Gestern haben wir ein wenig ausgeschlafen, haben gepackt und sind noch durch die Hutongs (kleine niedrige aermere Wohnviertel) gelaufen. Mittags haben wir mit unserer Reiseleiterin noch einen Trommelturm bestiegen, sind Rikscha (Fahrradtaxi) in der Altstadt gefahren und waren bei einer chin. Familie essen. Dann wurden wir relativ zeitig am Bahnhof abgesetzt und sassen zwischen hunderter Chinesen auf unseren Taschen. Durchs Zuschauen aufs Getuemmel verging die Zeit dann recht schnell und ausserdem waren wir auch ein wenig froh unsere Reiseleiterin loszusein. Sie war so demotiviert und staendig von allem genervt, dass es uns schwer fiel alles der letzten Tage zu geniessen. Dementsprechend zuversichtlich auf einen neuen Guide stiegen wir in den Zug nach Datong. Die 6stuendige Fahrt in einem 4er Softsleeper Abteil war schnell rum und hungern mussten wir auch nicht, da wir ja mittlerweile Profis im Zugfahrtvorbereiten sind und natuerlich wie immer unsere Instantnudelbecher dabei hatten. 😉
Um 21:45Uhr kamen wir in Datong an, wurden angenehmerweise auch wie erwartet abgeholt und ins Hotel gebracht. Wie schon beschrieben handelt es sich bei Datong um eine Stadt inmitten von Kohlegebieten. Deshalb wollten wir natuerlich nicht unbedingt dahin (obwohl es jetzt doch auch interessant ist so eine chin. Industriestadt zu sehen) – sondern wegen den Sehenswuerdigkeiten in der Umgebung. Die haben wir heute besichtigt. Und trotz eines weniger guten Starts in den Tag: sehr chin. Fruehstueck in einem verqualmten Raum voller schluerfender, ruelpsender Chinesen; war es ein sehr schoener Tag. Unser jetziger Reiseguide spricht zwar nicht so gut deutsch aber erzaehlt von sich aus interessante Dinge und ist witzig. Wie wir ja erlebt haben, ist das mehr als wichtig fuer schoene Erlebnisse. Die erste teilweise sehr aufregende 2 std. Autofahrt fuehrte uns nach Hengshan zum haengenden Kloster. Dieses klebt in 50m Hoehe an einem Berg und ist wirklich beeindruckend. Ein wenig mulmig war mir, Denise, aber dann doch zumute, wenn ich auf einer kleinen Huehnerleiter mit einem Gelaender, dass mir bis zum Knie geht, hoch oder runter steige und es neben mir 50m runter geht :S Habe auch erst als wir wieder unten waren, nachgefragt ob schon mal jemand abgestuerzt ist. Angeblich nicht. Aber wir sind ja hier was Informationen angeht doch immer ein wenig skeptisch 😉
Nach einem leckren Mittag in einem, ich nenne es mal, Ausflugslokal, ging es nochmalige 2std in die andere Richtung zu den Yungang Grotten. Die Fahrt war wie gesagt abschnittsweise abenteuerlich, da hier in Datong und Umgebung unglaublich viel gebaut wird und Strassen einfach gesperrt werden und die Autos und LKWs ( soooo viele Kohle LKWs!!) dann daneben durch Sand und Geroell ausweichen. Im Gebiet nahe der Grotten war es besonders schlimm, da dort ein grosses kommerzielles Touristengebiet zu entstehen scheint. Es werden Tempelanlagen nachgebaut, Hotels hochgezogen, Strassen und Bruecken gebaut und Parks angelegt. Fast alle Baueme die dort standen waren neu eingepflanzt. Das ist wohl Teil eines Projekts der chin. Regierung zur Aufforstung Chinas. Es waren wohl nur noch 12Prozent der Landesflaeche mit Wald bedeckt – Ziel sind 20Prozent. Man stelle sich mal die Millionen Baeume vor, die neu gepflanzt werden. Wenigstens ein Gegenstueck zur Umweltverschmutzung die China sonst in allem betreibt.
Die Grotten bzw. eher Hoehlen, die inklusive verschiedenster riesiger und kleinerer Figuren in die Felsen gehauen sind, waren atemberaubend und waeren sicher ein Paradies fuer Opa Gerhard 🙂 Wir haben heute viele sehr schoene Fotos von uns mit den Sehenswuerdigkeiten machen koennen, da unser Reiseleiter anscheinend ein Hobbyfotograf ist und uns immer platzierte. Leider koennen wir diese erst spaeter ins Netz stellen, da wir im jetzigen Hotelzimmer keinen PC haben.
Apropos Fotos – wir haben uns heute zeitweise wie Stars gefuehlt. Mehrmals wurden wir gebeten uns zu Fotos von Chinesen zu stellen und bei einem Spaziergang am Abend waren wir die Attraktion schlechthin. Obwohl Datong eine 1,5 Mio Einwohner Stadt ist, scheint man uns Langnasen hier eher kaum bis gar nicht zu Gesicht zu bekommen 😉
Waren dann noch ganz kulturfremd bei Walmart fuer die morgige Zugfahrt einkaufen und dann bei McDonalds essen. Nach all dem chin. Essen waren Burger und Pommes himmlisch 😀 Vor allem weil man dieses Essen einfach reinschieben und runterschlucken kann. Viele lokale Gerichte muss man im Mund erst noch auseinander nehmen – bei mir besonders „beliebt“ ist Huehnchen, dass samt aller Knochen vor dem Kochen kleingehaeckselt wird und dann so mit Gemuese gemischt wird.
Nun sind wir wieder am packen und geniessen nebenbei eine seeehr leckere Mango. Morgen muessen wir um 6 los zum Bahnhof. Unser Guide aus Datong wird uns mit nach Pingyao, der urspruenglichsten Kulturstadt, begleiten. Wir freuen uns auf den naechsten Abschnitt unserer Reise!
- Die Haengenden Tempel
- Im Tempel – der Stamm vorne war uebrigens locker 😉
- Vor den Grotten – rechts haben sie einen Holzvorbau
- Eine Grotte mit vielen in den Stein gehauenen Bildern
- Der groesste Buddha





