Heute Morgen schien die Sonne über Hakone – ein perfekter Tag für eine kleine Rundreise in/um Hakone. Nach dem Büffet-Frühstück im Hotel (welches schon ab 8:30 Uhr niemanden mehr reinlässt – hier steht man auch im Urlaub zeitig auf) liefen wir zur Bahnstation Gora und kauften uns einen 2-Tagespass für die öffentlichen Verkehrsmittel hier. Den nutzten wir dann auch gleich, um mit der Standseilbahn auf den Berg zu fahren (also noch höher, denn unser Hotel in Hakone liegt schon auf über 500m Höhe).

Von der Standseilbahn-Bergstation gab es schon einen tollen Blick, doch eine Seilbahn brachte uns noch höher. Als Highlight dieses Abschnitts schwebten wir über das Vulkan-Tal Owakudani, ein Teil des Hakone-Vulkans. Hier strömten überall Gase aus und es roch nach faulen Eiern. Florian wollte an der Bergstation gar nicht nach draußen treten. Runter ging es auf der anderen Seite des Berges auch wieder mit der Seilbahn. Da die Gondeln nicht klimatisiert waren, kann es darin ganz schön warm werden. Wir hatten Glück, dass die Wolkendecke die Temperatur in akzeptablen Bereichen hielt. Trotzdem gab es an der Zwischenstation ordentlich frische Luft reingepustet.

Unten am Kratersee Ashi angekommen, waren wir immernoch auf 724m Höhe. Hier bestiegen wir nun ein Piratenschiff für eine etwa halbstündige Überfahrt. Die Luft auf dem Ashi-See war herrlich und so verbrachten wir die ganze Zeit an Deck. Nur einer fehlte – der ehrenwerte Fuji kleidete sich auch heute wieder in dichte Wolken. Werbefotos zeigten, wie dominant er sonst eigentlich vom See aus zu sehen wäre. So langsam scheint es uns, als wäre die Besonderheit und Faszination des Fuji darauf basiert, dass es eine Seltenheit ist, ihn zu Gesicht zu bekommen, obwohl er mit seinen 3.776 m Höhe eigentlich nicht zu übersehen wäre… So bestaunten wir, wie um uns herum die dunkelgrüne Vegetation nahtlos ins Wasser überging.
Kurz vor unserem Zielhafen Motohakone passierten wir noch ein schönes, rotes, im Wasser stehendes Torii.

Eigentlich wollten wir nach dem Landgang zum Torii hinlaufen, doch die Schwan-Tretboote hatten es uns angetan und führten uns nach einem kleinen Snack ganz nah ans Torii heran. Beziehungsweise wir führten den Schwan. Mit etwas Anstrengung. Die Dimensionen im Boot waren scheinbar eher für kleine Japaner gedacht – wir hatten die Knie fast am Ohr und Ausblick mehr nach unten. Spaß hat es trotzdem gemacht 🙂

Am Busbahnhof stand auch noch ein extragroßes Torii, dieses Mal mit Zebrastreifen statt Wasser an der Basis. Weiter ging es von hier mit dem Bus nach Hakone-Yumoto. Deutlich niedriger gelegen und von der Sonne etwas mehr verwöhnt, begrüßten uns warme 31°C beim Aussteigen. Grund genug, auf die Suche nach einem Eis zu gehen. Das war jedoch gar nicht so einfach. Ein toller Gelato-Stand hatte nur außergewöhnliche Sorten für die Eltern parat. Doch unweit später fanden auch die Kinder ihr Vesper – geraspelte, gefrorene Erdbeeren für Florian und ein Churro für Laura. Erst danach fanden wir die lokale Spezialität – Mont Blanc „Eis“: Softeis mit zu Spaghetti gequetschtem Maronenpüree. Lecker!

Zurück zum Hotel auf den Berg in Hakone führte uns schlussendlich ein Zug. Dieser hatte ganz schön mit der Steigung zu kämpfen, ohne Seil oder Zahnrad ist diese Bahn eine der steilsten Adhäsionbahnen der Welt mit 80‰ Steigung im steilsten Abschnitt. Drei mal wechselten wir die Richtung und der Lokführer den Führerstand.
Zurück in Hakone versuchte Denise noch ihr Glück in der Handwerksscheune, doch die war dann schon geschlossen. So gesellte sie sich zu den anderen dreien, die im Hotel die Füße im warmen Becken (Thermalwasser) entspannten und kleine Hotelsnacks/ -getränke genossen.
Zum Abendessen ging es nochmal steil den Berg hoch in einen Pub für eine Pizza und danach wieder steil bergab.