Eigentlich hatten wir heute nur wenige Punkte auf dem Plan und schafften trotzdem „nur“ die Reise nach Matsumoto. Der Rest kam spontan hinzu und sorgte für gute Unterhaltung entlang des Weges. Doch eins nach dem anderen…
Zum Frühstück gab es wieder japanisch für uns Eltern und „westlich“ für die Kinder. Da wir heute den zweiten Tag Frühstück im Ryokan aßen, gab es auch das Menü für den zweiten Tag – Abwechslung mittenmang der Abwechslung. Anschließend packten wir unsere Koffer und füllten das Auto. Doch vor der Abfahrt liefen wir noch kurz zu einer Pagode in der unmittelbaren Nachbarschaft, die wir die vergangenen Tage immer nur aus dem Auto sahen.
Es hatte die Nacht schon geregnet und auf der Fahrt wurde es auch bald wieder feucht. Dadurch hielten sich die Temperaturen heute bei angenehmen 25°C.

Unser erster spontaner Stopp führte uns in einen Supermarkt. Wir wollten doch endlich mal sehen, wie die Japaner einkaufen. Die Regale waren nicht sehr hoch und auch nicht mit Großpackungen bestückt, außer beim Reis. Es macht also den Eindruck, als wenn sie entweder nicht selbst kochen oder eher täglich statt wöchentlich einkaufen. Eine spannende Erfahrung!

Im Supermarkt erblickten wir beim Rausgehen noch ein Werbeplakat von Takayama, welches unter anderem eine Tropfsteinhöhle zeigte. Verwundert suchten wir diese bei Google und fanden sie in kurzer Entfernung direkt entlang unserer Route. Also machten wir an dieser Kalksandstein-Tropfsteinhöhle halt und erkundeten die Berge von unten. Dank des Regens hatten wir unsere Regenjacken an, sonst wären die 11,7°C im T-Shirt etwas frisch geworden…
Nach der Höhle gab es noch etwas lokale Spezialitäten zum Mittag.

Langsam wurde unser Plan, die Burg in Matsumoto anzusehen knapp. Und dann kamen noch ein toller Wasserfall und eine beeindruckende Talsperre entlang des Weges spontan hinzu. Angesichts der spannenden Wegpunkte und des Regens reduzierten wir also unseren Tagesplan auf „Ankunft in Matsumoto“ und schauten begeistert zum Hirayu-Wasserfall hoch und die Nagawado-Talsperre hinunter. Hier konnten wir anfangs gar nicht glauben, dass der Pegelstand tatsächlich 979m zeigte – hatte sich ein Kommafehler eingeschlichen, beziehungsweise ausgeblichen? Der Blick auf die andere Seite zeigte eine beeindruckend hohe Staumauer! Etwas Recherche ergab, dass die Mauer 155m hoch ist und auf 985m über N.N. endet. Daher der „hohe“ Pegel. Ansonsten führte der Weg nach Matsumoto nicht nur über die Staumauer, sondern auch durch zahlreiche Tunnel und stetig bergab.

In Matsumoto haben wir eine kleine Unterkunft in der Stadt. Mit dem Regenschirm ging es noch ein wenig spazieren, eine neue Wasserflasche kaufen und schließlich Abendessen Heute fanden wir spontan ein Koreanisches Grillrestaurant (Korean BBQ). Hier konnten wir uns unser Fleisch und Gemüse selbst über einem im Tisch eingelassenen Gasgrill braten. Der Tisch war übrigens niedrig, aber der Boden unter dem Tisch noch viel niedriger, sodass wir relativ normal sitzen konnten und nicht klassisch japanisch auf dem Boden saßen. Bestellt wurde über ein Tablet, was die Kommunikation ungemein vereinfachte.