Wasser und Feuer – zwei Naturgewalten

Montag und Dienstag haben wir Meilen (176+146) geschrubbt. Was auch nicht weiter schade war, da sich hier der Dauerregen hartnäckig hält. Und wir waren am Montag doch nicht beim Vulkan, sondern haben dies um einen Tag verschoben. Dafür sind wir die Nordostküste hoch bis zum Waipio Valley – mit der Hoffnung, dass nördlich von Hilo (dem regenreichsten Ort) besseres Wetter ist. Aber der Regen verfolgte uns die gesamte Strecke und verhinderte auch viele schöne Ausblicke. Dafür passte er wieder super zum Dschungelfeeling. Laura ging es am Montag auch nicht gut und sie fieberte den ganzen Tag auf der Rückbank. Wobei diese „erzwungene“ Ruhe anscheinend geholfen hat, denn am nächsten Tag war zum Glück alles wieder gut.
Mittags hielten wir in Honokaa und saßen mit vielen Einheimischen in einem kleinen Restaurant bei leckerem (aber typischem amerikanischen) Essen. Das letzte Stück zum Waipio Valley Outlook zerstörte das letzte bisschen Hoffnung, dass es aufhören könnte zu regnen. Und dort angekommen, standen wir sehr enttäuscht vor einer Nebelwand. Da fährt man hunderte Meilen und dann sowas. Ein bisschen verzog sich dann aber doch die Wolke und wir konnten einige Blicke erhaschen. Auf dem Rückweg nahmen wir dann auch die Wasserfälle mit. Die Akaka Falls mit ihren 422Fuß lagen sehr malerisch im Dschungel. Die 1mi Rundweg dorthin liefen wir getrennt, damit immer einer bei Laura blieb. Danach gab es noch die Rainbow Falls – welche so heißen weil sie morgens bei Sonnenschein einen Regenbogen zeigen. Nachmittags bei Regen waren sie aber auch schön 🙂
Dienstags ging es dann endlich zum aktiven 4000Fuß hohen Vulkan Kīlauea. Im Visitor Center informierten wir uns über die aktuelle Lage und stellten fest, dass wir gar nicht komplett den Crater Rim Drive fahren können, weil der westliche Teil aufgrund von zu hohen Schwefelgasen abgesperrt war (und das seit 10Jahren – stand aber in keinem Reiseführer – wahrscheinlich weil sich die Bedingungen zumindest theoretisch jederzeit ändern können). Das Wetter war immernoch regnerisch, aber die Nebelschwaden kamen aus dem Erdinneren. In eine haben wir uns reingestellt – bisschen so wie vor einem geöffneten Geschirrspüler nach der Trocknung. Die Ausblicke waren auch etwas getrübt aber trotzdem sehr interessant. Nach einem Abstecher in eine Lava Höhle (Thursten Lava Tube) beschlossen wir die Chain of Crater Roads nach Süden zu den Pu u Loa Petroglyphs zu fahren. Die Straße war entgegen unserer Befürchtungen in einem super Zustand und sehr „scenic“. Von Dschungel über Mondlandschaft bis hin zu Blicken aufs Meer. Und immer wieder sehr eindrucksvoll sichtbar wo die großen Lavaströme sich ihren Weg zum Wasser gebahnt haben. Die Wanderung von 1,5mi (hin und zurück) zu den Steinmalereien war sehr schön über erkaltete Lava und die Sonne kam auch etwas raus. Dennoch war sie etwas gehetzt, da wir noch in der Dämmerung wieder am Krater sein wollten. Das lief dann ca. so: „Laura, mach ein bisschen hinne, wir haben es eilig“, „Florian, nicht so schnell, sonst brichst du dir die Beine“. Das Licht war sehr schön und die alten Petroglyphen ließen uns staunen. Mathias nahm dann die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht ganz so ernst und wir waren genau richtig wieder oben. 5min später und wir hätten es nur noch glühen sehen, aber ohne das drumrum. Uns entfuhr schon bei den ersten Blicken auf den Krater in der Dämmerung „wow, Wahnsinn“. Wirklich sehr magisch wie der Lavasee (den wir nicht sahen, da zu tief) die Luft zum leuchten bringt. Trotz Hunderter anderer Schaulustiger schafften wir wunderbare Fotos und auch mal 2min einfach nur bestaunen. Wirklich unglaublich, welche Naturgewalten wir in den letzten zwei Tagen wieder live sehen durften.

1 Kommentar

  1. Gerhard und Christa

    Ihr Lieben, da habe ich heute, 26. 03., ca. 10.00 Uhr an Euch geschrieben und nun steht kein Kommentar er ist verschwunden.
    Euch jedenfalls liebste Grüße, wir denken an Euch. Deine Berichte, liebe Denise, lesen wir mit viel Freude, die Bilder runden das Gelesene ab. Seid lieb umarmt von Ur-Opa Gerhard und Ur-Oma Christa