{"id":689,"date":"2012-05-29T13:04:54","date_gmt":"2012-05-29T01:04:54","guid":{"rendered":"http:\/\/unterwegs.m-g-b.de\/?p=689"},"modified":"2012-05-29T13:04:54","modified_gmt":"2012-05-29T01:04:54","slug":"die-kiwi-der-kiwi-die-kiwis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unterwegs.m-g-b.de\/?p=689","title":{"rendered":"Die Kiwi, der Kiwi, die Kiwis"},"content":{"rendered":"<p>Heute wollen wir uns auch mal ganz nach alter Tradition Land und Leuten widmen \u2013 aus unserer Sicht, wie wir das Leben um uns herum so wahrnehmen. In Neuseeland ist \u201eKiwi\u201c ein allgegenw\u00e4rtiger und vielverwendeter Begriff. Also fangen wir vorne an:<\/p>\n<p><strong>Die Kiwi<\/strong><\/p>\n<p>Die Kiwi, egal ob gr\u00fcn oder gelb schmeckt auch hier nur im reifen Zustand echt lecker. Zu kaufen gibt es sie an allen Ecken und angebaut werden sie sowohl auf der S\u00fcd- als auch der Nordinsel. Doch eigentlich ist die Kiwi keine Ur-Neuseel\u00e4nderin, sondern die chinesische Stachelbeere, welche hier nach der Einfuhr besonders gut wachsen wollte.<\/p>\n<p><strong>Der Kiwi<\/strong><\/p>\n<p>Der Kiwi ist ein kleiner, scheuer, halb-blinder, flugunf\u00e4higer Vogel. Der Nationalvogel Neuseelands. \u00c4hnlichkeiten mit lebenden Personen sind in diesem Fall hoffentlich nicht zu sehen \ud83d\ude09 \u00dcberall ist sein Piktogramm zu sehen, doch in freier Wildbahn haben wir ihn bisher nur als Warnhinweis gesehen \u2013 schade. Ein echter Neuseel\u00e4nder!<\/p>\n<p><strong>Die Kiwis<\/strong><\/p>\n<p>Die Kiwis sind die Einwohner Neuseelands. Auch sie sind allesamt keine echten Neuseel\u00e4nder, nur einige (die Maori) waren schon vor den anderen (den Europ\u00e4ern) hier. Die Maori kommen, wenn man die m\u00fcndlich \u00fcberlieferten Heldengeschichten ein wenig interpretiert, aus Polynesien und fanden diese beiden Inseln vor \u00fcber 1000 Jahren. Die Europ\u00e4er kamen dann im \u201emodernen\u201c Weltumsegler Schiff vor etwa 250 Jahren nachhaltig hier an. Im Laufe der Zeit haben sie sich recht gut gemischt und ein Volk mit seinen Eigenheiten entwickelt. Hier wollen wir mal von einigen berichten:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Kiwis kennen keine K\u00e4lte. Selbst jetzt, im Sp\u00e4therbst laufen die Kiwi-Sch\u00fcler noch mit kurzen Uniformen und in der Freizeit barfu\u00df durch die Welt.<\/li>\n<li>Die Uniform zeigt es schon \u2013 Auffallen ist unerw\u00fcnscht! Hier lebt man eher zur\u00fcckhaltend und ist dem Markenwahn nur begrenzt verfallen. Dementsprechend fielen uns die \u201ealternativ\u201c gekleideten Jugendlichen schon gleich in Christchurch auf. Ein Paradies f\u00fcr Backpacker, die besonders gern den ganzen Tag im alternativen Schlabber-Look verbringen. \ud83d\ude09<\/li>\n<li>Wenn man nicht auffallen will, braucht man auch kein neues Auto. Diese sind sowie viel zu teuer, also kann die alte Karre gefahren werden, bis sie auseinanderf\u00e4llt. In den Gro\u00dfst\u00e4dten sieht man zwar auch aktuelle Autos, ansonsten herrschen eher die Modelle der fr\u00fchen 90er vor. Leider sind diese dann auch nicht die \u00f6konomischsten, wo die Kiwis seit Kurzem doch eigentlich auf der \u00d6ko-Welle surfen<\/li>\n<li>Ganz entgegen der \u00d6ko-Welle ist auch die Form der Heizung. Im eher milden Erdbebengebiet Neuseeland baut der Kiwi gern aus Holz. Dass es dann irgendwann nach Sonnenuntergang doch mal k\u00fchler werden kann, wir scheinbar ignoriert. So rauchen die Schornsteine im D\u00e4mmerlicht und h\u00fcllen ganze Ortschaften in winterlich duftenden blauen Rauch.<\/li>\n<li>Die \u00d6ko-Welle beginnt hingegen beim Recycling. Nicht wir Deutschen sind Recyclingweltmeister, nein es m\u00fcssen die Kiwis sein. Auf dem Campingplatz in Athenree begegneten uns\n<ul>\n<li>1 x Plastik-Wasserflaschen-Tonne<\/li>\n<li>1 x Plastik-Milchfalschen-Tonne<\/li>\n<li>1 x Alu-Dosen-Tonne<\/li>\n<li>1 x Blech-Dosen-Tonne<\/li>\n<li>1 x Pappe-Tonne<\/li>\n<li>1 x Papier-Tonne<\/li>\n<li>3 x Glas-Tonne (je nach Farbe)<\/li>\n<li>1 x Restm\u00fclltonne<\/li>\n<\/ul>\n<p>Respekt! Schade, dass wir nur einen klitze kleinen M\u00fclleimer im Wohnmobil haben, der alles auff\u00e4ngt. Aber da jeder Platz anders recycelt und wir das Konzept noch nicht durchdrungen haben, blieben wir zun\u00e4chst dabei. Ich w\u00fcsste gar nicht, wo ich in H\u00f6now die 10 M\u00fclltonnen hinstellen sollte, geschweige denn die Abholzeiten koordinieren w\u00fcrde. Im Zweifel wird der M\u00fcll auch hier nur verbrannt \u2013 das haben wir auf einem Campingplatz auch schon gesehen\u2026 So wird \u00d6ko f\u00fcr alle leicht verst\u00e4ndlich und jeder hilft mit \ud83d\ude00<\/li>\n<li>Aber das nehmen die Kiwis vermutlich auch wieder ganz relaxed. Das ist n\u00e4mlich ihre Grundeinstellung. Oder doch nicht? Als wir in Lake Taupo an der Touristeninfo parkten und wie gew\u00f6hnlich quer gleich 4 L\u00fccken blockierten, kam eine Kiwi-Ordnungsh\u00fcterin und drohte uns mit einem 60$ Strafzettel, wenn wir nicht sofort wegfahren und maximal eine L\u00fccke f\u00fcllen w\u00fcrden. So viel war nun auch nicht los auf dem Parkplatz\u2026!<\/li>\n<li>Vielleicht kommt man nur so an das Geld, um hinter jeder zweiten Kurve eine Baustelle auf der Stra\u00dfe zu haben, um diese entweder zu erneuern und \u00fcberhaupt erstmal zu versiegeln. Wahnsinn \u2013 so viele Baustellen. Wo kommen nur die ganzen Bauarbeiter her? Und was machen die alle, wenn die Stra\u00dfen dann mal in Ordnung sind?<\/li>\n<li>Experten\u00fcberfluss scheint allerdings nicht zu drohen, denn Neuseeland sucht kr\u00e4ftig nach Studierten, die selbst zum Kiwi werden wollen. Die ganzen einheimischen Kiwis wollen n\u00e4mlich lieber im Ausland ihr Geld verdienen, als im teuren, schlecht bezahlten Neuseeland. Also wer Lust und Wissen hat, bekommt bestimmt ganz einfach ein Visum \ud83d\ude09<\/li>\n<li>Wer ein echter Kiwi werden will, muss dann aber auch am Wochenende zeitig raus aus den Federn und ab in die freie Natur \u2013 Sport! Wir stehen ja \u2013 Flori sei dank \u2013 eher zeitig auf. Doch an den Wochenenden d\u00fcrfen wir dann die Kiwis vom Fr\u00fchst\u00fcckstisch aus bestaunen, wie sie bereits mit dem Kajak unterwegs sind oder die Kinder zum Rugby bringen. Respekt!<\/li>\n<li>Auch die Jagd scheint kein unbeliebter Sport zu sein, besonders wenn es um die eingeschleppten \u201eSeuchen\u201c wie Opossum oder Hirsch und Reh geht. Hier braucht keine R\u00fccksicht genommen werden \u2013 weder im Wald noch auf der Stra\u00dfe. Hirsche und Rehe auf der Weide sind hingegen zum Exportschlager geworden. Wird haben uns unseren Weihnachtsbraten schon mal ausgesucht \ud83d\ude09<\/li>\n<li>Ob Experte, Sportler oder J\u00e4ger &#8211; irgendetwas gibt es immer zu tun. Die sicherheitsbewussten Kiwis haben unz\u00e4hlige Schilder am Stra\u00dfenrand, welche vor jedweden Gefahren im Stra\u00dfenverkehr warnen oder die nicht enden wollenden B\u00e4chlein unter der Stra\u00dfe benennen. Und diese Schilder m\u00fcssen ja auch geputzt werden, erst k\u00fcrzlich auf der R\u00fcckfahrt vom Cape Reinga beobachtet \u2013 von Hand versteht sich, muss ja ordentlich gemacht werden!<\/li>\n<li>F\u00fcr die Sicherheit zu Hause sorgt gern der Hund oder die Ziege, welche dann am Stra\u00dfenrand am \u201eZiegenhaus\u201c festgebunden das Anwesen bewacht. In einem Reisef\u00fchrer haben wir gelesen, dass die Kiwis wohl erst seit einigen Jahren ihre H\u00e4user und Autos abschlie\u00dfen. Die steigende Kriminalit\u00e4tsrate hat wohl ein Umdenken gefordert und die Ziege vor neue Aufgaben gestellt. Ob diese auch dem Postboten hinterherjagt?<\/li>\n<li>Postbote muss allgemein ein sehr abwechslungsreicher Beruf sein. Die Kiwis wollen zwar in ihrer Erscheinung nicht auffallen, doch beim Briefkasten darf es schon mal au\u00dfergew\u00f6hnlich werden. Neben dem 0815-Standardbriefkasten stellen sich ganz viele Kiwis selbstgebaute \u201eBriefh\u00e4user\u201c, Mikrowellen, Benzinkanister oder aber auch verrostete Tonnen vors Anwesen. In letzterem werden die Rechnungen vermutlich gleich Vorort verbrannt \ud83d\ude09 Leider fliegen die Briefk\u00e4sten bei 80 km\/h auf dem State Highway immer so schnell vorbei, dass wir bisher keinen vor die Linse bekamen. Aber wir werden weiter Ausschau halten!<\/li>\n<li>Und zu guter letzt noch der Klassiker eines jeden Deutschen im Ausland \u2013 das Brot. Auch die Kiwis k\u00f6nnen kein ordentliches Brot backen. Zwar bieten sie Brot in aller Variation bis hin zum \u201eDeutschen Roggenbrot\u201c an, doch fluffig sind sie alle und m\u00fcssen vor dem Genuss in den Toaster. Eine Besonderheit haben wir gefunden und fotografisch festgehalten. Dazu ein kleines Quiz: Welches Brot ist hier zu sehen?<br \/>\n<a href=\"http:\/\/unterwegs.m-g-b.de\/wp-content\/uploads\/P1070281.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-690\" title=\"P1070281\" src=\"http:\/\/unterwegs.m-g-b.de\/wp-content\/uploads\/P1070281-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/unterwegs.m-g-b.de\/wp-content\/uploads\/P1070281-300x225.jpg 300w, https:\/\/unterwegs.m-g-b.de\/wp-content\/uploads\/P1070281.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Deutsches Pumpernickel,<\/li>\n<li>Franz\u00f6sisches Baguette oder<\/li>\n<li>Belgische Waffeln?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu gewinnen gibt es das fluffige Brot leider nicht, denn 1.) haben wir es l\u00e4ngst aufgegessen und 2.) war die Haltbarkeit bereits mit dem Kauf schon fast abgelaufen \ud83d\ude09<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wollen wir uns auch mal ganz nach alter Tradition Land und Leuten widmen \u2013 aus unserer Sicht, wie wir das Leben um uns herum so wahrnehmen. 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