Am Donnerstag Morgen standen wir noch zeitiger auf als sonst um noch vor 9 am Apollo Office in Melbourne zur Reparatur unseres Handgriffes für den Wohnraum zu sein. Dieses wurde dann improvisiert behoben und da auch der Warmwasserbereiter mit gut zureden doch funktioniert, konnten wir viertel 10 schon wieder los. Ein Gutes hatte die ganze Sache dann noch, da wir erfuhren, dass wir nicht wie geplant an der Küste von Melbourne nach Sydney fahren können, weil in der Gegend der Lake Entrance alles wegen Regen überflutet ist. Also blieb uns nichts anderes übrig als die Inlandroute bis Canberra zu nehmen und dann wieder für das letzte Stückchen an die Küste zu fahren. Wie schon geschrieben, bestand die Inlandroute nur aus Highway und außer Steppen, Kühen und kleinen nicht erwähnenswerten Ortschaften gab es nicht viel zu sehen. Die meisten Touristen scheinen auch sonst die Küstenroute zu nehmen, denn wir mit unserem dicken Wohnmobil fühlten uns ein wenig fremd. So war es für den Herren in der Information in Seymour wahrscheinlich das Highlight des Jahres, dass eine Deutsche nach W-LAN gefragt hat 🙂 Nach etwas Small talk (den die Aussies sehr gut beherrschen!) wurden wir an das „McDonalds Family Restaurant“ verwiesen. Erst als wir das große gelbe M sahen, wurde uns bewusst, dass es sich nicht um eine kleine Gaststätte handelt. Sehr interessant und erschreckend bei unseren Internet-Abstechern zu McDonalds ist, dass es wirklich ein „Familien-Restaurant“ ist und zu jeder Tageszeit in allen kleinen Orten voll mit Leuten allen Alters ist. Heute humpelte sogar eine 80jährige mit ihrem Gehstock zur Burgertheke.
Ein netter Zwischenstopp auf unserer Fahrt durch die Weite des Inlandes war Beechworth. Diese wohl besterhaltene Goldgräberstadt erinnerte mit seinen kolonialen Holzhäusern an einen Western Film. In einer netten Bäckerei aßen wir dann endlich wie von Caren empfohlen, die typischen „Pies“ (Blätterteig mit Hack gefüllt und mit Käse überbacken) und das Banana bread (Rührkuchen mit Nuss(?)&Banane).
Am Freitag erreichten wir dann Canberra und nach einer kurzen „Stadtrundfahrt“ in unserem Wohnmobil suchten wir unser Nachtlager im Nachbarort Queanbeyan. Seit Freitag ist es auf den Campingplätzen ordentlich voll, da hier wegen dem Geburtstag der englischen Königin ein verlängertes Wochenende ist. Die Nacht wurde es dann mit -5Grad richtig schweinekalt. Theoretisch mit unserer Heizung per Klimaanlage kein Problem – nur leider scheint diese bei Minusgraden die Segel zu streichen. Zum Glück war es bei Florian im Alkoven noch warm genug und die Mama blieb als „Wärmequelle“ oben. So musste nur Papas Nasenspitze unten frieren.
Am nächsten Tag überquerten wir dann die Great Dividing Range (Hügelkette) und haben seit dem wieder wärmere Nächte. In Batemans Bay ging es dann sofort ans Meer und in Ulladulla saßen wir bei Pizza und Seafood mit Blick auf den Hafen im Sonnenschein draußen. Diese beiden Orte sowie unsere nächste Station Huskisson (kurz „Husky“ bei den abkürzungswütigen Aussies) sind gut besuchte Ferienorte und so war an diesem Wochenende auch viel los um uns herum. Davon ließen wir uns dann gerne anstecken und machten einen entspannten Strandspaziergang, aßen leckeres Eis und bummelten zurück zum Campingplatz.
Am Sonntag wollten wir in Jervis Bay zum Leuchtturm. Das „Historic Lighthouse“ leider nur eine Ruine meinte, bemerkten wir dann erst, als wir den Leuchtturm vergeblich suchten. Die Aussichtsplattform an den Überresten des gesprengten (weil nutzlosen) Leuchtturms bot aber tolle Blicke auf das Meer und laut Touristeninfo sollen mehrere Wale dort unterwegs sein. Leider hatten wir auch diesmal kein Glück und Objekte im Wasser entpuppten sich im Fernglas nur als Felsen und Boote. Also ging es weiter zum Hyams Beach – laut Guiness Buch der Rekorde der weißeste Sandstrand der Welt. Und er war tatsächlich sehr sehr hell – wir haben ein Babygläschen als Beweis gefüllt. Über eine kurvige, enge Straße ging es dann ins Kangaroo Valley. Ob das nun wegen den vielen gleichnamigen Tieren so heißt, können wir nicht sagen – wir haben keine gesehen. Dafür aber die Hängebrücke mit Festungsähnlichen Pfeilern, die im Reiseführer stand. Diese war ein wenig unspektakulärer als sie klingt. Der Weg zurück an die Küste führte dann wieder schön durch Eukalyptuswälder in denen es wieder einmal nach „Apotheke“ roch. Ganz touristisch fühlten wir uns dann wieder zwischen Dutzenden Indern und Asiaten am Blowhole in Kiama. Mit jeder zweiten Welle spritzt das Meerwasser aus einem großen Felsloch und entlockt allen ein begeistertes „Oooh“ oder „Aaah“.
Nun liegt Sydney nur noch 1,5 Autostunden entfernt und wir wollen noch einige Wanderungen in den umliegenden Nationalparks unternehmen, bevor wir das Wohnmobil am Freitag schon wieder abgeben und dann noch 4 Tage Sydney per pedes erkunden.
- Beechworth – Goldgräberstadt
- Unser Camper in Beechworth
- Ned Kelly Pie
- Banana Bread
- Ausblick unterwegs
- Unendliche Weite
- Parlament in Canberra
- Kakadus (?) im Parlament Park in Canberra
- Voll wegen Queens Birthday
- Pizza in Ulladulla
- Strandspaziergang in Husky
- Schon was gesichtet, Papa?
- Weißester Sandstrand der Welt
- Hängebrücke im Kangaroo Valley
- Blowhole in Kiama
- Kiama Leuchtturm
- Trösten auf den letzten Kilometern
- G’day mate!
- Reißverschlüsse sind ganz interessant
- Hey guys!
- Zzz





















