Auf diesem Campingplatz sind wir zwei Nächte eingebucht. Daher gab es heute Morgen etwas weniger Zeitdruck bei der Abreise und wir machten uns Toast und Eier zum Frühstück, nach einem Bad im Pool, versteht sich.
Nach dem alles wieder zusammengepackt war, gingen wir in Jabiru noch in den Supermarkt, um unsere Vorräte aufzustocken. Das ist ein teurer Pflaster hier abseits der Zivilisation! Weiter ging es dann von Jabiru gen Norden. Nach einer guten halben Stunde kamen wir in die Gegend Ubirr. Hier liegt die bekannte „Cahills Crossing“, wo man auf der Straße den East Alligator River durchfährt. Wir fuhren direkt erst einmal dorthin, um direkt einen Road Train beim Queren zu beobachten (wir hatten ihn kurz vorher selbst überholt – gutes Timing). Der East Alligator River markiert die Grenze vom Kakadu Nationalpark nach Arnhem Land. Um Arnhem Land zu betreten, braucht man eine Genehmigung, da die Aborigines hier lieber unter sich bleiben wollen. Denise hatte vor vielen Wochen schon die Genehmigung angefragt. Damals wurde sie abgelehnt mit dem Hinweis sie am Tag selbst erneut zu beantragen.
Die Flussdurchfahrt ist nicht immer gleich. Wir kamen bei Flut an – das Meerwasser drängt bei Flut im Van-Diemen-Golf auch die Flüsse hinauf. Somit floss der Fluss quasi rückwärts über die Straße und viele Krokodile warteten im Wasser auf den Fisch, der mit der Flut angespült wird. Was für ein Schauspiel! So viele Krokodile auf einer Stelle gibt es kaum woanders in Australien zu sehen. Der Wasserstand über der Querung war wegen der Flut recht hoch und wir bestaunten das Treiben lieber von der Aussichtsplattform.



















Dann ging es zum Ubirr Rock Art. Hier gab es eine kleine Wanderung an Aborigine-Felsenmalereien vorbei und hoch auf einen tollen Aussichtsberg. Trotz der Mittagshitze und -sonne war das ein lohnender Aufstieg mit einer wunderschönen Rundumsicht. Die 35°C hier sind wohl außergewöhnlich warm. Normalerweise sind zu dieser Zeit 30°C zu erwarten. Allerdings finden wir, dass die Temperaturen besser zu ertragen sind als in Japan – vermutlich wegen der geringeren Luftfeuchtigkeit.






















Die nächste kleine Wanderung ging nach einem Snack wieder mehr durch den Busch und auch am East Alligator River entlang. Dementsprechend ängstlich waren die Kinder. Dabei war die Wanderung in so fern spannend, dass sie durch kürzlich abgebranntes Gelände verlief und in der Regenzeit gar nicht passierbar ist, wegen Krokodilen auf dem Weg.












Dann fuhren wir noch ein zweites Mal zur Cahills Crossing. Den Scheitelpunkt der Flut hatten wir hinter uns gelassen und nun lief das Wasser wieder flussabwärts über die Querung. Die Krokodile hatten sich größtenteils zur Mittagsruhe zurückgezogen und der Wasserpegel war nun deutlich niedriger. Unter Protest der Kinder rief Denise bei der Parkverwaltung an und nach erneutem Ausfüllen des Antrags online, bekamen wir die Genehmigung die Querung zu befahren und in Arnhem Land „an Land zu gehen“. Florian war so verängstigt, dass er das Filmen der Überfahrt von Land aus übernahm. Laura hatte auch große Angst, aber wollte die Chance im Falle unseres Überlebens auch nicht verpassen. Beide Kinder schienen zu viel in Google über die Unglücksfälle gelesen zu haben 😉
Also ließen wir wieder Luft von den Reifen, aktivierten die Allradantrieb und fuhren langsam aber sicher durch den East Alligator River. Krokodile waren in dem Moment keine mehr in Sichtweite, aber aufregend war es noch immer genug. Zurück auf der Kakadu-Seite sammelten wir Florian wieder ein und überzeugten ihn, zusammen noch ein mal rüber zu fahren. Gesagt, getan. Somit sind wir heute 2 mal die Querung hin- und hergefahren. Schließlich muss die Chance des Abenteuers nutzen, wenn man schon mal ein geeignetes Fahrzeug an diesem außergewöhnlichen Ort hat…














Zurück in Jabiru suchten wir vergeblich nach einem „Survival“ Souvenir – das T-Shirt, welches Florian gestern schon sah, gab es leider nur in großen Größen. Stattdessen kauften wir eine leckere Limo und einen Wassermelonensaft und sprangen zur Abkühlung in den Pool. Zum Abendessen warfen wir den Grill an und aßen Steak und HotDogs, zusammen mit ganz vielen Fliegen.






