Am Donnerstag haben wir in Hanoi ausgecheckt und unser Gepaeck im Hotel verstaut, damit wir noch ein wenig unterwegs sein konnten. Dann ging es mit einem Cyclo (Fahrradtaxi) zum Ho-Chi-Minh Mausoleum. Der gute Herr ist hier der Staatsheld Nummer Eins. Das Mausoleum war allerdings geschlossen, da der Leichnam jedes Jahr fuer 3 Monate nach Russland zum Neueinbalsamieren geschickt wird.
Dafuer statteten wir dann dem Literaturtempel einen Besuch ab. Ein architektonisch schoener Komplex mitten in der Innenstadt. Das war es dann auch schon mit Hanoi.
Unser Fazit: Man merkt deutlich, dass es sich um eine Grossstadt in einem Entwicklungsland handelt. Es gibt kaum moderne Architektur und die Einwohner leben sehr aermlich. Es gibt nur selten hoehere Gebaeude als 4 Etagen und viele sehen sehr heruntergekommen aus.
Wir haben zudem noch nie einen so chaotischen und lauten Strassenverkehr erlebt. Jedes Mal nach dem Strasse ueberqueren ueberkam einen ein Gluecksgefuehl, dass man es tatsaechlich unbeschadet ueberstanden hat. Die Taktik heisst hier bedacht und im maessigen Tempo laufen ohne stehen zu bleiben – somit koennen die anderen vorhersehen wo man sich hinbewegt und fahren um einen herum. Auf diese Logik zu vertrauen faellt allerdings sehr schwer wenn man mitten in der Fahrbahn steht und von allen Seiten hunderte Cyclos, Mopeds und Autos auf einen zusteuern. ABER: Wir haben es unbeschadet, nur um einige Adrenalinstoesse reicher, ueberstanden.
Hanoi war auf jeden Fall eine Reise wert und auch das Wetter spielte sehr gut mit (25Grad + heiter bis wolkig).
Was uns allerdings sehr gestoert hat, war, dass man an jeder Ecke und bei allem aufpassen musste, dass man nicht gelinkt wird. Ob es die gefakten Reisebueros, das ueberteuerte Essen oder angebliche Missverstaendnisse beim Preis eines Taxis ging. Wir haben mit Sicherheit oft viel zu viel bezahlt.
Gegen einen Touristenaufschlag an sich haben wir nichts, aber nicht wenn der 5Mal hoeher ist. Eines hat es uns auch gelehrt – wenn wir hier weitere gefuehrte Ausfluege machen wollen, gehen wir zu teureren aber
verlaesslichen + qualitativ deutlich besseren Reisebueros.
Solche Erfahrungen fuehren zu einem gewissen Misstrauen, das auch mit Agressivitaet einher gehen kann. Hier geht es aber nicht nur uns so – viele andere Touristen mit denen wir sprachen erzaehlen dasselbe. Schade ist es dann nur wenn man den anderen, netten Einheimischen damit unrecht tut. So koennen wir im Nachhinein sagen, dass unser Hotelpersonal in Hanoi sehr zuverlaessig war. Wir hatten erst unsere Zweifel als wir unsere Paesse abgeben sollten, unsere gebuchten Zugtickets nicht zum angekuendigten Zeitpunkt vorlagen und wir unser Gepaeck frei in der Lobby deponierten.
Aber es lief alles gut und zum Abschluss wurden wir sogar bis zum Bahnhof bis in unser Abteil gebracht.
In dem Nachtzug trafen wir dann in unserem 4er Weichliegenabteil auf zwei aeltere Schweizer. Wir verstanden uns gut und arrangierten uns im engen Abteil. Schlafen konnten wir auch mehr oder weniger und nach 14Std Fahrt sind wir heute morgen in Hue angekommen und wurden vom angerufenen Hotel abgeholt. Das Zimmer ist bisher das beste was wir hier in Asien hatten, zu einem durchschnittlichen (aber sich eigentlich wieder viel zu hohem) Preis.
Die Zugtickets fuer die Weiterfahrt in 2 Tagen haben wir uns auch gleich
besorgt.
Hue selbst ist eine angenehme Kleinstadt mit geordneterem Verkehr, vielen Touristen und schoenen historischen Ueberresten. Allerdings ist es auch stark vom Vietnamkrieg bzw. wie sie ihn hier nennen „Amerikakrieg“ gekennzeichnet- von vielen historischen Bauten stehen nur noch Ruinen und es faellt auf, dass die Landschaft teilweise nur aufgeforstet ist. Was uns beim heutigen Besuch der alten Kaiserstadt wieder auffiel ist die Unachtsam- und Gleichgueltigkeit mit der die Vietnamesen ihre Kultur- und Naturstaetten behandeln. Sie dienen nur zur Geldmache und keineswegs kann von nachhaltigem Tourismus die Rede sein.
Wir werden uns nun ein wenig an den „Parfuemfluss“ setzen und dann noch einen Happen essen gehen.

Achja und wir haben uns heute diese lustigen kegelfoermigen Strohhuette gekauft – die sind echt unversichtbar bei den sonnigen ueber 30Grad in Hue.

Wir mit einem Strohhut

Wir mit einem Strohhut