Im Nitmiluk Nationalpark Campingplatz ist die Nacht nicht lang. Direkt nebenan starteten Touren per Boot in die Nitmiluk (Katherine) Gorges schon von früh morgens an. Dementsprechend packten alle zeitig ihre sieben Sachen und fuhren los – mit entsprechenden Geräuchen. Auch wir wollten rechtzeitig aufstehen, doch waren schon vor dem 7 Uhr Wecker wach. Wir hatten eine Bootstour durch 2 der ingesamt 13 Schluchten mit Start um 9 Uhr gebucht. Ursprünglich wollten wir nur die erste Schlucht mit dem Boot fahren und dann die nächsten zwei per Kanu erkunden. Doch die Kinder waren bei unseren Buschwanderungen so ängstlich und die Schluchten beherbergen (nicht so gefährliche) Süßwasserkrokodile, dass wir kniffen und auf eine reine Bootstour umbuchten. Die Salzwasserkrokodile werden wie schon in Kakadu vor der Saison von den Rangern gefangen und versetzt, doch was, wenn uns im Kanu ein Krokodil begegnet wäre? Die Bootstour war auch schön und hatte obendrein den Vorteil, dass sie erst eine Stunde später startete und nicht ganz so lang ging. Durch unser zeitiges aufstehen hatten wir sogar noch ein wenig Zeit im Café am Campingplatz einen Muffin zum Frühstück zu essen. Dazu gab es Sandwiches, die wir schon am Abend vorher geschmiert hatten, um die Frühstückszeit zu sparen.
So fuhr also unser Boot mit uns durch die erste Schlucht. Von einem eher flachen Start ging es bald zwischen Felswänden den Katherine River aufwärts. Irgendwann kamen Felsen und wir mussten aussteigen und in die nächste Schlucht laufen. Hier wartete dann wieder das nächste Boot für die Weiterfahrt. Am Ufer sahen wir immer wieder Sandstrände, die Brutstätten für die Süßwasserkrokodile sind. Spuren im Sand verrieten uns die Präsenz der Krokodile, doch zeigen wollte sich keines.
Unser Bootsführer berichtete uns noch, dass es einen Baum in der Schlucht gibt, der den Aborigines die Stadien der Krokodilbrut anzeigt, die von gewissen Temperaturen abhängt. Wenn der Baum blüht, paaren sich die Krokodile, wenn die Früchte wachsen, liegen die Krokodileier im warmen Sand und sobald die Früchte platzen, schlüpfen die kleinen Krokodile. Wenn die Aborigines nun also ein Krokodil-Ei zum Frühstück braten möchten, können sie das nur, wenn die Früchte noch in Takt sind. Dann heißt es mit einen Stock im Sand stochern, ähnlich wie wir die Muscheln suchten. Kommt der Stock wieder feucht zu Tage, hat er ein Ei durchbohrt und wo eines ist, sind noch mehr und das Frühstück gesichert. Der Geschmack soll jedoch nicht so gut sein…
Nitmiluk kommt übrigens von Zikade, weil die immer „nit nit nit“ macht. Diese leben in den Schluchten und daher der Aborigines-Name.

Nach der Schifffahrt fuhren wir wieder nach Katherine hinein. An der Touristeninfo sollte es einen lokalen Community Markt geben. Der war jedoch nicht mehr sehr belebt und bot neben Essen nur einige handgemachte Sachen. So fuhren wir direkt weiter zu den Katherine Hot Springs. Eine warme Quelle entspringt hier mitten im Outback und man darf kostenlos darin baden. Erwartungsgemäß waren wir nicht allein und neben Touristen nutzen auch einige Aborigines die (nicht sehr große) Abkühlung.

Unsere Nachmittagbeschäftigung fanden wir bei der Katherine Outback Experience – einer Show mit Pferden, Hunden, Gesang und Erklärungen über das Leben und die Tierzucht im Outback bzw. auf den zahlreichen Rinderfarmen hier in der Gegend. Es war sehr beeindruckend, wie der Gastgeber Tom mit dem Pferden und Hunden umgehen konnte. Sie gehorchten zumeist auf‘s Wort und teilweise sogar wortlos. Das hat den beiden Pferdemädchen in der Familie natürlich besonders gut gefallen.

Die Nacht verbrachten wir auf einer Farm in Katherine neben Geflügel, Vögel, Pferden, Emus und Ziegen. An der Rezeption begrüßten uns zahlreiche Schlangen, sowie ein Baby-Salzwasser- und ein Baby-Frischwasserkrokodil in diversen Terrarien.

Schon vor dem ersten Morgengrauen begannen (erwartungsgemäß) verschiedenste Tiere lautstark den Tag einzuläuten. Manchen hörten wieder auf, die Hähne liefen zur Höchstleistung auf. Dieser Morgen war ausnahmsweise regelrecht kühl mit erfrischenden 19°C. Doch die ersten Sonnenstrahlen brachten das Quecksilber schnell zum Klettern. Zum Frühstück gab es noch einmal ganz australisch Bacon mit Spiegeleiern, bevor wir einen langen Ritt gen Norden antraten.