Kategorie: Westküste USA (Seite 3 von 4)

Unterwegs an der Westküste der USA 2014

Heiße Wanderung im Valley of Fire

Nachdem wir in Las Vegas eingekauft, getankt und bei Walmart auf dem Parkplatz Mittag und Mittagsschlaf gemacht hatten, ging’s wieder los in die Natur mit dem Ziel Zion National Park. Weit sind wir nicht gekommen und übernachteten im Valley of Fire. Schon der Campingplatz war wunderschön umgeben von den roten Felsen mit dem vielen Höhlen. Wir erklommen dann „unsere“ Höhle, wie Flori sie gleich nannte, und hatten einen schönen Ausblick bei Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Für die Omas: es sieht höher und gefährlicher aus als es war 😀
Gleich beim Campingplatz konnten wir beim Atlatl Rock indianische Felsmalerei begutachten. Natürlich mussten wir auch den Scenic Drive durch diese tolle Landschaft nehmen und machten eine traumhafte aber sehr heiße Wanderung zur „Fire Wave“. Da wir noch recht zeitig unterwegs waren hatten wir den Wanderpfad und die Wave ganz für uns. Die Gesteinsformationen und Farben sind spektakulär und auch der Wanderweg war etwas besonderes, da er teilweise direkt über große Steinfelsen führte. Es war auf jeden Fall (mal wieder) ein Highlight auf unserer Reise.
Nächster Zwischenstopp war dann St. George in Utah. Zum Glück eine recht große Stadt so dass der auf der Hinfahrt kaputtgegangene Wassererwärmer gleich repariert werden konnte. Dies ist insbesondere für die Weiterreise nötig, denn statt 30 Grad und Sonne erwarteten uns heute 15 Grad und Regen im Zion National Park. Und da hat man zum Waschen schon gern warmes Wasser…

Welcome to Fabulous Las Vegas

Überpünktlich (30min zu früh) standen wir dann 9:35 Uhr am Shuttlebusstopp. Der nächste Bus sollte nämlich erst 90min später fahren und wir wollten nicht wieder wie in San Francisco das Ende der Schlange bilden und dann nicht mitgenommen werden. 😉 Wider erwarten fuhr nicht der halbe Campingplatz mit dem ersten Bus und so guckten wir noch ins angrenzende Hotel und Casino rein. Und da saßen echt schon viele Leute an den Spielautomaten…
Der Shuttle brachte uns gut wieder zum Strip und wir begannen unsere Hotel – Tour.
Der Strip besteht nämlich aus verschiedenen riesigen Themen-Resorts inkl. Hotel, Casino, Shops und Restaurants. Wir guckten uns zuerst die Piratenschiffe vorm Treasure Island an – leider gibts die kostenlose und beliebte Vorstellung hier nicht mehr. :[
Vorm Venetian staunten wir über die Boote und Kanäle, im Flamingo über die Tiere, am Paris über den Eifelturm, am New York – New York über die Skyline mit Achterbahn und das Schloss Excalibur. Hier in Las Vegas wird an allen Ecken geprotzt – seien es tosende Künstliche Wasserfälle (und das in der Wüste), Flamingo’s im Hotelgarten, ein Karussell nur aus Rosenblüten, ausgefallene Architektur und überall spielt Musik.

Jedes Mal wenn wir ein Hotel von innen sehen wollten, mussten wir erst einmal durch die blinkenden Spielautomaten. Ich kam mir wirklich komisch vor den Kinderwagen dadurch zu schieben, aber es störte sich niemand daran. Und erstaunlicherweise saßen immer irgendwo Leute (teilweise komische Gestalten) an den tausenden Maschinen dran. Enttäuschend war ja, dass man nur noch mit einer Art Kreditkarte spielt von der Geld rauf oder runter geladen wird. Ein Gewinn blinkert dann zwar noch nett aber klimpert nicht mehr in Münzform.

Am südlichen Ende des Strip nahmen wir ein Stück die kostenlose Tram. Erstens weil Flori gern Bahn fährt und zweitens um unserem Ziel – dem Las Vegas Zeichen – ohne Laufen etwas näher zu kommen. Und es hatte etwas magisches dort vor dem vielfotografierten Straßenschild selbst zu posieren. Nach uns kamen dann auch gleich mal zwei Hochzeitsgesellschaften zum Fotostopp vorbei.
Auf dem Rückweg hofften wir dass Florian mal im Kinderwagen schläft, aber er sagte immer „Ich muss noch gucken“. Es war einfach alles viel zu spannend. Und außerdem wartete er schon den ganzen Tag darauf, dass wir zu den Springbrunnen gehen, die er am Tag davor schon aus dem WoMo beim vorbeifahren gesehen hatte. Das Bellagio, welches abends diese kostenlose Wasserfontänenshow macht, war dann auch unser Ziel. Aber vorher hieß es erstmal wieder mehrere Meilen in Richtung Norden zu laufen. Das hat mit Kinderwagen besonders lange gedauert, da fast jede Straße mit einer Fußgängerbrücke überkreuzt wird und wir dann jedesmal erstmal mit Fahrstuhl rauf und wieder runter mussten. Aber irgendwann und pünktlich nach Sonnenuntergang sicherten wir uns dann einen Platz vorm großen Teich vorm Bellagio. Und das Warten hatte sich wirklich gelohnt. Ich glaube unsere Augen sahen nicht viel anders aus als Floris wahrhaftig große Kinderaugen. Das Zusammenspiel der Fontänen, mit der Musik und dem Licht war einfach sehr schön anzusehen. Wir hätten ewig dort stehen bleiben können. Leider drückte etwas die Zeit, da wir mit dem 20Uhr Bus zurück wollten und vorher noch der „Vulkan“ auf uns wartete. Auch eine kostenlose Show. Diesmal vorm Mirage und mit Feuer. Wir wollten dies gern sehen, nur Leider war es Florian zu laut und bedrohlich und Laura hatte ausgerechnet dort Hunger. Doch wie immer fand sich für beides eine Lösung und Florian war zufrieden, dass er mit dem KiWa in eine andere Richtung schaute und Laura wurde im Stehen gestillt.
Noch ein paar schöne Fotos vom toll beleuchteten Strip und dann ging’s mit dem Bus wieder zurück in unser derzeitiges Zuhause. Nach dem ganzen Trubel sehr angenehm.

Wilder Westen

Ordentlich durchgepustet und geschaukelt ging’s dann am nächsten Tag weiter Richtung Las Vegas. Die Überschreitung der Staatengrenze zu Nevada bemerkte man sofort an den vielen Casinos am Straßenrand.
Zwischenstopp machten wir auf der Bonnie Springs Ranch – ein Erlebnishof mit wild West Stadt, Bimmelbahn, Streichelzoo und Restaurant. Leider fuhr die Bimmelbahn nur am Wochenende. Sehr zum Leid von unserem Flori, der nicht aufhören konnte sich darüber zu beklagen, dass die Bahn nur dastand und nicht losfuhr. Auch das Programm in der Western Stadt gabs Montag und Dienstag nicht und so konnten wir die Häuser nur von außen anschauen. War auch nett und zudem noch kostenlos. Den angeschlossenen Streichelzoo fand ich eher traurig aber Florian fands ganz gut. Wobei ihm die sehr aufdringlichen freilaufenden Rehe, Esel und Ziegen nicht geheuer waren. Und auch wir entschieden uns dagegen, etwas aus den aufgestellten Futterautomaten zu holen um nicht komplett belagert zu werden. Augenscheinlich hatten die Tiere sowieso schon viel zu viel davon…
Dafür haben wir dann richtig schön „gefuttert“ und uns auch zum ersten Mal ein Steak in den USA gegönnt – und es war wirklich Spitzenklasse. Etwas überrascht waren wir über Mathias‘ Burger, der zerlegt und mit Toastbrot serviert wurde. Der Begriff „Burger“ umschreibt hier an sich nur den Rindfleisch-Patty. Aber geschmeckt hat er sehr gut.
Wir reservierten dann noch einen Campingplatz direkt am „Strip“ , der bekanntesten Straße in Las Vegas und fuhren entspannt noch den Scenic Drive beim Red Rock Canyon (diesmal ein anderer) und dann erst nach Las Vegas rein und noch eine Extrarunde auf dem Strip. Das war ein Erlebnis! Vor allem mit dem großen Wohnmobil…
Das böse Erwachen kam dann am Campingplatz – Geschlossen wegen Bauarbeiten! Es stellte sich heraus, dass die Dame am Telefon uns einfach den Ausweich-Campingplatz 11km entfernt vom Strip reserviert hatte ohne es explizit zu erwähnen. Nur doof dass wir schon 2 Nächte gezahlt hatten, es schon 18Uhr war und wir zwei quängelnde Kinder dabei hatten. So fuhren wir also wieder raus aus der Innenstadt. Einziger Lichtblick – es gab einen kostenlosen Shuttlebus und der Platz war recht günstig.

Death Valley spannender als gedacht

Den Montag verbrachten wir dann noch komplett im Death Valley und waren erstaunt dort soviel interessantes zu sehen und erleben. Das hatten wir nicht erwartet und sind froh, dass wir es doch befahren durften. In den Sommermonaten wird es nämlich vom WoMo Vermieter verboten bzw nicht versichert.
Furnace Creek ist ein toller Ausgangspunkt und wir fuhren erstmal zum windigen Zabriskie Point. Die Aussicht aufs Death Valley selbst war recht beschränkt. Dafür hätte man noch etliche Meilen weiter und Meter höher fahren müssen zum Dantes Point. Das wollten wir uns und unserem WoMo nicht antun. Es musste im Death Valley schon genug unter den Gravel Roads (Schotterpisten) leiden, die vom Highway einige Meilen zu den Sehenswürdigkeiten führen. Wobei weniger der Schotter als die eingefahrenen Dellen das WoMo bedenklich klappern und schaukeln ließen.
Unser nächster Stop führte uns ca. eine Meile in den Golden Canyon. Es ist jedes Mal beeindruckend, dass nur wenige Meter neben einem die Felswände gerade in die Höhe wachsen. Man kann sich gut vorstellen, wie ein tosender Fluss sich Jahrtausende lang in den Stein gefressen hat. Die Sonne ließ den Stein auch wirklich schön gelb/golden leuchten. Ein Glück dass wir uns noch vorm Urlaub ordentliche Sonnenbrillen zugelegt hatten.
Nach dem Mittag konnten die Kinder hinten (natürlich im Sitz) schlafen, während wir den Artists Drive durch tatsächlich erstaunlich bunte Felsformationen fuhren.
Dann ging’s weiter entlang an kargen, steinigen und ausgetrockneten Salzseen bis zur Natural Bridge – ein Canyon über den sich der Felsen in einem Bogen spannt.
Eine Wanderung mit den Kindern sieht natürlich eher aus wie ein Spaziergang und wir suchen uns auch immer nur die kurzen und einfachen Routen aus. Wenn Kinderwagen nicht möglich ist, sind wir auch recht langsam unterwegs, da Florian an jeder Ecke seinen Eisladen eröffnet, „Nüsse“ für Eichhörnchen sammelt, etwas mit Stöckern repariert oder Brei kocht. Wenn Mama und Papa dann das „Jordbær“ Eis (’sagt man in Dänemark‘ 😉 ) aufgegessen haben, geht es weiter zur nächsten Felsnische. Wenn die Beine schwer werden, hilft manchmal 1,2,3 hopp oder ähnliche Laufsprüche um einige Meter zu überwinden, bis Papas Schultern dann die letzte Rettung sind.
Letzter Stopp war dann noch Badwater Basin, wo man auf den Salzsee raufkommt. Flori bröselte auch fleißig damit rum und warf kleine Salzsteine in eine kleine Pfütze. Dort trafen wir eine deutsche Familie mit zwei kleinen Kindern – davon ein Baby mit Namen Laura. Diese waren mit Mietwagen unterwegs. Beim Anblick des bis zur Decke vollbepackten Autos stiegen wir glücklich in unser wirklich sehr geräumiges Wohnmobil.
Danach mussten wir 80km durch die Einsamkeit der Wüste und Berge ohne Handyempfang und jegliche Zivilisation. Mir (Denise) war ganz mulmig (vor allem da schon die Sonne unterging) und ich freute mich über jedes der 8 Autos die uns entgegenkamen. Eigentlich hätten wir noch weitere 30km zum angepeilten Nachtlager fahren müssen, aber in Shoshone entdeckten wir einen schönen Campingplatz. Dieser hatte sogar einen großen von heißen Quellen beheizten Pool, den wir dann gleich mal ausprobierten. Neben uns konnte dann dort Vorort auch endlich mal wieder die Wäsche gewaschen werden. Die mussten wir dann aber mitten in der Nacht von der Leine unter der Markise abnehmen, da es sehr stürmisch war. Aber trocken war sie 🙂

Ins Tal des Todes

Bevor wir nun in die Wüste aufbrachen, deckten wir uns nochmal ordentlich mit Wasser, Benzin und Propangas (Herd und Heizung) ein. Auf der Suche nach letzterem fuhren wir irgendwo vom Highway ab und landeten in Tehachapi. Eine kleine typisch amerikanische Stadt. Propangas haben wir dort keines bekommen aber ein leckeres Jogurteis und einen Spielplatz. Wenn die Amerikaner eines haben dann Platz. Und so gibt es ein einstöckiges Geschäft neben dem anderen – von Boutique, über Frisör, Restaurant, Spielzeugladen, Baumarkt etc. Bis auf Fastfood-Ketten sind die meisten Läden auch in lokaler Indivdueller Hand und bieten teilweise verschiedenste Dinge an. Eine Werkstatt bietet z.B. auch Angler-und Baumarktbedarf an. Oder der Eisladen war gleichzeitig noch Floristik.
Auf dem weitereren Weg wurde die Landschaft zunehmend karger und verlassener. Die Zufahrt zum Red Rock Canyon State Park Campingplatz hätten wir beinahe verpasst, da nur eine kleine Straße vom Highway ins Niemandsland führte. Hinter einigen Felsen kam dann eine außergewöhnliche Szenerie zum Vorschein. Wir standen dann direkt an den Felsformationen und beruhigenderweise waren wir auch nicht ganz allein. Der State Park war nämlich wie die meisten staatlichen Campingplätze im Herbst, nicht mit Personal besetzt und nur Selbstregistrierung.

An dieser Stelle ein kleiner Exkurs: die staatlichen Campingplätze liegen meist in National oder Regional Parks. Sie liegen daher ideal um diese Parks zu besuchen, meist auch landschaftlich sehr hübsch und sind großzügig angelegt. Dafür ist die Ausstattung meist nicht so doll und bei Plumpsklo und kaltem fließend Wasser nutzen wir lieber unser WoMo. Die privaten Campingplätze sind mehr als doppelt so teuer, sehr eng aber verfügen auch über Duschen, Waschmaschine, Wifi usw. Auf den staatlichen Plätzen stellen wir uns mit dem WoMo einfach hin, da wir mindestens 2 Nächte autark unterwegs sein können. Wir haben riesige Frisch-und Abwassertanks, Propangas (Kochen, Kühlschrank, Warmwasser und Heizung) und können unsere Handys und Kameras über den Zigarettenanzünder laden. Nur die Mikrowelle, Fernseher, Toaster und Klimaanlage brauchen mehr Strom. Und selbst dafür könnten wir unseren Benzingenerator anschmeißen. Da wir von den genannten Dingen nur den Toaster nutzen, brauchten wir diesen noch gar nicht. Somit können wir ohne Probleme auf den staatlichen Campgrounds parken. Wir fahren dennoch alle 2-3 Tage einen komfortableren Campingplatz an, aber mehr wegen Wasser zu- und ablassen, Wifi und ggfs. netteren Duschen.

Abendlicht und Sterne im Red Rock Canyon Park waren bezaubernd und den Sonnenaufgang über den Felsen bestaunten wir vom Bett aus. Nach dem Frühstück (wie meistens Kornflakes) machten wir uns wieder ans Kilometer schaffen. Die Umgebung wurde immer Mond-artiger und einsam.

Unser Erstes Ziel im Death Valley lag gleich mal 2 Meilen hinter dem Highway auf einer Schotterstraße. Fährt sich sehr bescheiden so ein WoMo auf solch einer Strecke – und wenn ich als Beifahrerin, dass schon sage…
Die anschließende kurze Wanderung zeugte dann aber, dass es sich gelohnt hatte. Der Mosaic Canyon war teilweise so schmal dass wir mit beiden Händen gleichzeitig die Felswände berühren konnten. Besonders der marmorierte, geschwungene Gang (siehe Foto mit Florian) war schön anzusehen.

Auf dem Weg zu unserem angepeilten Campingplatz passierten wir noch die
Mesquite Sand dunes, welche merkwürdig deplatziert wirkten. Zudem erkannten wir in dem schimmernden See neben uns den Salt Creek. Dieser schimmert aber nicht aufgrund des Wassers sondern des Salzes und ist ausgetrocknet.

Furnace Creek mit unserem Nachtlager tauchte dann wie eine Oase vor uns auf. Bei einem kleinen Spaziergang entdeckten wir dann sogar einen Golfplatz! Dieser Nationalpark scheint etwas kommerzieller als die bisherigen zu sein.
Am Montag ging es dann tiefer rein ins Death Valley, aber dazu nächstes Mal mehr.

Einfach riesig!

Den Yosemite National Park verließen wir dann durch den südlichen Ausgang Richtung Fresno. In dieser größeren Stadt stockten wir dann unsere Vorräte wieder auf, da es in den Nationalparks nur kleine und teure General Stores gibt. Außerdem wurde nochmal vollgetankt bevor wir wieder ins Grün der Bergwelt abtauchten. In der Gegend um Fresno ist es nämlich total flach und die Vegetation erinnert eher an Afrika.
Gleich bei der Ankunft auf dem Campingplatz im Kings Canyon National Park stellte sich eine magische Atmosphäre ein, da ganz in der Nähe ein altes Paar indianische Lieder trommelte und sang. Florian war gleich hellauf begeistert und wollte unbedingt dorthin gucken. Es stellte sich heraus, dass die beiden auch nur Camper waren und auch tatsächlich wie moderne Indianer aussahen. Sie freuten sich, dass Florian so begeistert war und sangen dann ein Indianisches Kinderlied nur für ihn.
Am Donnerstag hatte unser Flori nun seinen dritten Geburtstag. Er freute sich sehr über seine Lego-Polizeistation. Insbesondere weil die wenigen mitgenommenen Spielsachen mittlerweile langweilig sind. Den Geburtstagskuchen wollte er hingegen erstmal gar nicht essen obwohl er seit Tagen von nichts anderem gesprochen hat. Mama und Papa haben sich gefreut 🙂
Erster Tagesausflug ging zum General Grant Tree, dem zweitgrößten (Volumen) Baum der Erde. Auf dem dazugehörigen Rundgang gab es noch weitere Sequoias (Riesenmammutbaum) und auch einen umgefallenen Mammutbaum durch den man hindurchgehen konnte. Alles sehr beeindruckend. Ehrfürchtig schaut man in die Kronen dieser Jahrtausende alten Bäume, die sogar Waldbrände überleben. Niedlich waren auch die überall umhersausenden Chipmunks (Streifenhörnchen), die uns nun schon seit Tagen überall begegnen. Wir trafen dann auch auf die Indianer und unterhielten uns kurz. Der Alte zauberte plötzlich eine Kette mit Münze und Bärenkopf hervor und schenkte sie Florian – und das ohne zu wissen, dass sein Geburtstag ist. Eine nette und für uns auch wieder irgendwie magische Geste. Da treffen wir auf Indianer und tragen nun indianischen Schmuck nach Hause. Florian wollte sie nicht tragen sondern spielt eher damit – vorzugsweise abhorchen als Arzt 😉
Überhaupt ist unser Sohnemann notgedrungen recht erfinderisch was Spielsachen angeht. So wird ein Stock mit Blättern dran zum Hexenbesen, Nadel und Borke zu Erdbeereis, eine Holzsitzbank sein Eisladen, Stöcker zu Drumsticks, ein Spielzeugauto eingewickelt in Küchenpapier ein Geburtstagsgeschenk.
Spontan entschlossen wir uns dann am Nachmittag doch die 31Meilen Sackgasse in den Kings Canyon zu fahren. Natürlich fielen wieder die Wasserfälle und quirligen Flüsse aus, aber die Ausblicke, die es gab, während man sich mit jeder der unzähligen Kurven immer tiefer in den Canyon hineinschraubte, waren unbeschreiblich. Unten im Canyon war es manchmal so schmal, dass nur der Fluss und Straße reinpassten und links und rechts die steilen Felswände nach oben gingen. Am Ende der Straße gab es dann Florians Geburtstagskaffeeklatsch vor Fototapete.
Leider erreichten uns die vielen Geburtstagsgrüße für Florian erst heute, da in den Nationalsparks meist weder Internet noch Handyempfang ist.

Unser nächstes Ziel war nun der General Sherman Tree im Sequoia National Park – diesmal der größte Baum (Volumen) der Erde. Er steht im Giant Forest, der unzählige dieser riesigen Bäume beheimatet. Und ebenso unzählige Fotos von uns mit den Riesen sind heute entstanden. Unten nur mal eine kleine Auswahl.
Am Ende des Tages schrubbten wir dann noch Kilometer – äh Meilen – und sind jetzt 90km nördlich von Bakersfield. Außerhalb der Berge sind die Straßen schnurgerade und ein abbiegen immer rechtwinklig. So sind wir heute mehrmals über 10km nur geradeaus gefahren. Einmal sogar 20km und diese nur an Orangen- und Granatapfelbäumen vorbei.
Und obwohl wir nur 1,5 Autostunden vom Kings Canyon entfernt sind, erleben wir hier den krassen Kontrast. Flache Ebene, karge Vegetation, Siedlungen direkt am Highway und 28 Grad Celsius statt 20Grad. Wir stehen gerade in einem Wohnwagenpark mit Dauerbewohnern – auch ein Erlebnis 🙂

Yosemite die Zweite und die Dritte

Am Montag fuhren wir dann endlich ins Zentrum vom National Park ins Yosemite Valley. Erstaunt hat uns gleich bei der Einfahrt diese anscheinend unberührte Natur vereint mit einem gut strukturierten Touristensystem. So kann man den National Park auf diversen vorgegebenen Wegen erkunden und überall sind nette Picknickplätze, Parkplätze und Ausblicke eingerichtet. Es ist allerdings untersagt die Wege zu verlassen, Tiere zu füttern, Straßen werden gesperrt wenn der kommende Parkplatz schon voll ist etc.
Unsere erste Wanderung sollte zum Bridalveil Fall (Brautschleier Wasserfall) gehen. Die Wanderung war dann aber eher ein 10minütiger Spaziergang und der Wasserfall hatte nur sehr wenig Wasser. Naja ist halt auch Herbst und nicht Frühling…
Bei der weiteren Fahrt durch das Tal ergaben sich immer wieder wunderschöne Bilder.
Am Ende des Valleys befinden sich die drei Campingplätze. Obwohl diese angeblich immer schon 5Monate im Voraus alle komplett reserviert sind, fuhren wir auf gut Glück mal vorbei. Wir bekamen den Tipp uns auf die Warteliste für evtl Absagen schreiben zu lassen. In der Wartezeit waren wir dann auf unserer zweiten „Wanderung“ zu den Lower Yosemite Falls. Der Weg durch den Wald war toll und ein Hirsch zum greifen nah. Nur Wasser hatte der Wasserfall gar keines. :[ Und auch die vielen Brücken wären mit Bächen schöner gewesen.
Es war auch das erste Mal auf unserer Reise dass es schade war mit so kleinen Kindern zu reisen, weil es hier soviele reizvolle Wanderungen über einige Stunden gab.
Um 15Uhr hatten wir dann einen tollen Campingstellplatz in der Nähe des Flusses ergattert. Wir haben uns total gefreut, weil die Atmosphäre im Valley ganz besonders ist und weil wir sonst mindestens 40km wieder zurückfahren hätten müssen um dann heute wieder reinzukommen.
Zur Feier des Tages kauften wir uns Feuerholz und machten ein „Barbecue“. Florian freute sich riesig, da er schon oft auf den bisherigen Campingplätzen das Feuer der anderen bewundert hatte. Hier ist es nämlich Standard dass zu jedem Stellplatz eine Feuerstelle gehört.
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von diversen Aussichtspunkten und der Fahrt zum südlichen Ausgang des Yosemite National Parks.

Yosemite die Erste

Unser nächstes Ziel war der Mono Lake. Ein stark salzhaltiger schöner Kratersee in dem Tuffsteine wie Türme aus dem Wasser schauen. Im Mono Lake County Park gab es sogar einen schönen Spielplatz und man konnte über einen Holzweg nah ans Ufer. Florian interessierten allerdings mehr die Pflanzen am Rand, die ihre Samen verstreuten, wenn er mit seinen Stock ( zurzeit „Hexenbesen“) dagegen drosch. Dort am Parkplatz konnten wir auch schön eine Mittagspause inkl. Mittagsschlaf einlegen – sehr praktisch so ein Wohnmobil. Auf Florians ständiges „Wo fahren wir jetzt hin“ sagten wir diesmal „An einen anderen See“, denn unser Nachtlager, bevor wir in den Yosemite Nationalpark fahren, war am June Lake – ein Postkartenmotiv wie man auf den Fotos sehen kann. Wir fuhren dann am Sonntag noch den June Lake Loop, ca 13km um einige weitere Seen, bevor wir auf den Tioga Pass einbogen. Dieser brachte uns recht schnell auf 9945Fuß, was stolze 3031m sind. Wir sollten aber dazu sagen, dass wir davor nicht bei Null angefangen haben, sondern auch der Mono Lake sich schon auf einer Hochebene befindet 😉
Auf der Tioga Road folgten die Sehenswürdigkeiten dann so schnell, dass wir Mühe hatten nicht vorbei zufahren, weil wir noch über die vorhergehende staunten.
Eine sehr idyllische Mittagspause machten wir am Tenaya Lake, der wunderschön in der Sonne glitzerte. Flori buddelte dann mit unserem Putzeimer am Strand und verputzte eine riesige Schüssel Nudeln mit Käsesauce danach – im Freien isst er am liebsten. Nach einem kurzen Mittagsschlaf (ich, Denise, hatte nämlich keine Ruhe da unser Nachtcampingplatz noch nicht feststand) fuhren wir weiter. Am Olmstedt Point hatte man einen tollen Ausblick und konnte auf den riesigen glatten Felsen klettern. So richtige genießen konnten wir es aber nicht, da diverse Versuche Campingplätze des Nationalparks zu erreichen aufgrund des fehlenden Handynetz nichts brachten. Angeblich bekäme man ohne Reservierung nämlich eher keinen Platz mehr. Zudem entpuppten sich selbst die Campingplätze als geschlossen, die in unserem Campingführer noch bis Mitte/Ende Oktober als offen vermerkt sind.
An einem Parkplatz fragten wir einen Ranger, der uns an den westlichen Rand des Nationalparks verwies. Dort sind wir auch gut angekommen und hatten gleich mal die Diskussion ob wir unsere Lebensmittel nun in die bärensicheren Food locker einschließen oder nicht. Leider war der Campingplatz mit Self Registration (allein bezahlen) und andere Camper im Wohnmobil waren sich auch nicht sicher ob die ganzen Warnschilder auch für uns oder nur die Zelter gelten. Wir hofften nun einfach, dass unser Essen und vor allem wir im Wohnmobil sicher seien. Die Nacht davor am June Lake hatte der Platzwart gesagt es wäre ok.
Und am Morgen war alles wie bisher und wir haben immernoch keinen Bären gesehen. 🙂

American Breakfast

Heute morgen nutzten wir die Gunst der Stunde an einem Campingplatz mit Restaurant zu stehen und gönnten uns ein typisch amerikanisches Frühstück.
Buck’s Special mit Kartoffelpuffer inkl Käse und Bacon plus Spiegeleier und Toast. Big Bear mit 2 Eierkuchen, Bacon, Rührei , salzige Sahne und Ahornsirup. Und Tagesangebot Kartoffelpuffer mit Käse und Rührei.
Unser Kalorienbedarf für heut ist bereits um 10 Uhr gedeckt 🙂

In die Berge zum Lake Tahoe

Auf dem Weg zum Lake Tahoe passierten wir kleine Goldgräberstädtchen und eine Landschaft die mich ständig an „Unsere kleine Farm“ erinnerte. Zwischenstopp mit Fast Food im Pappauto und Beine vertreten gab es in Placerville bevor es wieder weiter ging.
Nach der Ankunft und einem kurzen Spaziergang durch den Wald lag er dann vor uns: Lake Tahoe, glasklar und riesig. Wir kamen auch gerade wieder rechtzeitig fürs Abendlicht. 🙂
Nun sind wir im Land der Bären angekommen. Doch gesehen haben wir bisher keinen. Sie sind wohl sehr ängstlich und kommen nur zu allein gelassenem Essen. Der Apfel für Florian darf also weiterhin im Handgepäck bleiben und unser Essen (und wir) ist im Wohnmobil sicher. Und wenn man dann doch Meister Pelz antrifft soll ihn wohl Händeklatschen vertreiben. Mal sehen ob wir das noch ausprobieren müssen 😉
Gestern morgen machten wir dann noch einen Fotostop an der Emerald Bay im Osten. Bevor es nun ins Hinterland ging stockten wir nochmal unsere Vorräte auf.
Wieder einmal führte uns der Highway vorbei an den verschiedensten Eindrücken. Hier im Castro Valley sieht man nun schön den Herbst. Unsere Nacht verbrachten wir an den Füßen einer Felsklippe.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »