Wir hatten die erste Nacht im Zelt in der Point Stuart Wilderness Lodge halbwegs gut überstanden. Die Tiergeräusche änderten sich, aber ebbten nie komplett ab. Morgens warteten unzählige Moskitos an den Fliegengittern – zum Glück draußen! Als wir dann aus den Zelten krabbelten, stürzten sie sich natürlich auf uns. Das wurde mit aufgehender Sonne etwas besser, doch dann wachten Fliegen auf, die uns unentwegt um die Haare schwirrten. Da wir den Pool am Abend nicht mehr nutzen konnten (der Aufbau dauerte etwas…), sprangen Denise und die Kinder morgens noch ins kühle Nass. Zum Frühstück gab es Müsli mit Beeren und Joghurt – in der Sonne und mit Insektenschutz. Erwartungsgemäß dauerte der Abbau der Zelte auch wieder etwas länger, die Übung muss sich erst noch einstellen. Gegen 10 Uhr fuhren wir vom Hof. Am Ende der Sandpiste pusteten wir wieder die Reifen auf und dann ging es flott weiter gen Osten. Sehr abwechslungsreich ist die Gegend nicht, unentwegt Bäume und viel rote Erde.

Nach kurzer Zeit begrüßte uns die Einfahrt zum Kakadu Nationalpark – einer der größten Nationalparks Australiens und etwa halb so groß wie die Schweiz.
Unser erster Stopp erwartete uns am Mamakula Wetland. Hier gab es wieder einen riesigen Sumpf zu bestaunen. Der ganze Nationalpark ist voll mit „Wetlands“, die in der Regenzeit (im deutschen Winter) ordentlich anschwellen. Da wir jetzt in der Trockenzeit hier sind, sind die Besucherpunkte wieder begehbar und der Arnhem Highway nicht mehr überflutet.
Der Weg zum Beobachtungssteg war nicht weit und anschließend warfen wir unseren kleinen Grill an um Käsetoasts zum Mittag zu rösten. Wie richtige Australier 😉

Dann war es gar nicht mehr weit bis Jabiru – einem kleinen Ort am östlichsten Punkt des Arnhem Highways. Hier besuchten wir ein Visitor Centre und nutzen ein wenig das WLAN (Jabiru selbst hat sogar auch guten Handy-Empfang). Da der Supermarkt am Sonntag schon um 13 Uhr schloss, genossen wir ein Eis an der Tankstelle. Morgen planen wir hier zum Tanken zurückzukehren. Eine Mückenkerze bekamen wir auch noch zur Vorsorge inmitten der Wetlands.
Im Anbinik Kakadu Resort (Campingplatz) angekommen, spannten wir die Zelte wieder auf und hüpften bei 35°C in den erfrischenden Pool.

Um 17 Uhr holte uns ein Shuttle zum lokalen Flughafen ab, wo halb sechs ein einstündiger Rundflug über den Kakadu Nationalpark mit uns startete. Den Park von oben zu sehen war sehr beeindruckend. Am Rand des Parks gibt es Sandstein-Gebirge, die nach und nach vom Wasser zersetzt werden. Teils sind die Felsen vom Eisenerz rot gefärbt und „rosten vor sich hin“, bis sie auch durch diesen Prozess zersetzt werden. Die Flüsse, die in diesen Gebirgen entstehen, hatten tolle Sandbänke an ihren Ufern (zerfallener Sandstein), doch baden sollten da nur die Krokodile… Fälschlicherweise heißen die Flüsse Alligator River, obwohl es hier keine Alligatoren, sondern nur Krokodile gibt. Eine Umbenennung/Korrektur klappte schon in der Anfangszeit nicht mehr, weil der Name schon in zu vielen Schriftstücken festgehalten war. Gleich nach dem Start überflogen wir auch eine Uran-Mine, die 2020 ihren Betrieb eingestellt hatte und nun vor Ort entsorgt/abgedeckt wird. Die Fahrzeuge sind zu sehr mit radioaktivem Material belastet, sodass man sie nirgendwo anders sicher hinfahren könnte. Jabiru wurde auch ursprünglich für die Arbeiter der Mine errichtet. Der Flughafen wird auch für die Mine errichtet worden sein. Heute dient er neben Rundflügen auch der Versorgung der abgelegenen Aboriginie-Kolonien im Umland. Einige Gebiete im Nationalpark dürfen nicht betreten werden, um die Ureinwohner nicht in ihrem Leben zu stören. Es ist wohl auch etwas moderner geworden mit Strom aus Sonne und Generator und Häusern, aber auch die Traditionen werden noch über Generationen gelehrt. Wir sahen ein paar Buschfeuer, die auch von Aborigines gelegt worden sein können. Dies hilft sowohl der Pflege der Natur als auch um die Tiere auf die Berge hinauf zu scheuchen und dort einfacher zu jagen. Eventuell waren es aber auch Raubvögel (z.B. ein Schwarzmilan), die glimmende Äste von anderswo heranfliegen und Feuer entfachen, um ebenfalls ihre Beute auf der Fluchtroute einfacher zu fangen.
Als wir im Dunklen zurückkamen, nutzen wir das kleine Asia-Restaurant im Resort für ein leckeres Abendessen ohne selbst zu kochen.

Und so sah unser Rundflug aus…