Heute soll es mal um das Fahren auf der linken Seite gehen. Nach nunmehr knapp 2.500km auf Neuseelands Straßen, geht das Fahren auf der linken Seite fast wie im Schlaf. Im Auto selbst ist fast alles verkehrt herum – der Blinker ist rechts, der Scheibenwischer links, dafür die Gangschaltung in der Mitte, aber mit links zu bedienen. Wir haben 5 Gänge und einen Rückwärtsgang. Da wir allerdings im 2. Gang anfahren, haben wir Netto nur 4 Gänge – bei maximal erlaubten 100km/h auch völlig ausreichend. Alles was man im Straßenverkehr wissen muss, steht direkt auf der Straße oder auf den diversen Schildern. Was die Vorfahrt angeht, hat sich erst kürzlich im März etwas geändert, doch gleichberechtigte Straßen sehen wir als Touristen eher seltener 😉 Ansonsten finden alle Verkehrsregeln bei diesem geringen Verkehrsaufkommen sowieso kaum Anwendung. Oft fahren wir viele Kilometer ohne jeglichen Verkehr. Letztens aus dem Milford Sound heraus haben wir 120km kein Auto auf unserer Spur gesehen, nur wenige auf der Gegenspur. Das wichtigste für Mathias als Fahrer ist ansonsten der Rückspiegel am Berg, um als Hindernis die (seltenen) Fahrzeuge hinter uns passieren zu lassen – nicht das hinten jemand am Steuer einschläft 😉 Aber auch dafür ist hier gesorgt – es gibt hin und wieder „Passing Lanes“ oder „Passing Bays“ an den Steigungen. Breit genug sind die Straßen auch für unser großes Wohnmobil, nur bei den Brücken wird es hin-und-wieder eng: viele Brücken sind nur „One Lane Bridges“, also einspurige Brücken, welche mit einem Vorfahrtsschild ausgestattet sind und dann heißt es Augen auf. Die längste einspurige Brücke Neuseelands haben wir in Haast überfahren: ca. 960m – hier gab es allerdings zwei Ausweichstellen, welche wir ohne Gegenverkehr natürlich nicht brauchten. Auch bei den Kurven haben die Kiwis gespart. In der Nähe von Christchurch fuhren wir eine Straße 20km gerade aus – ohne Kurve! Hier im Westen an der Küste geht es dagegen meist Serpentinen-mäßig voran.
Für die Navigation ist Denise zuständig. Sie lotet uns mit meist sehr groben Karten, ohne GPS-Navigation sicher ans Ziel. Zu Beginn im Bereich Christchurch war dies etwas komplizierter und wir mussten das ein oder andere Mal umdrehen, um den korrekten Abzweig zu bekommen. Danach wurde es deutlich einfacher, da das Straßennetz auf eine Hauptstraße begrenzt ist und diese uns um die ganze Insel führt. Die Abzweige sind dann immer gut ausgeschildert. Angesichts der Größe der Ortschaften schon recht skurril – heute sind wir von Greymouth nach Westport etwa 100km gefahren und konnten die ganze Zeit der Ausschildung nach Westport folgen. An sich nicht verwunderlich, allerdings hat Westport nur geschätzte 10.000 Einwohner. Das ist, als wenn Hönow bereits in Potsdam ausgeschildert wäre 😉
Noch kurz zum heutigen Tag: Auf dem Weg nach Westport standen die Pancake Rocks auf dem Plan, oder vielmehr im Meer neben der Straßen und haben die großen Wellen aufgebraust. Ein tolles Schauspiel! In der Nähe von Westport wollten wir dann noch eine Robben-Kolonie besuchen, doch der Weltungangs-ähnliche Regen ließ uns dann nicht das Wohnmobil verlassen und wir fuhren weiter. Doch wir stehen nun wenige Kilometer entfernt auf einem Campingplatz am Strand und hoffen auf besseres Wetter morgen früh. Dann werden wir hoffentlich die Robben besuchen können. Bis dahin lauschen wir wieder der starken, rauschenden Brandung zu.
- Im Cockpit
- Der Fahrer
- Die beiden Beifahrer
- Beifahrerausrüstung
- Denise als fahrender Fotograf
- Flori als Touristenführer
- Immer geradeaus
- Unbefestigt durch den Regenwald
- Baustellenampel
- Pancake Rocks
- Abendstimmung in Westport












Die „Baustellenampel“ ist der Brüller 🙂 Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder ist dort die Arbeitskraft billiger als Technik und Strom? 🙂 Offizielle Berufsbezeichnung: „Schilddreher“.
Wenn ich bedenke, dass ich jeden Tag in Büro gehe und ihr fahrt durch das wunderschöne Stück Natur, werde ich ein bisschen neidisch 🙂
Mit unserer Flori könnten wir das jetzt aber nicht mehr machen. Die muss sich immer ganz viel bewegen und draußen sein. Da würden wir keine 10km am Tag schaffen. Wahrscheinlich wären wir zu Fuß schneller 😀
Das wird sich bei euch aber sicher auch noch ändern. Also genießt die ruhige Zeit solange ihr noch könnt 🙂
Guten Morgen ihr Drei den Regen ausgesetzten Neuseeländer!Aber stellt euch vor ,das müsstet ihr alles bei schönsten Sonnenschein erleben,da würde das fahren mit den Wohnmobil nur halb so viel Spaß machen,also nehmt wie es kommt.Also das Auto fahren stell ich mir sehr streßig vor,hat Denise auch schon mal probiert? Es ist aber sehr schön das wir euren Urlaub so miterleben dürfen.Bei uns geht es am 23.05.los. Es geht wieder nach Tirol, aber auf einen anderen Campingplatz .Wir freuen uns schon auf die Murmeltiere und die schönen Berge.
Euer Auto bekommt dann einen Luxusstellplatz in der Garage,wenigstens 14 Tage lang.Also laßt es euch noch gut gehen.Es grüßen O&O aus schenkenhorst.