Uhr und vielen Tiergeräuschen nur langsam einschlafen. 

Wasserspaß in Darwin

Am heutigen Freitag hieß es ausschlafen ohne Wecker. Doch die halbe Stunde Zeitverschiebung seit Sydney und das zeitige schlafen gehen hatten sich dann doch bemerkbar gemacht. Frühstück hatten wir im Hotel keines gebucht, sodass wir uns ein Café in der Nachbarschaft suchten. Die Kinder wollten gern noch einmal Eggs Benedict („Eggs Benny“) essen und so genossen wir nochmal ein großes Frühstück. Anschließend ging es mit Badesachen bestückt zur Badelagune. Der dortige Wasserpark wollte ausgekundschaftet werden. Um 12 Uhr durften Denise und die Kinder erst rein, sodass vorher schon die Chance auf ein erfrischendes Bad in dem ca. 26°C warmen Wasser bestand. Im Wasserpark hatten sie dann eine Stunde Zeit und ganz viel Spaß. Mathias schaute derweil von außen zu und schoss Fotos. Die Badelagune wird übrigens mit einer Wasserpumpe aus dem Meer gefüllt und kann dann über einen Überlauf wieder abfließen. Damit wird sichergestellt, dass keine giftigen Quallen ins Wasser kommen und das Wasser frisch bleibt. Der große, steinige Deich hält dann wiederum die Krokodile davon ab, auch ein wenig im Wasserpark zu spielen.

Vom Wasserpark ging es dann schnurstracks mit dem Taxi zum Wohnmobilverleiher. Da dieser am Wochenende geschlossen hat, durften wir unser Wohnmobil schon heute abholen, obwohl wir erst morgen, am Samstag damit losfahren werden. Nach einer Einweisung fuhren wir mit dem riesigen Auto vom Hof. Zum Glück sind die Straßen in Darwin ausreichend breit! Vom Hotel aus ging es dann in ein Café für einen Nachmittagssnack (dauerhungrige Kinder können unausstehlich werden, wenn nicht regelmäßig Nachschub geliefert wird 😉 ). Während Denise in einem lokalen Laden die ein oder andere Hose und Rock anprobierte, gingen die Kinder und Mathias noch ein Eis essen. Damit waren wir ausreichend gestärkt für den Großeinkauf – der angesichts der begrenzten Platzverhältnisse natürlich nicht zu groß ausfallen durfte…

Angesichts der dann doch schon fortgeschrittenen Zeit brachten wir die Einkäufe nur schnell ins Hotelzimmer und fuhren noch einmal los zum Mindil Beach – hier kann man den Sonnenuntergang über dem Wasser beobachten, was vielen Australien an der Ostküste im täglichen Leben verwehrt bleibt.
Abendessen gab es dann beim Darwin Festival. Was genau gefeiert wird, wissen wir gar nicht, aber es gab im Civic Park diverse Essenstände und ganz viele Sitzmöglichkeiten. Am Freitagabend war da natürlich ordentlich was los, sodass die Kinder 20 Minuten geduldig auf ihre Pizza warten mussten. Aber die Atmosphäre war toll.

Morgen werden wir dann unseren Camper bestücken und in die Wildnis entfliehen. Der Verleiher meinte schon, dass der Handyempfang weg sein wird, sobald wir Darwin verlassen. Es wird hier also wieder etwas ruhiger werden. Vielleicht haben wir ja Glück und bekommen unterwegs mal WLAN oder Handynetz und können ein Update schicken.

Darwin – Australiens Top End

Am Donnerstag klingelte uns der Wecker schon kurz vor halb fünf aus dem Bett. Jan hatte uns am Abend vorher schon Sandwiches geschmiert, sodass es kurz nach fünf zum Flughafen losging. Das Auto gaben wir wieder zurück, checkten ein und flogen mit fast einer Stunde Verspätung halb zehn los nach Darwin. In 4,5 Stunden brachte uns der Flieger ins „Northern Territory“ an Australiens „Top End“. Hier erwarteten uns dann auch endlich wieder sommerliche Temperaturen um die 30°C.

In Darwin sind wir erst einmal im Hotel untergebracht – zur großen (Vor-) Freude der Kinder mit Pool. Nach einem Snack-Mittagessen von Woolies ging es dann auch gleich ins Wasser. Mathias plagt sich seit Tokio mit einer Erkältung rum und blieb dem Wasser daher erstmal fern. Nun ist die Hoffnung, dass die Wärme die Genesung etwas beflügelt.
Ein wenig Sightseeing stand auch noch auf dem Programm. Allerdings ist wichtig zu erwähnen, dass Darwin nicht sehr groß ist. Ein Spaziergang führte uns durch das Zentrum, vorbei an der Badelagune und dem Government House. Die Bademöglichkeiten sind hier gut vom Meer abgetrennt, um die Salzwasserkrokodile möglichst auszuschließen. Abendessen gab es in einem Sri Lanka Restaurant, bevor alle k.o. ins Bett fielen.

Sydney im Regen

Der Sydney-Winter zeigte sich die verbleibenden Tage von seiner feuchten Seite. Am Dienstag gab es immer mal wieder Schauer, aber das war gar nicht so schlimm, denn der Plan sah Indoor-Aktivitäten voraus. Denise stattete dem Büro in Pymble wieder ein Besuch ab. Nachdem es letztes Jahr hoch offiziell mit Rede und großem Mittagessen ablief, wurde dieses mal nur eine gemeinsame Runde in der Kantine („Bring Your Own“) privat organisiert. Denise bereitete morgens noch ein Schwarzwälder-Kirsch-Dessert zu und brachte es als Überraschung mit. Die anderen drei fuhren Denise ins Büro und weiter zu einem Burger-Restaurant in North-Ryde für ihr eigenes Mittagessen. Auf dem Rückweg wurde Denise wieder eingesammelt und es ging mal an der Schule, der GISS vorbei. Da hatte sich gar nicht so viel verändert – ein paar neue Klassenräume kamen hinzu, eine Treppe wurde betoniert und nebenan wurde aus dem wilden Busch-Grundstück ein privates Krankenhaus. Angesichts des Wetters und der fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns gegen einen Spazierganz hoch zum Barrenjoey Lighthouse. Stattdessen fuhren wir nach Dee Why. Unsere Gastgeber schwärmten von einem kleinen, lokalen Botanischen Garten. Leider führte uns Google ans falsche Ende ohne Eingang und eigentlich wollten die Kids auch viel lieber an den Strand. Also beobachteten wir noch etwas die raue See und die Surfer im Wasser. Auf dem Weg zurück nach Elanora ging es über Mona Vale. Wir wollten mit John und Jan Sushi zum Abendbrot essen. Unser geliebter Sushi-Train in Narrabeen hatte Ruhetag, so musste unser zweiter Favorit aus Mona Vale herhalten. Die beiden hatten noch nie Sushi gegessen und waren begeistert. Auch die Kids liebten dieses Abendessen 😉 Zum Nachtisch gab es dann auch noch für uns andere das Schwarzwälder-Kirsch-Dessert, da Denise zwei Schüsseln zubereitet hatte. Witzigerweise aßen wir es vor dem Fernseher, wo Jan eine DVD von André Rieus Melbourne-Konzert eingelegt hatte.

Der Mittwoch hatte dann Dauerregen im Angebot. Eigentlich wollte Denise mit ihren Kolleginnen Ghazal und Kruwan eine Wanderung in Manly machen, aber die fiel buchstäblich ins Wasser. Stattdessen fuhren sie mit dem Bus in die Innenstadt, gingen etwas shoppen und ausgiebig Essen, um ganz viel zu quatschen.
Florian hatte sich in guter Erinnerung an damals „Eggs Benedict“ zum Frühstück in einem Strandcafé gewünscht. So fuhren Laura, Florian und Mathias nach Warriewood und genossen ein großes Frühstück, jedoch ohne gute Sicht aufs Meer. Nach einem kleinen Einkauf für‘s Abendessen bei Aldi in Warriewood fuhren wir mit dem Auto nach Chatswood. Hier gab es Indoor-Minigolf. Auf Grund der Schulzeit hatten wir die Anlage für uns allein und konnten die außergewöhnlichen Bahnen genießen.
Von Chatswood ging es direkt noch einmal zur GISS. Hier holten wir Leandro ab, der damals in Lauras Klasse war. Es war spannend, die ganzen bekannten, nun 3 Jahre älteren Gesichter auf dem Schulhof zu sehen. Einige erkannten Laura und Florian sogar auf den ersten Blick – erstaunlich. Auch Florians damalige Klassenlehrerin staunte nicht schlecht, als sie die älter gewordenen Kinder sah. Mit Leandro und seiner Mutter ging es ins nahegelegenen Café für ein Schwätzchen, da das Wetter keine andere Aktivität zuließ.
Gegen 17 Uhr waren alle zurück in Elanora Heights. Da ging es dann auch gleich in der Küche heiß her. Wir hatten versprochen, unsere Gastgeber zum Abschied zu bekochen. Es sollte ein typisch deutsches Gericht sein: Königsberger Klopse mit Kartoffelbrei. Die beiden waren wieder begeistert. Wir verabschiedeten uns herzlich von den beiden und wurden gleich wieder für das nächste Mal nach Elanora Heights eingeladen.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »