Unser Ryokan in Takayama ist etwas großzügiger, was die Frühstückszeiten angeht. So konnten wir zwischen 7:00, 7:30 und 8:00 Uhr wählen und entschieden uns für die letzte Zeit. Wir Erwachsenen hatten uns ein japanisches und den Kindern ein westliches Frühstück bestellt. Das hieß für uns große wieder Reis, Miso und Eingelegtes, aber auch spezielles Miso-Hida-Rindfleisch, Ei, Gemüse, Obst, Lachs und Hähnchen. Dazu einen grünen Tee.
Anschließend ging es auf einen Markt am Miyagawa Fluss. Dieser findet jeden Tag von 7 bis 12 Uhr statt und bietet sowohl Handwerkliches als auch Obst und Gemüse an. Das war in sofern mal spannend, weil wir noch keinen so richtigen Supermarkt gesehen haben (wo kaufen die Japaner für ihr eigenes üppiges Essen ein?!) und in den Kiosken wenn denn überhaupt nur abgepacktes Snack-Obst zu bekommen ist.















Vom Markt ging es weiter zu einer Reis-Cracker-Manufaktur, wo wir selbst Hand anlegen konnten. Der Eigentümer erklärte uns brav in japanisch, wie wir die festen Reiskeksrohlinge in knusprig-luftige Reis-Cracker verwandeln können. Zum Glück hatte er eine englische Übersetzung auf einem Zettel, sodass wir trotzdem folgen konnten was zu tun war:
- Den Rohling auf die Zange schieben und 10 mal über Hitze hin und her drehen
- Den Rohling einmal um 90° in der Zange drehen und noch einmal 10 mal über der Hitze hin und her drehen
- Den Rohling abermals um 90° in der Zange drehen und nun so lange über der Hitze rösten, bis kleine Blasen entstehen.
- Diese Blasen mit dem Handschuh platt drücken und den werdenden Cracker neu an der Zange befestigen
- Nun nicht mehr nur drehen, sondern auch langsam hin und her schwenken, bis er seine finale Form erhalten hat und möglichst nicht verbrannt ist.
Am Ende wurden wir von der Chefin bewertet – die Kinder erhielten jeweils eine 2+, bei uns größeren war es etwas durchmischter: von 1 bis 3 war alles dabei 😉







Dem Mittagshunger begegneten wir mit ein paar Snacks in der Innenstadt – immer vor Ort gegessen versteht sich. Dann holten wir uns noch einen Stempel in der Touristeninformation ab und liefen zurück ins Hotel.









Am Nachmittag fuhren wir mit dem Auto an den Stadtrand in ein Museumsdorf. Hier wurden verschiedene Arten von Häusern aus der ganzen Region wieder aufgebaut und ausgestellt. (Teils gerettet vor Stauseen) Das war spannend zu erkunden. Man muss bedenken, dass wir immer noch in den japanischen Alpen auf fast 600m Höhe sind. Hier fallen über den ganzen Winter im Durchschnitt über 5m Schnee. Die Wände waren jedoch nicht immer ganz dicht und die Papierfenster sicherlich keine gute Isolation. Dafür gab es in jedem Haus mindestens eine Feuerstelle zum Wärmen und Kochen. Der Rauch hat dann auch gleich die Insekten ferngehalten und die Holzwände und Strohdächer konserviert. Gesund kann es für die Bewohner jedoch auch nicht gewesen sein. Zumindest roch man dann nicht den modrig-feuchten Geruch von alten Häusern…

































Zum Abendessen gab es dann endlich mal wieder Sushi. Das erste Mal in Japan nicht vom Förderband, sondern nach Bestellung. Wir hatten zum Glück einen Tisch reserviert (dank der netten Hotelrezeptionistin) und uns ein Kartenspiel mitgebracht, da der Personalmangel auch hier zuschlägt und alles etwas länger dauerte, trotz kleinem Restaurant. Nach dem überschaubaren Mittag stürzten sich die Kinder dann auf jedes Stück Sushi wie die Karpfen auf das Fischfutter 😉
Während Denise dann für eine Massage ins Hotel zurück ging, liefen die Kinder mit Mathias noch durch die Altstadt auf der Suche nach einem Nachtisch. Doch um 20 Uhr ist da nicht mehr viel zu bekommen, sodass wir letztendlich bei McDonald‘s landeten und Eis und Milchshake zum Schnäppchenpreis genossen.





