Eigentlich wollten wir von Melbourne an der südöstlichen Küste rum nach Sydney fahren. Doch schwere Überschwemmungen machen dieses Gebiet derzeit unpassierbar und wir nahmen den Hume Freeway landeinwärts Richtung Sydney. Damit sind wir seit Warrnambool etwa 1.000km High- und Freeways durch die unendlichen Weiten Australiens gedüst – Zeit genug, um wieder einmal das Straßenleben zu analysieren 🙂
Zunächst zu unserem Gefährt – wir fahren nun in Australien mit guter deutscher Wertarbeit durch die Gegend: einem VW Crafter. Eigentlich ein Auto mit Ladefläche für Handwerker oder eben die Touristen als Wohnmobil. Traditionell deutsch ist der Blinker nun wieder auf der linken Seite. Für erhöhten Komfort sorgt die Automatik-Schaltung. Starten, „Gang“ einlegen und aufs Gas Drücken. Gerade im Stadtverkehr sehr angenehm, wenn man sich noch immer ein bisschen mehr auf die linke Seite konzentrieren muss, denn hier in Australien ist schon deutlich mehr los auf den Straßen! Und als Highlight ist eine Art Tempomat verfügbar: ein Geschwindigkeitsbegrenzer – man stellt die gewünschte Geschwindigkeit ein und drückt kräftig aufs Gas – ist die Geschwindigkeit erreicht regelt er dann selbst die Diesel-Zufuhr, egal wie stark man auf dem Gas steht. Nur wenn man loslässt, wird das Auto wieder langsamer. Sehr nützlich auf nicht enden wollenden Highways, aber eben doch mit der Sicherheit, dass der Fahrer nicht hinter zum Tee-Kochen geht 😉 Erlaubt sind auf den Highways allgemein 100 km/h. Auf den Freeways, vergleichbar mit unserer deutschen Autobahn, darf man sogar 110 km/h fahren. Also alles keine Geschwindigkeiten, um Australien in einer Woche zu bereisen 😉 Bei dieser langweiligen, monotonen Fahrweise scheinen die Fahrer schnell müde zu werden – alle paar Kilometer warnen Schilder vor der Müdigkeit und ein Rastplatz wird hier zur „Powernap Area“. Auch wenn die Entfernungen lang und die Umgebung nicht viel her gibt, beschränken wir uns auch auf dem Freeway auf 100 km/h. Das schont die Ohren und den Geldbeutel, denn leider ist Diesel hier teurer als Benzin und kostet etwa das gleiche wie in Neuseeland, nur leider in noch teureren AUS-$. Die 15l Verbrauch schmerzen da schon ein bisschen. Doch besser als die 17l in Neuseeland 😉
Unterwegs kann man hier wieder die typisch gelben Schilder beobachten, welche vor jeglichen Gefahren warnen, z.B. Kängurus oder Koala 🙂 An der Great Ocean Road wurde auch nicht selten vor Wasser auf der Straße gewarnt – statt ständig eine Brücke zu bauen, werden die Regen-Bäche einfach über die Straße geleitet. Im Hinterland gibt es nun sogar einen Pegel-Messer, damit der Aussi weiß, ob seine erhöhte, externe Luftzufuhr trocken bleibt (zum Glück war es im Hinterland trocken und die Bäche nicht Straßen-hoch).
Seinen Gelände-gängigen Jeep nutzt der Aussi dann auch gern, um mit seinem Wohnwagen (also Anhänger) in den Urlaub zu fahren. Hier sehen wir kaum noch Wohnmobile wie unseres. Allgemein sind die Autos auch nicht ganz so alt wie in Neuseeland. Das Durchschnittsalter ist vielleicht ähnlich wie in Deutschland, nur die Geländegängigkeit ist höher.
Zwar konzentrieren sich die meisten Aussies in den Großstädten, doch auch unterwegs gibt es hin und wieder Ortschaften. Diese schreiben dann immer gleich ihre Einwohnerzahl an das Eingangsschild (neulich eine auf den Mann oder die Frau genau!). Doch gibt es hier keine Überraschungen, die meisten Orte entlang der Strecke Melbourne – Canberra hatten deutlich weniger als 10.000 Einwohner, dafür nicht selten eine Tankstelle, eine Bibliothek, einen Supermarkt und mindestens eine Fast-Food-Kette. Ausgeschildert sind diese Ort dann auch wieder auf hunderte Kilometer. Ein Vergleich zwischen Gundagai (2.300 Einwohner) und Hönow würde dieses Mal sogar eine erste Beschilderung in Nürnberg erfordern! 😀
Die Fahrt auf dem Freeway, der australischen Autobahn ist auch ein bisschen anders als bei uns. Da hier jeder Farmer seine eigene Autobahnzufahrt benötigt (Die Farmen sind groooß), lohnt es bei der geringen Nutzung nicht, jedes Mal eine Brücke oder einen Tunnel zu bauen, also biegt man einfach rechts ab, passiert vorsichtig die entgegenkommenden beiden Spuren und ist schon zu Hause. Große Städte, wie das oben erwähnte Gundagai, haben für die Touristen natürlich eine ordentliche Auf- und Abfahrt. Spannend ist die Fahrt ansonsten nicht auf dem Freeway, immer durch die Steppe durch, mal etwas hoch, mal etwas runter und nie mehr als 110km/h. Dafür dürfen alle so schnell fahren: die Autos, Wohnmobile, Wohnwagen und längeren und höheren LKWs – aber auch die Fahrradfahrer. Vermutlich mangels alternativer Wege dürfen diese auch auf dem Standstreifen der Autobahnen fahren. Und wo der Freeway noch nicht um einen Ort herumläuft, verengt er sich kurz auf eine Spur je Richtung und läuft geradewegs durch den Ort durch als Landstraße, um danach wieder kräftig in die Breite zu gehen, denn Platz hat man ja hier im Niemandsland.
Und kommt man nach der langen Reise mit einem dreckigen Auto an, gibt es natürlich auch hier Waschanlagen, meist kombiniert mit Hundewaschanlagen – Bello auf der Pickup-Ladefläche will ja schließlich auch sauber ankommen 😉 Blöd nur, wenn die Waschanlage auf der falschen Straßenseite liegt. In Melbourne waren Wenden an Ampeln noch erlaubt. Kaum in New South Wales angekommen hielt uns die Polizei nach einem Wendemanöver an und mahnte uns sehr freundlich und entspannt, dass dies hier nicht erlaubt sei – das verstehe mal noch einer!
Wir werden die letzten Kilometer auf der linken Seite noch wachsam bleiben und uns dann aber hoffentlich schnell auch wieder an die rechte Seite in Europa gewöhnen 🙂
- Lenkrad immernoch auf der rechten Seite
- Einmal volltanken bitte
- Vorsicht Känguruh
- Rechts abbiegen auf dem Freeway
- karge Weite
- Vorsicht Fahrräder auf dem Freeway
- Australische Baustellenampel (eher selten ohne Strom)
- Schöne Eukalyptusallee









Hallo ihr drei,
wir zählen nun die Tage runter. Uns kam die Zeit bis jetzt unendlich lang vor und die letzten Tage ziehen sich immer mehr in die Länge. An Hand eurer Berichte haben wir ja mit euch zusammen schon sehr viel kennengelernt.
Die Großeltern ernten weiterhin fleißig Erdbeeren bei euch und hoffen auch sehr, dass ihr auch noch welche vorfindet. Wenn nicht, hängen wir einfach ein paar gekaufte in die Pflanzen.:) Ansonsten werdet ihr noch viel Freude an eurem Gemüse haben, denn dass steht weiterhin gut im Wuchs.
Hier ist ja nun das Fußballfieber ausgebrochen. Gestern (Samstag) das erste Spiel der Deutschen. Haben es besonders spannend gemacht. In der 72. Minute kam dann die Erlösung.
Habt noch eine schöne Zeit in Australien.
Seid ganz lieb gegrüßt
vom Vati-Roland und von Mutti-Angela!
Muss ich doch noch unbedingt los werden!
Eure Nachbarn lassen euch ganz herzlich grüßen. Sie haben sich sehr über eure Karte gefreut!
LG
Mutti-Angela!