Kategorie: Westküste USA (Seite 4 von 4)

Unterwegs an der Westküste der USA 2014

Aufregung pur

Wir verabschiedeten uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge von Freddy, Anika und Lea und holten unser Wohnmobil ab. Und obwohl hier die Schlange nicht sehr lang war, verbrachten wir dort 4 Stunden. Unser Wohnmobil entschädigte dann aber für alles. Ebenso dass der langsame Mitarbeiter am Ende über 300$ für Kindersitze, Wäsche, Campingtisch etc vergaß 😉
Nachdem ich zufrieden feststellte dass das Wohnmobil genau dem entsprach was ich reserviert hatte und wir auch die Kindersitze gut installieren konnten, fiel die erste Anspannung ab und die Euphorie stieg. Auch Florian, der vorher ganz brav gewartet hatte, wollte dann unbedingt gleich mitfahren. Zweiter Stressfaktor wurde dann auch bewältigt und ich (Denise) fuhr unseren Mietwagen heil zurück zum Vermieter. Und das wo ich noch nie Automatik bzw. in San Francisco gefahren bin. Zugegeben ich musste nur dem großen weißen Wohnmobil hinterherfahren 🙂
Danach folgte der obligatorische erste grosse Einkauf und gegen 21Uhr erreichten wir den vorgebuchten Campingplatz. Dieser liegt erhöht in einem Regional Park in mitten von Eukalyptusbäumen.
Völlig k.o. verschoben wir das Wohnmobil einräumen auf den nächsten Vormittag. Doch auch daze sollte es nicht kommen, da Florian nach dem Frühstück kopfüber über sein Laufrad fiel und die Oberlippe aufplatzte. Das ganze sah ziemlich schrecklich aus und so fuhren wir gleich ins nächste Kinderkrankenhaus. Wir waren ja noch nicht weit von San Francisco weg. Zum Glück sah es schlimmer aus als befürchtet und außer einer Salbe und viel Eis muss da nix gemacht werden. Die Untersuchung hat stolze 800$ gekostet – zum Glück haben wir eine Auslandskrankenversicherung!

Die Wunden werden uns wohl noch auf einigen Reisefotos begleiten, aber wenigstens ist die Entenschnabel- Schwellung mittlerweile weg und Florian hatte schon am Mittwoch keine Schmerzen mehr. Er macht jetzt gern ein wichtiges Gesicht und sagt: „Wenn man ‚putte Lippe hat muss man Eis essen“ 😀

Nach der Aufregung sind wir wieder zum gleichen Campingplatz gefahren um am nächsten Tag noch die Krankenhausrechnung abzuholen. Beim Pizza-Mittagessen planten wir unsere Reiseroute und hielten am Lake Tahoe fest, obwohl dies einen langen Umweg bedeutet. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch unterschiedlichste Landschaft und übernachteten am Lake Pardee Marina. Dort überraschte uns das rege Wildlife (Enten, Gänse, Rehe, Adler, Präriehunde – und von allem immer viel) trotz eher karger Vegetation.

Achja Laura ist übrigens überwiegend so lieb, dass sie kaum auffällt. Bereitwillig lässt sie sich in den Autositz, Kinderwagen oder Manduca setzen. Mittlerweile gucken ihre zwei unteren Schneidezähne schon raus und beim Brei wird der Mund aufgemacht (wenn’s ihr schmeckt).

Oh, Golden Gate

Sonntag ging es dann endlich zur Golden Gate Bridge. Die Tage davor verschwand sie immer im Nebel oder Dunst. Am Sonntag aber war es wunderbar sonnig und klar. Das warten hatte sich gelohnt…
Netterweise durfte auch Mathias sich an diesem Tag kutschieren lassen, da wir von einer Kollegin Judy mit ihrem Minivan herumgefahren wurden.
Nach einem kleinen Abstecher übers Berkeley Bayer Gelände überfuhren wir die Golden Gate Bridge, legten einen kurzen Fotostop ein und ab ging’s zum Küstenort Sausalito. Unglaublicherweise fanden wir dort keinen Parkplatz und endeten dann noch viel weiter nördlich am Stinson Beach. Auch hier fuhren wir erst mehrmals im Kreis für einen Parkplatz. Aber es wurde ein sehr schöner Nachmittag mit leckerem Essen, Spielplatz und Strandbesichtigung. Florian verstand sich gut mit Judy und ihrem Mann – trotz Sprachbarriere.
Mathias brauchte dann für den kurvigen Rückweg eine Reisetablette – der Nachteil wenn man nicht selbst fährt. Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir dann an den besten Fotopoints für die Golden Gate Bridge. Die Aussichtsparkplätze waren mehr als voll und Judy tat ihr bestes um uns immer wieder raus und rein zu lassen, weil wir bei jeder neuen Perspektive wieder raus wollten und nicht genug bekommen konnten. So wanderten wir zum berühmtesten Ausblick sogar den Berg wieder hoch weil wir dort – na was wohl – keinen Parkplatz bekommen hatten. Zum Glück konnten wir die schlafenden Kinder bei Judy im Auto lassen.
Obwohl sie nur eine rote Brücke ist, hat uns die Golden Gate Bridge verzaubert.
Florian muss das gemerkt und übernommen haben, denn erzählt jetzt immer stolz dass er schon bei der großen roten Brücke war.

Anstehen muss gelernt sein

Und da sind wir wieder…
Ich weiß die Regelmäßigkeit schleift ein bisschen aber wir sind abends immer so k.o. und dann gabs auch noch einen Zwischenfall. Aber dazu nachher mehr. Für die besorgten Großeltern: Uns geht’s (jetzt) allen sehr gut.
Am Samstag wollten wir also einen schönen Ausflug mit Freddy, Anika und Lea machen und mit der Fähre von Oakland nach San Francisco fahren. Am Wasser angekommen sah dies dann weniger gut aus, da nur ein Teil der riesigen Schlange auf das Boot passte. Wir waren leider nicht dieser Teil. So warteten wir nochmal 45min. Zum Glück hatten Lea und Florian einander zum spielen und es kam alle paar Minuten der an jedem Bahnübergang hupende Zug vorbei. Den hört man überall in Oakland und Berkeley.
Auch das zweite Schiff war rappelvoll aber diesmal kamen wir mit. Unglaublicherweise blieb ein Teil der verbliebenen Wartenden stehen um dann die Fähre nochmal 90min später zu nehmen. Die Amis scheinen sich wirklich gern anzustellen… Egal wie aussichtslos.
Auf der Fähre gab es dann die nächste Schlange zum Ticket kaufen. Die ersparten wir uns und kamen zum Glück kostenlos mit, weil wir sagten wir hätten uns die ganzen 30min vergeblich angestellt. Das war wahrscheinlich sogar die Wahrheit.
Aber die Anfahrt und Aussicht auch am Ferry Building in San Francisco war aufgrund der Fleet Week mit Flugshow und Militärschiffen die Hölle los. An ein Mittagessen im Sitzen war nicht zu denken.
Nach ein paar Dumplings auf der Hand liefen bzw. kämpften wir uns zum Pier 39.
Unser kleiner ausgekochter Sohnemann erkannte das anscheinend schon von weitem wieder und brubbelte: „Möchte heute kein Eis, Karussell fahren“ Da er das letzte Mal das Karussell wegen seines Eis nicht mitmachen konnte. Da wir aber sowieso so langsam voran kamen, gabs diesmal beides. Doch statt auf den hüpfenden Pferden wollte er lieber auf der Bank sitzen.
Bei unserem Pier für die Rückfahrt schockte uns dann erneut eine ellenlange Warteschlange. Aber diesmal stellten wir uns vorne dazu – soll mal einer was zu 3kleinen Kindern und einer Schwangeren sagen. 😛

If you’re going to San Francisco…

Ja wir leben noch!

Nun haben wir uns schon etwas eingelebt und vor allem den Flug und die Zeitverschiebung verkraftet, deshalb gibt’s endlich was zu lesen 🙂
Unsere Hinreise fing schon mal gut an mit einem weinenden Florian “ Ich will nicht nach Amerika“. Ich hatte ihm erklärt, er soll im Fall, dass er verloren geht, auf sein Armband hinweisen auf dem unsere Handynummer steht. Zum Glück ließ er sich schnell beruhigen und unser Abenteuer begann pünktlich am Mittwoch um 11Uhr in Tegel mit 2Koffern, 1Reiserucksack, 1Reisstasche, 1Kinderwagen und Handgepäck. Das Umsteigen in London klappte gut und war kurzweilig. Florian war vom Flughafen und allem drum und dran stark begeistert. Im Flugzeug fand er als erstes den Knopf die Stewardess zu rufen und benutzte ihn ausgiebig 😉 Die 11Stunden Flug verbrachten wir mit Essen, IPad, diversem Spielzeug und zum Glück auch Schlaf. Laura konnte schön im angebrachten Bett schlafen. Florian als Bauchschläfer tat sich schwer mit dem Sitz und schlief dann auf dem Fußboden – zumindest 2-3Stunden bis es der Steward bemerkte und wegen Sicherheit wieder in den Sitz verbannte. Gut dass Laura überhaupt nicht im Bett gesichert werden konnte…
Der Einflug über San Francisco war toll und zeigte uns erst den „wilden Westen“ mit seiner rauen Wüstenlandschaft und den vielen Buchten im Pazifik.
Am Flugzeug warteten wir erst vergeblich auf unseren Kinderwagen und waren dann die letzten in der ellenlange Warteschlange der Immigration. Mit Frechheit und einem Lächeln konnten wir auf die sehr kurze Wheelchair Line. Dann kam die Ernüchterung – unser Kinderwagen ist in London hängen geblieben. Nachdem dann alles beim Baggage Claim geklärt war und man uns sagte er wäre sicherlich innerhalb der nächsten 3 Tage da, holten wir unseren Mietwagen. Dort verbrachten wir nochmal mühselige 30min mit dem Einbau der geliehenen Kindersitze. Florian war ziemlich aufgedreht, Laura schlief zum Glück in der Trage und wir waren müde und fertig. Im Abendglitzern der Stadt ging’s dann in 45min zu Freddy und Familie. Es war sehr schön dort nett willkommen geheißen zu werden inkl schönem Zimmer mit tollem Ausblick und bezogenem Bett und leckerem Abendbrot. Florian freundete sich schnell mit Lea an, räumte ihr Spielzimmer erstmal auf (war das wirklich unser Sohn?) und flitzte dann wie angestochen mit ihr durchs Haus 😀 Lea wiederum hat ein Narren an Laura gefressen und ist ständig um sie herum.
Die Nacht war dann wider erwarten erst 4:30 zu Ende und wir frohen Mutes die Zeitumstellung schnell mitzumachen. Florian schlief super auf seiner riesigen Luftmatratze.
Zum Frühstück am Donnerstag sahen wir alle gleich mal einen Kolibri. Den tollen Ausblick konnten wir aufgrund des Nebels erst am Nachmittag genießen.
Am vormittag besorgten wir uns dann gleich mal diverse Karten vom amerikanischen ADAC und eine lokale SIM Karte zum Telefonieren und Internet. Nach einem langen Mittagsschlaf fuhren wir zur Berkeley Marina ein paar Segelboote angucken. Nicht spektakulär aber schön zum Laufradfahren. Den Einstieg in die amerikanische Küche machten wir klassisch mit Burger in Denny’s Diner (lieben Gruß an die Urgroßeltern Fiedler 😉 )
In der Nacht zum Freitag wurde unser Buggy geliefert, sodass einer San Francisco Sightseeing Tour nichts mehr im Wege stand. Das Auto ließen wir an einer Bahnstation in Berkeley und fuhren mit der BART ins Zentrum. Florian war hellauf begeistert und Laura schlief im Kinderwagen. An der Market street wollten wir dann mit dem berühmten Cable Car fahren, was wir aber wegen der langen Schlange verwarfen und auf die historische Straßenbahn auswichen. Da uns diese auch erstmal wegen Überfüllung stehen ließ, machten wir erstmal Puller-, Still- und Essenspause. Und probierten es 2 Stunden später wieder. So kommt es dann dass wir um 13:30Uhr nur die Market Street als Sehenswürdigkeit abhaken konnten – aber so ist’s nunmal mit den Kindern und wir lassen es entspannt angehen.
So lohnte es sich auch nochmal zwei Straßenbahnen fahren zu lassen um dann einen schönen Sitzplatz zu bekommen. Florian bestaunte aus dem Fenster dann die vorbeiziehenden Piers und stieg freudestrahlend mit uns bei Pier 39 aus. Hier gab es soviel zu sehen: Flugschow, Seelöwen, Segelboote, Karussell… Und auch ein Eis durfte nicht fehlen. Ganz wie in seiner Eiscafe-Spiele- App bestellte Flori ein Strawberry Eis mit Rainbow Sprinkles. Mathias bezahlte dann die 7$ und fragte mich erstaunt wo denn unser Eis wäre. Ich hatte aber gar keins bestellt… Die teuerste Kugel Eis die wir bzw Flori je gegessen hatten. Dafür sorgte es für viele Schmunzler wie Florian mit Sonnenbrille wie ein König vorne im Kinderwagen saß und sein Eis mampfte.
Unser Weg führte uns dann durch Touristenmassen zur Fisherman’s Wharf und dann den Berg hoch zur steilen, kurvigen Lombardstreet – eine sportliche Meisterleistung mit Kinderwagen.
Laura schlief schon seit Stunden ihren Nachtschlaf und auf dem langen Rückweg zur Bahn durch Chinatown nickte auch Florian ein. Chinatown selbst hätte auch irgendwo in Peking sein können und erinnerte uns an unsere Asienreisen – enger, schäbiger und bunter.
Ziemlich k.o. kamen wir dann wieder in Berkeley an und machten noch vor dem Abendbrot einen Abstecher zum Supermarkt. Wir wurden zwar schon vor den hohen Preisen vorgewarnt, aber 4-5$ für ein Toastbrot schockte uns dennoch. Naja man muss ja was essen… Im Vergleich dazu ist FastFood hier echt günstig. Für einen großen Burger zahlt mal so 8-9$.
Heute (Samstag) haben wir mit Freddy&Family einen schönen Ausflug gemacht. Der Jetlag zieht uns nun aber erstmal ins Bett, sodass es den Bericht dann vielleicht morgen gibt. Morgen treffen wir uns mit einer Kollegin, die Mathias bei Bayer kennengelernt hat und die auch hier wohnt. Wir sind gespannt 🙂

Reisefieber

Nun ist es nicht mehr lange hin … Übermorgen startet der Flieger und hier zu Hause steigt die Aufregung. Wenigstens haben wir das erste Chaos in die Koffer verstauen können. Nun bleibt uns ein Tag zu überlegen, was wir vielleicht vergessen haben 😉

 

 

Bald geht es wieder los

Nun ist es schon über 2 Jahre her, dass wir in Neuseeland und Australien waren und wir denken immer noch gern daran zurück. In der Zwischenzeit ist Florian ordentlich größer geworden und seit über 3 Monaten beglückt uns Laura. Daher ist es wieder an der Zeit, über Elternzeit und eine erneute Reise nachzudenken. Und genau das machen wir natürlich seit einigen Wochen. Als Ergebnis haben wir heute Flüge nach San Francisco gebucht. Im Oktober/November wollen wir wieder mit einem Wohnmobil reisen – an der US-Westküste. Dieses Mal wird es „nur“ ein Ziel/Land geben und dafür mehr Zeit am Stück mit dem Wohnmobil. Wir hoffen von San Francisco bis zum Grand Canyon zu kommen und auf dem Rückweg Pazifikstrand und Los Angeles zu sehen. Bis dahin bleibt aber noch einiges zu organisieren, z.B. die Buchung des Wohnmobils 😉

Also langsam heißt es wieder regelmäßig hier vorbei zu schauen. Wir freuen uns schon riesig auf den 8. Oktober und werden hier wieder von unterwegs berichten.

Bis dahin verbleiben wir mit schönen Grüßen,

Laura, Florian, Denise und Mathias

Neuere Beiträge »