{"id":847,"date":"2012-06-19T11:21:31","date_gmt":"2012-06-19T01:21:31","guid":{"rendered":"http:\/\/unterwegs.m-g-b.de\/?p=847"},"modified":"2012-06-19T11:21:31","modified_gmt":"2012-06-19T01:21:31","slug":"die-aussies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unterwegs.m-g-b.de\/?p=847","title":{"rendered":"Die Aussies"},"content":{"rendered":"<p>(Die Australier nennen sich selbst gern Aussies , wie sie so vieles gern abk\u00fcrzen. )<\/p>\n<p>Heute also einen kleinen Einblick in die Welt der \u201eAussies\u201c:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Aussies sind sehr auf ihr Australien bedacht und achten sehr genau darauf, dass die Firmen und Produkte im Warenkorb auch aus Australien kommen. Es gibt sogar ein Logo f\u00fcr \u201eMade in Australia\u201c und viele kleine Gesch\u00e4fte schreiben an ihr Schaufenster \u201eAustralien Made and Owned\u201c (etwa: \u201ein Australien gefertigt und in Australischem Besitz). Eine der gro\u00dfen Supermarktketten hat gerade am Wochenende erst ihren Slogan angepasst, um die Australischen Besitzverh\u00e4ltnisse hervorzuheben \u2013 es soll keiner auf die Idee kommen, hier handelt es sich um ein ausl\u00e4ndisches Unternehmen!<\/li>\n<li>Viel Sprechen liegt den Aussies im Blut. Jede M\u00f6glichkeit auf einen Smalltalk wird genutzt. Da kann man dann nur hoffen, dass der Aussie keinen deutschen kennt oder der Nachbar in Wiesbaden einen Onkel hat und damit der Small- zum BigTalk wird. Und bei der Vergangenheit als Einwanderland, kennt fast jeder jemanden oder wollte zumindest immer schon mal nach Deutschland reisen&#8230; \ud83d\ude09<\/li>\n<li>Wenn sie auch gern viel sprechen, effizient darf es dennoch sein, sodass sie gerne abk\u00fcrzen \u2013 nicht nur schriftlich. Da wird der Australier zum Aussie oder das Fr\u00fchst\u00fcck (Breakfast) zum Brekki.<\/li>\n<li>Und wer viel und kurz spricht, verf\u00e4llt nat\u00fcrlich schnell in eine ganz spezielle Umgangssprache. Der Gebildete Gro\u00dfst\u00e4dter ist nat\u00fcrlich recht gut zu verstehen, doch auf dem Land braucht man ein gutes Geh\u00f6rt. Beim Tanken hie\u00df es einmal locker beim Bezahlen \u201eEighty-Three bucks, mate\u201c \u2026 alles klar. Kostet also 83$ \ud83d\ude09 Mehr haben wir erstaunlicherweise nicht miteinander gesprochen!<\/li>\n<li>Und wo wir gerade beim Bezahlen sind \u2013 die Aussies in Sydney scheinen es nicht so mit der Mathematik zu haben. Der Taxifahrer zum Hotel rundete die Rechnung gro\u00dfz\u00fcgig von 41$ auf 35$ ab, wo er doch zu Fahrtantritt einen Festpreis von 45$ angeboten hatte. Im Restaurant gab\u2019s statt 15, freundlicherweise 20$ Wechselgeld und in einem Caf\u00e9 wurden g\u00fcnstigere Preise als \u00a0ausgepriesen in Rechnung gestellt. Da es bisher immer zu unserem Gunsten war, wollen wir uns mal nicht beschweren \ud83d\ude09<\/li>\n<li>Eigenartigerweise ist der W\u00e4rme-verw\u00f6hnte Aussie auch K\u00e4lte-unempfindlich. Zwar jammerte in der Watsons-Bay ein M\u00e4dchen bei 16\u00b0C, dass es kalt sei und ihr Papa antwortete, es sei Winter, doch dick anziehen muss man sich deswegen noch lange nicht. Die Schuluniform sieht weiterhin kurze Hosen und R\u00f6cke vor, die bevorzugte Schuhwahl beim Spazieren sind FlipFlops und ein Pullover engt doch eh viel zu sehr ein. Auch die Babys werden gleich von Anfang an dran gew\u00f6hnt \u2013 Flori war das einzige Baby weit und breit mit M\u00fctze, egal ob die anderen Baby gerade frisch geschl\u00fcpft oder gleichalt waren. Zum Gl\u00fcck hat Flori das noch nicht mitbekommen, sonst w\u00e4ren die Proteste beim Aufsetzen noch gr\u00f6\u00dfer \ud83d\ude09<\/li>\n<li>Die FlipFlops beim Wandern zeigen es schon: Australien mag der giftigste Kontinent der Erde sein, die Aussies lassen sich davon nicht einschr\u00e4nken!<\/li>\n<li>Wo sie jedoch aufpassen ist beim Sonnenschutz. Jetzt im Winter ist der UV-Index zwar unter 3 und damit laut Zeitung unbedenklich, doch die Kinderspielpl\u00e4tze sind nicht selten \u00fcberdacht und die Nachwuchswellenreiter auch im Winter Sonnencreme-wei\u00df im Gesicht.<\/li>\n<li>\u00dcberhaupt sind die Aussies ein Volk von Wellenreitern. Wer am Meer wohnt, scheint das Brett in jungen Jahren unter die F\u00fc\u00dfe zu bekommen, damit im \u201eM\u00e4dchen-beindrucken-Alter\u201c auch die gro\u00dfen Wellen kein Problem mehr sind. Und auch der Nachwuchs wei\u00df: wer viel Sport im Salzwasser macht, muss ordentlich trinken. Also geht es nach getanem Sport samt Surfboard zu McDonald\u2019s an die Theke\u2026 cool-sein endet erst hinter der eigenen Haust\u00fcr \ud83d\ude09<\/li>\n<li>Wer nicht mehr so jung und mobil ist, der f\u00e4hrt dann im Zug auch gerne in Fahrtrichtung. Daf\u00fcr haben die\u00a0 Z\u00fcge extra umschwenkbare R\u00fcckenlehnen. Da haben wir nicht schlecht gestaunt, als wir dem \u00e4lteren Ehepaar Platz machten und diese sich statt uns gegen\u00fcber zu setzen einfach umschwenken und selbst in Fahrtrichtung Platz nahmen.<\/li>\n<li>Alternativ f\u00e4hrt der Aussie nat\u00fcrlich Auto. Und der Farmbesitzer mit seinem Pick-up nimmt dann nat\u00fcrlich auch seinen besten Freund \u00fcberall mit hin \u2013 den Hund auf der Ladefl\u00e4che. Da kann der Hund sch\u00f6n die Schnauze in den Wind strecken, ist nicht allein zu Hause und die Sitze bleiben auch noch sauber (ob das im staubigen Outback wirklich der Fall ist?).<\/li>\n<li>Und wenn dann die Familie und Freunde und anderen Farmer am Wochenende zusammenkommen steht B.B.Q. (Grillen) hoch im Kurs. Jeder Campingplatz, jeder Aussie-Wohnwagen, jede Stadt hat Barbeque-Pl\u00e4tze im Angebot. Der wahre Aussie grillt sein Fleisch auf einem Gas-Grill. Wir waren da mit unserem Gas-Herd zumindest in einer \u00e4hnlichen Kategorie \ud83d\ude09<\/li>\n<li>Wenn man dann so sch\u00f6n in der Runde zusammensitzt, kann man sich ja hervorragend \u00fcber seinen eigenen Stammbaum unterhalten. Der Aussie ist sehr interessiert an seinen Vorfahren. Es gibt sogar Sendungen im Fernsehen, die in der Vergangenheit w\u00fchlen. Und wenn dann am Ende ein Str\u00e4fling auftaucht, der aus England nach Australien verschifft wurde, ist das keinesfalls ein schlechtes Ende. Der Premier-Minister selbst hat einen Reis-Dieb und eine Taschendiebin in der Familie. Vergleichsweise milde Strafen f\u00fcr solch einen drakonischen Vollzug mit Verschiffung ins unbesiedelte Australien.<\/li>\n<li>Auch die Royal-Familie scheint hier ganz hoch im Kurs zu stehen. Jeden Tag gibt\u2019s ein Update in der Zeitung \u2026 Frau Merkel muss da leider mit den hinteren Seiten vorlieb nehmen.<\/li>\n<li>Und irgendwie muss der Aussie f\u00fcr das teure Leben auch an Geld kommen, also wird gearbeitet. Allerdings sind uns die Arbeitszeiten v\u00f6llig unklar, da uns zu jedem Tag der Woche (wir waren ja von Freitag bis Montag in Sydney unterwegs) Herrscharen Surfer oder Jogger begegneten. Und macht der Job mal keinen Spa\u00df mehr, wird einfach gewechselt. Caren in Melbourne erz\u00e4hlte uns, dass der Lebenslauf hier keine gro\u00dfe Rolle spiele, sondern die Zufriedenheit im Arbeitsalltag im Vordergrund steht. Also einfach den perfekten Job gefunden und dann ab in die Welle &#8211; so l\u00e4sst es sich entspannt leben. \ud83d\ude00<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Die Australier nennen sich selbst gern Aussies , wie sie so vieles gern abk\u00fcrzen. ) Heute also einen kleinen Einblick in die Welt der \u201eAussies\u201c: Die Aussies sind sehr auf ihr Australien bedacht und achten sehr genau darauf, dass die Firmen und Produkte im Warenkorb auch aus Australien kommen. 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