Inzwischen sind wir schon durch die Mitte der Nordinsel durch und haben wieder viele tolle Eindrücke gewonnen. Wie immer haben wir versucht alles per Foto festzuhalten, doch oft kommt es gar nicht so wunderschön rüber wie wir es in der Realität erleben. So müssen wir hoffen, dass wir alles so lange wie möglich in Erinnerung behalten. Deshalb folgt hier auch wie gewohnt ein Reisebericht – an dieser Stelle sei uns erlaubt zuzugeben, dass wir uns schon ganz schön disziplinieren müssen um immer am Ball zu bleiben 😉

Am Sonntag fuhren wir die Whanganui River Road entlang dem namensgebenden Fluss. Die schmale, kurvige Straße war teilweise sogar unbefestigt, aber relativ wenig befahren und bot immer wieder tolle Ausblicke auf den Fluss und die Umgebung. Zwischendrinn schnallten wir uns wieder unsere Boots an und machten uns auf den Athens Skyline Track. Dieser führte stetig bergauf an Schafwiesen vorbei. Ein wenig erinnerte diese kleine Wanderung an Südtirol. Nach 30min entschieden wir, dass es uns genügt – immerhin wussten wir dass wir alles weitere ebenfalls zurücklaufen müssten. Als wir dann die River Road hinter uns gelassen hatten und durch die Berge Richtung Westen fuhren, öffnete sich plötzlich die Sicht und wir hatten einen atemberaubenden Blick über die Hügel hinweg auf die 3 schneebedeckten Vulkane des Tongariro National Parks. Da unser Tagesziel der Mt Ruhapehu einer dieser Vulkane ist, fuhren wir die nächsten 30min immer darauf zu. Wir standen dann über Nacht am Bergfuße auf einem DOC Campingplatz – wieder ziemlich einsam mitten im Wald aber mit Handyempfang.  Am nächsten Tag sollte es auf eine Wanderung durch Vulkangelände gehen. Da die hierfür berühmte Wanderung „Tongariro Crossing“ 8 Stunden dauert und wir Flori und uns das nicht zumuten wollten, entschieden wir uns für eine 2 stündige Wanderung zu den Taranaki Falls, die im Bergdorf Whakapapa startet. Die Vegetation wechselte  mehrmals von Büschelsteppe, über Regenwald zu Geröllwüste und immer wieder hatten wir bei Sonnenschein eine klare Sicht auf die Vulkane. Besonders der Ngauruhue, mit seiner kegeligen Form erinnerte uns immer daran, dass wir hier nicht in den deutschen Alpen unterwegs sind. Dieser Vulkan war wohl übrigens auch der „Schicksalsberg“ in den Herr der Ringe Filmen – wir müssen diese Filme nach unserer Rückkehr unbedingt schauen!

Um es noch ein wenig vulkanischer zu haben, fuhren wir noch eine Bergstrasse hinauf, landeten aber in einem Skigebiet, das sich gerade auf die nächste Saison vorbereitet. Naja, so haben wir auch mal neuseeländischen Schnee berührt. Gegen 16Uhr waren wir dann am Lake Taupo – einem rieisigen Kratersee. Da die Sonne hier zeitig untergeht und ab 15:30 wunderschön warmes Licht wirft, hatten wir auch wieder sehr romantische Ausblicke auf den See. Gestern ging es dann weiter Richtung Norden vorbei an den HukaFalls ins Thermalgebiet um Wai-O-Tapu. Die Region ist geothermisch aktiv und an vielen Stellen tritt heißes, mineralisches Wasser aus der Erde. Überall auf den Wiesen, aus den Bächen und in den Wäldern sieht man weiße Rauchwolken aufsteigen und es hängt Schwefelgeruch in der Luft. Das wollten wir uns mal genauer anschauen und die größte, kochende Quelle Neuseelands anschauen. Nur dampft die bei 15Grad Außentemperatur so sehr, dass man eigentlich gar nichts sieht und es nur blubbern hört 😉 Den Nachmittag wollten wir in der Gegend bleiben, weil wir heute um 10:15Uhr den Geysir Lady Knox ausbrechen sehen wollten. Da bot es sich an, gleich in die von der Quelle gespeisten „Hot Pools“ im Waikiti Valley zu springen. Hot Pools sind kleine Schwimmbecken, die mit dem originalen (aber auf 35-40Grad abgekühlten) Thermalwasser gefüllt sind. Diese gibt es hier in der Gegend fast überall – meist an Hotels o.ä. angeschlossen und gegen Bezahlung. Da diese aber meist im Freien liegen, nahmen wir Florian lieber nicht mit rein. Der schlief dann zum Glück im Buggy neben den Pools. Schön entspannt und nach einer Nacht an einem ruhigen See (mit wahnsinnigem Sternenhimmel) waren wir dann also heute pünktlich am Geysir – und ziemlich enttäuscht. Wir hatten schon gehört, dass die Eruption mit Seifenflocken forciert wird. Im Reiseführer stand dass er dann 20m hoch Wasser spuckt. Bei der Ankündigung kurz davor waren es dann noch 10-15m. Ob die dann wirklich erreicht wurden ist schwer zu sagen, aber wir hatten uns irgendwie mehr erwartet – ich glaube die 50Touristen um uns herum auch 🙂 Dafür war das angeschlossene Wai-O-Tapu Thermal Wonderland wirklich beindruckend. In dieser bizarren Mondlandschaft mit Kratern und Felsen blubberte und gurgelte es überall und Wasser und Felsen leuchteten in den verschiedensten Farben. Witzig waren vor allem auch die MudPools – schon komisch wenn mitten im Wald ein riesiges Matschloch schmatzend vor sich hin blubbert. Zur Krönung des heutigen Tages hatten wir einen tollen Blick auf die Bay of Plenty in der Abendsonne.

 

PS: Heute ist Halbzeit unserer großen Reise 😐