Am Sonntag den 12. April klingelte der Wecker wieder extra zeitig: für die Eltern um 3:45 Uhr und für die Kinder 4 Uhr. Die Nacht war wieder einmal eher unruhig. Vor dem Hotel bellten die Hunde stundenlang, sodass nicht einmal Gehörschutzstopfen richtig halfen. Nichts desto trotz kamen wir gut aus dem Bett und trafen uns pünktlich halb 5 zur Abfahrt in der Lobby. Mit unseren Koffern ging es einen kurzen Weg durch die Altstadt zum Bus, der heute etwas näher herankam. Es war kaum eine Menschenseele unterwegs, aber am Tempel läutete es schon hin und wieder von Betenden. Die Fahrt zum Flughafen war auch fast surreal. Wir waren ja schon zu Beginn der Reise zu so früher Stunde unterwegs. Wenn es tagsüber so voll war, war die Leere in der Nacht unvorstellbar. So kamen wir also in Windeseile zum Flughafen, der natürlich schon rege besucht war – viele größere Fluggesellschaften fliegen morgens aus Kathmandu raus. Die Schlange am Schalter war lang und bewegte sich nur äußert langsam. Eigentlich genau so, wie man es sich für solch ein Land wie Nepal vorstellen würde. Teilweise standen 3 Angestellte an der Gepäckannahme und trotzdem ging es nicht voran. Auch wir hatten kurze Verzögerungen, da unsere Laura nun plötzlich nicht mehr 11 und Kind, sondern 12 und „Erwachsene“ war. Aber nachdem der Chef die Sache regelte, kamen unsere Bordkarten aus dem Drucker und fuhren die Koffer auf das überfüllte Gepäckband.
Hinter der Sicherheitskontrolle saßen wir dann noch mit unseren Mitreisenden zusammen, bzw. dem Großteil, da ein Pärchen noch ein paar Extra-Nächte in den Bergen geplant hatte.
Auch das Boarding war „anders“. Der Flughafen in Kathmandu ist so klein, dass er keine Fluggastbrücken zu den Flugzeugen hat. So fuhren wir also mit dem Bus zu unserem Langstreckenflieger. Dort angekommen, stand schon eine große Menschentraube auf dem Vorfeld, da die Vorbereitung noch nicht angeschlossen war. Aber kein Problem, der Bus schickte uns trotzdem munter dazu.

Denise und Laura hatten, bedingt durch Lauras Status als Kind, Sitzplätze reserviert. Mathias und Florian buchten sich beim Check-In gegen eine Gebühr Sitzplätze auf der rechten Seite am Fenster. Somit gab es nach dem Start kurz vor 8 Uhr einen tollen Blick auf den Himalaya und die Berge, welche wir schon aus Bandipur, Dhampus und Ghorka bestaunten. Dank des Tag-Flugs konnten wir auch den Blick auf Pakistan, Afghanistan und den Hindukusch bewundern – karge Berglandschaften von endloser Weite und teils Höhe und mit Schnee bedeckt.
Wir hatten die Nachrichten zuvor nicht intensiv verfolgt, sonst hätten wir einen schärfen Blick auf Islamabad unter uns geworfen, wo zum Zeitpunkt unseres Überflugs die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattfanden. Zum Glück war dieser Luftraum nicht auch noch gesperrt. Auf Grund von Bergen, Kashmir und Iran war die Route nicht sehr gradlinig nach Istanbul.

In Istanbul wartete dann ein toller Blick auf den Bosporus auf uns. Die drei Stunden Umsteigezeit vergingen ausreichend schnell, wie auch der zweite Flugabschnitt bis Berlin, wo wir fast pünktlich 18 Uhr landeten. Hier angekommen genossen wir erst ein mal frisches Leitungswasser – kühl, lecker, nicht gesundheitsschädlich – einfach herrlich!
Die Zeitverschiebung ließ uns dann abends auch gar nicht alt werden. Aber lang war die Nacht aus dem gleichen Grund auch nicht. Zum Glück waren die Kinder dann morgendlich fit für die Schule. 😅