Am Sonntag ging es auf dem Stuart Highway, dem Highway #1, mit Road Trains und einigen anderen Wohnwagen-Campern in Richtung Darwin. Die Dörfer unterwegs hatten meist ihre besten Jahre lange hinter sich gelassen, da sie mit Hilfe von Mienen groß wurden, die schon lange wieder geschlossen wurden.
In Batchelor suchten wir den General Store auf – nach über 230km der erste geöffnete Supermarkt seit Katherine. Leider war Toastbrot ausverkauft, was unser einziges Anliegen war. Dafür stellte die Telefonzelle kostenloses WLAN zur Verfügung (neben kostenlosen nationalen Telefonaten, doch anrufen können wir auch per Handy, wenn wir Empfang haben) – das ist mal ein Service im Nirgendwo! Das Toast bekamen wir dann noch zum Wucherpreis an einem Campingplatz, der eigentlich gar kein Toastbrot verkauft, aber uns Deutsche auch nicht ohne Brot von dannen ziehen lassen wollte 😉







Kurz darauf fuhren wir in den dritten und letzten Nationalpark auf unserer Reise durch das Top End: Litchfield. Der erste Stopp war an Termitenhügeln. Von denen hatten wir ja eigentlich schon viele gesehen. Doch an den „Magnetic Termite Mound“ gab es dann doch etwas besonderes. Diese Termitenart baut ihre Hügel sehr schmal und genau in Nord-Süd-Ausrichtung, um die schlimmste Mittagssonne am besten zu vermeiden. Das Feld sah etwas aus wie ein Friedhof. Die „klassischen“ Termiten-Kathedrale gab es auch noch – meterhoch und sehr stabil beim Berühren.







Unseren Campingplatz für die Nacht hatten wir an den Florence Falls gebucht. Wieder ein Nationalpark-Campingplatz, allerdings dieses Mal mit Dusche und WC. In dieser Dunkelheit ohne Laternen gab es immer einen wahnsinnigen Sternenhimmel samt Milchstraße zu bestaunen.
Vom Campingplatz aus ging es nur einen kurzen Fußweg zu einem Aussichtspunkt auf die noch fließenden Florence Wasserfälle und gute 135 Stufen runter zum See unterhalb des Wasserfalls. Auch hier hatten die Ranger die Krokodile vor der Saison relokalisiert, sodass wir nun sorgenfrei im See baden konnten. Auf einen Sonntag, etwa eine Stunde von Darwin entfernt waren wir allerdings nicht die einzigen mit diesem Wunsch bei 37°C. Doch es leerte sich stetig und so konnten wir entspannt im erfrischenden See schwimmen.


















Die Wärme wich auch abends nicht all zu schnell, sodass das Einschlafen bei 26°C um 21 Uhr alles andere als leicht fiel. Und so recht wollte es auch die Nacht über nicht abkühlen – morgens zum Aufwachen waren es noch immer 22°C.
Wir genossen unser teuer erstandenes Toastbrot zum Frühstück und fuhren nur ein ganz kurzes Stück zum Buley Rockhole. Diese natürlichen Pools liegen etwas oberhalb des Florence Wasserfalls und sind ebenfalls zum Schwimmen geeignet. Hier war trotz der noch recht frühen Stund schon einiges los gewesen, doch wir hatten unseren großen Spaß.


















Der nächste Stopp war an einem Ausguck, der sowohl über die Weite des eher flachen Landes ging als auch auf einen langen Wasserfall. Hier gab es jedoch schützenswerte Tiere, sodass Baden dieses Mal keine Option war.
Eigentlich wollten wir dann weiter zu einem verlassenen Dorf über eine Off-Road-Strecke. Doch schon nach kurzer Zeit führte die Straße durch einen Bachlauf und der Indikator zeigte eine maximale Tiefe von 60 cm an, was uns dann doch etwas zu tief war und wie schnurstracks wieder zur Hauptstraße zurückfuhren. Immerhin noch ein klein wenig 4WD-Spaß 😉








An den Wangi Falls wurde es dann verhältnismäßig voll. Zwar war der riesige Parkplatz nicht ausgelastet, doch 3 Busse luden auch ordentlich badende Touristen ab. Zum Glück war der See unter den beiden Wasserfällen recht groß, sodass es sich ein wenig verlief, beziehungsweise „verschwomm“. Neben dem See gab es noch einen kleinen Wanderweg zu einem Baumkronen-Aussichtspunkt. Rund um den See und den Wanderweg fanden wir zahlreiche Spinnen (Golden Orb Weaver), 1 oder 2 Warane sowie Flughunde in den Bäumen hängend. Das Nahrungsangebot an den Wasserfällen schein gut zu sein.
Am abfließenden Bach sahen wir eine Krokodils-„Falle“. Eine Boje schwamm im Wasser. Die Salzwasserkrokodile sind so neugierig, dass sie testweise in die Boje beißen würden, sie dann aber wieder loslassen, da sie nicht essbar ist. Diese Boje wird dann ständig auf Bissspuren untersucht und hilft damit bei der Sicherstellung, dass in der Trockenzeit keine neuen Salzwasserkrokodile unter den Wasserfällen schwimmen.
























Mit einer Limo bzw. einem Eis verließen wir die Wangi Falls und dann auch bald wieder den Litchfield Nationalpark. Unsere letzte Nacht verbrachten wir wieder auf einem normalen Campingplatz. Dieser hatte auch wieder einen Pool, der jedoch recht warm und voll war. So langsam hieß es Reste aufbrauchen. So gab es zum Abendessen Eierkuchen, Basmati-Milchreis und Nudel-Reste vom Vortag.









