Im Ryokan ist der Zeitplan ähnlich straff wie im Tempel – um 7:30 Uhr steht das Frühstück auf dem Tisch und die Gäste sitzen hoffentlich pünktlich drumherum. Zumindest gibt es hier kein Telefon im Zimmer zum Wecken 😉 Aber wir waren pünktlich und wieder erstaunt, wie vielfältig das Japanische Frühstück sein kann. Und natürlich auch, wie zeitig die Gastgeber aufstehen mussten, um das alles vorzubereiten.
Heute am Samstag stand eine Wanderung auf dem Programm. Von Magome (gesprochen mit starkem e am Ende – Magomé) führt ein sehr beliebter Wanderweg etwa 8km über den Pass ins benachbarte Tsumago. Dieser Weg ist Teil des berühmten „Old Nakasendo Trails“ von Tokio nach Kyoto über verschiedene Post-Dörfer. Unser Abschnitt startete auf 600m Höhe in Magome, ging hoch auf den Pass auf 800m und dann wieder runter auf 450m nach Tsumago.
Dank des zeitigen Frühstücks liefen wir schon um 9 Uhr los, noch bevor es zu warm und voll wurde.
Der Wanderweg führte uns sehr abwechslungsreich durch Wälder aus Zypressen, Laubbäumen oder Bambus, vorbei an Bächen und Wasserfällen, Reisfeldern und kleinen Häusern. In den Wäldern hier sollen auch Bären leben. Also ließen wir die Snacks zu Hause und schlichen nicht allzu leise durch die Gegend. Außerdem gab es regelmäßig Glocken zum Läuten, damit die Bären rechtzeitig das Weite suchen. Einige Wandersleut trugen sogar ihre eigenen Glöckchen am Rucksack und schellten bei jedem Schritt.
Dank der Wälder liefen wir viel im Schatten und die Temperatur blieb erträglich. Sobald es jedoch in bebautes Gebiet mit Straßen und Häuser ging, lief uns das Wasser aus allen Poren. An einem Bach steckten Denise und die Kinder die Beine ins eiskalte Wasser und am Wasserfall erfrischte uns die Gischt ganz herrlich.

In Tsumago angekommen – gegen halb eins – suchten wir uns erst einmal etwas zum Mittag. Es gab Rindfleisch am Spieß, herzhaften Reiskuchen am Holzstäbchen, gefüllte Teigtaschen und Reisbällchen in einer Art Sojasauce. Von der erfrischenden Wassermelone konnten wir gar nicht genug bekommen. Zum Nachtisch noch ein Eis und etwas Souvenirs shoppen. In der Touristeninfo gab es noch einen Stempel und ein Zertifikat für die Wanderung. 14:22 Uhr brachte uns dann der Bus zurück nach Magome.

In Magome schauten wir auch noch etwas durch die Souvenirläden, holten den Mangome-Stempel und ließen dann den Nachmittag in Ruhe im Ryokan ausklingen.
Pünktlich um 18 Uhr stand wieder ein tolles Abendessen auf dem Tisch. Nach einem Gang in den Onsen mit ausführlichem Duschen kehrte dann auch bald Stille auf den Matratzen ein.