Am Sonntag ging es für uns nach Tokio – unsere letzte Station auf dieser tollen Japan-Rundreise. Da wir mit dem Edo Wonderland gestern sehr wenig Zeit für Nikkō selbst hatten, entschieden wir uns, nicht gleich morgens den Zug zu nehmen, sondern erst noch einen Tempel und die Kaiserliche Sommerresidenz anzusehen. Unsere Gastgeber fuhren uns wieder großzügig den Berg hinunter zum Bahnhof, wo wir unsere Koffer einschlossen und anschließend sogar noch bis zum Kanmangafuchi Abyss – Jiunji Hondo Tempel. Hier standen ganz viele kleine Buddha-Figuren, die mit roten Kleidern und Mützen ausgestattet waren. Der Weg ging entlang eines Baches und war angenehm beschattet.
Auf dem Weg zum Bus machten wir einen kleinen Umweg zur Nikko Tamozawa Imperial Villa. Und da wir schon mal da waren, schauten wir uns die 106 Zimmer der Kaiserlichen Sommerresidenz auch noch von innen an (naja, vielleicht nicht alle 106 Zimmer…). Auch der Park drum herum war mit altem Baumbestand hübsch anzusehen, aber eher nicht so prachtvoll wie Sanssouci.


















Kurz vor 12 Uhr fuhr unser Zug von Nikko non-stop bis nach Tokio. Wie deckten uns noch mit einigen Snacks ein und saßen dann ganz kaiserlich im neuen „SPACIA X Limited Express“. Der Zug war erst ein Jahr alt und bot sehr viel Platz.
Nach knapp 2 Stunden kamen wir pünktlich in Tokia Asakusa (ohne u gesprochen: „Asackßa“). Als wir den stark-klimatisierten Zug und den Bahnhof verließen, trafen uns die 36°C wie ein Schlag. So nahmen wir lieber die U-Bahn für eine Station zu unserem Hotel.



















Da wir noch zu zeitig für den Check-in ankamen, stellten wir unsere Koffer im Hotel ab und gingen nach einem Eis gleich noch den Asakusa Schrein besuchen. Der scheint ein beliebtes Ausflugsziel zu sein, den Besuchermengen nach zu urteilen. Rund um den Schrein und auch darin standen Schränke mit kleinen Fächern und die Leute rüttelten Dosen davor. Bei genauem Hinsehen entpuppte es sich als Glück-Vorhersage. Man spendete 100 ¥ (ca. 0,62 €), schüttelte die Dose und bekam ein Stäbchen mit einer Nummer heraus. Aus den entsprechend nummerierten Fach nahm man dann die Glücksbotschaft. Sollte es jedoch eine Unglücksbotschaft sein, konnte man diese gleich vor Ort anbinden, um das Unglück abzuwenden.


























Zurück im Hotel hieß es nur kurz einchecken und gleich wieder loslaufen. Wir hatten für 17 Uhr Tickets für den Tokyo Sky Tree gebucht. Der Sky Tree ist mit 634m Höhe das dritthöchste Gebäude der Welt und wurde erst 2012 eröffnet. Es gab zwei Aussichtsbereiche: einen auf 350m Höhe und einen weiteren auf 450m. Nach einigem Anstehen brachte uns der Aufzug in Nullkommanix auf die 350m hoch. Der Ausblick war sehr beeindruckend – Häuser und Stadt soweit das Auge reicht. Tokio ist die größte Stadt der Welt mit 37 Millionen Einwohnern, da braucht es einiges an Wohnraum! Allerdings war die Sicht auch nicht die beste. An guten Tagen kann man bis zum Fuji schauen. Das war uns heute verwehrt. Somit waren wir dem 3.776 m hohen Fuji mehrmals zum Erblicken nahe und haben ihn doch nie gesehen. Dann müssen wir wohl mal wieder zurückkommen für eine zweite Chance 😉































Nach nochmaligem Anstehen ging es noch einmal 100m höher auf 450m (ein extra Ticket wurde benötigt).
Auf Grund des diesigen Wetters sahen wir die Sonne nicht direkt untergehen, aber die Dunkelheit förderte in der Stadt zu unseren Füßen unzählige Lichter zu Tage. Zurück auf der 350m hohen Aussichtsebene (bzw. 345m und 340m), zeigten sich mache Ecken hell und lebendig, andere recht dunkel mit gerade mal zarten Straßenleuchten. Auch wenn wir Tokio bis auf den Schrein noch nicht kannten, war die Aussicht doch spannend – sowohl bei Tag, als auch am Abend. Wie das Hamburger Miniaturwunderland – nur in echt.

















Nach einigen (die Kinder würden sagen zu vielen) Tagen Abstinenz suchten wir für‘s Abendessen wieder einen Sushiro auf – unsere bevorzugte Sushi-Train-Kette. Die Tisch-Wartezeit war gut auszuhalten und schon bald flitzten die ersten Teller über das Express-Förderband zu uns.
Als wir dann gegen viertel Zehn wieder im Hotel waren, mussten wir noch dringend um eine freie Waschmaschine kämpfen, um für morgen noch frische Kleidung zur Verfügung zu haben. Somit wurde das am Ende wieder ein langer Tag, obwohl grob geplant nur die Fahrt nach Tokio und der Sky Tree angedacht waren.










