Hier mal ein kleiner Einblick in unseren Alltag von einer Woche Wohnmobil.
Morgens gegen 6:30Uhr kommt ein zartes Stimmchen vom Alkoven „Mama ich bin wahaach“. Dann hole ich Laura im Halbdunkeln zu uns nach hinten in den – zugegebenermaßen – wärmeren Teil des WoMos. Damit wir anderen drei nicht ständig mit „wann stehen wir auf“ geweckt werden, bekommt sie Bibi&Tina oder Conni auf die Ohren. Gegen 7Uhr ist dann auch Flori wach und klettert flink die Treppe runter und schlüpft ebenfalls ins Familienbett. Dann öffnen wir die Innen-Jalousie am Heck und schauen erstmal wie es um uns herum so aussieht. Wenn da grad schön die Sonne aufgeht, schnappe ich mir Latschen und Kamera und hüpfe nach draußen- um mich dann anschließend nochmal vom Kuscheln wärmen zu lassen. Die Heizung und den Wasserheizer habe ich zwischendrin auch schon angestellt. Wenn der Familienrat dann beschließt dass der Tag nun beginnt, hüpfen alle nacheinander in das winzige Bad und ziehen sich an. Zum Frühstück gibt es bunte Cornflakes für die Kinder, Haferflocken und Sandwich/Toast. Je nachdem ob wir Stromanschluss haben, ist dieser im Toaster oder im Gasofen getoastet. Eigentlich brauchen wir keinen Strom – Kühlschrank, Ofen, Herd, Heizung, Licht, Wasserpumpe, Radio und sogar TV (nie angemacht) laufen über Gas oder Batterie. Einzig Toaster, Kaffeemaschine (wer uns kennt, weiß dass diese auch aus blieb) sowie Klimaanlage (wohl auch eher nicht – bibber) brauchen externen Stromanschluss. Der Frischwassertank zum ab/waschen reicht mit 30 Gallonen (114l) Kaltwasser und 10 Gallonen Warmwasser ewig, ist aber auch wegen des chlorigen Leitungswassers nicht zum Trinken. Dafür haben wir in der Woche ca. 11Gallonen Flaschenwasser getrunken. Das merkten wir auch am Blackwater/Toilettentank, den wir täglich leeren mussten. Mit 95l Greywatertank (Ab/Waschwasser) kamen wir besser aus.

Nach dem Frühstück wurde alles wieder verstaut, abgewaschen, Zähne geputzt, noch etwas gespielt und dann meist noch Abwasser abgelassen und Frischwasser nachgetankt. Unser Wohnzimmer (sprich Slideout) wieder eingefahren. Meistens waren wir zwischen 9 und 10Uhr dann wieder on the road. Entweder fuhren wir dann erstmal ein Stück oder schauten uns direkt in der Umgebung noch etwas an. Damit die Fahrt nicht zu lang wird, hatten die Kinder diverse Hörspiele auf MP3-Playern dabei. Dann war es immer ganz ruhig (bis auf das Geklapper des WoMos – an Radio nicht zu denken) und ab und zu trällerte oder lachte es von hinten. Wann immer die Kinder oder wir dann Mittagshunger hatten, hielten wir und kauften oder kochten etwas. Nur mit kaufen ist es immer etwas schwierig, wenn man nicht nur Pommes und Sandwich möchte. Wenn es dann weiterging, schliefen die Kinder meist – das ging mehr oder weniger gut in der Horizontalen.

Wir kamen übrigens gut mit unserem großen WoMo überall durch. Die Straßen und Parkplätze sind meistens sehr breit – immerhin gibt es auch genügend übergroße Pickups. Und da wo es mal enger wurde, wies ich ein, da wir keine Rückfahrkamera hatten. Wir haben übrigens mal durchgerechnet – er verbrauchte ca 29,6l Sprit auf 100km… gut dass Benzin hier nur ca 86ct/l kostet.

Wir sahen immer zu, dass wir vorm Sonnenuntergang unseren Stellplatz erreichten. Der war in den meisten Fällen nicht vorreserviert, was aufgrund der Nebensaison aber kein Problem war. Oft rief ich zumindest vorher mal an. Zu jedem Stellplatz gibt es immer eine Sitzmöglichkeit und eine Feuerschale/Grill. Trotz der Kälte nutzten wir diese häufiger und rochen danach wie frisch geräuchert 🙂
Zum Abendessen kochten wir meistens. Einfache Dinge wie Reis mit Sauce, Gemüse und Kartoffeln, Fleisch mit Salat. Das Waschen belief sich meist auf Katzenwäsche und ab und zu die Campingplatzdusche, wenn diese ausnahmsweise nicht eine offene Tür hatte und damit eiskalt war. Das WoMo verfügte zwar auch über eine richtige Duschkabine inkl. Abtrennung, aber das kleine Bad wurde von der Heizung eher sparsam bedient.
Die Kinder verschwanden dann immer freiwillig und freudig in ihre “Höhle” über der Fahrerkabine. Selbst die Vorhänge wollten sie selbst zuziehen. Und so schliefen die beiden dann 2m Luftlinie zum Tisch, an dem wir Fotos sichteten und Berichte schrieben. Floris lautes, gleichmäßiges Atmen trieb uns dann aber auch eher früher als später nach hinten ins Bett.