Hallo ihr Großen,
Jeder Tag ist bei uns anders, aber heute beschreibe mal ich, Laura, den typischen Wohnmobilalltag aus der Sicht von uns Kindern:

Nachdem ich mehrmals die Nacht (seit einige Nächten auch nur 1-2x) Mama zum Trinken nach oben in den Alkoven gerufen habe, bin ich 5:30Uhr wach und fange an ein bisschen zu erzählen. Vielleicht wird ja mein leise schnarchender Bruder neben mir wach und spielt mit mir!? Doch dann holt mich Mama runter ins Elternbett und dann werde ich doch immer noch etwas müde und schlummer nochmal ein. Das nächste mal wache ich zwischen halb Sieben und halb Acht auf – meist unsanft geweckt von meinem großen Bruder der im Elternbett rumturnt. Zu dritt ist es auf 1,50m schon kuschelig, aber zu viert hat man regelmäßig einen Fuß oder Ellenbogen im Gesicht. Mama und Papa ermahnen Florian immer nicht so doll an mir rumzuzerren, aber ich finde das meistens lustig und muss lachen. Das morgendliche Kuscheln und rumtollen finden wir toll. Seit der Stadt mit den bunten Lichtern haben wir zwei neue Spielgefährten am Morgen – Mickey und Minnie. Die können tolle Kunststücke, sag ich euch!

Mama steht dann meist als erste auf und macht die Wasserpumpe, den Wasserheizer und die Heizung an oder höher.
Während Florian angezogen wird, liege ich über Papas Bauch und gucke aus dem Fenster. Dort gibt es immer was spannendes zu gucken -es sieht jeden Tag anders aus. Zum Glück ist unser Bett immer dasselbe.

Wenn dann irgendwann alle fertig gewaschen und angezogen sind, gibt es Frühstück – zumindest für die anderen 3. Ich darf dann auf dem Bett endlich auch mal allein spielen und hin und herkullern. Seit einiger Zeit habe ich die lustigen Dinger an meinen Beinen entdeckt – meine Füße. Am spannendsten sind sie, wenn keine Socken dran sind, dann wackeln die Zehen so witzig. Und drehen kann ich mich jetzt schon richtig gut und komme so auch an Spielzeug ran was weiter weg liegt. Seit dem baut Mama immer eine Absperrung aus Bettdecken an der Seite wo das Bett offen ist. Nach so viel rumtoben, halte ich dann mein Nach-dem-Frühstück-Schläfchen.

Wenn dann die Cornflakesschüsseln leer sind, bekomm ich auch noch etwas zu trinken und dann geht’s an’s große Aufräumen. Florian holt dann noch kurz seine Spielsachen raus während Mama und Papa Betten machen, aufräumen, Abwaschen, Müll rausbringen, Leiter nach oben in den Alkoven legen etc.
Achja und Zähneputzen für alle nicht vergessen – ich darf ja nun endlich auch mitmachen.
Dann gehen alle nochmal pullern – ich auch, aber bei mir siehts keiner 😉

Wenn wir auf einem Hook-up Platz mit Strom und Wasseranschluss stehen, gehen Papa und Florian dann raus und machen die Schläuche und das Stromkabel ab. Eventuell auch nochmal den Wassertank voll.
Mama macht das Wohnmobil innen startklar – Check ob Fenster und Schränke zu sind, Wasserpumpe aus, Wassererhitzer aus, Heizung aus, ggfs. noch Markise rein, slide out rein.

Und dann geht’s los. Meist ist es zwischen 9 und 10Uhr. Ich finde meinen Sitzplatz ganz nett. Ich kann zwar nicht so richtig rausgucken, aber dafür meinen Bruder angucken. Schon wenn ich reingesetzt werde, lächle ich rüber zu Florian. Während der Fahrt erzähle ich dann was und er erzählt mir auch manchmal was er draußen sieht oder was er gerade von Mama gehört hat. Er sitzt nämlich ganz hoch und kann gut aus dem großen Fenster rausgucken. Er sieht auch Mama. Nur das mit dem sprechen und hören ist bei dem Röhren und Geklapper immer schwierig. Da wird oft von uns hinten nach vorn gebrüllt und dann wieder von Mama oder Papa von vorn nach hinten. Florian fragt oft wo wir hinfahren. Und sagt dann „Schon wieder ein Campingplatz“ oder das er lieber da bleiben möchte wo wir waren. Mir ist das schnuppe- Hauptsache die anderen sind auch da.
Wenn wir länger fahren, schlafe ich bei diesem gleichmäßigen Gerüttel ein. Wenn ich dann aufwache, sehe ich, dass Florian auch manchmal mit seinem Teddy und seiner Zudecke (ein Kopfkissenbezug) eingenickt ist. Meist fahren wir aber gar nicht so lange und unternehmen noch am Vormittag etwas oder machen dann eine lange Pause mit frischer Luft und Mittagessen.
Ich schaffe jetzt schon eine große Portion Brei zum Mittag (ca. 130g). Entweder Mama macht den im Wassertopf warm oder wenn wir unterwegs sind, kommen die Kellner mit dem warmen Gläschen zurück. Das hab ich dann ratzifatzi aufgegessen. Am schnellsten und liebsten esse ich Sweet Potatoe Chicken Dinner. Aus dem Babyfläschen mag ich danach aber nicht trinken. Besser finde ich die Wasserflaschen aus denen auch Mama, Papa und Flori trinken. Die finde ich sowieso spannend und mit denen kann man auch toll spielen. Die knistern so lustig, kullern umher und das Wasser schwappt darin.
Der Rest der Familie isst dann nach mir Mittag. Ab und zu sind wir im Restaurant, dann gibt es sehr oft Burger und Pommes. Mama und Papa sagen, die Burger schmecken hier immer toll und Flori mag nur die Pommes. Wir hatten sogar schon Süßkartoffel-Pommes. Die hätte ich ja gern mal probiert. Sowieso möchte ich jetzt gern immer bei Mama und Papa kosten und mach mich gaanz lang um ans Essen ranzukommen – aber das darf ich meistens nicht. Dabei hab ich jetzt schon zwei Zähne!
Zum Mittag isst Flori mittlerweile lieber Gemüse oder Obst im Restaurant – ich glaube er mag keine Pommes mehr.
Im Wohnmobil isst er meistens gut Mittag. Da gibt’s ja auch oft Nudeln.
Nach dem Mittag gehen wir entweder mit dem Kinderwagen spazieren oder fahren weiter. Im Kinderwagen darf ich jetzt auch schon ein bisschen aufrechter liegen. Da kann ich besser rausgucken, dass ist klasse. Ich sehe auch meinen Bruder vor mir besser. Manchmal dreht er sich um und spielt mit mir. Und wenn nicht, dann drücke ich mit meinen Füßen gegen seine Lehne – das geht immer besser mit der Zeit.
Die Art des Geschaukels (WoMo oder KiWa) ist mir übrigens egal, ich mach erstmal ein Verdauungsschläfchen. Wenn Flori bis jetzt noch nicht geschlafen hatte, schläft er im WoMo jetzt schneller ein als ich. Wenn wir wieder aufwachen, sagen Mama und Papa oft, dass wir da sind. Entweder bei einer Sehenswürdigkeit oder schon auf dem Campingplatz. Manchmal dauert es etwas länger, dann hab ich schon wieder Hunger oder die Nase voll vom fahren. Dann mecker ich ein bisschen. Und dann auch ein bisschen lauter, damit ich vorne überhaupt gehört werde. Wenn Mama nicht gucken kommt, singt mein Bruder mir ein Lied. Das mag ich. Manchmal singen äh brüllen wir auch alle ein Lied.
Wenn es auf dem Campingplatz wieder ein Hook-Up Stellplatz ist, schließen die Männer dann erstmal unser WoMo an und dann geht’s schnell raus, denn es wird jetzt früh dunkel. Um halb sechs ist es hier stockduster. Oft sind wir bis zum Sonnenuntergang unterwegs. Auf dem Spielplatz, im Wald, am
Strand oder oder oder. Jeder Tag ist anders. Aber oft bin ich dann im Manduca dabei. Da kann ich schön von oben gucken, was der Flori macht. Die haben hier in Amerika auch immer Babyschaukeln. Die machen Spaß.

Oft bekomm ich dann als Erste mein Abendbrot. Mama mixt immer was aus Milchpulver, Reispulver und Obstbrei zusammen. Das schmeckt mir so gut, dass ich jeden Haps mit einem „Hmm“ begleiten muss.
Die Großen essen abends oft Sandwich mit Salat. Sogar Flori mit Salat!
Wenn er fertig gegessen hat, will er immer zu mir auf die Liegewiese und wir toben noch zusammen.
Dabei werde ich immer ganz müde – vor allem wenn ich nochmal bei Mama getrunken habe. Dann werde ich bettfertig gemacht. Ab und zu darf ich im Küchen-Waschbecken baden. Flori geht dafür später mit den Großen zum Duschen.
Wenn ich hoch ins Bett komme, ist es meist so um sieben. Von da oben kann man aber so toll runtergucken zum Esstisch und zu Flori, der mit seiner Polizeistation spielt, dass ich erstmal gar nicht mehr müde bin. Wenn Mama oder Papa sich umdrehen und hochgucken, grinse ich einfach ganz breit. Da können sie nicht schimpfen, dass ich noch wach bin.
Manchmal höre ich noch die Gute-Nacht-Geschichte, die Mama oder Papa Florian vorlesen. Aber zu seiner Gute-Nacht-CD schlafe ich immer schon.
Danach macht Papa immer ein Tuch vor das Bett und dann wird es ganz ruhig. Ich hab schon mal heimlich gucken können und gesehen, dass Papa immer was in ein kleines Buch schreibt und Mama auf dem Fotoapparat und dem iPad tippt. Das ist ja sooo langweilig…
*gähn*
Gute Nacht!