Autor: Laura, Florian, Denise und Mathias (Seite 2 von 10)

Beachtime in Australien

An unserem letzten vollen Tag mit Wohnmobil sind wir vom Westen zum Nordosten Sydneys gefahren und haben dabei mehrere von Sydneys unzähligen Vororten gesehen (Sydney wird auch Stadt der Vororte genannt und besteht anscheinend nur aus der City.). Unser Ziel waren die nördlichen Strände. Das Wetter war heute sehr schön und so sind wir in Manly an der Promenade spazieren gegangen. Da noch Koffer packen anstand, sind wir kurz nach dem Mittag weiter gen Norden und standen auf einem schönen Campingplatz nur einen Steinwurf vom Meer. Da mussten dann die Koffer doch noch warten, da wir wenigstens einmal in Australien die Füße in den Ozean halten wollten. Wir hatten zwar auch unsere Badesachen eingesteckt, aber bei den tollen hohen Wellen war daran nicht zu denken. Dafür schauten wir den Surfern zu, die immer zahlreicher aufs Meer raus paddelten. Wir konnten uns kaum von der schönen Atmosphäre lösen und Mathias überlegt, ob er seinen Job nach Australien verlagert und nach der Arbeit professioneller Wellenreiter wird. 😉

Mist, es ist „misty“!

Das Wetter in den letzten Tagen war wirklich miserabel. Angeblich der meiste Regen innerhalb weniger Tage, den die Umgebung von Sydney seit Jahrzehnten hatte. Nach Kiama hielten wir kurz in Wollongong zum Einkaufen. Wollongong ist eine nicht sehr schöne Industriestadt und nicht sehr spannend – dafür war es unser Einkauf umso mehr. Nachdem wir auf den Parkplatz gefahren sind, sahen wir, dass es nur eine Ausfahrt gibt und diese eine Höhenbegrenzung durch ein Baum und ein überstehendes Dach hatte. Zu unserem Pech lagen wir mit unserem Camper 1m über dieser Höhe. Einzige Möglichkeit war gegen die Einbahnstraße die Einfahrt rauszufahren – bei dem regen Zulauf holten wir uns dann lieber Hilfe im Supermarkt. Netterweise unterstützten uns am Ende  4 Verkäufer und stoppten den Verkehr, navigierten uns um eine seeehr enge Kurve und das alles mitten in einem Wolkenbruch. Als wir vom Parkplatz fuhren und die klatschnassen Verkäufer hinter uns ließen, hatten wir ein schlechtes Gewissen 😉

Von Wollongong ging es dann über den Grand Pacific Drive in den Royal National Park. Dieser ist wohl der zweitälteste Nationalpark der Welt. (Bei solchen Angaben fragen wir uns immer „Und welcher ist der älteste?“.) Eigentlich wollten wir dort ein bisschen wandern und endlich mal wieder was für unsere Fitness tun. Die langen Autofahrten und die Internetpausen bei Mc Donalds haben unseren Figuren nicht sehr gut getan 🙂 Aber leider regnete es immer noch und so fuhren wir weiter nach Sydney. Dort stoppten wir kurz im Olympic Park und waren damit in allen 3 Olympischen Stätten der letzten 12 Jahre (Athen und Bejing). Unser nächstes und letztes großes Ziel waren die Blue Mountains westlich von Sydney. Dieser Nationalpark liegt nur wenige Autostunden von Sydney und ist damit eines der Hauptausflugsziele der Sydneyer. Er heißt so, weil er überwiegend aus Hügeln mit Eukalyptuswäldern besteht, deren Ausdünstungen im Sonnenlicht von weitem bläulich erscheinen. Wir hatten nicht ganz so viele Chancen dieses zu beobachten, da es kaum Sonne gab. Es war überwiegend „misty“ und „foggy“. So sahen wir auch so gut wie gar nichts von den Wasserfällen Wentworth Falls und Katoomba Falls. Am Mittwoch besuchten wir die Scenic World in Katoomba. Dort ging es dann erst mit der steilsten Bergbahn der Welt ins Tal. Mit 52Grad Gefälle, offenen Sitzen und Indianer Jones Musik fühlte es sich an wie eine Achterbahn. 🙂 Unten angekommen, kam dann doch die Sonne raus und wir konnten endlich eine Wanderung durch den Regenwald machen. Zurück auf die Bergstation ging es dann mit der Seilbahn. Zum Glück waren wir zeitiger unterwegs als die 7 Reisebusse mit Asiaten!

Da der Nebel sich etwas verzogen hatte, fuhren wir schnell zum Echo Point – dem Aussichtpunkt für die 3 Sisters (3 Gesteinssäulen) und genossen den tollen Ausblick auf die BlueMountains. Wirklich beeindruckend die Kliffhänge mitten in einem riesigen Regenwaldteppich.

Mit einer Schleife über Lithgow fuhren wir dann zurück nach Sydney und hatten immer wieder tolle Ausblicke – allerdings wieder im Regen…

Durchs Niemandsland zurück an die Küste

Am Donnerstag Morgen standen wir noch zeitiger auf als sonst um noch vor 9 am Apollo Office in Melbourne zur Reparatur unseres Handgriffes für den Wohnraum zu sein. Dieses wurde dann improvisiert behoben und da auch der Warmwasserbereiter mit gut zureden doch funktioniert, konnten wir viertel  10 schon wieder los. Ein Gutes hatte die ganze Sache dann noch, da wir erfuhren, dass wir nicht wie geplant an der Küste von Melbourne nach Sydney fahren können, weil in der Gegend der Lake Entrance alles wegen Regen überflutet ist. Also blieb uns nichts anderes übrig als die Inlandroute bis Canberra zu nehmen und dann wieder für das letzte Stückchen an die Küste zu fahren. Wie schon geschrieben, bestand die Inlandroute nur aus Highway und außer Steppen, Kühen  und kleinen nicht erwähnenswerten Ortschaften gab es nicht viel zu sehen. Die meisten Touristen scheinen auch sonst die Küstenroute zu nehmen, denn wir mit unserem dicken Wohnmobil fühlten uns ein wenig fremd. So war es für den Herren in der Information in Seymour wahrscheinlich das Highlight des Jahres, dass eine Deutsche nach W-LAN gefragt hat 🙂 Nach etwas Small talk (den die Aussies sehr gut beherrschen!) wurden wir an das „McDonalds Family Restaurant“ verwiesen. Erst als wir das große gelbe M sahen, wurde uns bewusst, dass es  sich nicht um eine kleine Gaststätte handelt. Sehr interessant und erschreckend bei unseren Internet-Abstechern zu McDonalds ist, dass es wirklich ein „Familien-Restaurant“ ist und zu jeder Tageszeit in allen kleinen Orten voll mit Leuten allen Alters ist. Heute humpelte sogar eine 80jährige mit ihrem Gehstock zur Burgertheke.

Ein netter Zwischenstopp auf unserer Fahrt durch die Weite des Inlandes war Beechworth. Diese wohl besterhaltene Goldgräberstadt erinnerte mit seinen kolonialen Holzhäusern an einen Western Film. In einer netten Bäckerei aßen wir dann endlich wie von Caren empfohlen, die typischen „Pies“ (Blätterteig mit Hack gefüllt und mit Käse überbacken) und das Banana bread (Rührkuchen mit Nuss(?)&Banane).

Am Freitag erreichten wir dann Canberra und nach einer kurzen „Stadtrundfahrt“ in unserem Wohnmobil suchten wir unser Nachtlager im Nachbarort Queanbeyan. Seit Freitag ist es auf den Campingplätzen ordentlich voll, da hier wegen dem Geburtstag der englischen Königin ein verlängertes Wochenende ist. Die Nacht wurde es dann mit -5Grad richtig schweinekalt. Theoretisch mit unserer Heizung per Klimaanlage kein Problem – nur leider scheint diese bei Minusgraden die Segel zu streichen. Zum Glück war es bei Florian im Alkoven noch warm genug und die Mama blieb als „Wärmequelle“ oben. So musste nur Papas Nasenspitze unten frieren.

Am nächsten Tag überquerten wir dann die Great Dividing Range (Hügelkette) und haben seit dem wieder wärmere Nächte. In Batemans Bay ging es dann sofort ans Meer und in Ulladulla saßen wir bei Pizza und Seafood mit Blick auf den Hafen im Sonnenschein draußen. Diese beiden Orte sowie unsere nächste Station Huskisson (kurz „Husky“ bei den abkürzungswütigen Aussies) sind gut besuchte Ferienorte und so war an diesem Wochenende auch viel los um uns herum. Davon ließen wir uns dann gerne anstecken und machten einen entspannten Strandspaziergang, aßen leckeres Eis und bummelten zurück zum Campingplatz.

Am Sonntag wollten wir in Jervis Bay zum Leuchtturm. Das „Historic Lighthouse“  leider nur eine Ruine meinte, bemerkten wir dann erst, als wir den Leuchtturm vergeblich suchten. Die Aussichtsplattform an den Überresten des gesprengten (weil nutzlosen) Leuchtturms bot aber tolle Blicke auf das Meer und laut Touristeninfo sollen mehrere Wale dort unterwegs sein. Leider hatten wir auch diesmal kein Glück und Objekte im Wasser entpuppten sich im Fernglas nur als Felsen und Boote. Also ging es weiter zum Hyams Beach – laut Guiness Buch der Rekorde der weißeste Sandstrand der Welt. Und er war tatsächlich sehr sehr hell – wir haben ein Babygläschen als Beweis gefüllt. Über eine kurvige, enge Straße ging es dann ins Kangaroo Valley. Ob das nun wegen den vielen gleichnamigen Tieren so heißt, können wir nicht sagen – wir haben keine gesehen. Dafür aber die Hängebrücke mit Festungsähnlichen Pfeilern, die im Reiseführer stand. Diese war ein wenig  unspektakulärer als sie klingt. Der Weg zurück an die Küste führte dann wieder schön durch Eukalyptuswälder in denen es wieder einmal nach „Apotheke“ roch. Ganz touristisch fühlten wir uns dann wieder zwischen Dutzenden Indern und Asiaten am Blowhole in Kiama. Mit jeder zweiten Welle spritzt das Meerwasser aus einem großen Felsloch und entlockt allen ein begeistertes „Oooh“ oder „Aaah“.

Nun liegt Sydney nur noch 1,5 Autostunden entfernt und wir wollen noch einige Wanderungen in den umliegenden Nationalparks unternehmen, bevor wir das Wohnmobil am Freitag schon wieder abgeben und dann noch 4 Tage Sydney per pedes erkunden.

Und immer weiter auf der linken Seite

Eigentlich wollten wir von Melbourne an der südöstlichen Küste rum nach Sydney fahren. Doch schwere Überschwemmungen machen dieses Gebiet derzeit unpassierbar und wir nahmen den Hume Freeway landeinwärts Richtung Sydney. Damit sind wir seit Warrnambool etwa 1.000km High- und Freeways durch die unendlichen Weiten Australiens gedüst – Zeit genug, um wieder einmal das Straßenleben zu analysieren 🙂

Zunächst zu unserem Gefährt – wir fahren nun in Australien mit guter deutscher Wertarbeit durch die Gegend: einem VW Crafter. Eigentlich ein Auto mit Ladefläche für Handwerker oder eben die Touristen als Wohnmobil. Traditionell deutsch ist der Blinker nun wieder auf der linken Seite. Für erhöhten Komfort sorgt die Automatik-Schaltung. Starten, „Gang“ einlegen und aufs Gas Drücken. Gerade im Stadtverkehr sehr angenehm, wenn man sich noch immer ein bisschen mehr auf die linke Seite konzentrieren muss, denn hier in Australien ist schon deutlich mehr los auf den Straßen! Und als Highlight ist eine Art Tempomat verfügbar: ein Geschwindigkeitsbegrenzer – man stellt die gewünschte Geschwindigkeit ein und drückt kräftig aufs Gas – ist die Geschwindigkeit erreicht regelt er dann selbst die Diesel-Zufuhr, egal wie stark man auf dem Gas steht. Nur wenn man loslässt, wird das Auto wieder langsamer. Sehr nützlich auf nicht enden wollenden Highways, aber eben doch mit der Sicherheit, dass der Fahrer nicht hinter zum Tee-Kochen geht 😉 Erlaubt sind auf den Highways allgemein 100 km/h. Auf den Freeways, vergleichbar mit unserer deutschen Autobahn, darf man sogar 110 km/h fahren. Also alles keine Geschwindigkeiten, um Australien in einer Woche zu bereisen 😉 Bei dieser langweiligen, monotonen Fahrweise scheinen die Fahrer schnell müde zu werden – alle paar Kilometer warnen Schilder vor der Müdigkeit und ein Rastplatz wird hier zur „Powernap Area“. Auch wenn die Entfernungen lang und die Umgebung nicht viel her gibt, beschränken wir uns auch auf dem Freeway auf 100 km/h. Das schont die Ohren und den Geldbeutel, denn leider ist Diesel hier teurer als Benzin und kostet etwa das gleiche wie in Neuseeland, nur leider in noch teureren AUS-$. Die 15l Verbrauch schmerzen da schon ein bisschen. Doch besser als die 17l in Neuseeland 😉

Unterwegs kann man hier wieder die typisch gelben Schilder beobachten, welche vor jeglichen Gefahren warnen, z.B. Kängurus oder Koala 🙂 An der Great Ocean Road wurde auch nicht selten vor Wasser auf der Straße gewarnt – statt ständig eine Brücke zu bauen, werden die Regen-Bäche einfach über die Straße geleitet. Im Hinterland gibt es nun sogar einen Pegel-Messer, damit der Aussi weiß, ob seine erhöhte, externe Luftzufuhr trocken bleibt (zum Glück war es im Hinterland trocken und die Bäche nicht Straßen-hoch).

Seinen Gelände-gängigen Jeep nutzt der Aussi dann auch gern, um mit seinem Wohnwagen (also Anhänger)  in den Urlaub zu fahren. Hier sehen wir kaum noch Wohnmobile wie unseres. Allgemein sind die Autos auch nicht ganz so alt wie in Neuseeland. Das Durchschnittsalter ist vielleicht ähnlich wie in Deutschland, nur die Geländegängigkeit ist höher.

Zwar konzentrieren sich die meisten Aussies in den Großstädten, doch auch unterwegs gibt es hin und wieder Ortschaften. Diese schreiben dann immer gleich ihre Einwohnerzahl an das Eingangsschild (neulich eine auf den Mann oder die Frau genau!). Doch gibt es hier keine Überraschungen, die meisten Orte entlang der Strecke Melbourne – Canberra hatten deutlich weniger als 10.000 Einwohner, dafür nicht selten eine Tankstelle, eine Bibliothek, einen Supermarkt und mindestens eine Fast-Food-Kette. Ausgeschildert sind diese Ort dann auch wieder auf hunderte Kilometer. Ein Vergleich zwischen Gundagai (2.300 Einwohner) und Hönow würde dieses Mal sogar eine erste Beschilderung in Nürnberg erfordern! 😀

Die Fahrt auf dem Freeway, der australischen Autobahn ist auch ein bisschen anders als bei uns. Da hier jeder Farmer seine eigene Autobahnzufahrt benötigt (Die Farmen sind groooß), lohnt es bei der geringen Nutzung nicht, jedes Mal eine Brücke oder einen Tunnel zu bauen, also biegt man einfach rechts ab, passiert vorsichtig die entgegenkommenden beiden Spuren und ist schon zu Hause. Große Städte, wie das oben erwähnte Gundagai, haben für die Touristen natürlich eine ordentliche Auf- und Abfahrt. Spannend ist die Fahrt ansonsten nicht auf dem Freeway, immer durch die Steppe durch, mal etwas hoch, mal etwas runter und nie mehr als 110km/h. Dafür dürfen alle so schnell fahren: die Autos, Wohnmobile, Wohnwagen und längeren und höheren LKWs – aber auch die Fahrradfahrer. Vermutlich mangels alternativer Wege dürfen diese auch auf dem Standstreifen der Autobahnen fahren.  Und wo der Freeway noch nicht um einen Ort herumläuft, verengt er sich kurz auf eine Spur je Richtung und läuft geradewegs durch den Ort durch als Landstraße, um danach wieder kräftig in die Breite zu gehen, denn Platz hat man ja hier im Niemandsland.

Und kommt man nach der langen Reise mit einem dreckigen Auto an, gibt es natürlich auch hier Waschanlagen, meist kombiniert mit Hundewaschanlagen – Bello auf der Pickup-Ladefläche will ja schließlich auch sauber ankommen 😉 Blöd nur, wenn die Waschanlage auf der falschen Straßenseite liegt. In Melbourne waren Wenden an Ampeln noch erlaubt. Kaum in New South Wales angekommen hielt uns die Polizei nach einem Wendemanöver an und mahnte uns sehr freundlich und entspannt, dass dies hier nicht erlaubt sei – das verstehe mal noch einer!

Wir werden die letzten Kilometer auf der linken Seite noch wachsam bleiben und uns dann aber hoffentlich schnell auch wieder an die rechte Seite in Europa gewöhnen 🙂

Wilde Great Ocean Road

Den ersten Abschnitt der Great Ocean Road fuhren wir leider komplett im Regen. In Anglesea  hielten wir wie empfohlen am Golfplatz und sahen dort tatsächlich wilde Kängurus. Auf der weiteren Fahrt hielten wir dann immer wieder an den unzähligen Lookout der Küstenstraße und machten Fotos von der wilden und schäumenden See. Dies sah dann so aus: Kamera anmachen, Fensterscheibe ganz schnell einen Spalt öffnen, Auslöser schnell drücken, Fenster im Eiltempo wieder schließen, Foto checken, Regentropfen vom Objektiv wischen und das gleiche von vorne falls das Foto nicht zufriedendstellend war (z.B. wenn der Regentropfen doch schon vor dem auslösen auf das Objektiv kam). Einziger Abstecher war die Fahrt zu den Eskine Falls. Mal wieder ein Wasserfall, aber diesmal ein wirklich wilder. Aufgrund des Regens donnerten die Wassermassen nach unten und ließen die untere Aussichtsplattform schon halb verschwinden. Fotos waren kaum möglich, da es so stürmte und spritzte, dass das Multitasken mit Schirm und Fotoapparat unmöglich war. Mit pitschnassen Füßen setzten wir dann unsere Fahrt fort und klemmten dann seeehr lange hinter einem Mietwagen mit Japanern. Da die Straße sehr kurvig und schmal ist, darf man nur bei „Slow Vehicle Turn Outs“ überholen – vorausgesetzt der Vordermann macht auch Platz. Die Japaner kannten dies wohl nicht –  dafür aber die Bremse…

Am zweiten Tag an der Great Ocean Road ging es dann zu den großen Attraktionen und zum Glück war es sonnig. Gleich zu Beginn sahen wir 2 besondere „Attraktionen“ – Kängurus am Straßenrand. Leider für Fotos erst zu spät gesehen.

Erster Abstecher ging nach Cape Otway. Den dortigen Leuchtturm sahen wir uns dann doch nur vom entfernten Aussichtspunkt an, da uns 18Dollar (~15Euro) p.P. Eintritt überteuert schienen. Der Weg dorthin hat sich aber trotzdem gelohnt , da wir viele wilde Koalas in den Eukalyptusbäumen an der Straße sahen. Einer hing sogar direkt niedrig über der Straße. Ab Princetown folgte dann die bekannte Steilküste mit den viel fotografierten Felsformationen: Gibson Steps, Twelve Apostels, Loch Ard Gorge, The Arche, London Bridge, The Grotto. Diese waren wirklich beeindruckend und wir hätten stundenlang den ca. 5m hohen Wellen beim zerschellen an den Klippen zugucken können. Der Umweg über die Great Ocean Road hat sich wirklich gelohnt.

Unser Nachtlager schlugen wir in Warrnambool auf. Der ausgewählte Campingplatz hatte sogar ein beheiztes Familienbad, dass wir gleich mal zu dritt in Beschlag nahmen 🙂

Am nächsten  Morgen (Mittwoch) wollten wir dann nach Walen Ausschau halten. Denn jedes Jahr zwischen Juni und September ziehen in den Gewässern vor Warrnambool Wale ihre Jungen auf. Wie die Dame von der Touristeninformation aber schon sagte, sind wir leider noch zu früh und die See zu rau. So machten wir uns etwas enttäuscht auf den 270km langen Rückweg über den Highway nach Melbourne.

Australien – da sind wir

Nach dem wir all unsere sieben Sachen wieder verstaut hatten, ging‘s zur Abgabe unseres Wohnmobils. Dort kamen wir noch relativ gut mit 65Dollar für einen Steinschlag in der Windschutzscheibe weg. Der Kratzer vom Mitnehmen eines Straßenschildes war zum Glück nicht weiter von Bedeutung 🙂

Der Flug mit Emirates war okay aber der Comfort und Service schlechter als erwartet. Zudem war er sehr voll und so mussten wir uns in eine vierer Reihe mit einem Mann+2 Jährigem Kind sowie einem 2 Meter Mann quetschen. Nach 4 Stunden kamen wir im abendlichen Melbourne an und nahmen ein Taxi zum Hotel. Der Bus wäre war deutlich günstiger gewesen, aber mit unserem Gepäck schlecht machbar – außerdem  brauchten wir sogar einen Kleinbus.

Samstag morgen waren wir dann wegen der Zeitumstellung (jetzt sind wir euch nur noch 8 Stunden voraus) zeitig wach und gönnten uns alle noch ein Bad in der Badewanne. Luxus nach 1 Monat Camperleben 😉

Pünktlich um 10 wurden wir dann von Caren abgeholt und fuhren mit der kostenlosen City Circle Tram durch die City immer unterbrochen von Strecken zu Fuß. So waren wir an der Flinder Street Station (größter Bahnhof in schönem Gebäude), am  Federation Square (wie Alexanderplatz), kauften Souvenirs am Victoria Market,  liefen durch die Docklands und warfen einen Blick in das Casino. Abends saßen wir dann in Chinatown in einem leckeren kleinen Restaurant. Als wir um 20:30 zurück im Hotel waren, waren wir ganz schön k.o. Sonntag morgen hieß es dann wieder Koffer packen und unseren neuen Campervan abholen. Von diesem waren wir erstmal sehr enttäuscht, da wir für den Preis etwas besseres erwartet hatten und uns unser Neuseeland Camper besser gefallen hat. Der neue hat kleinere Betten, keinen Ofen, Florian kann leider nicht vorn sitzen und wir haben keine Heizung wenn wir nicht am Strom sind. Dazu kommt, dass wir nach dem Einkauf feststellten, dass sich die Wohnraumtür nicht von innen öffnen ließ. Zurück am Verleih wurde das nur notdurftig repariert, da am Sonntag kein Mechaniker da war. Da wir nach dem Abstecher nach Westen über die Great Ocean Road ja wieder über Melbourne nach Sydney fahren, werden wir dort wahrscheinlich nochmal stoppen. Vor allem da wir jetzt auch feststellten, dass die Warmwassererhitzung per Gas nicht funktioniert. Was nicht so dramatisch ist wenn wir auf einem Campingplatz stehen, denn dort duschen wir extern und haben Strom für den Wasserkocher. Dafür ist der neue Camper deutlich geräumiger und man kann von hinten nach vorne in die Fahrerkabine durchgehen. Da der Alkoven höher und leichter zugänglich ist, kann Florian dort jetzt die ganze Nacht schlafen und die Mama klettert zwischendurch kurz hoch.

Am Tor zur Great Ocean Road stehen wir jetzt gerade in Torquay auf dem Mc Donalds Parkplatz und unser Wohnmobil wackelt ganz schön im Wind. Naja den wird’s hier wohl öfter geben, denn Torquay für seine Wellenreiter bekannt. Nun hoffen wir, dass der leichte Regen noch aufhört und wir tolle Blicke an der Steilküste haben werden.

Neuseeland – schön war’s gewesen

Nach 31 Tagen und knapp 5500km müssen wir uns nun von Neuseeland verabschieden. Dieses andere Ende der Welt, haben wir als gar nicht so „anders“ kennengelernt. Schneebedeckte Berge wie in den Alpen, Fjorde wie in Skandinavien, Küsten wie auf Rügen und weiße Sandstrände wie in der Karibik. Nur das hier auf kleiner Fläche alles zusammenkommt. Dazu karge Wüsten, saftige Regenwälder,  Wasserfälle, Gletscher, die bis fast an die Küste reichen, Vulkane, Geysire und brodelnde Schlammlöcher. Neuseelands Landschaft ist so abwechslungsreich, dass uns nie langweilig wurde.

 

Da Neuseeland relativ „jung“ besiedelt und so weit abgeschieden vom Rest der Welt ist, fühlten wir uns oft an das Spiel „Die Siedler“ erinnert: Man setze eine Insel mitten in den Ozean. Reich ausgestattet mit Rohstoffen wie Holz, Erz, Gold und Lehm. Dazu viele Schafe und Weideland und lasse eine handvoll Menschen beginnen Straßen, Dörfer und Häfen zu bauen.

 

Diese Ursprünglichkeit, die Einsamkeit und atemberaubende Natur haben unseren Urlaub in Neuseeland geprägt. Das Reisen mit dem Wohnmobil war ideal um das Land zu bereisen. Und auch wenn hier später Herbst ist, hat sich das Wetter gut gehalten und wir hatten 10-18Grad und selten Regen. Natürlich war es schade, dass wir nicht in den klaren Seen und im Meer baden und auch nur selten draußen essen konnten. Dafür war es überall schön leer und wir mussten die Campingplätze nicht vorreservieren sondern konnten spontan entscheiden, wo wir über Nacht stehen. Und auch besonders für das Reisen mit Flori war es gut, dass es nur wenige sandflies gab und wir nicht so stark auf den Sonnenschutz achten mussten.

 

Nun sagen wir „Haere ra Aotearoa“ (Lebewohl Land der langen weißen Wolke) und freuen uns auf weitere Erlebnisse in Australien.

Die letzten Tage in Neuseeland

Von Ahipara ging es dann wieder Richtung Süden. Um 100km um die Hokianga Bucht zu sparen, fuhren wir 15min mit der kleinen Fähre von Narrow nach Rawene. Kurz darauf kamen wir dann in den Waipoua Forest, Neuseelands größtem subtropischen Regenwald. Hier wachsen sehr viele von den einheimischen gigantischen Kauri Bäumen. Schon allein die Fahrt auf der kurvigen Straße, die links und rechts immer wieder vom Regenwald zurückerobert werden will, war wunderschön. Staunen konnten wir auch am Tane Mahuta (Gott des Waldes).Der größte und 2000Jahre alte Kauri Baum Neuseelands ist bombastische 52m hoch und hat 13m Umfang. Da läuft man einfach so durch den Regenwald und plötzlich steht so ein Riese vor einem. Auch die „Four Sisters“, vier große Kauris nebeneinander,  schauten wir uns an. Nachts standen wir in Dargaville auf einem Campingplatz und dann ließen wir wieder viele Kilometer hinter uns, da wir am Ende noch eine Wanderung in den Waitakere Ranges, einem Regional Nationalpark westlich von Auckland, machen wollten. Wir übernachteten auf dem Visitor Center zugehörigen Parkplatz. Zum (fast) Abschluss mal wieder ganz allein und mit wunderschönem Ausblick, da der Parkplatz auf einer Hügelkuppe ist. Zuletzt sind wir dann noch wie gehofft den „Auckland City Walk“ gelaufen. Der heißt nicht so weil er durch Aucklands City verläuft oder einen tollen Ausblick darauf bietet , sondern zu Ehren des Auckland City Councils, das den Wald geschützt hat. Die eine Stunde durch ursprünglichen Regenwald vorbei an riesigen Kauris, langen Lianen, Palmen, grünem Dickicht und Bachläufen war ein schöner Abschluss unserer Neuseelandrundreise.

Cape Reinga im Regen

Hallo, wir melden uns immernoch aus Northland aber 3 Tage und 684km weiter. Da wir unbedingt noch Neuseelands (fast) nördlichste Spitze besuchen wollten, haben wir in den letzten Tagen den Schwerpunkt eher aufs Fahren gelegt. Da unser Fahrfenster immer nur zwischen 10Uhr und 17 Uhr liegt und von Mittagspause, Tanken, Fotostopp etc unterbrochen wird, sind mehr als 200km pro Tag schon viel. Unsere  kleineren Zwischenstopps waren eine Käserei in einem böhmischen Dorf – der Käse war super lecker aber auch super teuer 😉 ; 2 Wasserfälle; die Hundertwassertoilette in Kawakawa und  Blicke auf die Bay of Islands. Schön war auch die geführte Tour durch eine 200m lange Glühwürmchenhöhle. Die kleinen Würmer hingen zu tausenden an der Decke der Höhle und sahen aus wie die Milchstraße 🙂 Außerdem haben wir einen Spaziergang zur Ninety Mile Beach gemacht- dieser Strand ist eigentlich „nur“ 64Meilen lang und ist mit Bussen/Jeeps zu befahren – aber bitte nur 100kmh 😉 Mietwagen durfen leider wegen der Gezeitengefahr nicht, darum sind wir den Highway 1 zu unserem Ziel „Cape Reinga“ gefahren. Die ganzen 112km gab es nur Farmland und Wald zu sehen. Es kamen uns nur ab und zu Holzlaster entgegen – schon erstaunlich (+ erschreckend ? ) wieviel die Neuseeländer aus ihren Wäldern holen. Leider hat es immer wieder geregnet und so waren wir auch die einzigen am Leuchtturm am Kap. Nach uns kamen dann zwar die Busse allerdings auch nur mit einer handvoll Touristen. Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Umweg über die Te Paki Sanddünen, die bis zu 100m hoch im Norden hinter der Ninety Mile Beach liegen. Leider kamen wir nicht so nah ran, da ein kleiner Fluss davor lag und wir nicht so wie die Busse einfach durchfahren bzw. bei dem Wetter auch keine nasse Füße haben wollten. Aber wieder mal erstaunlich wie abwechslungsreich die Landschaft ist – plötzlich steht man mitten vor der Wüste.

Kleines Flori Update:  Zurzeit isst er so gut und viel Brei, dass wir nun auch zusätzlich zu trinken geben und so üben wir jetzt mit der neu erworbenen Schnabeltasse. Abtrainiert wird das Ganze dann bei unzähligen Drehungen vom Rücken auf den Bauch und zurück (nur vom R auf den B über rechts fehlt noch). Nun müssen wir also auch den kleinen Eingang zur Spielwiese im WoMo absichern. 🙂

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